São Tomé und Príncipe hat ein zersplittertes Mediensystem. Radio, Fernsehen und Online-Nachrichten sind etabliert. Laut Bewertung der EU-Wahlbeobachtungsmission von 2022 erschienen Zeitungen damals nicht mehr. STP-Press ist die einzige Nachrichtenagentur des Landes und befindet sich in staatlichem Besitz. Zu den Online-Nachrichtenangeboten zählen Tela Non, Rádio Somos Todos Primos, Jornal Transparência und Jornal Tropical. Der Zugang ist in der Regel kostenlos; Kosten können für Internet, Geräte und Daten anfallen. Der Rundfunk bleibt zentral. TVS ist der wichtigste Fernsehsender. RNSTP bietet landesweite Radioberichterstattung mit Nachrichten, Bildung, Unterhaltung, Interaktion mit dem Publikum sowie Web- und Podcastzugang. RPP versorgt Príncipe unter der Regionalregierung. Private religiöse Sender, Gemeinschaftsradios und ein allgemeines Online-Radio bieten weitere lokale Möglichkeiten. Radio ist besonders während Krisen und dort nützlich, wo Strom, mobile Daten oder Internetverbindungen unzuverlässig sind. TVS gibt an, seit 2015 durchgehend zu senden und seit 2016 online zu sein. Eine UNESCO-Erhebung von 2023 berichtete dagegen von einem Programmangebot unter 24 Stunden täglich; Sendezeiten und Empfang sollten daher beim Anbieter geprüft werden. RTP África und RDP África bieten zugängliche externe portugiesischsprachige Alternativen. Ein lokales Gegenstück zu Netflix oder ein anderer landesweiter lokaler Abonnement-Videodienst ist nicht dokumentiert. TVS bietet Live- und Onlinezugang, RNSTP Web- und Podcastinhalte. DStv bietet kostenpflichtiges Satellitenfernsehen und Appzugang über lokale Installation, Registrierung und eine Smartcard. Netflix führt für São Tomé und Príncipe Tarife von 2,99 bis 9,99 USD pro Monat auf, mit Kündigungsmöglichkeit, Offline-Downloads und Kinderprofilen. Der tatsächliche Zugang hängt von Verbindungsqualität, Strom, kompatibler Ausstattung und verfügbaren Daten ab. Facebook war in den verfügbaren Bewertungen die führende soziale Plattform; Messenger und WhatsApp werden ebenfalls häufig genutzt. Instagram und TikTok hatten eine geringere Reichweite, Twitter spielte laut früherer Wahlberichterstattung nur eine geringe Rolle. Schätzungen der Internetnutzung unterscheiden sich je nach Methode und Bezugsdatum: Daten von Weltbank und ITU verorteten die Nutzung 2024 bei etwa 59 Prozent, während DataReportal für Januar 2025 61,5 Prozent schätzte. Mobiltelefone sind die wichtigsten Zugangsgeräte, doch instabile Verbindungen, Datenpreise und Stromausfälle tragen zur digitalen Kluft bei. Meinungs- und Pressefreiheit werden durch Artikel 29 und 30 der Verfassung geschützt. Es gelten außerdem das Pressegesetz, Rundfunkgesetze sowie Vorschriften zu Telekommunikation, personenbezogenen Daten und Cyberkriminalität. Der Hohe Presserat (Conselho Superior de Imprensa, CSI) ist für die Aufsicht über Presse und Rundfunk zuständig. Die Allgemeine Regulierungsbehörde (Autoridade Geral de Regulação, AGER) beaufsichtigt Telekommunikation, Frequenzen, Nummerierung und damit verbundene Bereiche. Die Nationale Behörde für den Schutz personenbezogener Daten (Agência Nacional de Protecção de Dados Pessoais, ANPDP) ist für Datenschutz zuständig. Bei konkreten Anliegen sollte geprüft werden, wie leistungsfähig, unabhängig und aktuell in der Praxis durchsetzungsfähig die jeweilige Behörde ist. Verleumdung kann strafrechtliche Folgen haben, einschließlich Geldstrafen, die Wahlbeobachter der EU mit etwa drei Monatsgehältern und bei bestimmten geschützten Amtsträgern mit etwa sechs Monatsgehältern bezifferten. Journalistinnen und Journalisten arbeiten in einem kleinen Markt mit geringen Werbeeinnahmen, hohen Lizenzkosten, veralteter Ausrüstung, niedrigen Gehältern und begrenzten beruflichen Kapazitäten. Die Berichterstattung stützt sich häufig auf offizielle Stellungnahmen, ohne diese umfassend zu analysieren; insbesondere in staatlichen Medien wurde Selbstzensur berichtet. Auch der Zugang zu offiziellen Rechtsdokumenten kann schwierig sein. Es empfiehlt sich daher, staatliche Medien, private oder gemeinschaftliche Radiosender und unabhängige Online-Berichterstattung miteinander zu vergleichen, statt sich auf eine Quelle zu verlassen. Junge Menschen beteiligen sich über U-Report, einen SMS- und Social-Media-Dienst für Umfragen, Informationen, Dialog und einen geschützten Raum. UNICEF-Berichte verzeichneten mehr als 12.000 U-Reporterinnen und U-Reporter im Alter von 15 bis 30 Jahren, darunter 9.349 im Alter von 15 bis 24 Jahren. Jugendprogramme umfassten außerdem digitales Lernen, Fotografie und Grafikdesign; in São Tomé und Príncipe gibt es Jugend-Interaktionszentren. Initiativen für digitales Lernen nutzen Online- und Offline-Angebote wie Learning Passport und Akelius. Datenschutz, Sicherheit im Internet und Zugang zu geeigneten Inhalten bleiben besonders bei instabiler Verbindung praktische Herausforderungen. Beteiligung an Medien findet unter anderem über Anrufe und Nachrichten an RNSTP, Diskussionen im Gemeinschaftsradio, lokale Debatten und Live-Interviews statt. Radio Tlacha veranstaltete lokale Wahldebatten; RSTP bot Diskussionen mit der Diaspora, Live-Video-Interviews und Berichte zur Stimmenauszählung. Facebook kann Informationen schnell verbreiten und Mobilisierung unterstützen. Unklare Eigentumsverhältnisse von Seiten, politische Voreingenommenheit und Manipulation erschweren jedoch die Überprüfung. Bei Wahlen können besondere Regeln ausgewogene Berichterstattung, kostenlose Sendezeit und eine 24-stündige Ruheperiode vorsehen. Die Sendezeitregelung von 2022 galt für diese Wahl und ist keine dauerhafte tägliche Vorschrift.
Medien in São Tomé und Príncipe
Die Medien in São Tomé und Príncipe konzentrieren sich auf Radio, staatsnahe Fernsehsender und Online-Nachrichten; einen aktuellen Zeitungsmarkt gibt es nicht. RNSTP, TVS sowie regionale und Gemeinschaftssender bieten Nachrichten, Bildung, Unterhaltung, Kriseninformationen und Möglichkeiten zur Beteiligung. Facebook und WhatsApp sind wichtige digitale Kanäle. Internetzugang, Stromversorgung, Geräte und Datenkosten beeinflussen die Nutzung; kostenpflichtige Streamingdienste spielen eine geringere Rolle als Rundfunk und Online-Nachrichten.
Tipp
Wählen Sie Medien nach Zweck und Zugangsbedingungen aus: Für Krisen- und lokale Nachrichten ist Radio hilfreich, wenn Strom, Daten oder Verbindung unzuverlässig sind. Ergänzen Sie Onlinequellen, wenn Sie schnell Informationen oder mehrere Sichtweisen benötigen. Betrachten Sie Fernsehen und Streaming als ergänzende Möglichkeiten, deren Nutzen von Geräten, Strom, Daten und Abonnementkosten abhängt. Vergleichen Sie bei politischen, rechtlichen oder sicherheitsrelevanten Informationen mehrere Quellen und prüfen Sie vor einer Handlung, wer den Kanal oder das Konto kontrolliert.

