Die 2021 vom Nationalen Statistikinstitut (Institut National de la Statistique) durchgeführte EESI3-Erhebung umfasste zwölf Erhebungsgebiete in Kamerun. Bei den Menschen ab 14 Jahren betrug die Erwerbsquote 54,2 % und die Beschäftigungsquote 50,8 %. Bei Männern lag die Erwerbsquote bei 61,4 %, bei Frauen bei 47,3 %. 13,1 % der Erwerbstätigen hatten mehr als eine Tätigkeit. Die umfassendsten verfügbaren Haushaltsdaten beschreiben somit die Situation im Jahr 2021 und stellen keine laufende Arbeitslosen- oder Beschäftigungsstatistik für 2026 dar. Die Beschäftigung ist überwiegend informell. 2021 lagen 86,6 % der Arbeitsplätze im informellen Sektor, darunter 52,0 % in nichtlandwirtschaftlichen und 34,7 % in landwirtschaftlichen Tätigkeiten. Auf den öffentlichen Sektor entfielen 8,2 % und auf den formellen privaten Sektor 5,1 % der Arbeitsplätze. Nach Wirtschaftssektor waren 35,2 % im primären Sektor, 17,5 % in der Industrie, 14,6 % im Handel und 32,7 % im Dienstleistungssektor tätig. Rund 78,3 % der informell Beschäftigten arbeiteten auf eigene Rechnung; etwa 6 % waren Lohnempfänger. Formelle Beschäftigungsverhältnisse machen daher nur einen Teil des gesamten Arbeitsmarktes aus. Unter den informell Beschäftigten hatten 52,3 % irgendeine Vertragsgrundlage, aber nur 2,1 % einen schriftlichen Vertrag und 50,2 % eine mündliche Vereinbarung. 47,2 % arbeiteten mehr als 40 Stunden pro Woche; der Durchschnitt lag bei 40,5 Stunden. Das durchschnittliche Monatseinkommen betrug 83.409 FCFA, in städtischen Gebieten 96.367 FCFA und in ländlichen Gebieten 59.520 FCFA. Etwa drei Viertel erlernten ihren Beruf selbst oder durch praktische Erfahrung. Dienstleistungen bildeten mit 35,0 % die größte Gruppe innerhalb der informellen Beschäftigung. Die regionale Verteilung variiert. In den Erhebungsgebieten der EESI3 betrugen die Beschäftigungsquoten 63,5 % im Sud, 62,8 % im Est und 56,5 % im Centre ohne Yaoundé. Diese Gebiete entsprechen nicht vollständig den Verwaltungsregionen; regionale Vergleiche sind daher mit Vorsicht zu lesen. Lohnarbeit war in Yaoundé mit 64,6 % und Douala mit 48,5 % wesentlich verbreiteter als in vielen ländlichen Gebieten. 2021 lag die Beschäftigungsquote bei jungen Menschen zwischen 15 und 34 Jahren bei 39,3 %. Bei jungen Männern waren es 47,2 %, bei jungen Frauen 31,3 %. In ländlichen Gebieten lag sie bei 43,0 %, in städtischen bei 37,1 %. Frauen arbeiteten besonders häufig selbstständig im informellen Sektor: Das galt für 68,3 % der erwerbstätigen Frauen gegenüber 48,2 % der Männer. Migration wirkt sich ebenfalls auf den Arbeitsmarkt aus. Rund ein Fünftel der Erwerbstätigen waren Migranten. Ihr Anteil lag im Erhebungsgebiet Littoral ohne Douala bei 43,0 %, im Centre ohne Yaoundé bei 36,1 % sowie in Douala und Yaoundé bei etwa 30 %. Der Nationale Beschäftigungsfonds (Fonds National de l'Emploi, FNE) unterstützt sowohl die Stellenvermittlung als auch die Wiedereingliederung zurückkehrender kamerunischer Auswanderer. Laut der ILO-Überprüfung von 2025 war noch keine nationale Arbeitsmigrationspolitik verabschiedet; verfügbare Daten zur Arbeitsmigration sind weiterhin unvollständig. Seit 2007 hat sich die Struktur verändert. Der Anteil landwirtschaftlicher Beschäftigung sank von 57,0 % auf 42,4 %, während der Anteil der Lohnarbeitsplätze von 17,0 % auf 23,6 % stieg. Dienstleistungen, Handel, Transport und Kommunikation sowie persönliche Dienstleistungen gewannen an Bedeutung. Ein großer Teil dieser Arbeit bleibt jedoch wenig produktiv, und Selbstständigkeit ist weiterhin die vorherrschende Beschäftigungsform. Das Ministerium für Beschäftigung und Berufsbildung (Ministère de l'Emploi et de la Formation Professionnelle, MINEFOP) ist für Berufsbildung und Berufsberatung zuständig. Zu den Wegen zählen formale Berufsbildung, öffentliche oder private Anbieter und betriebliche Ausbildungen. Zu den Abschlüssen gehören CAP, DQP, CQP und DTS. Die Anerkennung erworbener Berufserfahrung (Validation des Acquis de l'Expérience, VAE) ermöglicht die Anerkennung bereits gesammelter Berufserfahrung, sofern die geltenden Voraussetzungen erfüllt sind. Zugang, Dauer und Kosten hängen von Anbieter und Abschluss ab; ein einheitlicher nationaler Gebührensatz ist nicht belegt. Es gibt Unterschiede zwischen Ausbildung und tatsächlichem Bedarf; manche DQP-Abschlüsse werden nur eingeschränkt anerkannt, insbesondere wenn sie von nicht akkreditierten Anbietern ausgestellt wurden. Der FNE bietet seit 1990 öffentliche Arbeitsvermittlungsdienste als Service Public de l'Emploi an. Seine Dienste sind für Arbeitssuchende und Arbeitgeber kostenlos. Der FNE bietet unter anderem Berufsberatung, ein Online-Profil mit Lebenslauf, Zugang zu Stellenangeboten und die Vermittlung zwischen Arbeitgebern und Bewerbern. Das Netz umfasst 17 Agenturen und Programme wie PED-CI, USEP, PADER, BUREAU und CIIEJ. Für den formellen Zugang sind üblicherweise eine Akte oder ein Profil sowie die Erfüllung der Kriterien des jeweiligen Programms erforderlich. Eine Vermittlung ist nicht garantiert. Informelle Tätigkeiten entstehen oft über persönliche Netzwerke, Familienkontakte, praktische Erfahrung oder Selbstständigkeit. Der gesetzliche Mindestlohn (SMIG) beträgt seit dem 23. Februar 2024 für Staatsbedienstete unter dem Arbeitsgesetzbuch 43.969 FCFA pro Monat. Dieser Betrag ist kein allgemeiner Einkommensstandard für Selbstständige oder informelle Arbeit. Löhne außerhalb dieses Geltungsbereichs hängen von Tätigkeit, Vertrag und Arbeitgeber ab und beruhen auf kollektiven oder individuellen Vereinbarungen. Das Arbeitsgesetzbuch begrenzt die Arbeitszeit auf 40 Stunden pro Woche im nichtlandwirtschaftlichen Sektor und 48 Stunden in der Landwirtschaft. Für erfasste Arbeitgeber und Beschäftigte ist die Anmeldung bei der Nationalen Sozialversicherungskasse (Caisse Nationale de Prévoyance Sociale, CNPS) verpflichtend. Die CNPS deckt unter anderem Altersleistungen, Familienleistungen, Mutterschaft, Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten ab. Krankheit und Arbeitslosigkeit gehören derzeit nicht zum regulären CNPS-Schutz. Für informell Beschäftigte bleibt der Schutz begrenzt; die CNPS betreibt zwei Zentren für den informellen Sektor. Der Arbeitsmarkt Kameruns lässt sich daher nicht allein anhand formeller Stellen, öffentlicher Arbeitgeber oder registrierter Verträge verstehen. Beschäftigungsform, Region, Geschlecht, Alter, Ausbildung, Arbeitszeit, Einkommen, Zugang zu Vermittlungsdiensten und Sozialschutz wirken zusammen.
Arbeitsmarkt in Kamerun
Der Arbeitsmarkt in Kamerun umfasst formelle, nicht formelle und überwiegend informelle Beschäftigung. Laut der landesweiten EESI3-Erhebung von 2021 waren 86,6 % der Arbeitsplätze informell; Landwirtschaft, Dienstleistungen, Handel und Industrie prägen die Beschäftigung. Einkommen, Zugang zu Verträgen, Ausbildung und Sozialschutz unterscheiden sich stark nach Geschlecht, Alter, Region und Beschäftigungsform.
Tipp
Betrachte den Arbeitsmarkt Kameruns nicht als einen einheitlichen Stellenmarkt. Entscheide zuerst, ob du eine formelle Stelle suchst, eine Ausbildung brauchst oder eine selbstständige Tätigkeit aufbauen möchtest. Prüfe bei jeder Möglichkeit Vertrag, tatsächliches Einkommen, Arbeitszeit und CNPS-Schutz, denn informelle Vereinbarungen und regionale Unterschiede können deinen Schutz erheblich verändern. Nutze die verfügbaren Zahlen aus dem Jahr 2021 nur als Größenordnung und vergleiche sie mit aktuellen Stellen, Anbietern und Bedingungen.

