Das religiöse Leben auf den Salomonen ist über Ortskirchen, Gemeinden, Konfessionsbüros, glaubensbasierte Organisationen und Kooperationsgremien organisiert und nicht über eine einzige nationale Religionsbehörde. Bei der Volkszählung 2019 wurden 720.956 Einwohner erfasst: Church of Melanesia 232.041, römisch-katholische Kirche 144.078, South Sea Evangelical Church 124.506, Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten 83.452, United Church 66.915, Christian Fellowship Church 16.179 und Jehovas Zeugen 14.624. Weitere 39.161 Menschen entfielen auf andere Religionen, darunter traditionelle Glaubensvorstellungen oder Animismus, Bahai, Islam, Buddhismus und Hinduismus. 1.227 Personen gaben an, keiner Religion oder keinem Glauben anzugehören oder atheistisch zu sein. In den verfügbaren Recherchen wurde keine aktuellere amtliche landesweite Verteilung bestätigt. Kirchen bieten Gottesdienste, Gebet, Lehre, Evangelisation, Gemeinschaft, Seelsorge und soziale Dienste an. Der Zugang beginnt üblicherweise bei einer örtlichen Gemeinde oder einem Kirchenbüro. Church of Melanesia, römisch-katholische Kirche, United Church, South Sea Evangelical Church und Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten gehören zu den etablierten Gemeinschaften des nationalen Rahmens. Die Solomon Islands Christian Association, bekannt als SICA, und die Solomon Islands Full Gospel Association, bekannt als SIFGA, fördern Zusammenarbeit und Dialog zwischen Kirchen. Die Melanesian Brotherhood, auch Tasiu genannt, ist ein anerkannter lokaler religiöser Begriff. Pijin ist für die Verständigung weithin nützlich, Englisch ist Amtssprache und lokale Sprachen sind für bestimmte Gemeinschaften wichtig. Artikel 11 der Verfassung schützt Gewissens-, Denk-, Religions- und Glaubensfreiheit, einschließlich des Rechts, den Glauben zu wechseln und Religion öffentlich oder privat auszuüben, zu lehren, zu praktizieren, zu befolgen und zu verbreiten. Religionsgemeinschaften dürfen eigene Schulen gründen und unterhalten sowie Religionsunterricht anbieten. Niemand darf verpflichtet werden, am Religionsunterricht oder an einer Zeremonie einer Religion teilzunehmen, der die Person nicht angehört. Bei Kindern unter 18 Jahren ist für Religionsunterricht oder religiöse Feiern die Zustimmung eines Vormunds erforderlich. Artikel 15 schützt vor Diskriminierung aufgrund des Glaubens, vorbehaltlich rechtmäßiger Einschränkungen zu öffentlicher Sicherheit, Ordnung, Moral, Gesundheit oder den Rechten anderer. Nach Artikel 18 kann beim High Court verfassungsrechtlicher Rechtsschutz beantragt werden. Kirchliche Bildungsanbieter und Schulen gehören zum Bildungssystem, das das Ministerium für Bildung und Personalentwicklung nach dem seit 1. Januar 2024 geltenden Education Act 2023 reguliert. Registrierte Schulen können staatliche Zuschüsse oder Subventionen erhalten; ein religionsspezifischer nationaler Gebührentarif ist nicht belegt. Teilnahme und Befreiung von Religionsunterricht oder Zeremonien können daher von der Schule und dem jeweiligen religiösen Anbieter abhängen, müssen aber mit den verfassungsrechtlichen Schutzrechten vereinbar sein. Christliche Feiertage erscheinen auch im nationalen Feiertagskalender. Die für 2026 nach dem Public Holidays Act aufgeführten Daten sind Karfreitag am 3. April, Karsamstag am 4. April, Ostermontag am 6. April, Pfingstmontag am 25. Mai, Weihnachten am 25. Dezember und Nationaler Danktag am 26. Dezember. Andere Feiertage können national oder provinziell und nicht zwingend religionsspezifisch sein. Das Ministerium für traditionelle Regierungsführung, Frieden und kirchliche Angelegenheiten, insbesondere seine Abteilung für Frieden und kirchliche Angelegenheiten, arbeitet mit Kirchen und anderen Beteiligten zu Friedensförderung, Versöhnung, psychosozialer Heilung und Gemeinwohl zusammen. Die Regierung arbeitete im Rahmen des Strategic Partnership Framework 2021–2025 mit SICA und SIFGA. Daraus entsteht weder ein einheitliches nationales Geistlichensystem noch eine zentrale Behörde zur Registrierung von Religionen. Lokale Praxis und Verfügbarkeit unterscheiden sich nach Konfession, Insel, Provinz und Stadt- oder Landlage; abgelegene Orte können längere Wege und höheren Zeitaufwand bedeuten. Gottesdienste werden häufig durch Spenden oder freiwillige Beiträge statt über einen nationalen Tarif unterstützt. Geistliche und Religionsgemeinschaften begleiten auch wichtige Lebensereignisse. Nach dem Islanders’ Marriage Act kann eine Eheschließung kirchlich mit einer registrierten Geistlichen oder einem registrierten Geistlichen oder bei einem Bezirksstandesbeamten erfolgen. Die Mitteilung muss üblicherweise mindestens drei Wochen vorher erfolgen und ist bis zu drei Monate gültig; für die Zeremonie sind mindestens zwei Zeugen erforderlich. Eine kirchliche Zeremonie findet zwischen 6.00 und 18.30 Uhr statt. Die Geistliche oder der Geistliche muss die Bescheinigung innerhalb eines Monats oder bei nächster Gelegenheit an das Standesamt weiterleiten. Eine gewohnheitsrechtliche Eheschließung kann freiwillig beim Bezirksstandesamt registriert werden. Das gesetzliche Mindestheiratsalter beträgt 15 Jahre; unter 18-Jährige benötigen die schriftliche Zustimmung eines Elternteils oder Vormunds. Die angegebenen Gebühren betragen jeweils 2 Dollar für die Mitteilung, eine beglaubigte Kopie und einen Auszug. Religiöse Bestattungen und Beisetzungen werden lokal organisiert; eine einheitliche nationale religiöse Zeremonie ist nicht belegt.
Religion auf den Salomonen
Die Religion auf den Salomonen ist überwiegend christlich, doch das Land hat mehrere große Konfessionen, kleinere Religionsgemeinschaften sowie Menschen, die traditionellen Glaubensvorstellungen oder keiner Religion folgen. Bei der Volkszählung 2019 war die Church of Melanesia mit 32,2 % die größte Religionszugehörigkeit, gefolgt von der römisch-katholischen Kirche mit 20 %, der South Sea Evangelical Church mit 17,3 % und der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten mit 11,6 %. Die Verfassung schützt Gewissens-, Glaubens-, Gottesdienst-, Lehr-, Praxis- und Religionsfreiheit.
Tipp
Wählen Sie religiöse Unterstützung über die lokale Gemeinde aus, die Ihre Insel, Sprache und Terminbedürfnisse tatsächlich abdecken kann, statt sich nur an Größe oder Namen einer Konfession zu orientieren. Klären Sie Bildungs-, Gottesdienst- und Lebensereignisregelungen direkt mit der zuständigen Kirche, Schule oder dem Standesamt, denn die Praxis variiert lokal und es gibt keine einzelne nationale Religionsbehörde.

