Die Verfassung Kameruns stellt Englisch und Französisch gleich und verpflichtet den Staat, landesweiten Bilingualismus zu fördern. Gesetz Nr. 2019/019 stärkt das Recht, öffentliche Informationen, Dokumente und Dienste in der eigenen Amtssprachenwahl zu erhalten. Beschäftigte im öffentlichen Dienst sollen dafür sprachlich geschult werden; private Unternehmen und Organisationen werden zur Förderung von Bilingualismus ermutigt. Die Nationale Kommission zur Förderung von Bilingualismus und Multikulturalismus (CNPBM) berät die Präsidentschaft und überwacht die Entwicklung des offiziellen Bilingualismus. Formaler Spracherwerb findet in französisch- und englischsprachigen Schulsystemen statt. Das Ministerium für Sekundarbildung (MINESEC) bietet außerdem zweisprachige Programme Französisch-Englisch und Englisch-Französisch an. Ein französischsprachiger Sekundarschulweg dauert ungefähr sieben Jahre: vier Jahre im ersten Zyklus, zwei Jahre im zweiten Zyklus und ein letztes Jahr. Je nach Schule und Bildungszweig können Deutsch, Arabisch, Spanisch, Chinesisch, Japanisch, Italienisch oder Portugiesisch als weitere Sprachen hinzukommen. Das Angebot hängt von Ort, Einrichtung und jeweiligem Bildungszweig ab. Die offizielle Prüfungsbehörde (Cameroon GCE Board) organisiert offizielle Prüfungen. Externe Prüflinge können sich für die Prüfung Ordinary Level (GCE Ordinary Level) mit höchstens elf Fächern anmelden; sie müssen jedoch mindestens sechs Fächer belegen, darunter Englisch, Französisch und Mathematik. Auf Advanced Level gehören Englisch, Französisch und Special Bilingual Education French zu den ausgewiesenen Sprachfächern. Die Behörde bietet außerdem eine Prüfung der Englischkenntnisse an. Ein einheitliches landesweites Sprachzertifikat mit allgemein anerkannter GER-Einstufung wurde nicht eingerichtet. Nationalsprachen, häufig langues nationales genannt, sind verfassungsrechtlich geschützt und werden vom Ministerium für Grundbildung (MINEDUB) und seiner Abteilung für Alphabetisierung und nichtformale Grundbildung gefördert. Seit 2018 werden Sprachen und Kulturen in Schulprogramme integriert. Centres for the Promotion of National Languages wurden für alle 360 Bezirke geplant oder eingerichtet. Das Pilotprogramm ELAN-Africa arbeitet unter anderem mit Ewondo, Bassa, Ghomala, Fulfulde und Duala. 2024 erreichte es 19.950 Kinder an 43 Pilotschulen. Welche Nationalsprache gelernt wird, hängt vom Umfeld des Zentrums und den lokalen Bedingungen ab. Für Erwachsene gibt es Functional Literacy Centres (CAF) und Centres d’Éducation de Base Non Formelle (CEBNF). CAF richten sich vor allem an Lernende ab 15 Jahren; CEBNF unterstützen Kinder von 8 bis 14 Jahren, die außerhalb des regulären Schulsystems sind oder nie eine Schule besucht haben. Beide Angebote arbeiten auf den Stufen 1 bis 3 und können neben Englisch oder Französisch auch eine Nationalsprache verwenden. Im Schuljahr 2022/23 gab es 918 CAF mit 28.666 Lernenden und 151 CEBNF mit 6.845 Lernenden. Das Angebot konzentriert sich stark auf ländliche Gebiete und wird von öffentlichen, privaten und gemeinschaftlichen Einrichtungen getragen. Für Kinder hängt der Zugang zu zweisprachigen Angeboten, Programmen für Nationalsprachen und regulärem Sprachunterricht vom englisch- oder französischsprachigen Schulsystem, der jeweiligen Schule, dem Zentrum und der lokalen Sprachsituation ab. Die Anmeldung zu einem zweisprachigen Zweig gewährleistet daher nicht automatisch sichere Kenntnisse in beiden Amtssprachen. Im Alltag und Berufsleben haben Englisch und Französisch landesweit den größten praktischen Nutzen. Nationalsprachen dienen vor allem lokaler Kommunikation, Gemeinschaft, Kultur und Alphabetisierung. Eine gesetzliche Pflicht für private Unternehmen, zweisprachige Mitarbeitende einzustellen, wurde nicht eingeführt. An Hochschulen und in sprachbezogenen Berufen gibt es Studiengänge in Englisch, Französisch, zweisprachiger Literatur, Fremdsprachen sowie Nationalsprachen und Kulturen. Écoles normales supérieures und Higher Teacher Training Colleges bilden für diese Fachgebiete aus. Die Advanced School of Translators and Interpreters an der University of Buea bietet Master- und Zertifikatsprogramme in Übersetzen und Dolmetschen, darunter Englisch-Französisch, Französisch-Englisch und Französisch-Englisch-Spanisch. Praktika mit Übersetzungspraxis im öffentlichen und privaten Sektor gehören zu diesen Ausbildungswegen. Digitale Angebote ergänzen den Unterricht. Das Fernbildungszentrum von MINESEC stellt landesweit digitale Lektionen und Materialien bereit. Eine 2025 gemeldete Online-Lernplattform nutzt außerdem Werkzeuge künstlicher Intelligenz; digitale Klassenzimmer und Lernmaterialien für Nationalsprachen werden ebenfalls ausgebaut. Die tatsächliche Nutzung hängt weiterhin von Internetzugang, Geräten, Stromversorgung, Datenkosten und Anbieter ab. Eine landesweit einheitliche Gebührenordnung für Sprachkurse, Erwachsenenbildung, Prüfungen, Hochschulprogramme oder private Angebote gibt es nicht. Gebühren, Anmeldefristen und Zulassungsvoraussetzungen richten sich nach den aktuellen Angaben der zuständigen Schule, Einrichtung, Prüfung oder Plattform. Ein zentrales landesweites Register für Sprachkurse, Einstufungsniveaus oder ein allgemein gültiges Erwachsenen-Zertifikat wurde nicht eingerichtet. Da kein bestimmter Verwaltungsbezirk oder keine Stadt genannt ist, lassen sich daraus keine regionalen Anbieter, Gebühren oder Fristen bestimmen.
Sprachen lernen in Kamerun
Englisch und Französisch sind in Kamerun gleichberechtigte Amtssprachen; ihre Beherrschung erleichtert Bildung, Beschäftigung und den Zugang zu öffentlichen Diensten. Der Staat fördert Nationalsprachen, doch ihr Lernangebot unterscheidet sich je nach Region und Einrichtung. Sprachen werden vor allem in englisch- und französischsprachigen Schulen, zweisprachigen Programmen, Erwachsenenbildungszentren, Hochschulen, privaten Kursen und digitalen Angeboten gelernt. Eine landesweit einheitliche Gebühren- oder Zertifizierungsordnung für Sprachkurse gibt es nicht.
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