Maltesische Traditionen werden in Familien, Pfarrgemeinden, Dorfgemeinschaften, Band Clubs, im Handwerksunterricht und in ehrenamtlichen Vereinigungen weitergegeben. Dazu gehören mündliche Überlieferungen und Sprache, darstellende Kunst, soziale Praktiken, Rituale, festliche Veranstaltungen, Wissen über die Natur und traditionelles Handwerk. Das National Inventory erfasst lebendiges Kulturerbe; das National Board for Intangible Cultural Heritage bewertet Nominierungen, und die Directorate of Culture unterstützt Verwaltung, Dokumentation und Bewahrung. Arts Council Malta vergibt Kulturförderung, und Festivals Malta organisiert Carnival und nationale Festivals. Der jährliche Festkalender umfasst il-Karnival vor Aschermittwoch. Valletta und Floriana veranstalten große Umzüge mit Festwagen, Pappmaché, Masken, Kostümen, Tanz, Satire und Straßentheater; Nadur hat eine spontanere lokale Form. Eine festa findet gewöhnlich zwischen Ende April und Anfang Oktober statt und kann eine ganzjährige Vorbereitung, eine Statuenprozession, Umzüge oder Konzerte von Blaskapellen, Feuerwerk, Kirchenglocken, Straßenschmuck und Nougatstände umfassen. Kinder und Jugendliche nehmen häufig daran teil. Die festa bleibt ein starker Ausdruck lokaler Identität, auch wenn religiöse Praxis für manche Beteiligte an Bedeutung verliert. Die Tradition wurde 2023 in die Repräsentative Liste der UNESCO aufgenommen. Imnarja findet am 29. Juni im Zusammenhang mit dem Fest Peter und Paul in Buskett statt. Das Fest verbindet ländliche und landwirtschaftliche Traditionen mit Tierwettbewerben und Ausstellungen, regionalen Agrarprodukten, Volksmusik und għana, einer maltesischen Tradition des mündlichen Gesangs. Die Veranstaltung zieht Familien und die Öffentlichkeit an; offizielle Programme können mit einem traditionellen Umzug beginnen. Zu den maltesischen gesetzlichen Feiertagen gehören außerdem der Schiffbruch des heiligen Paulus am 10. Februar, der Josefstag am 19. März, Karfreitag, Peter und Paul am 29. Juni, Mariä Himmelfahrt am 15. August, Unsere Liebe Frau vom Sieg am 8. September, Mariä Empfängnis am 8. Dezember und Weihnachten am 25. Dezember. Ihr gesetzlicher Feiertagsstatus ist in Kapitel 252 festgelegt; die religiöse Bedeutung und die kulturelle Form der Teilnahme sind davon getrennte Aspekte. Zu Bräuchen im Familien- und Lebenslauf gehören Taufen und Hochzeitsfeiern, Bestattungszeremonien, Namensgebung, Familiennamen, Spitznamen und mündlich überlieferte Familiengeschichte. Bestattungszeremonien können religiös oder weltlich sein; Hochzeits- und Taufbräuche unterscheiden sich zwischen Familien und Orten. Geburten, Eheschließungen, zivile Partnerschaften und Todesfälle werden von Identità nach formellen Personenstandsverfahren registriert. Diese Registrierung ist ein Rechtsakt und kein traditioneller Brauch. Għana wird über Generationen weitergegeben und umfasst drei verwandte Reimformen. Die Form der schlagfertigen Wortgefechte besteht aus improvisierten Gesangsduellen mit Reimen, Argumenten und pointierten Erwiderungen und kann gesellschaftliches oder politisches Leben widerspiegeln. Band Clubs dienen als Treffpunkte der Gemeinschaft, bieten Kindern und Jugendlichen Musikunterricht und sind während der festas besonders sichtbar. Zum traditionellen maltesischen Handwerk zählen Bizzilla, also maltesische Spitze, die besonders mit Gozo verbunden ist; Blumen aus Ganutell, die mit Kirchenstatuen verbunden sind; Goldstickerei für religiöse Gegenstände und Gemeinschaftsembleme; das Anfertigen von Flaggen und Bannern; Krippenbau; Marketerie; Bootsbau; Stereotomie; sowie Kunst aus vergänglichen Naturmaterialien. Wissen wird häufig zu Hause oder in kleinen Werkstätten weitergegeben. Manche Handwerke werden nur noch von wenigen versierten Personen ausgeübt. Jugendprogramme, Workshops, Dokumentation und informelles Lernen beeinflussen daher, ob das Wissen fortbesteht. Holzarbeiten, Steinmetzarbeiten, Fliesenverlegung und Restaurierung kommen auch in zeitgenössischem Unterricht und Kulturveranstaltungen vor. Die Għonnella, ein historisches maltesisches Kleidungsstück, ist heute vor allem ein Symbol für Kulturerbe und Design statt Alltagskleidung; zeitgenössische Designer greifen es dennoch neu auf. Lokale Identität hängt häufig mit dem Schutzpatron eines Dorfes, der Pfarrgemeinde, einem Band Club, Vereinsmitgliedschaften, Familiennamen, Spitznamen und gemeinsam überlieferter mündlicher Erinnerung zusammen. Gozo wird besonders mit Bizzilla, der Blasmusiktradition Victorias und dem Karneval von Nadur verbunden. Genaue Termine, Veranstalter, Zugangsbedingungen und Intensität der Feiern hängen vom Ort ab. Die Öffentlichkeit kann in der Regel an zivilen Veranstaltungen teilnehmen; für aktive Teilnahme ist häufig Kontakt zu einer Pfarrgemeinde, einem Band Club, einer festa-Vereinigung, einer Handwerkslehrkraft oder einem Familiennetzwerk nötig. Eine Teilnahme kann den örtlichen Vereinsregeln oder einem offenen Aufruf unterliegen. Fördermittel werden im Allgemeinen über Ausschreibungen vergeben und nicht automatisch gewährt. Die Kosten hängen von Veranstaltung, Veranstaltungsort, Mitgliedschaft, Material oder Werkzeug ab. Gemeinschaften, Forschende, Nichtregierungsorganisationen und Einzelpersonen können Kulturerbe für das National Inventory nominieren. Maßnahmen zur Bewahrung können Erfassung, Dokumentation, Forschung, Erhaltung, Schutz, Förderung, Bildung, Weitergabe und Wiederbelebung umfassen. Ein einheitliches nationales Verfahren für die Teilnahme an allen Traditionen gibt es in Malta nicht. Traditionen werden fortlaufend neu gestaltet, während Säkularisierung, Tourismus, zeitgenössisches Design, Jugendbildung und lokale Identität aufeinandertreffen. Örtliche Zugangsregeln sind zu respektieren, insbesondere wenn Wissen innerhalb von Familien oder Gemeinschaften weitergegeben wird.
Traditionen in Malta
Traditionen in Malta umfassen überlieferte Praktiken, Feiern, mündliche Künste, Musik, Handwerk, Kleidung und Familienbräuche, die Gemeinschaften immer wieder neu gestalten. Eine festa ist eine jährliche Feier des Schutzpatrons einer Pfarrgemeinde mit Prozessionen, Blasmusik, Schmuck und Feuerwerk. Malta verfügt über einen nationalen Rahmen zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes; Teilnahme und lokale Ausprägungen unterscheiden sich jedoch zwischen Malta, Gozo, Pfarrgemeinden, Familien und ehrenamtlichen Vereinigungen.
Tipp
Besuchen Sie öffentliche Veranstaltungen, um Traditionen in Malta kennenzulernen, prüfen Sie vorher aber Ort, Datum, Veranstalter, Zugangsregeln und voraussichtliche Kosten. Nehmen Sie über eine Pfarrgemeinde, einen Band Club, eine festa-Vereinigung, eine Handwerkslehrkraft oder ein Familiennetzwerk aktiv teil, wenn der lokale Zugang und die Erwartungen geklärt sind. Eine Nominierung für das National Inventory und ein Förderantrag sind getrennte Möglichkeiten mit unterschiedlichen Anforderungen.

