Christliche Gemeinschaften sind die größte religiöse Gruppe in Vanuatu. Bei der Volkszählung 2020 wurden 27.2% beziehungsweise 80,060 Menschen als Presbyterianer, 14.8% beziehungsweise 43,541 als Siebenten-Tags-Adventisten, 12.1% beziehungsweise 35,602 als Katholiken, 12.0% beziehungsweise 35,339 als Anglikaner oder Angehörige der Church of Melanesia, 5.0% beziehungsweise 14,588 als Mitglieder der Church of Christ, 4.9% beziehungsweise 14,450 als Mitglieder der Assemblies of God, 3.2% beziehungsweise 9,515 als Anhänger des Neil Thomas Ministry, 2.3% beziehungsweise 6,894 als Apostolische und 1.8% beziehungsweise 5,174 als Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage erfasst. Außerdem verzeichnete die Volkszählung traditionelle Glaubensvorstellungen bei 3.1% beziehungsweise 9,080 Menschen, keine Religionszugehörigkeit bei 1.4% beziehungsweise 4,023 und weitere Zugehörigkeiten bei etwa 12.0% beziehungsweise 35,270 Menschen. Die Kategorie „weitere“ umfasste 88 religiöse Kategorien. Erfasst wurden 293,963 Mitglieder privater Haushalte; die Religionsfrage musste nicht beantwortet werden. Menschen in Vanuatu können Christentum, Islam, Buddhismus, Hinduismus, Bahai, traditionelle Glaubensvorstellungen oder keine Religion wählen. Traditionelle Glaubensvorstellungen sind eigenständige Überzeugungen, die religiöse Praxis auch mit Kastom, dem lokalen Begriff für traditionelle Lebensweisen und Praktiken, verbinden können. Der Zugang zu Gemeinde, Gebetsstätte und religiösem Dienst unterscheidet sich je nach Konfession und Insel. Es wurden keine landesweit festgelegten Gebühren für Gottesdienste oder religiöse Riten ermittelt. Die Verfassung nimmt in ihrer Präambel auf traditionelle melanesische Werte, den Glauben an Gott und christliche Grundsätze Bezug. Sie legt keine offizielle Staatsreligion fest. Artikel 5 schützt vor Diskriminierung aufgrund religiöser oder traditioneller Überzeugungen und schützt Gewissens- und Religionsfreiheit. Religiöse Praxis bleibt an die Rechte anderer, das öffentliche Interesse und geltendes Recht gebunden. Der Vanuatu Christian Council (VCC) ist ein konfessionsübergreifender Dachverband, der die Zusammenarbeit christlicher Kirchen unterstützt. Für die Registrierung religiöser Körperschaften ist auf Regierungsseite das Ministry of Internal Affairs zuständig. Ein offizieller Bericht von 2023 erklärte, dass religiöse Körperschaften ein Zertifikat beantragen müssen; die Gebühr betrage 1,000 VT und bei dem beschriebenen Verstoß könne eine Höchststrafe von 50,000 VT verhängt werden. Das aktuelle Ausmaß der Durchsetzung war nicht bekannt. Der VCC und das Ministry of Internal Affairs sind außerdem zentrale Anlaufstellen für den öffentlichen Kontakt zwischen religiösen Organisationen und Staat. Gebetstreffen in Ministerien sind dokumentiert; die Einbeziehung von Minderheitsreligionen in nationale Feiern bleibt wiederkehrender Gegenstand des Dialogs. Der Education Act 2014 erlaubt weder eine Verweigerung der Aufnahme noch eine Benachteiligung im Bildungswesen aufgrund von Religion. Schulen dürfen Religionsunterricht anbieten; Eltern können jedoch für ein Kind eine Befreiung beantragen. Die School Registration Policy 2025 des Ministry of Education and Training erkennt formal Bildungsbehörden der Gemeinschaften der Anglican Church of Melanesia, Apostolic, Assemblies of God, Bahai, Catholic, Church of Christ, Fédération de l’Enseignement Libre Protestant, Freedom, Presbyterian und Seventh-day Adventist an. Der Zugang zu religiös ausgerichteter Bildung hängt daher von einer registrierten Schule und ihrer lokalen Verfügbarkeit ab. Zu den Feiertagen mit religiösem Hintergrund gehören Karfreitag, Ostermontag, Christi Himmelfahrt, Mariä Himmelfahrt und Weihnachten. Im Jahr 2026 fallen diese auf den 3. April, 6. April, 14. Mai, 15. August und 25. Dezember. Die Termine der Osterfeiertage ändern sich jedes Jahr. Religiöse Ausübung wird nicht durch eine aktuelle, landesweit einheitliche Häufigkeitsstudie erfasst; christliche Gottesdienste und gemeinschaftliche Praxis sind jedoch weit verbreitet. Religiöse Eheschließungen sind neben standesamtlichen, virtuellen und traditionellen Ehen eine vom Civil Registration and Identity Management (CRIM) anerkannte Form. Üblicherweise werden das vorgeschriebene Formular, Ausweisdokumente oder Geburtsurkunden, Bekanntmachungen, eine Calling of Bans und ein Religious Certificate of Marriage benötigt. Der Geistliche muss nach einem Antrag der Leitung seiner Konfession registriert sein. Die Ehe sollte innerhalb von 30 Tagen registriert werden; die erste Registrierung ist für Staatsangehörige kostenlos. Eine registrierte Ehe kann Erbschaft, Familienleistungen, Renten und Änderungen des Namens oder von Identitätsdokumenten betreffen. Ein gesondertes landesweites religiöses Verfahren für Geburts- oder Todesriten wurde nicht ermittelt.
Religion in Vanuatu
Religion in Vanuatu wird vor allem von christlichen Gemeinschaften geprägt, neben traditionellen Glaubensvorstellungen und kleineren Religionsgemeinschaften. Die Volkszählung 2020 erfasste etwa 83.4% der Mitglieder privater Haushalte in größeren christlichen Konfessionen; auch traditionelle Glaubensvorstellungen, Religionslosigkeit und weitere Kategorien wurden verzeichnet. Vanuatu schützt Gewissens- und Religionsfreiheit, hat keine offizielle Staatsreligion und verknüpft das religiöse Leben mit Bildung, Feiertagen und der Registrierung von Eheschließungen.
Tipp
Betrachte Religion in Vanuatu sowohl als persönliche Entscheidung als auch als Frage des lokalen Zugangs. Wenn du Gottesdienst oder religiöse Bildung wählst, vergleiche die auf deiner Insel verfügbaren Gemeinden und Einrichtungen, statt dich allein auf nationale Zahlen zu verlassen. Wenn du eine religiöse Körperschaft oder Ehe organisierst, erledige die formellen Registrierungsschritte: Fehlende Registrierung kann rechtliche Anerkennung, Identitätsnachweise und damit verbundene Ansprüche beeinträchtigen.

