Das Department of Labour and Industrial Relations (DLIR) verwaltet in Papua-Neuguinea wichtige Beschäftigungsdienste und Arbeitsstandards. Seine National Employment Services (NED) bietet Unterstützung bei der Stellensuche durch Registrierung, Vorauswahl und Vermittlung. Staatsangehörige Papua-Neuguineas und Flüchtlinge, die sich bereits im Land aufhalten, können NED nutzen. Die üblichen Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag von 9:00 bis 15:00 Uhr. Zu einer typischen Bewerbungsakte gehören ein aktualisierter Lebenslauf, Zeugnis- und Qualifikationsnachweise, zwei Passfotos und, sofern vorhanden, ein nationales Ausweisdokument, Führerschein oder Reisepass, Arbeitszeugnisse und Referenzen zum persönlichen Leumund. Berufsberatung ist ab Grade 10 verfügbar und kann während des gesamten Berufslebens in Anspruch genommen werden. Ein Provincial Labour Office kann eine lokale Alternative sein. Das System garantiert keine Stellenvermittlung. Lizenzierte Arbeitsvermittler können Stellen im Inland vermitteln, Nichtstaatsangehörige rekrutieren, Zeitarbeit organisieren oder Arbeitskräfte für Tätigkeiten im Ausland vermitteln. Ihre Lizenzkosten sind separate geschäftliche Compliance-Kosten. Laut Recherchegrundlage betragen sie 3.420 PGK für Antrag oder Verlängerung, 5.700 PGK für Rekrutierung oder Arbeitskräfteüberlassung, 11.400 PGK für ein Joint Venture, 3.420 PGK für Karrieremanagement und 5.000 PGK für eine Personalvermittlungs- oder Personalberatungsagentur. Aus den verfügbaren Fakten ergibt sich keine Gebühr für Arbeitssuchende. Das Labour Mobility Program Papua-Neuguineas, koordiniert durch die Labour Mobility Unit des Finanzministeriums, unterstützt Vermittlungen ins Ausland über eigene Verfahren und lizenzierte Vermittler. Der Employment Act 1978 erkennt schriftliche und mündliche Arbeitsverträge an. Zu den üblichen Formen gehören Gelegenheitsarbeit, Akkordarbeit, Verträge für eine bestimmte Zeit oder bestimmte Tätigkeit und unbefristete Verträge. Ein schriftlicher Vertrag oder eine registrierte Tarifregelung kann gesetzliche Bedingungen verbessern oder ändern. Für den öffentlichen Dienst, das Lehrwesen und andere Bereiche können zusätzliche Gesetze oder Branchenregeln gelten. Ein Vertrag sollte Tätigkeit, Beginn, Bezahlung, gegebenenfalls Dauer, Arbeitszeiten und Kündigungsregelungen festhalten, damit Beschäftigte die vereinbarten Bedingungen mit dem anwendbaren Gesetz oder der Tarifregelung vergleichen können. Ab dem 1. Januar 2026 gilt laut offizieller Regierungsmitteilung eine Festlegung des National Minimum Wage Board in Höhe von 5,00 PGK pro Stunde. Sie ersetzt den bisherigen Satz von 3,50 PGK. Eine registrierte Tarifregelung kann den für eine bestimmte Branche oder Tätigkeit geltenden Satz festlegen. Löhne werden in Papua-neuguineischen Kina gezahlt. Beschäftigte erhalten ihren Lohn im Allgemeinen mindestens alle zwei Wochen, sofern eine Vereinbarung keine monatliche Zahlung vorsieht. Gelegenheitsbeschäftigte werden in der Regel täglich bezahlt; bei Akkordarbeit gelten die jeweiligen Akkordvereinbarungen. Der Arbeitgeber sollte eine Lohnabrechnung oder Lohntüte bereitstellen. Abzüge dürfen in der Regel 50 % des Lohns für einen Abrechnungszeitraum nicht überschreiten, vorbehaltlich gesetzlicher Ausnahmen. Arbeitgeber führen die Lohnsteuer nach dem geltenden Steuertarif an die Internal Revenue Commission ab. Die allgemeinen Arbeitszeitregeln begrenzen die Arbeit auf 12 Stunden pro Tag. Bei Arbeit ohne Schichtsystem betrifft Mehrarbeit im Allgemeinen Arbeit über acht Stunden am Tag, Arbeit nach 12:00 Uhr am Samstag sowie Arbeit am Sonntag oder an einem Feiertag. Bei Schichtarbeit gilt sie im Allgemeinen bei mehr als acht Stunden pro Tag oder mehr als 44 Stunden innerhalb von sieben Tagen. Überschreitet ein Arbeitstag acht Stunden, muss die gesamte Ruhe- und Essenspause mindestens 50 Minuten betragen. Die wöchentliche Ruhezeit beträgt mindestens 24 zusammenhängende Stunden. Registrierte Tarifregelungen können die Arbeitszeit anders regeln. Deshalb sollten die anwendbare Tarifregelung und der Vertrag gemeinsam geprüft werden. Erholungsurlaub umfasst 14 aufeinanderfolgende bezahlte Tage je Jahr ununterbrochener Beschäftigung und wird nach 12 Monaten erworben. Eine Vereinbarung kann einen Ansparzeitraum von bis zu vier Jahren erlauben. Endet das Arbeitsverhältnis nach mindestens sechs Monaten, erhalten Beschäftigte bei der Berechnung des Urlaubsanspruchs für den letzten Zeitraum im Allgemeinen einen Tag je vollständig geleistetem Monat. Der Anspruch auf Mutterschaftsleistungen hängt von der Beschäftigungsdauer ab. Die dokumentierten gesetzlichen Schwellenwerte sind 108 Tage in den vorangegangenen 12 Monaten oder 90 Tage in den vorangegangenen sechs Monaten. Zu den Regelungen gehören ein Krankenhausaufenthalt vor der Entbindung, sechs Wochen nach der Entbindung und gegebenenfalls bis zu vier Wochen Krankheitsurlaub. Der Urlaub kann unbezahlt sein; vorhandenes Erholungs- oder Krankheitsurlaubsguthaben kann nach den geltenden Regeln angerechnet werden. Stillpausen bestehen aus zwei bezahlten Zeiträumen von jeweils mindestens 30 Minuten pro Arbeitstag. Einzelheiten zu Feiertagen und Krankheitsurlaub können von Branche und Vertrag abhängen. Der Industrial Safety, Health and Welfare Act 1965 bildet den Rahmen für Arbeitssicherheit. Das Office of Workers' Compensation (OWC) verwaltet Ansprüche bei Arbeitsverletzungen oder Todesfällen und überwacht die vorgeschriebene Unfallversicherung für Beschäftigte. Die Arbeitsverwaltung des DLIR kann Arbeitsplätze inspizieren, Hinweise zur Einhaltung geben, Anordnungen erlassen und kleinere Beschwerden vermitteln. Das DLIR erkennt auch Belästigung am Arbeitsplatz an; der passende Eskalationsweg hängt jedoch vom Sachverhalt, Arbeitgeber und der Branche ab. Eine Mitgliedschaft bei Nasfund ist im Allgemeinen für Arbeitgeber mit mindestens 15 Beschäftigten vorgeschrieben. Die dokumentierten Beitragssätze betragen 8,4 % für den Arbeitgeber und 6 % Lohnabzug für den Beschäftigten. Der Arbeitgeberbeitrag gilt nach drei Monaten ununterbrochener Beschäftigung. Arbeitgeber überweisen die Beiträge innerhalb von 14 Tagen nach Ablauf des Monats oder Abzugszeitraums. Die Beitragsgrundlage kann Bruttogehalt, Lohn, bezahlten Urlaub und Provisionen umfassen; Überstunden, Boni und Entschädigungen können laut Nasfund-Leitlinien ausgenommen sein. Kleinere Arbeitgeber, Beschäftigte im informellen Sektor, Selbstständige und Nichtstaatsangehörige können freiwillige Optionen wie Eda Supa nutzen. Ausnahmen für saisonale landwirtschaftliche Produktion können gelten, bis die Beschäftigungsdauer 24 Monate überschreitet. Leistungen bei Ruhestand, Arbeitslosigkeit, Auswanderung, Behinderung und Tod richten sich nach den jeweiligen Fondsregeln. Beschäftigte können mit Unterstützung des OIR eine Gewerkschaft gründen oder ihr beitreten und an Tarifverhandlungen teilnehmen. INAR führt Schlichtungen und Anhörungen vor Tribunalen für den privaten und öffentlichen Dienst sowie das Lehrwesen durch. Einzelne Beschäftigte können sich normalerweise zunächst an den Arbeitgeber oder die Gewerkschaft wenden, Hilfe bei einem Provincial Labour Office suchen oder DLIR-Inspektion und Vermittlung nutzen. Soweit das anwendbare Verfahren es vorsieht, können sie sich anschließend an INAR oder ein Tribunal wenden. Diese Wege ersetzen keine gesonderte Beratung zu einem Rechtsanspruch nach dem umfassenderen Arbeitsrecht. Nichtstaatsangehörige benötigen vor Arbeitsbeginn eine Einwanderungs- und Beschäftigungsgenehmigung. Der Arbeitgeber oder Sponsor reicht den Antrag auf Work Permit und Employment Visa über das ICA Sponsor Portal ein. Vor Arbeitsbeginn benötigt die beschäftigte Person eine gültige Arbeitserlaubnis, ein Arbeitserlaubnisschreiben oder einen entsprechenden Ausweis sowie ein Working Resident Visa. Arbeitserlaubnis und Visum sind unterschiedliche Dokumente. Die Antragsakte kann eine Firmengründungsurkunde oder einen IPA-Auszug, gegebenenfalls eine IPA-Bescheinigung für ausländische Unternehmen, eine Garantieerklärung zum Lebensunterhalt, ein Organigramm, Qualifikationen und Lebenslauf, Stellenbeschreibung, Passdatenseite, unterschriebenen Arbeitsvertrag, Foto, polizeiliches Führungszeugnis, Formular 1, ärztlichen Bericht, gegebenenfalls eine Berufsregistrierung in Papua-Neuguinea und ein Sponsorenschreiben aus Papua-Neuguinea enthalten. Die aktuellen ICA-Gebühren richten sich nach dem jeweiligen Tarif. Nach dem aktuellen Verfahren kann ein vollständiger und korrekter Antrag bis zu 42 Tage dauern. Leitungs-, Fach- und hochqualifizierte Tätigkeiten stehen Nichtstaatsangehörigen im Allgemeinen offen; für manche Berufe ist eine lokale Ausschreibung erforderlich. Geringqualifizierte und nicht qualifizierte Tätigkeiten sind im Allgemeinen Staatsangehörigen vorbehalten. Bei einem Arbeitgeberwechsel oder einer Verlängerung müssen Sponsor- und Genehmigungsverfahren gültig bleiben. Bei einer Kündigung kann dem Arbeitgeber nach geltendem Recht außerdem die Pflicht entstehen, die beschäftigte Person zurückzuführen. Ein interner Wechsel, eine Beförderung oder eine Vertragsänderung richtet sich nach dem bestehenden Vertrag, der Tarifregelung und den Branchenvorschriften. Nichtstaatsangehörige dürfen nicht davon ausgehen, dass ein neuer Arbeitgeber oder eine neue Tätigkeit automatisch von ihrer bestehenden Genehmigung abgedeckt ist. Eine berufliche Qualifizierung ist über NATTB, das National Apprenticeship and Trade Testing Board, möglich, das Lehren, Berufsprüfungen und Zertifizierung verwaltet. Der National Training Council (NTC) setzt die Bildungs- und Ausbildungsstandards fest. Die Angebote vor Ort unterscheiden sich. Eine Lehre oder Berufsprüfung garantiert keine Stellenvermittlung. Ein befristeter Vertrag endet mit Ablauf der vereinbarten Zeit; ein Vertrag für eine bestimmte Tätigkeit endet mit deren Abschluss. Ein unbefristeter Vertrag läuft weiter, bis eine Partei ihn kündigt. Wenn keine längere Kündigungsfrist vertraglich vereinbart wurde, beträgt die dokumentierte Mindestfrist bei weniger als vier Wochen Beschäftigung einen Tag, bei vier Wochen bis unter einem Jahr eine Woche, bei einem bis unter fünf Jahren zwei Wochen und ab fünf Jahren vier Wochen. Die Kündigungsfrist ist im Allgemeinen für beide Seiten gleich. Eine Zahlung anstelle der Kündigungsfrist ist zulässig, sofern die Regeln dies erlauben. Bei Gelegenheitsarbeit ist im Allgemeinen keine Kündigungsfrist erforderlich. Die Schlussabrechnung kann ausstehende oder zurückgestellte Löhne, angesammelten Urlaub und weitere geschuldete Beträge umfassen. Ein Labour Officer kann eine Vertragsabrechnung bestätigen, sofern dieses Verfahren anwendbar ist. Die Auszahlung oder Trennung von Nasfund folgt eigenen Fondsregeln und ergibt sich nicht allein aus dem Arbeitsvertrag.
Beschäftigung in Papua-Neuguinea
Beschäftigung in Papua-Neuguinea umfasst abhängige bezahlte Arbeit von der Stellensuche über das Arbeitsverhältnis bis zu dessen Ende. Formelle Beschäftigung konzentriert sich auf städtische, öffentliche, private und branchenspezifische Arbeitsplätze, während informelle und ländliche Arbeit weiterhin eine große Rolle spielt. Regeln zu Verträgen, Löhnen, Arbeitszeiten, Urlaub, Arbeitssicherheit, Sozialversicherung und Kündigung hängen von Gesetzen, registrierten Tarifregelungen, der Branche und dem Vertrag ab.
Tipp
Behandeln Sie Beschäftigung in Papua-Neuguinea als Prüfung von Dokumenten und Bedingungen, nicht bloß als Stellenangebot. Wählen Sie je nach Ihrer Situation NED, ein Provincial Labour Office, einen lizenzierten Vermittler, einen Ausbildungsweg oder das Sponsorenverfahren für Nichtstaatsangehörige. Prüfen Sie Vertrag, Bezahlung, Arbeitszeit, Urlaub, Sicherheit und Sozialversicherung, bevor Sie die Arbeit aufnehmen. Bewahren Sie Nachweise zu Anträgen, Löhnen, Beiträgen, Genehmigungen und Schlussabrechnung auf, falls die tatsächlichen Abläufe von den vereinbarten Bedingungen abweichen.

