Die wichtigsten formellen Stellen sind die Rwanda National Police (RNP), die Prävention, Streifen, Erstmaßnahmen, Polizeibeschwerden und ein Onlineformular für Straftaten übernimmt, und das Rwanda Investigation Bureau (RIB), das Straftaten untersucht und Spezialeinheiten für Cyberkriminalität, geschlechtsspezifische Gewalt, Menschenhandel und Drogenhandel unterhält. Die RNP betreibt fünf regionale Polizeieinheiten, 30 Bezirkspolizeieinheiten und 69 Polizeistationen. Außerdem gibt es Community Policing Committees (CPCs), Rwanda Youth Volunteers in Community Policing (RYVCP) und Inshuti z’Umuryango (IZU) für Meldungen aus der Gemeinde, Sicherheitsaufklärung und Prävention. Diese freiwilligen und kommunalen Stellen haben keine Polizei- oder Ermittlungsbefugnisse. 2023 verzeichnete Ruanda in den veröffentlichten Statistiken zu den zehn häufigsten Straftaten insgesamt 87.083 Fälle. Auf Diebstahl entfielen 31.285 Fälle beziehungsweise 32,8 %, auf Körperverletzung und Tätlichkeiten 24.816 Fälle beziehungsweise 30 %. Weitere Kategorien waren Betrug mit 5.852 Fällen, Betäubungsmitteldelikte mit 5.692, Kindesmissbrauch mit 4.978, Bedrohungen mit 4.265, Belästigung eines Ehepartners mit 3.865, Vertrauensbruch mit 3.209, Urkundenfälschung mit 1.941 sowie Beschädigung oder Plünderung von Bäumen und Feldfrüchten mit 1.180. Regional wurden im Osten 22.316 Fälle, im Süden 20.906, in Kigali 20.393, im Westen 13.816 und im Norden 9.652 Fälle verzeichnet. Diese Zahlen bilden gemeldete oder untersuchte Fälle ab, nicht alle Vorfälle, denn sie messen das Dunkelfeld nicht. Die RNP meldete 2025 gegenüber 2024 einen Rückgang der Kriminalität insgesamt um 15,7 %; die zitierten öffentlichen Angaben enthielten jedoch keine entsprechende absolute Fallzahl. Bei unmittelbarer Gefahr rufe die RNP unter 112 an. Das RIB nimmt unter 166 Informationen zu Straftaten und Notfällen entgegen. Häusliche oder geschlechtsspezifische Gewalt kann unter 3512 gemeldet werden, Kindesmissbrauch unter 116. Isange One Stop Centers sind unter 3029 erreichbar. Die RNP-Beschwerdestelle für mutmaßliches Fehlverhalten der Polizei erreicht man unter 3511; 2040 ist für Unzufriedenheit mit dem RIB zuständig. Diese Hotlines sind gebührenfrei. Das Onlineformular der RNP fragt Name der meldenden Person, Tatort, Telefonnummer, E-Mail-Adresse und Straftattyp ab. Das CIMS des RIB, auch e-Menenyesha genannt, unterstützt Onlineanzeigen und die Suche nach Beschwerden, verlorenen oder gestohlenen Gegenständen, vermissten Personen und gestohlenen Fahrzeugen. Betroffene und Zeugen können über RNP, RIB, eine Gesundheitseinrichtung, einen Community Health Worker, IZU, Familienangehörige, Nachbarn, lokale Behörden, Gerichte, Staatsanwaltschaft, Rwanda Legal Aid Forum, ein Isange One Stop Center oder eine qualifizierte Nichtregierungsorganisation Unterstützung erhalten. Ruanda verfügt landesweit über 48 Isange One Stop Centers. Jedes hat zwei Schutzräume; vier Zentren verfügen über sichere Unterkünfte. Die Leistungen können Zugang zur Justiz, psychosoziale Unterstützung, Gesundheitsversorgung, Unterkunft, sofern verfügbar, und Wiedereingliederung in die Gemeinschaft verbinden. Die Zentren sollen Wege und Zugangshürden verringern, Dienste koordinieren und das Risiko einer Veränderung von Beweisen reduzieren. Die Wiedereingliederungsprüfung bei geschlechtsspezifischer Gewalt soll ab dem ersten Kontakt höchstens eine Arbeitswoche dauern. Weitere Unterstützungshotlines sind 5798 für das Gender Monitoring Office, 3935 für die National Public Prosecution Authority, 9059 für das Ministerium für Geschlecht und Familienförderung, 3545 für das Verteidigungsministerium, 3736 für das Justizministerium und 711 für die National Child Development Agency. Rechtsberatung und Vertretung bietet das Justizministerium und sein Büro für Zugang zur Justiz, das Access to Justice Bureau (MAJ), mit Standorten in allen 30 Bezirken Ruandas. Jedem Bezirk sind drei Anwälte für diesen Dienst zugeordnet. MAJ bietet armen oder schutzbedürftigen Menschen kostenlose Rechtshilfe, Beratung und Vertretung, auch in Fällen geschlechtsspezifischer Gewalt, und kann außerdem vermitteln. Die Isange-Leistungen werden als umfassende Unterstützung ohne vor Ort ausgewiesene Nutzergebühr beschrieben. Für alle Strafanzeigen gibt es keine allgemein öffentlich festgelegte Ermittlungsfrist; Zeitrahmen hängen von der zuständigen Behörde und den Umständen des Falls ab. Digitale Kriminalität umfasst Phishing, Vishing, Smishing, Mobile-Money-Betrug, gefälschte Profile, Schadsoftware, Passwortdiebstahl, Website-Verunstaltung, Sicherheitsverletzungen, ungewöhnliches Systemverhalten und Distributed-Denial-of-Service-Angriffe. Das Rwanda Computer Incident Response Team (Rw-CSIRT), das unter der National Cyber Security Authority arbeitet, kümmert sich um technische Cybervorfälle; es ersetzt keine Strafanzeige beim RIB Cybercrime. Melde einen Cybervorfall online, rufe 9009 an, schreibe an rwcsirt@ncsa.gov.rw oder nutze die internationale Nummer +250 734 440 852. Bewahre Nachrichten, URLs, Bildschirmfotos und Transaktionsbelege im Original auf. Verwende für die Meldung kein infiziertes Gerät, wenn ein anderes verfügbar ist. In bestimmten Meldesituationen kann ein Ausweisdokument oder ein Genehmigungsschreiben beziehungsweise eine Vollmacht verlangt werden. Mehrfaktor-Authentifizierung, einzigartige starke Passphrasen, aktuelle Software, Virenschutz, sicheres WLAN, Datenschutzeinstellungen und Warnmeldungen für Finanzkonten verringern die Gefährdung. Dringliche Nachrichten, nicht übereinstimmende Absender, schlechte Grammatik und verdächtige Links oder Anhänge sind häufige Warnzeichen. Gib niemals ein Einmalpasswort oder andere sensible Sicherheitsdaten an einen unaufgefordert Kontaktierenden weiter. In der Jahresend- und Ferienzeit können Diebstahl, alkoholbedingte Gewalt, Betrug und andere Gewalttaten häufiger werden. Alltägliche Vorsichtsmaßnahmen sollten daher Taschendiebstahl, Einbruch, Körperverletzung, Betrug, Drogendelikte, geschlechtsspezifische Gewalt und Kindesmissbrauch berücksichtigen. Melde Vorfälle frühzeitig, wähle je nach Dringlichkeit und Art der Information RNP oder RIB, sichere Beweise und bewahre Referenzangaben aus CIMS oder von der RNP auf. Konfrontiere eine verdächtige Person nicht, wenn dadurch die Gefahr steigen könnte. Ist ein Kind oder eine andere Person unmittelbar bedroht, nutze zuerst den Notruf oder den Kinderschutzkanal. Registrierte Kriminalitätstrends helfen, die öffentliche Sicherheit einzuschätzen, beweisen aber nicht, dass eine bestimmte Straße, ein Haushalt oder eine Person risikofrei ist.
Kriminalität in Ruanda
Zu Kriminalität in Ruanda zählen Diebstahl, Körperverletzung, Betrug, Drogendelikte, geschlechtsspezifische Gewalt, Kindesmissbrauch und digitale Kriminalität. Ruanda bietet Dienste der Polizei, Ermittlungsbehörden, Cyberabwehr, Rechtshilfe und Opferunterstützung; Notruf- und Meldewege richten sich nach der Situation. Amtliche Zahlen erfassen gemeldete oder untersuchte Fälle. Ein Rückgang der registrierten Kriminalität bedeutet daher nicht, dass jede einzelne Person keinem Risiko ausgesetzt ist.
Tipp
Wähle den Meldeweg nach Dringlichkeit und Art des Schadens, bewahre Beweise auf und konfrontiere eine verdächtige Person nicht. Nutze Kriminalitätsstatistiken als Orientierung für Vorsichtsmaßnahmen, nicht als Sicherheitsgarantie, besonders in Zeiten, in denen Diebstahl, Betrug und Gewalt zunehmen können. Wenn du betroffen bist, verbinde eine formelle Anzeige mit Unterstützung durch Isange oder MAJ, falls du Gesundheitsversorgung, Schutz, Rechtsberatung oder Hilfe bei der Nachverfolgung brauchst.

