Luxemburgische Traditionen verbinden landesweit verbreitete Bräuche mit Praktiken, die an bestimmte Orte, Regionen, Berufe und Vereine gebunden sind. Zum Jahreslauf gehört Liichtmëssdag am 2. Februar. An diesem Tag besuchen Kinder mit Liichtebengelcher die Häuser und singen Léiwer Härgottsblieschen, um Süßigkeiten oder Münzen zu erhalten. Zur Fuesent gehören das Krawattenabschneiden am Fetten Donnerstag, Maskenbälle und Umzüge am Fuesonndeg und Fuesméindeg. In der Fastenzeit entzünden Gemeinden Buergbrennen oder Faaschtefeier. Diese Feuer symbolisieren den Wechsel vom Winter zum Frühling. Bretzelsonndeg fällt auf den vierten Sonntag der Fastenzeit. Dabei dient eine süße Brezel mit Mandeln oder Fondant als Liebeszeichen; bleibt die Geste unbeantwortet, kann De Kuerf kréien folgen. Zu Ostern gehören Klibberen und Klibberlidd, der Brauch Jaudes am Karfreitag in Vianden und der Éimaischen-Markt am Ostermontag in Luxemburg-Stadt und Nospelt. Dort werden terrakottafarbene Kuckucksflöten, Péckvillercher, verkauft. Die Echternacher Springprozession findet am Pfingstdienstag statt und verbindet Messe, Wallfahrt, Litaneien und einen traditionellen Tanz. Teilnehmende tragen meist ein weißes Oberteil mit blauer oder schwarzer Hose beziehungsweise einem entsprechenden Rock und bewegen ein weißes Taschentuch; sie tanzen einen Schritt nach links und einen nach rechts. Die Veranstaltung wird von Oeuvre St-Willibrord organisiert, ist von der UNESCO anerkannt und zieht rund 10.000 Pilger und Zuschauende an. Der Nationalfeiertag am 22. und 23. Juni umfasst Wachablösung, Fackelzug, Parade, Konzerte, Feuerwerk und ein Te Deum. Bei der Kirmes Ende August wird der Hämmelsmarsch von einer Sammlung begleitet. Grevenmachers Trauben- und Weinfest findet am zweiten Wochenende im September statt. Die heilige Barbara ist am 4. Dezember besonders mit Bergbaugemeinden der Minett-Region verbunden. Am 6. Dezember besuchen Kleeschen und Houseker die Schulen und bringen Geschenke. Für Kinder in der Grundbildung ist der Tag schulfrei. Zu den Weihnachtsbräuchen vom 24. bis 26. Dezember gehören Familienfeiern, Crëschtkëndchen, Krëppespiller, Märkte und Konzerte. Der Europatag am 9. Mai ist ein gesetzlicher Feiertag, aber ein Feiertag ist nicht automatisch ein traditioneller Brauch.
Traditionen in Luxemburg
Traditionen in Luxemburg sind überlieferte und regelmäßig erneuerte Praktiken, Symbole und Ausdrucksformen, die mit dem Jahreslauf, dem Familienleben, Religion, Essen, Kleidung, Musik, Handwerk und Regionen verbunden sind. Lebendiges Kulturerbe bedeutet, dass Menschen diese Praktiken weitergeben und zugleich an veränderte gesellschaftliche Bedingungen anpassen. Die Teilnahme ist grundsätzlich öffentlich zugänglich und setzt weder eine besondere nationale Registrierung noch eine gesetzliche Pflicht zur Teilnahme voraus.
Tipp
Betrachte Traditionen in Luxemburg als lokale Wahl und nicht als einheitliches landesweites Programm. Entscheide dich je nach gewünschtem Erlebnis und verfügbarer Zeit dafür, eine öffentliche Veranstaltung anzusehen, über einen Verein aktiv mitzumachen oder an einem Familien- oder religiösen Brauch teilzunehmen. Erkundige dich bei den örtlichen Veranstaltern nach Datum, Ort, Zugang und Kosten, denn Formate und Gebühren unterscheiden sich.

