Die Grundbildung verbindet Primarbildung in den Klassenstufen 1 bis 6 mit unterer oder vorbereitender Bildung in den Klassenstufen 7 bis 9. Die Sekundarbildung umfasst die Klassenstufen 10 bis 12. Schulen können staatlich oder privat, nur für Mädchen oder Jungen, nur Grund- oder Sekundarschulen oder kombinierte Grund- und Sekundarschulen sein. Ein nationales Gegenstück zu einem getrennten Sonderschulsystem lässt sich nicht zuverlässig nachweisen. Die aktuellen Inklusionsbemühungen passen Unterstützung und sonderpädagogischen Unterricht hauptsächlich innerhalb regulärer Schulen an. Das Bildungsministerium, die Bildungsämter der Gouvernements und Distrikte sowie einzelne Schulen teilen sich die Verantwortung für Bildung. Die international anerkannte Regierung und die Behörden, die Sanaa kontrollieren, betreiben parallele Systeme; Lehrpläne, Schulkalender, Lehrergehälter und verfügbare Ressourcen können sich daher je nach Gebiet unterscheiden. Auch Sicherheitslage, Vertreibung, beschädigte Gebäude und verfügbares Lehrpersonal verändern die örtlichen Bedingungen. Kinder beginnen die erste Klasse üblicherweise im Alter von etwa sechs Jahren. Für die Anmeldung können Geburtsurkunde, Foto, Impfkarte sowie frühere Schul- oder Übertrittsunterlagen erforderlich sein. Anmeldezeiträume und Schulbeginn werden von den zuständigen Bildungsbehörden festgelegt. So sah ein Kalender für das Gebiet Aden 2024/25 Anmeldungen ab dem 5. August 2024 und Unterrichtsbeginn am 18. August 2024 vor. Eine verlässlich bestätigte landesweite Regel für Einzugsgebiete oder Schulwahl gibt es nicht. Zugang kann stattdessen von Entfernung, Sicherheit, verfügbaren Plätzen, beschädigten oder unvollständigen Gebäuden und Doppel-Schichtplänen abhängen. Nach dem Allgemeinen Bildungsgesetz von 1992 ist Grundbildung gesetzlich kostenlos, verpflichtend und diskriminierungsfrei. Die Durchsetzung bleibt wegen Konflikten, Armut, Vertreibung, Kinderarbeit, früher Heirat und beschädigter Schulen schwach. Die Haushaltserhebung 2022/23 meldete eine Netto-Schulbesuchsquote von etwa 75 % in der Grundbildung und 34 % in der Sekundarbildung; die Teilnahme an frühkindlicher Bildung lag bei ungefähr 1 % der Kinder im Alter von 36 bis 59 Monaten. Schätzungen zur Zahl der nicht zur Schule gehenden Kinder zwischen 5 und 17 Jahren reichen je nach Quelle und Berichtszeitraum von etwa 3,7 Millionen bis rund 4,5 Millionen. Schulbesuch und Schulabbruch unterscheiden sich stark nach Ort. Der staatliche Lehrplan umfasst Arabisch, Koran- und Islamkunde, Mathematik, Naturwissenschaften, Sozialkunde, Geschichte, Geografie und Staatsbürgerkunde. Englisch wird im Allgemeinen spätestens ab der 7. bis zur 12. Klasse unterrichtet, doch genauer Beginn und Lehrmaterial unterscheiden sich nach Behörde und Lehrplanversion. Unterrichtssprache ist überwiegend Arabisch. Veraltete oder überladene Materialien, Lehrbuchmangel, Lehrkräftemangel, unregelmäßige oder unbezahlte Lehrtätigkeit, Doppel-Schichten und verkürzte Schuljahre verringern die Lernzeit. Eine Bildungsschätzung setzt den jährlichen Unterricht auf etwa 350 Stunden gegenüber einem Standard von 750 Stunden an. Zu den Reformprioritäten für 2025–2030 gehören Lese- und Rechenkompetenz, Lehrkräftefortbildung, Bildungsaufsicht und die Einstellung von Lehrerinnen. Schulen nutzen Klassen- und Übertrittsprüfungen. Das Zentrum für Bildungsforschung und -entwicklung prüft Arabisch, Naturwissenschaften und Mathematik in den Klassenstufen 4 bis 6. Nationale Prüfungen finden am Ende der 9. und 12. Klasse statt. Die Generaldirektion für Prüfungen verwaltet Prüfungen, Ergebnisse, Zertifikatsvalidierung und Anerkennungsverfahren für öffentliche und private Schulen. Am Ende der 9. Klasse kann das Grundbildungszeugnis erworben werden. Die 12. Klasse führt zum allgemeinen Sekundarschulabschluss. Die naturwissenschaftlichen und geisteswissenschaftlichen Zweige heißen علمي und أدبي. Der naturwissenschaftliche Zweig ist im Allgemeinen mit einem späteren Studium in Naturwissenschaften und Ingenieurwesen verbunden; der geisteswissenschaftliche Zweig mit Fächern der Geisteswissenschaften. Eine Bestehensquote, etwa die gemeldeten Raten von 86 % in der Grundbildung und 90 % in der Sekundarbildung für 2021/22, belegt für sich genommen keine gute Lernqualität. Für öffentliche Grundbildung werden keine gesetzlichen Schulgebühren erhoben. Familien können dennoch für Bücher, Lernmaterialien, Uniformen, Transport, Nachhilfe und den Zeitaufwand des Schulbesuchs zahlen. Materialien in öffentlicher Kindergartenbetreuung können kostenlos bereitgestellt werden, während private Kindergärten in der Regel Gebühren verlangen. Private Schulen und Kindergärten erheben Schulgeld; ein landesweit verlässliches Angebot an Schulmahlzeiten gibt es nicht. Unterstützung ist meist projekt- und ortsbezogen statt ein allgemeiner Anspruch. Programme können Schulmahlzeiten, Schultaschen, Lernmaterialien, Wasser- und Sanitäranlagen, Schulzuschüsse, Gebäudesanierung, Lehrkräfteanreize, beschleunigtes Lernen, Grundförderung in Lesen und Rechnen, Förderunterricht, Fernunterricht oder selbstständiges Lernmaterial bereitstellen. UNICEF berichtete 2024 von Sanierung oder Bauarbeiten an 1.171 Schulen, verbessertem Zugang für mehr als 454.700 Kinder und monatlichen Anreizen für mehr als 44.870 Lehrkräfte. Unterstützungsmaßnahmen geben häufig Mädchen, Kindern auf dem Land, vertriebenen Kindern, Kindern in Armut, Kindern mit Behinderungen und anderen benachteiligten Gruppen Vorrang. Getrennte Sanitäranlagen, sicherere Lernräume, Mädchenschulen, Lehrerinnen und angepasste Unterrichtsmaterialien können Hindernisse verringern. Entfernung, Unsicherheit, Armut und nicht barrierefreie Gebäude schränken den Schulbesuch jedoch weiterhin ein. Das Grundbildungszeugnis ermöglicht üblicherweise den Übergang in die Sekundarbildung. Der allgemeine Sekundarschulabschluss kann nach den geltenden Voraussetzungen den Zugang zu tertiärer Bildung unterstützen. Hochschulbildung, berufliche Bildung außerhalb des formellen Schulsystems, Weiterbildung und Kinderbetreuung ohne anerkannte Schulfunktion gehören zu anderen Themenbereichen.
Schule im Jemen
Das formelle Schulsystem im Jemen folgt einer Struktur von 9+3 Jahren. Die Grundbildung umfasst die Klassenstufen 1 bis 9, gefolgt von drei Jahren Sekundarbildung in den Klassenstufen 10 bis 12. Der Kindergarten ist üblicherweise für Kinder von drei bis sechs Jahren gedacht, aber nicht verpflichtend. Zugang, Kalender, Unterrichtsbedingungen und Schulverwaltung unterscheiden sich aufgrund konfliktbedingter Unterbrechungen und paralleler Bildungsbehörden erheblich zwischen den Gebieten.
Tipp
Die Wahl einer Schule im Jemen erfordert eine ortsspezifische Prüfung von Sicherheit, Kontinuität, Unterrichtszeit, verfügbaren Plätzen und Gesamtkosten für die Familie. Unterscheiden Sie zwischen öffentlichen und privaten Angeboten und nehmen Sie nicht an, dass eine hohe Prüfungsquote gute Lernergebnisse belegt. Bewahren Sie Anmelde- und Übertrittsunterlagen auf und bestätigen Sie lokalen Kalender und Zertifikatsweg, bevor Sie sich festlegen.

