2023 waren in Kambodscha etwa 9,297 Millionen Menschen im Alter von 15 bis 64 Jahren erwerbstätig. Die Erwerbsbevölkerung umfasste etwa 9,362 Millionen Menschen; die Erwerbsbeteiligung lag bei 84,2 %, bei Frauen bei 79,5 % und bei Männern bei 89,1 %. Diese Zahlen messen die Beteiligung an Arbeit und Arbeitssuche, nicht nur formelle Beschäftigung. Die Arbeitslosenquote betrug 0,7 %. Eine niedrige Arbeitslosenquote bedeutet jedoch nicht, dass jede Tätigkeit ein stabiles Einkommen, rechtlichen Schutz oder ausreichend Arbeitsstunden bietet. Die Beschäftigten verteilen sich auf verschiedene Erwerbsstellungen. Lohn- und Gehaltsempfänger machten 51,4 % der Erwerbstätigen aus, Selbstständige ohne Beschäftigte und andere Selbstständige 34,8 %, unbezahlte mithelfende Familienangehörige 13,6 % und Arbeitgeber 0,1 %. Diese Angaben zur Erwerbsstellung zeigen für sich genommen nicht, ob eine Tätigkeit formell oder informell ist. Eine registrierte formell beschäftigte Person wird im formellen Beschäftigungssystem erfasst; viele andere Erwerbstätige fallen nicht in diese Kategorie, obwohl sie Einkommen erzielen. 2023 arbeiteten 33,4 % der Beschäftigten in der Landwirtschaft, 26,7 % in der Industrie und 39,9 % im Dienstleistungssektor. Der Anteil der Landwirtschaft an der Beschäftigung ist seit 2009 gesunken, während Industrie und Dienstleistungen gewachsen sind. In ländlichen Gebieten bleibt die Landwirtschaft besonders wichtig. Die Beschäftigung in Phnom Penh war vorwiegend auf Dienstleistungen ausgerichtet: 74,0 % entfielen auf Dienstleistungen, 24,8 % auf die Industrie und 1,2 % auf die Landwirtschaft. In anderen städtischen Gebieten waren es 47,0 %, 34,1 % und 18,9 %; in den übrigen ländlichen Gebieten 27,9 %, 24,0 % und 48,1 %. Daher kann eine Arbeitssuche in Phnom Penh mehr Stellen im Dienstleistungsbereich bieten, während ländliche Gebiete mehr landwirtschaftliche Arbeit und einige industrielle Möglichkeiten bieten. Die Qualifikationen reichen von allgemeiner Bildung und Lernen am Arbeitsplatz bis hin zu technischer und beruflicher Ausbildung (vocational training). Von der Erwerbsbevölkerung im Alter von 15 bis 64 Jahren hatten 34,6 % keine oder nur teilweise Schulbildung, 31,1 % einen Primarschulabschluss, 16,2 % einen Abschluss der unteren Sekundarstufe, 9,2 % einen Abschluss der oberen Sekundarstufe und 8,8 % eine postsekundäre Bildung. Der vom Ministry of Labour and Vocational Training verwendete Cambodia Qualifications Framework ordnet Führungskräfte, Ingenieurinnen und Ingenieure sowie andere Fachkräfte im Allgemeinen einem Bachelorabschluss oder höher zu; Technikerinnen und Techniker einem höheren Diplom oder Associate Degree; qualifizierte Arbeitskräfte und Maschinenbedienende technischen und beruflichen Zertifikaten; und einfache Tätigkeiten einer Grundbildung. Der tatsächliche Zugang hängt weiterhin von Beruf, Arbeitgeber, Erfahrung und nachgewiesenen Fähigkeiten ab. Das Einkommen variiert stark nach Wohnort, Beruf und Qualifikation. Die Haushaltserhebung von 2023 wies ein durchschnittliches monatliches Haushaltseinkommen aus Löhnen und Gehältern von etwa 1,353 Millionen KHR landesweit aus, 2,079 Millionen KHR in Phnom Penh, 1,596 Millionen KHR in anderen städtischen Gebieten und 1,092 Millionen KHR in ländlichen Gebieten. Dies sind Haushaltsbeträge und keine garantierten individuellen Löhne. Der Beschäftigungsausblick 2024 des Ministry of Labour and Vocational Training nannte berufliche Durchschnittswerte wie 2.150 USD für eine Leitungskraft im Gesundheitswesen, 1.682 USD für eine Fachärztin oder einen Facharzt, 1.236 USD für eine Finanzleitung und 621 USD für eine Bauingenieurin oder einen Bauingenieur. Solche Angaben sind Durchschnittswerte für bestimmte Berufe; Leistungen können zusätzlich anfallen. Kambodscha hat einen gesetzlichen Mindestlohn, der besonders für die Bekleidungs-, Schuh- und Reiseartikelbranche relevant ist. Die verfügbaren Belege weisen jedoch keinen verlässlichen allgemeinen Mindestbetrag für alle Branchen aus. Die National Employment Agency bietet öffentliche Stellenvermittlung über 13 Arbeitsvermittlungszentren in Provinzen und Gemeinden, Jobmessen und Online-Kanäle wie careerfair.nea.gov.kh. Arbeitssuchende können sich auch direkt bewerben, Vermittlungswege über Schulen oder berufliche Ausbildung nutzen oder lizenzierte private Vermittlungsagenturen kontaktieren. Die tatsächliche Vermittlung hängt von Wohnort, Sprache, Qualifikation und Erfahrung ab. Der Beschäftigungsausblick des Ministry of Labour and Vocational Training nutzt Daten der National Employment Agency und Angaben von 577 Unternehmen. Das Labour Market Information System unterstützt ebenfalls die Erfassung von Unternehmens- und Arbeitsmarktdaten, während die Labour Inspectorate für Arbeitsrecht, Arbeitsbedingungen und Arbeitsschutz zuständig ist. Der National Social Security Fund unterstützt den Sozialschutz im formellen System; der Zugang sollte anhand des Beschäftigungsstatus und des Arbeitgebers geprüft werden. Die Prognose des Ministeriums für 2026 schätzt insgesamt etwa 11,2 Millionen Stellen und rund 445.000 neue Stellen. Auf die Industrie könnten bis zu 285.000 neue Stellen entfallen, darunter in der Bekleidungs-, Schuh- und Reiseartikelproduktion, der übrigen Fertigung, der Lebensmittel- und Getränkeproduktion, dem Bau, dem Transport und der Lagerhaltung. Auch Beherbergung und Gastronomie dürften wachsen. Die höchste Nachfrage wird für qualifizierte Arbeitskräfte und Maschinenbedienende prognostiziert, gefolgt von Bürokräften, Beschäftigten im Dienstleistungs- und Verkaufsbereich, Hilfskräften, Technikerinnen und Technikern sowie Führungskräften, Ingenieurinnen und Ingenieuren und anderen Fachkräften. Die Nachfrage nach Kompetenzen in digitaler Technologie, Datenwissenschaft, Anwendungen generativer künstlicher Intelligenz, Automobil- und Elektroniktechnik, Automatisierung, Energie, analytischem Denken und Anpassungsfähigkeit nimmt ebenfalls zu. Dies sind Prognosen, keine gemessenen Ergebnisse und keine Garantie für offene Stellen. 2025 erreichte die Zahl der registrierten formell Beschäftigten 2.217.525, ein Anstieg um 22 % gegenüber 2024. Auf die Bekleidungs-, Schuh- und Reiseartikelproduktion entfielen 1.134.091 dieser Beschäftigten; Branchen außerhalb dieses Bereichs kamen auf etwa 191.433 hinzu. Formelle Beschäftigung kann den Zugang zu rechtlichem und sozialem Schutz erweitern. Diese Zahlen bilden jedoch nicht den gesamten Arbeitsmarkt ab, da viele Menschen selbstständig, als Familienarbeitskräfte oder informell tätig sind. Kambodschanische Arbeitskräfte nutzen auch Wege zur Arbeitsmigration nach Thailand, in die Republik Korea, nach Malaysia, Japan und Singapur. Reguläre Wege beziehen das Ministry of Labour and Vocational Training und lizenzierte private Vermittlungsagenturen gemäß Sub-Decree 190 ein; dazu gehören vorab bereitgestellte Informationen, ein Vertrag, eine Vorbereitung vor der Abreise und ein Zertifikat. Vermittlungsgebühren, irreguläre Migration, schwache Durchsetzung, Zwangsarbeit und Lücken beim Schutz bleiben Risiken, besonders in der Fischerei und der Verarbeitung von Meeresfrüchten. Arbeitskräfte, die aus Thailand zurückkehren, benötigen möglicherweise eine erneute Anerkennung ihrer Kompetenzen und Unterstützung bei der Stellenvermittlung. Von Ministerium und Partnern erörterte Programme konzentrieren sich in Grenzprovinzen auf landwirtschaftliche Verarbeitung, Leichtindustrie, Dienstleistungen und berufliche Ausbildung. Dass laut dem verfügbaren nationalen Indikator auch 11,9 % der Kinder im Alter von 5 bis 17 Jahren an Arbeit beteiligt sind, zeigt, warum der Zugang zu menschenwürdiger Arbeit und Schutz wichtig ist.
Arbeitsmarkt in Kambodscha
Kambodschas Arbeitsmarkt umfasst formelle Unternehmen, Selbstständigkeit, Familienarbeit und informelle Tätigkeiten in Landwirtschaft, Industrie und Dienstleistungen. 2023 entfielen 39,9 % der Beschäftigten auf Dienstleistungen, 33,4 % auf die Landwirtschaft und 26,7 % auf die Industrie. Die Beschäftigungsmöglichkeiten unterschieden sich deutlich zwischen Phnom Penh, anderen städtischen Gebieten und ländlichen Provinzen. Die Angebote der National Employment Agency, berufliche Ausbildung und direkte Bewerbungen vermitteln Arbeitssuchende an verfügbare Stellen; Qualifikationen, Wohnort, Sprache und Erfahrung beeinflussen den Zugang maßgeblich.
Tipp
Richte deine Arbeitssuche nach Wohnort, Branche, Fähigkeiten und dem benötigten Maß an formellem Schutz aus. Nutze zuerst öffentliche Vermittlungsangebote und geprüfte Arbeitgeber. Vergleiche den tatsächlichen individuellen Lohn, den Vertrag, die Arbeitsbedingungen und den Sozialschutz, statt dich auf Haushaltsdurchschnittswerte oder prognostizierte Stellenzahlen zu verlassen. Behandle eine Anwerbung für Arbeit im Ausland als eigene Risikoentscheidung, bei der Verträge, Gebühren und Vorbereitung dokumentiert sein müssen.

