Die vierteljährliche Arbeitskräfteerhebung (QLFS) Q2 2025 zählte in Simbabwe 8.539.402 Personen im erwerbsfähigen Alter. Die Erwerbsbeteiligungsquote lag bei 47,1 %, die Beschäftigungsquote bezogen auf die Bevölkerung bei 37,3 %, und 833.527 Personen waren offiziell arbeitslos. Die Erhebung umfasste 9.650 Haushalte in 386 Zählgebieten und verzeichnete eine Rücklaufquote von 96,3 %. Ihre Ergebnisse beschreiben den nationalen Arbeitsmarkt der Haushalte, erfassen aber nicht jede kurzfristige Veränderung in formellen Betrieben oder informellen Tätigkeiten. Von den Beschäftigten waren 1.140.886 Personen formell beschäftigt, 1.863.695 arbeiteten informell und 182.017 wurden in haushaltsbezogener Eigenbedarfsproduktion oder gemeinschaftlicher Arbeit erfasst. Landwirtschaft bleibt eine wichtige Grundlage des Lebensunterhalts. Beschäftigung verlagert sich außerdem von der Landwirtschaft hin zu gering produktivem Einzelhandel und informellen Dienstleistungen, statt hauptsächlich in die formelle Fertigung oder hochwertige Dienstleistungen. Eine Schätzung der Weltbank beziffert informelle Arbeit auf etwa 80 % und das mittlere informelle Einkommen auf ungefähr 130 US-Dollar im Monat. Diese Schätzung verwendet jedoch eine andere Definition als die QLFS und sollte nicht als identische Kennzahl verglichen werden. Menschen gelangen über formelle Lohnarbeit, den öffentlichen Dienst, Privatunternehmen, selbstständige Tätigkeiten, Haushaltsbetriebe, Landwirtschaft und Familienarbeit in Beschäftigung. Direkte Bewerbungen und persönliche Netzwerke sind ebenso verbreitet wie das öffentliche System Employment Services and Promotion und registrierte private Arbeitsvermittlungsagenturen. Öffentliche Arbeitsvermittlungsdienste des Ministeriums für den öffentlichen Dienst, Arbeit und Sozialfürsorge sind kostenlos. Sie umfassen die Registrierung Arbeitssuchender, Vermittlung auf gemeldete Stellen, Stellenakquise, Berufsberatung, Arbeitsmarktinformationen und Programme für beschäftigungsrelevante Fähigkeiten über Provinzbüros. Private Agenturen müssen sich registrieren und jährlich erneuern. Eine Antrags- oder Inspektionsgebühr für Agenturen beträgt 50 US-Dollar. Arbeitssuchenden darf keine Registrierungsgebühr berechnet werden; Vermittlungsgebühren sind auf 5 % des Entgelts im ersten Monat für Arbeitssuchende und 20 % des Jahresentgelts für Arbeitgeber begrenzt. Der Zeitpunkt einer Vermittlung hängt von der offenen Stelle und dem Arbeitgeber ab, da keine allgemeine Servicefrist belegt ist. Junge Menschen haben besonders schwierigen Zugang. Laut QLFS betrug die Arbeitslosenquote 39,3 % bei den 15- bis 24-Jährigen und 28,9 % bei den 15- bis 35-Jährigen. Die erweiterten Arbeitslosenquoten lagen bei diesen Altersgruppen bei 58,2 % beziehungsweise 46,1 %. Von den 15- bis 24-Jährigen waren 1.267.065 beziehungsweise 47,6 % weder erwerbstätig noch in Bildung oder Ausbildung. Bei den 15- bis 35-Jährigen waren es 2.244.389 beziehungsweise 49,25 %. Das Geschlecht beeinflusst sowohl die Erwerbsbeteiligung als auch die verfügbare Arbeitsart. Die Volkszählung 2022 erfasste wirtschaftliche Aktivität bei 32,5 % der Personen ab 15 Jahren, darunter 24,2 % bei Frauen und 42,0 % bei Männern. Von den wirtschaftlich aktiven Personen waren 85,2 % beschäftigt und 14,8 % arbeitslos. Bei den Beschäftigten handelte es sich um Angestellte (59,9 %), Selbstständige auf eigene Rechnung (33,9 %), Arbeitgeber (3,0 %) und mithelfende Familienangehörige (3,2 %). Haushaltspflichten waren für 48,2 % der Frauen gegenüber 29,3 % der Männer ein wesentlicher Grund für Nichterwerbstätigkeit. Im Jahr 2025 leisteten Frauen etwa 3,6 Stunden unbezahlte Hausarbeit pro Tag gegenüber 1,2 Stunden bei Männern; der gemeldete Geschlechterunterschied bei unbezahlter Arbeit lag bei 166,9 %. Bildung verbessert den Zugang, beseitigt aber nicht das Risiko einer Fehlqualifikation. Höhere Bildung hatten 9,5 % der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter, Sekundarbildung oder eine vergleichbare Ausbildung 63,1 %. Die Erwerbsbeteiligungsquote betrug 76,8 % für Personen mit höherer Bildung, ihre Beschäftigungsquote 69,9 %; bei Personen, die nie eine Schule besucht hatten, lag diese Quote bei 12,0 %. In der bereitgestellten QLFS-Auswertung entfielen 56,2 % der formellen Einstellungen auf höher qualifizierte Personen. Das durchschnittliche Monatseinkommen stieg mit dem Bildungsniveau: von 126,21 US-Dollar für Personen ohne Schulbesuch und 152,25 US-Dollar bei Grundschulbildung auf 232,83 US-Dollar bei Sekundarbildung und 634,40 US-Dollar bei höherer Bildung. Beschäftigte mit höherer Bildung arbeiteten vor allem im Bildungswesen (80 %), in Finanz- und Versicherungstätigkeiten (63,9 %) sowie in freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Tätigkeiten (63,5 %). Bei den Studienfächern entfielen 36,2 % auf Sozialwissenschaften, Wirtschaft und Recht und 20,7 % auf Ingenieurwesen, Fertigung und Bauwesen; Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei machten 0,7 % aus. Qualifikationen passen nicht immer zu den verfügbaren Arbeitsplätzen. Die bereitgestellte Auswertung ergab, dass 54 % der Technikerinnen und Techniker sowie gleichgestellten Berufe unterqualifiziert und 71,8 % der Personen in Hilfstätigkeiten überqualifiziert waren. Im Dienstleistungs- und Verkaufsbereich wurde mit 81,7 % die stärkste Übereinstimmung gemeldet. Ausbildungswege umfassen Landwirtschaftsschulen, TVET- und Berufsbildungszentren, Fachhochschulen, Universitäten, Ausbildungsplätze und Traineeprogramme für Hochschulabsolventinnen und -absolventen. Neun Landwirtschaftsschulen bieten acht Diplomprogramme auf ZNQF-Stufe 5 und ein Zertifikatsprogramm auf Stufe 4 an. Simbabwe verfügt über 45 TVET-Zentren und 25 Außenstellen mit Berufen wie Schweißen, Klempnerei, Tischlerei, Möbelbau, Nähen, Geflügel- und Schweinehaltung. Ausbildungsprogramme staatlicher Unternehmen umfassen NRZ, ZESA und TelOne. Die Strategie zur Umgestaltung von VTCs gilt für 2025 bis 2028; für 2026 wurden der Modernisierung von Berufsbildungszentren 140,7 Millionen ZiG und dem Jugend- und Berufsbildungsbereich des Ministeriums 1,7 Milliarden ZiG zugewiesen. Handelsprüfungen und Zertifizierungen können Menschen ohne GCE-O-Level-Abschluss den Zugang erschweren. Formelle Beschäftigung wird getrennt vom breiteren Arbeitsmarkt erfasst. Der auf Betrieben basierende Beschäftigungsvolumenindex lag im Q4 2025 bei 98,89 und damit 1,50 % unter dem Vorjahreswert; der Provinzindex betrug 99,10. Harare hatte ein Gewicht von 30,50 % und einen Index von 102,73; Masvingo lag bei 101,71, Mashonaland East bei 92,36, Midlands bei 95,72 und Bulawayo bei 95,88. Der Index schließt informelle Arbeit, Landwirtschaft, Fischerei und extraterritoriale Organisationen aus oder bildet sie nur unzureichend ab und ist daher kein vollständiges Beschäftigungsmaß. Der Einkommensindex stieg auf 130,40, ein Plus von 8,75 % gegenüber dem Vorjahr. Der Realeinkommensindex sank jedoch um 10,65 % auf 71,46. Das zeigt, dass die Inflation nominale Zuwächse übertraf. Das Ministerium für den öffentlichen Dienst, Arbeit und Sozialfürsorge ist zuständig für Inspektionen, Mediation, Streitbeilegung, Schulungen zum Arbeitsrecht sowie die Registrierung von Tarifvereinbarungen und Kodizes. National Employment Councils, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände prägen ebenfalls die Beschäftigungsbedingungen einzelner Branchen. Der Labour Amendment Act 2023 sieht gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit vor und verbietet Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz. Wenn keine Branchenvereinbarung gilt, legt SI 186/2024 einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn von 150 US-Dollar monatlich fest; Landwirtschaft und häusliche Arbeit sind ausgenommen, und ein National Employment Council oder eine Tarifvereinbarung kann eine andere Branchenuntergrenze festsetzen. Bei Stellenabbau muss mindestens 14 Tage vorher eine schriftliche Mitteilung an das Betriebs- oder Beschäftigungskomitee, das Retrenchment Board und die betroffene beschäftigte Person erfolgen. Simbabwe ist sowohl Herkunfts- als auch Zielland für Arbeitsmigration. Die Nationale Arbeitsmigrationspolitik priorisiert sichere, geordnete und reguläre Migration, den Schutz von Beschäftigten, die Regulierung der Anwerbung, Zugang zur Sozialversicherung, Rücküberweisungen und den Wissenstransfer durch Diaspora und Qualifikationen. In der QLFS Q2 2025 wurden in Simbabwe 42.632 Arbeitsmigrantinnen und -migranten erfasst. Migrationsberatungsstellen in Harare und Bulawayo bieten Beratung, Unterstützung bei der Stellensuche, Vorbereitung vor der Ausreise, Rückkehr- und Wiedereingliederungsdienste sowie Hilfe gegen Menschenhandel. Abwanderung qualifizierter Arbeitskräfte, irreguläre Migration, schwacher Schutz sowie ausbeuterische oder gefährliche Arbeit bleiben belegte Risiken. Ein Reformmodell der Weltbank schätzt, dass Verbesserungen bei Stromversorgung, Transport, Bewässerung, Genehmigungen, grenzüberschreitendem Handel, Krediten, Landbesitz, Handelsjustiz und privaten Investitionen bis 2040 bis zu 230.000 zusätzliche Arbeitsplätze ermöglichen könnten. Dies ist ein Szenario und keine garantierte Entwicklung. Beschäftigungsmöglichkeiten und Einkommen hängen weiterhin vom Verhältnis zwischen formeller und informeller Arbeit, der Nachfrage in einzelnen Branchen, dem Wohnort, den Qualifikationen, dem Geschlecht und Alter sowie dem Schutz durch die zuständige Institution oder Vereinbarung ab.
Arbeitsmarkt in Simbabwe
Der Arbeitsmarkt in Simbabwe umfasst formelle Beschäftigung, den öffentlichen Dienst, private Unternehmen, Landwirtschaft, Haushaltsbetriebe und eine große informelle Wirtschaft. In der vierteljährlichen Arbeitskräfteerhebung Q2 2025 für Personen ab 16 Jahren waren 4.020.125 Personen erwerbstätig oder auf Arbeitssuche; 3.186.598 waren beschäftigt und die offizielle Arbeitslosenquote lag bei 20,7 %. Informelle Arbeit stellte 58,5 % der Beschäftigung, formelle Arbeit 35,8 %. Der Zugang unterscheidet sich deutlich nach Alter, Geschlecht, Wohnort, Bildung und Zugangsweg; zugleich stehen Einkommen unter Inflationsdruck.
Tipp
Wählen Sie Ihren Weg in den Arbeitsmarkt nach unmittelbarem Zugang, Einkommensstabilität, rechtlichem Schutz, Qualifikationsanforderungen und realistischer Nachfrage. Nutzen Sie zuerst die kostenlosen öffentlichen Arbeitsvermittlungsdienste, prüfen Sie private Agenturen und Bildungsanbieter und vergleichen Sie die tatsächlichen Arbeitsbedingungen statt sich allein auf Berufsbezeichnung oder nominelles Entgelt zu verlassen.

