Das formelle System stützt sich auf das Recht auf Arbeit und darauf, entsprechend den eigenen Fähigkeiten einen Beruf zu wählen; dieses Recht ist in Artikel 70 der Verfassung festgehalten. Das Sozialistische Arbeitsgesetz, das Arbeitsschutzgesetz und das Arbeitsverwaltungsgesetz von 2025 regeln Arbeitskräfteplanung, Zuweisung, Anwesenheit, Ausbildung, Aufzeichnungen, Sicherheit und Disziplin am Arbeitsplatz. Die Staatliche Planungskommission ermittelt den Arbeitskräftebedarf, während zentrale Arbeitsbehörden sowie die Volkskomitees der Provinzen, Städte und Kreise die Zuweisung organisieren. Betriebe, Institutionen und Organisationen weisen Arbeitsplätze zu, kontrollieren die Anwesenheit und bieten technische Ausbildung an. Parteikontrollierte Gewerkschaften können Mobilisierung und Disziplin unterstützen, funktionieren aber nicht wie unabhängige Gewerkschaften mit autonomer Tarifverhandlung oder Streikschutz. Nach der Schule oder dem Militärdienst erhält eine Person häufig einen Arbeitszuweisungsbefehl, statt sich in einem offenen Bewerbungsverfahren eine Stelle zu suchen. Das Gesetz von 2025 gilt für Absolventen, aus dem Dienst entlassene Militärangehörige und rehabilitierte Personen; für die Bearbeitung vor Ort sind mindestens drei Arbeitstage nach dem Arbeitszuweisungsbefehl vorgesehen. Eine Neuzuweisung kann aufgrund von Umstrukturierungen, familiären Umständen, Gesundheit oder Entfernung zum Arbeitsweg erfolgen; eigenständiger Arbeitsplatzwechsel und freie Kündigung sind jedoch nicht als allgemeine Praxis belegt.
Berufe in Nordkorea
Ein Beruf ist eine eigenständige Art von Arbeit mit bestimmten Aufgaben, Fähigkeiten und Arbeitsbedingungen. In Nordkorea plant der Staat den Arbeitskräftebedarf formell und weist vielen Menschen nach der Schule oder dem Militärdienst einen Arbeitsplatz zu. Zu den wichtigen Berufsfeldern gehören Landwirtschaft, Industrie, Bauwesen, Verkehr, Bildung, Gesundheitsversorgung, Verwaltung, Handel, Informationstechnologie und militärbezogene Arbeit. Menschen verdienen auch mit informellen Tätigkeiten auf Jangmadang, also lokalen Märkten, Geld, besonders wenn die zugewiesene Arbeit wenig oder kein verlässliches Einkommen bietet.
Tipp
Betrachte einen Beruf in Nordkorea als Entscheidung, die Arbeit und Zuweisung verbindet, und nicht einfach als persönliche Berufswahl. Vergleiche den zugewiesenen Arbeitsplatz, das tatsächliche Einkommen oder die Rationen, technische Lernmöglichkeiten, Standort, Gesundheit und Sicherheit sowie die praktische Freiheit, die Arbeit zu wechseln oder aufzugeben. Arbeit auf Jangmadang kann Einkommen bieten, wenn die zugewiesene Beschäftigung keines bietet, ist aber mit wechselnden Gebühren, Bestechung, Beschlagnahmung und geringem Schutz verbunden.

