Die meisten Sprachen der Salomonen gehören zur austronesischen Sprachfamilie, doch sind auch nicht-austronesische Sprachen wie Lavukal, Savosavo und Rio dokumentiert. Zu den größeren lokalen Sprachen, die bei der Volkszählung von 2019 erfasst wurden, gehören Kwara'ae, Are'are, Lau, Kwaio, To'abaita, Sa'a, Arosi, Marovo und Aiwoo. Der Sprachgebrauch unterscheidet sich stark zwischen den Provinzen sowie zwischen städtischen und ländlichen Gebieten. In Honiara wurden Englischkenntnisse bei 87,4 % und Pijin-Kenntnisse bei 81,0 % angegeben; in der Western Province betrugen die entsprechenden Werte 80,7 % und 77,6 %. Malaita wies die niedrigsten Werte für Englisch und Pijin auf, während die Kenntnisse einer lokalen Sprache in Rennell-Bellona mit 80,4 % und in Choiseul mit 79,5 % besonders hoch waren. In Honiara wird Pijin häufig im Alltag gesprochen, während die zuerst in einer Familie oder Gemeinschaft erlernte Sprache eine lokale Sprache sein kann. Die Volkszählung erfasste Pidgin bei 101.588 Menschen ab fünf Jahren beziehungsweise 16,1 % als zuerst erlernte Sprache. Die zuerst erlernte Sprache und der übliche Sprachgebrauch sind jedoch unterschiedliche Messgrößen. Salomonen-Pijin unterscheidet sich regional. Es gibt weder eine vollständig standardisierte landesweite Varietät noch ein allgemein anerkanntes Standardwörterbuch. Lokale Akzente und Dialekte sind üblich. Englisch ist die formelle Sprache der Regierungsverwaltung und eine zentrale Sprache in Schulen und im Privatsektor. Pijin wird über Provinzgrenzen hinweg häufig für die mündliche Kommunikation verwendet, während lokale Sprachen örtliche Verwaltungs-, Familien-, Kultur- und Identitätsfunktionen erfüllen. Regierungsstellen müssen im Allgemeinen nicht jede Angelegenheit in jeder lokalen Sprache bearbeiten. Der praktische Zugang hängt daher von der Stelle, der Provinz und der verfügbaren Sprachunterstützung ab. Mündliche Verhandlungen in Provinzversammlungen können auf Englisch, Salomonen-Pijin oder in der verbreiteten lokalen Sprache der Provinz stattfinden; schriftliche Angelegenheiten der Provinzen werden auf Englisch geführt. Die Verfassung schützt den Sprachzugang in Strafverfahren. Eine festgenommene oder inhaftierte Person muss den Grund dafür in einer Sprache erfahren, die sie versteht. Eine angeklagte Person muss die Anklage in einer verständlichen Sprache erhalten. Wer die in einem Strafverfahren verwendete Sprache nicht versteht, hat Anspruch auf eine Dolmetscherin oder einen Dolmetscher ohne Bezahlung. Ein allgemeiner landesweiter Anspruch auf kostenlose Übersetzung bei nicht strafrechtlichen öffentlichen Dienstleistungen wurde nicht festgestellt. Das Bildungsrecht erlaubt, je nach Bedarf der Lernenden, eine lokale Vernakularsprache, Pijin, Englisch oder Gebärdensprache allein oder gemeinsam zu verwenden. Die Bildungsbestimmungen von 2024 sehen von der frühkindlichen Bildung bis Year 3 den Gebrauch der Muttersprache, von Pijin oder Gebärdensprache vor, ab Year 4 Englisch und von Year 7 bis Year 12 Englisch als hauptsächliche Unterrichtssprache. Die tatsächliche Wahl hängt von Schule, Lehrkräften, Materialien und Provinz ab. Pilotprojekte des MEHRD umfassten Arosi auf Makira und Sa'a auf Small Malaita; ein Pilotangebot begründet jedoch kein landesweites Programm in lokalen Sprachen. Eine allgemeine sprachbezogene Zulassungsvoraussetzung für Bildung wurde nicht festgestellt. SIBC, der nationale Rundfunkanbieter, sendet englischsprachige Nachrichten mit Übersetzung oder Aufbereitung auf Pijin und Programme auf Pijin, in lokalen Sprachen und Dialekten. Sendungen wie Langus Blo Iumi, Custom Story und lokale Musik nutzen Rundfunk ebenfalls, um Sprache und kulturellen Ausdruck zu unterstützen. Lokale Sprachen bewahren mündliche Geschichte, Folklore, Musik, ökologisches Wissen und gemeinschaftliche Identität. Ihre Bewahrung erfolgt hauptsächlich durch Gemeinschaften und Projekte, nicht über einen einheitlichen nationalen Sprachschutzmechanismus. Das Marovo-Projekt dokumentiert beispielsweise Marovo, Hoava und Vangunu. Volkszählungsdaten enthalten unterschiedliche Benennungen im Zusammenhang mit Stämmen oder Abstammungslinien sowie Bezeichnungen für ältere, gefährdete oder ausgestorbene Sprachen. Die Salomonen verfügen jedoch über keine vollständig verlässliche nationale Einstufung der Gefährdungslage. Zwischen 1999 und 2019 gingen die erfassten Zahlen für Sprachen wie Vangunu, Owa und Amba zurück, wobei weitere Überprüfung erforderlich ist. Die Zuständigkeiten für Sprachen sind auf mehrere Institutionen verteilt. Parlament und Generalstaatsanwaltschaft prägen den rechtlichen Rahmen, MEHRD ist für die Sprachpolitik im Bildungswesen zuständig, das Nationale Statistikamt erhebt Sprachdaten, SITAG bietet fachkundige Übersetzungs- und Sprachberatung, SIBC verantwortet den nationalen Rundfunk und Provinzversammlungen bestimmen die Sprache ihrer mündlichen Verhandlungen. Das Ministerium für Kultur und Tourismus und lokale Gemeinschaften spielen eine zentrale Rolle bei kultureller Dokumentation und Bewahrung. Sprachunterstützung kann daher je nach Ort, Institution, Personal und verfügbaren Materialien variieren, statt einem landesweit einheitlichen Dienststandard zu folgen.
Sprachen auf den Salomonen
Die Sprachlandschaft der Salomonen umfasst Englisch als Amtssprache, Salomonen-Pijin als wichtigste Verkehrssprache und mehr als 60 lokale Sprachen. Die Quellen zählen die lokalen Sprachen unterschiedlich: DFAT verzeichnet etwa 63 eigenständige Sprachen, während UN- und SIBC-Material mehr als 80 Sprachen und Dialekte nennt. Die Volkszählung von 2019 weist bei den Menschen ab fünf Jahren Sprachkenntnisse von 72,9 % für Englisch, 68,4 % für Pijin und 64,4 % für eine lokale Sprache aus; Mehrfachantworten waren möglich, und gemessen wurde die Fähigkeit, einen einfachen Satz zu lesen und zu schreiben, nicht der übliche mündliche Sprachgebrauch. Englisch prägt formelle Schriftstücke, Regierung und Schule, Pijin verbindet Menschen über Provinzgrenzen hinweg, und lokale Sprachen bleiben für Gemeinschaft, Kultur und Identität zentral.
Tipp
Wähle die Sprache nach dem jeweiligen Umfeld: Englisch für formelle schriftliche Angelegenheiten, Pijin für eine breite mündliche Verständigung und eine lokale Sprache, wenn örtliche Beziehungen, Kultur oder Provinzpraxis dafür sprechen. Erkundige dich bei der konkreten Schule, Behörde, Versammlung oder Dienststelle nach der verfügbaren Sprachunterstützung, statt anzunehmen, dass jeder Dienst in jeder Sprache angeboten wird. Bitte in Strafverfahren sofort um eine Dolmetscherin oder einen Dolmetscher, wenn du die verwendete Sprache nicht verstehst.

