Besonderheiten vor einer Ausbildung in Deutschland

Besondere Lebenslagen können den Zugang, die Dauer oder Finanzierung einer Berufsausbildung in Deutschland verändern. Für Teilzeitausbildung, Behinderung, Alleinerziehende oder einen Wechsel des Betriebs gelten unterschiedliche Regeln und Hilfen. Eine Umschulung oder ein zweiter Bildungsweg führt dagegen nicht automatisch zu einer erstmaligen Berufsausbildung.

Tipp

Kläre zuerst, welche konkrete Ausbildungsform zu deiner Lebenslage passt und welche Stelle über Zugang oder Förderung entscheidet. Plane Änderungen an Arbeitszeit oder Betrieb früh mit der Ausbildungsstelle, damit Vertrag, Finanzierung und Betreuung zusammenpassen.

Alleinerziehend

Eine Ausbildung lässt sich mit der Betreuung eines Kindes vereinbaren, wenn Ausbildungszeiten, Betreuungsplätze und finanzielle Hilfen zusammenpassen. Bei einer betrieblichen oder außerbetrieblichen Ausbildung kann Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) die Kosten senken; für eine schulische Ausbildung gelten andere Fördermöglichkeiten. Teilzeit kann die tägliche oder wöchentliche Ausbildungszeit verkürzen und die Gesamtdauer verlängern.

Behinderung

Bei einer Behinderung kann die Agentur für Arbeit besondere Unterstützung für eine betriebliche oder außerbetriebliche Berufsausbildung prüfen. Welche Hilfe passt, richtet sich nach dem individuellen Bedarf und den Voraussetzungen der jeweiligen Förderung.

Teilzeitausbildung

Eine betriebliche Ausbildung kann in Deutschland in Teilzeit vereinbart werden. Dabei wird die tägliche oder wöchentliche Ausbildungszeit um höchstens 50 Prozent verkürzt; die Gesamtdauer verlängert sich entsprechend. Betrieb und Auszubildende stimmen die Regelung gemeinsam ab.

Umschulung

Eine Umschulung führt zu einem anderen Beruf und ist meist eine berufliche Neuqualifizierung, nicht die erstmalige Ausbildung für einen Beruf. Sie kann betrieblich oder bei einem Bildungsträger stattfinden und wird unter bestimmten Voraussetzungen von der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter gefördert.

Wechsel Ausbildungsbetrieb

Ein Wechsel des Ausbildungsbetriebs kann eine betriebliche Ausbildung fortsetzen, wenn ein neuer Betrieb den Ausbildungsplatz übernimmt. In Deutschland hängt das Vorgehen davon ab, ob der bisherige Vertrag noch in der Probezeit läuft und ob derselbe Beruf weitergeführt wird.

Zweiter Bildungsweg

Wer vor einer Berufsausbildung einen Schulabschluss nachholt, kann dadurch Zugang zu Ausbildungsberufen eröffnen, in denen Betriebe oder Schulen diesen Abschluss voraussetzen. Für eine betriebliche Ausbildung ist in Deutschland gesetzlich kein allgemeiner Schulabschluss vorgeschrieben; die Auswahlkriterien legt meist der Betrieb fest.