Simbabwe verfügt über ein etabliertes formelles Ausbildungssystem für technische und industrielle Berufe. Technische und berufliche Bildung und Ausbildung, meist TVET genannt, umfasst betriebliches Lernen, zugelassenen Unterricht in einer Bildungseinrichtung und kompetenzbasierte Bewertung. Kompetenzbasierte Bildung und Ausbildung (CBET) prüft, ob die auszubildende Person die erforderlichen beruflichen Aufgaben ausführen kann. Der formelle Weg beginnt normalerweise mit der Auswahl für einen anerkannten Beruf, der Registrierung der Bewerberin oder des Bewerbers und der Vermittlung an einen registrierten Arbeitgeber. Der Arbeitgeber benötigt geeignete Ausbildungskapazitäten und darf nur registrierte Ausbildungskandidatinnen und -kandidaten einstellen. Anschließend schließen die Parteien den vorgeschriebenen Ausbildungsvertrag. Eine Person muss im Allgemeinen mindestens 16 Jahre alt sein. Nach den maßgeblichen Vorschriften ist normalerweise die simabwische Staatsangehörigkeit erforderlich, doch der Minister kann Nichtstaatsangehörige durch eine Mitteilung im Amtsblatt ausnehmen. Eine Person unter 18 Jahren schließt den Vertrag mit Unterstützung einer gesetzlichen Betreuungsperson nach dem Labour Act. Das Ministerium für Hochschul- und Tertiärbildung, Innovation, Wissenschaft und Technologieentwicklung reguliert das technische und berufliche Bildungssystem über HEXCO, den Higher Education Examinations Council. HEXCO unterstützt Lehrpläne, die Registrierung von Bildungseinrichtungen, Qualifikationsbewertungen, Prüfungen und Zertifizierung. Das Ministerium beziehungsweise die Registratur für Ausbildungsverhältnisse führt Aufzeichnungen zu Kandidatinnen und Kandidaten, Arbeitgebern und Verträgen, bearbeitet Wechsel und stellt ausbildungsbezogene Bescheinigungen aus. Fachhochschulen, Industrial Training Centres, zugelassene private TVET-Einrichtungen und registrierte Arbeitgeber übernehmen unterschiedliche Teile der Ausbildung. Das Ministerium für Jugendförderung, Entwicklung und Berufsbildung betreibt Berufsbildungszentren sowie technische und unternehmerische Programme; NAMACO bietet Branchenberatung. Die auszubildende Person lernt nach einem Kompetenzplan im Betrieb und besucht einen zugelassenen technischen Lehrgang für Theorie und Prüfungen. Der Arbeitgeber dokumentiert Arbeit, Ausbildung und erworbene Kompetenzen in einem vierteljährlichen Logbuch mit Unterschriften. Kann der Arbeitgeber ein erforderliches Modul nicht vermitteln, kann die Ausbildung bei einem anderen registrierten Arbeitgeber oder an einem zugelassenen Ort organisiert werden. Ein Arbeitgeberwechsel erfordert die schriftliche Genehmigung des Ministeriums. Die Zahl der Auszubildenden, die ein Arbeitgeber ausbilden darf, ist begrenzt, sofern die zuständige Behörde keine höhere Zahl genehmigt. Die Abschlussbewertung kann eine theoretische und eine praktische Berufsprüfung umfassen. HEXCO-Prüfungen finden zweimal jährlich statt, theoretische Berufsprüfungen dreimal jährlich und praktische Berufsprüfungen wöchentlich, außer an Feiertagen. Ergebnisse liegen üblicherweise etwa einen Monat nach der jeweiligen Prüfung vor. Ein Berufsprüfungszertifikat kann bis zu fünf Monate nach Veröffentlichung der Ergebnisse dauern. Wenn eine auszubildende Person in einem reglementierten Beruf durchfällt oder noch nicht geprüft wurde, kann der Vertrag für Förderunterricht und eine erneute Prüfung um bis zu ein Jahr verlängert werden. Eine auszubildende Person ist während der Ausbildung beschäftigt. Zu den Beschäftigungsschutzrechten gehören Lohn, Arbeitszeitgrenzen, Überstunden, Urlaub, medizinische Leistungen und persönliche Schutzausrüstung. Der Arbeitgeber trägt die gewöhnlichen Löhne sowie Ausbildung- und Sicherheitskosten. Überstunden sind auf 10 Stunden pro Woche begrenzt; nach 16 Arbeitsstunden innerhalb von 24 Stunden folgen mindestens 12 Stunden Ruhezeit. Auszubildende im Alter von 16 oder 17 Jahren dürfen keine Arbeit verrichten, die ihre Gesundheit, Sicherheit oder sittliche Entwicklung gefährdet. Der Lohnplan für den ICT-Sektor nach SI 141 von 2024 legt für Auszubildende der Facharbeiterklasse 1 Mindestlöhne von 30 %, 45 %, 60 % und 87 % des Facharbeiterlohns für das erste bis vierte Jahr fest. Diese Prozentsätze gelten nur für diesen Sektor und begründen keinen einheitlichen Satz für alle Berufe. Der Zimbabwe Manpower Development Fund (ZIMDEF) wird durch eine Abgabe von 1 % der Bruttolohnsumme eines Arbeitgebers finanziert. Die Abgabe ist eine Arbeitgeberpflicht und kein allgemeiner Beitrag der Auszubildenden. Regelkonforme Arbeitgeber können Kosten erstattet bekommen, darunter Löhne von Auszubildenden bis zur geltenden Ausbildungsmindestvergütung für das erste und zweite Jahr sowie Zeiten am College. Im ICT-Lohnplan kostet die Vertragsregistrierung 5 US-Dollar, die Kompetenz- oder Berufsprüfung 50 US-Dollar und das Logbuch 2 US-Dollar. Laut Plan sind diese US-Dollar-Beträge in Simbabwe-Dollar zu zahlen; HEXCO- oder Verwaltungsgebühren können je nach Qualifikationsstufe variieren. Prüfen Sie die aktuellen Gebühren vor einem Antrag anhand des geltenden Plans. Zum Beispiel gilt das ICT-Brancheninstrument SI 141 von 2024 für Computertechnikerin oder Computertechniker, Netzwerktechnikverwaltung und digitale Automatisierungstechnik. Zu den genannten Zugangsvoraussetzungen gehören Mathematik mit Note B oder besser, einschlägige Naturwissenschaften, Englisch mit Note C oder besser sowie zwei weitere O-Level-Fächer oder ein einschlägiges National Foundation Certificate. Ein technisches Fach kann von Vorteil sein. Der angegebene Weg bis zum Facharbeiterniveau kann vier Jahre dauern und umfasst bis zu sechs Monate Einführung sowie zwei aufeinanderfolgende Semester in einem zugelassenen technischen Lehrgang. Frühere Ausbildung oder Berufserfahrung kann angerechnet werden; eine Kompetenzprüfung kann die verbleibende Dauer verkürzen. Diese Anforderungen gelten für das betreffende Instrument und dürfen nicht automatisch auf andere Berufe übertragen werden. Nach Abschluss meldet der Arbeitgeber den Abschluss innerhalb von 30 Tagen. Das Ausbildungszertifikat enthält Angaben zu Prüfungen und Ergebnissen. Das Ministerium kann ein Facharbeiterzertifikat ausstellen, wenn eine Person eine Ausbildung nach dem Gesetz abschließt, eine gleichwertige Ausbildung absolviert oder gleichwertige Kompetenz nachweist und eine gegebenenfalls erforderliche Prüfung besteht. Gegen eine Registrierungs- oder Zertifizierungsentscheidung kann innerhalb von 30 Tagen beim Minister und anschließend innerhalb weiterer 30 Tage beim High Court Berufung eingelegt werden. Ein Zertifikat erleichtert den Einstieg in den entsprechenden Beruf, garantiert aber keine Beschäftigung. Simbabwe verfügt außerdem über Berufsbildungszentren, technische und unternehmerische Programme, vorberufliche Ausbildung sowie Industrial Training Centres wie Westgate, Mupfure, Msasa, Danhiko Project und St Peters Kubatana. Öffentlich-private Partnerschaften und Gründerzentren können Beschäftigung oder Selbstständigkeit unterstützen. Der Zugang zu diesen Programmen hängt von Kurs und Zentrum ab; es gibt keine einheitliche nationale Zulassungsregel für alle. Zu den Fachhochschulen gehören Einrichtungen in Bulawayo, Mutare, Harare, Gweru, Kwekwe, Masvingo und anderen Orten. Verfügbarkeit der Kurse, Entfernung und Kapazität beeinflussen den praktischen Zugang. Informelles Lernen am Arbeitsplatz kann nützliche Fähigkeiten vermitteln, doch die verfügbaren Belege weisen kein einheitliches nationales Zertifikat aus, das der formellen Ausbildung entspricht. Menschen, die sich später bewerben, können die Anerkennung einer anderen Ausbildung, einer anderen Ausbildungsform oder vorhandener Kompetenzen nach Abschnitt 44(b) oder (c) beantragen. Die Anerkennung ist einzelfallabhängig, nicht automatisch und kann eine Prüfung und Gebühr erfordern. Der Simbabwische Qualifikationsrahmen (ZNQF) verbindet Grundbildung, HEXCO und Hochschulqualifikationen. Ein Übergang von National Certificate zu National Diploma und Higher National Diploma kann möglich sein; eine Ausbildung schafft aber nicht automatisch einen Studienplatz oder Arbeitsplatz. Das formelle Ausbildungssystem ist besonders für technische und industrielle Berufe geeignet. Der tatsächliche Zugang hängt von Kapazität bei Arbeitgebern und Bildungseinrichtungen, Kursverfügbarkeit, Gebühren, Reiseentfernung und Standort ab. Es gibt keine zusammengefassten aktuellen nationalen Angaben zu Aufnahme und Abschluss und keine einheitliche Liste zu Dauer, Lohn oder Gebühren für alle Berufe. Lassen Sie sich deshalb die aktuellen Anforderungen für den gewählten Beruf von der zuständigen Behörde, dem Arbeitgeber oder der Bildungseinrichtung bestätigen.
Berufsausbildung im dualen System in Simbabwe
Eine Ausbildung im dualen System in Simbabwe verbindet angeleitete betriebliche Ausbildung in einem anerkannten Beruf mit theoretischem und praktischem Unterricht an einer zugelassenen technischen Bildungseinrichtung. Der formelle Weg umfasst eine registrierte auszubildende Person, einen registrierten Arbeitgeber, einen vorgeschriebenen Vertrag und eine Prüfung durch HEXCO vor der Zertifizierung. Berufsbildungszentren und andere Anbieter bieten zusätzliche technische und unternehmerische Wege; informelle Praxis führt nicht zu einem einheitlichen nationalen Ausbildungszertifikat.
Tipp
Wählen Sie eine formelle Berufsausbildung, wenn Sie eine anerkannte berufliche Qualifikation benötigen und sowohl einen registrierten Arbeitgeber als auch eine zugelassene technische Ausbildung erhalten können. Berufsbildungszentren sind sinnvolle Alternativen für den Kompetenzerwerb und die Selbstständigkeit, wenn kein formeller Ausbildungsplatz verfügbar ist; prüfen Sie jedoch den jeweiligen Zertifikats- und Anschlusswert. Klären Sie Anspruchsvoraussetzungen, aktuelle Gebühren, Ausbildungskapazität des Arbeitgebers und Zertifizierungsschritte, bevor Sie einen Vertrag unterschreiben.

