Der wichtigste Rahmen für den Privatsektor ist der Labour and Employment Relations Act 2013, seine Änderung von 2023 und die Vorschriften von 2025. Er gilt für private und andere nichtstaatliche Arbeitgeber, darunter Landwirtschaft, Fischerei und staatliche Unternehmen, sowie für ausländische und samoanische Arbeitgeber mit Vollzeit-, Teilzeit-, Schicht-, Gelegenheits-, Akkord- oder Führungskräften. Für Beschäftigung im öffentlichen Dienst gilt ein gesonderter Rahmen nach dem Public Service Act 2004. Ein Arbeitgeber sollte die erforderliche Gewerbelizenz oder Gründung abschließen, ein Arbeitnehmer- und Lohnregister führen, sich kostenlos beim Samoa National Provident Fund (SNPF) registrieren, beim Ministry of Revenue für die Quellensteuer PAYE anmelden und sich bei der Accident Compensation Corporation (ACC) registrieren. Der Employment Service des Ministry of Commerce, Industry and Labour (MCIL) kann Arbeitgeber prüfen und über das Stellenportal Stellenveröffentlichungen, Vorauswahl und Einstellung unterstützen. Nationale Stellen sind landesweit zuständig, viele Dienstleistungen werden jedoch über Apia angeboten. Ein Dienstvertrag mit einer Laufzeit von mehr als zwei Monaten muss entsprechend der Wahl des Arbeitnehmers auf Englisch oder Samoanisch schriftlich abgeschlossen werden. Der Arbeitgeber muss drei Originale bereitstellen. Eine Probezeit darf höchstens drei Monate dauern und erfordert eine schriftliche Bestätigung oder Beendigung. Der Arbeitgeber muss Lohnabrechnungen bereitstellen und Beschäftigungsunterlagen führen. Eine Vertragsklausel, die dem Labour and Employment Relations Act widerspricht, ist unwirksam. Ab 1. Juli 2026 beträgt der Mindestlohn für private Arbeitgeber und staatliche Unternehmen WST 5.24 pro Stunde. Vorgesehen sind WST 5.65 ab 1. Juli 2027 und WST 6.05 ab 1. Juli 2028; diese Sätze gelten nicht nach dem gesonderten Public Service Act. Die reguläre Arbeitszeit ist auf 40 Stunden wöchentlich und acht Stunden täglich begrenzt. Bei mehr als 4,25 Stunden ununterbrochener Arbeit ist eine einstündige Essenspause erforderlich. Beschäftigte erhalten in jedem Siebentageszeitraum mindestens 36 Stunden Ruhezeit und mindestens acht Stunden tägliche Ruhezeit. Überstunden werden mit mindestens dem 1,5-Fachen des normalen Lohns vergütet. Arbeit an Feiertagen erfordert doppelte Bezahlung oder normalen Lohn zuzüglich eines Ersatzruhetags; Arbeit an einem regulären freien Sonntag ist doppelt zu vergüten. Nach 12 Monaten beträgt der Jahresurlaub 10 Tage; er wird anteilig gewährt und kann bis zu 20 Tage übertragen werden. Nach 12 Monaten beträgt der Krankenurlaub 10 Tage, anteilige Ansprüche bestehen ab drei Monaten; die Übertragung ist auf 20 Tage begrenzt. Mutterschaftsurlaub dauert sechs Wochen: vier Wochen bei voller Bezahlung und zwei Wochen unbezahlt oder sechs Wochen bei zwei Dritteln des Lohns. Nach 12 Monaten beträgt der Vaterschaftsurlaub fünf Tage. Eine Kündigung wegen Schwangerschaft ist geschützt; die Arbeitnehmerin muss in dieselbe oder eine gleichwertige Stelle zurückkehren. Auch eine Stillpause ist geschützt. Diskriminierung, Belästigung, sexuelle Belästigung und Zwangsarbeit sind verboten. Für gleichwertige Arbeit gilt gleicher Lohn. Eine Beschäftigung beginnt im Allgemeinen ab 16 Jahren. Kinder von 13 bis 15 Jahren dürfen nur leichte Arbeit verrichten, die ihre Gesundheit oder Schulbildung nicht beeinträchtigt; Personen unter 18 Jahren dürfen keine gefährlichen Arbeiten verrichten. Vor Arbeitsbeginn eines Nichtstaatsangehörigen muss der Arbeitgeber eine Foreign Employment Employment Permit, kurz FEEP, für den konkreten Arbeitgeber und die Tätigkeit einholen. Die Erlaubnis ist nicht übertragbar und kann bis zu drei Jahre gelten. Zusätzlich ist eine gesonderte Aufenthaltserlaubnis erforderlich; das Verfahren umfasst eine Prüfung des lokalen Arbeitsmarkts. Eine Kündigung wegen Leistung oder Verhalten erfordert normalerweise drei schriftliche Verwarnungen und eine Gelegenheit zur Verbesserung. Disziplinarstrafen in Form von Geldbußen sind nicht erlaubt. Der Arbeitgeber muss kündigen oder eine Zahlung anstelle der Kündigungsfrist leisten und aufgelaufenen Jahresurlaub abgelten. Bei Stellenabbau sollte der Arbeitgeber eine Versetzung prüfen, die zuständige Gewerkschaft konsultieren und schriftliche Gründe angeben. Sind mehr als 20 Beschäftigte betroffen, muss der Chief Executive Officer mindestens einen Monat im Voraus benachrichtigt werden. Der Occupational Safety and Health Act 2002 und seine Vorschriften von 2017 verpflichten jeden Arbeitgeber zu einem sicheren und gesunden Arbeitsplatz. Der Arbeitgeber muss Gefahren systematisch ermitteln, nach der Kontrollhierarchie bewerten und kontrollieren sowie Informationen, Schulungen und Aufsicht in für die Arbeitnehmer verständlichen Sprachen bereitstellen. Persönliche Schutzausrüstung muss ohne Kosten für Beschäftigte bereitgestellt, gewartet und zugänglich sein. Der Arbeitgeber muss ein Unfallregister und zugehörige Unterlagen mindestens drei Jahre aufbewahren. Todesfälle, schwere Verletzungen oder Erkrankungen sind dem Commissioner so bald wie möglich und schriftlich innerhalb von sieben Tagen zu melden. Die operative MCIL-Leitlinie sieht einen kürzeren Meldeweg vor: Jede Verletzung, Erkrankung oder jeder Todesfall am Arbeitsplatz soll innerhalb von 48 Stunden auf OSH Form 3 gemeldet werden. MCIL-Inspektionen können zu Verbesserungsanordnungen, Verboten oder Strafen führen. Arbeitnehmer können einer Gewerkschaft beitreten; Arbeitgeber können einer Arbeitgeberorganisation beitreten. Arbeitgeber dürfen die Arbeitnehmervertretung weder behindern noch kontrollieren. Ein Tarifvertrag muss schriftlich abgeschlossen werden und Geltungsbereich, Laufzeit, Änderungs- und Kündigungsregeln sowie ein Streitbeilegungsverfahren nennen; eine Kopie ist dem Chief Executive Officer zu senden. Das National Tripartite Forum dient der formellen Konsultation zwischen Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Regierung. Soweit es die betriebliche Regelung erfordert, sollten Arbeitgeber einen von den Beschäftigten gewählten Ausschuss oder Vertreter für Arbeitsschutz vorsehen. Ein Streit am Arbeitsplatz kann mit einer internen Beschwerde oder Beratung beginnen und anschließend an einen MCIL-Arbeitsinspektor gehen. Eine formelle Beschwerde wird gewöhnlich innerhalb von 90 Tagen nach dem Vorfall eingereicht. Der Arbeitgeber muss bei Anfragen nach Dokumenten und Gesprächen mitwirken. MCIL kann Einhaltungs- oder Strafbescheide erlassen und informelle Schlichtung unterstützen. Ein Rechtsmittel kann an den Ombudsmann oder den Supreme Court gehen; MCIL gibt an, dass die Bearbeitung etwa zwei Monate dauern kann. Vergeltungsmaßnahmen gegen Personen, die staatliche Stellen, ein staatliches Unternehmen oder eine Gewerkschaft um Unterstützung bitten, sind verboten. Zu den Lohnkosten gehört der SNPF-Beitrag: Der Arbeitgeber behält 10 Prozent des Arbeitnehmerverdienstes ein, zahlt einen entsprechenden Arbeitgeberanteil von 10 Prozent dazu und überweist die gesamten 20 Prozent spätestens am siebten Tag nach Monatsende. Die Arbeitgeberabgabe an ACC beträgt 1 Prozent der Arbeitnehmerverdienste. PAYE-Abzug sowie monatliche P4-Meldung und Zahlung sind bis zum 15. fällig. Erlaubnis-, Sicherheits- und Dokumentationspflichten können zusätzliche Kosten verursachen, es gibt jedoch keine allgemeine Arbeitgebergebühr, die für jeden Arbeitgeber gilt. Ein Arbeitgeber kann im Rahmen des Samoa Apprenticeship Training Scheme einen Auszubildenden fördern. Voraussetzung sind mindestens 18 Jahre, Certificate 2, ein bestehendes Arbeitsverhältnis und mindestens ein Jahr einschlägige Erfahrung. Die Ausbildung dauert drei Jahre. 2026 beträgt der Arbeitgeberanteil 30 Prozent: WST 750 jährlich für Certificate 3 oder WST 900 jährlich für Certificate 4; die Regierung trägt 65 Prozent und der Auszubildende 5 Prozent.
Arbeitgeber in Samoa
Ein Arbeitgeber in Samoa ist eine Person oder Organisation, die Arbeitskräfte einstellt und anleitet, auch über einen Beauftragten oder Vertreter. Zu seinen Aufgaben gehören Einstellung, schriftliche Arbeitsbedingungen, Bezahlung, Arbeitszeit, Urlaub, Sicherheit, Aufzeichnungen und faire Behandlung. Formelle Arbeitgeber verwalten außerdem Lohnabgaben, Meldungen am Arbeitsplatz und erforderliche Genehmigungen für ausländische Arbeitskräfte.
Tipp
Richte Lohnabrechnung, Verträge, Arbeitszeitaufzeichnungen, Sicherheitsmaßnahmen und Beschäftigtenakten vor dem ersten Arbeitstag ein. Prüfe Nichtstaatsangehörige, junge Beschäftigte, Auszubildende und Stellenabbau gesondert, da dafür unterschiedliche Anforderungen und Folgen gelten. Behandle Fristen von 7, 15 und 48 Stunden beziehungsweise Tagen, 90 Tagen und einem Monat als feste Kalenderpflichten und nicht als unverbindliche Erinnerungen.

