Die Beschäftigungs- und Arbeitslosigkeitserhebung (Employment & Unemployment Survey, EUS) 2023–24/2024 deckt einen Zeitraum von 12 Monaten, etwa 6.000 Haushalte und 600 Erhebungsgebiete in allen vier Landesteilen Fidschis einschließlich der Inselgebiete ab. Sie wendet aktualisierte Standards der 19. und 21. Internationalen Konferenz der Arbeitsstatistiker an. Daher sind ihre Ergebnisse nicht direkt mit der Erhebung von 2015–16 vergleichbar. Von den Menschen ab 15 Jahren waren 314.898 Teil der Erwerbsbevölkerung; die Erwerbsbeteiligungsquote (LFPR) lag damit bei 51,2 Prozent. Zur Erwerbsbevölkerung gehören Erwerbstätige und Arbeitslose, die für Arbeit verfügbar sind und Arbeit suchen. Weitere 299.933 Menschen gehörten nicht zur Erwerbsbevölkerung. Die Erhebung verzeichnete 18.073 Arbeitslose; die weiter gefasste Messgröße LU4 zur Unterauslastung der Arbeitskraft lag bei 12,5 Prozent. Außerhalb der Erwerbsbevölkerung gab es 102.106 Erzeuger von Subsistenznahrungsmitteln. An allen Formen der Subsistenzproduktion waren 233.842 Menschen beteiligt. Das zeigt, warum Zahlen zur bezahlten Beschäftigung nicht alle Lebensgrundlagen auf Fidschi abbilden. 57,6 Prozent der Erwerbstätigen arbeiteten im Dienstleistungssektor, 23,3 Prozent in Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei und 14,5 Prozent in der Industrie. Auf Groß- und Einzelhandel entfielen 19,9 Prozent der Beschäftigung, auf sonstige Dienstleistungen 19,3 Prozent, auf Beherbergung und Gastronomie 7,4 Prozent, auf das verarbeitende Gewerbe 6,5 Prozent, auf das Baugewerbe 6,3 Prozent, auf Bildung 5,9 Prozent und auf öffentliche Verwaltung und Verteidigung 5,3 Prozent. Diese Zahlen beschreiben die Beschäftigungsstruktur und garantieren keine offenen Stellen. Tourismus, Einzelhandel, öffentliche Dienstleistungen, Bildung und Bau gehören zu den Bereichen mit sichtbarer formeller Nachfrage. Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei bleiben zugleich wichtige Lebensgrundlagen und Bereiche informeller Arbeit. Im zentralen Landesteil waren 131.956 Menschen erwerbstätig, im westlichen 119.017. Im nördlichen Landesteil waren es 33.413 und im östlichen 12.439. Lohnabhängige Beschäftigung machte 72,4 Prozent der Beschäftigung im zentralen, 63,1 Prozent im westlichen, 50,2 Prozent im nördlichen und 28,6 Prozent im östlichen Landesteil aus. Selbstständige ohne Beschäftigte stellten im Osten 62,2 Prozent. Ländliche und maritime Gemeinden stützen sich im Allgemeinen stärker auf Selbstständigkeit und Subsistenzwirtschaft und haben größere Einschränkungen beim Verkehr und beim Marktzugang. Suva und Nadi bündeln einen großen Teil der formellen Nachfrage. Der Standort einer offenen Stelle beseitigt jedoch nicht die Kosten für Fahrt, Umzug oder den unregelmäßigen Zugang zu Dienstleistungen. Die Erwerbsbeteiligungsquote lag bei Männern bei 65,7 Prozent und bei Frauen bei 36,2 Prozent. Die Arbeitslosenquote betrug 4,9 Prozent bei Männern und 7,4 Prozent bei Frauen; LU4 lag bei Männern bei 9,9 Prozent und bei Frauen bei 16,9 Prozent. Unbezahlte Sorgearbeit und informelle Arbeit sind erhebliche Hindernisse für den Zugang von Frauen zu bezahlter Beschäftigung. Bei jungen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren lag die Arbeitslosenquote bei 18,3 Prozent. Fidschis nationale NEET-Messgröße für die Altersgruppe von 15 bis 35 Jahren erfasste 67.924 Menschen beziehungsweise 26,6 Prozent; die Quote lag bei Frauen bei 39,4 Prozent und bei Männern bei 14,8 Prozent. Die UN-NEET-Messgröße für 15- bis 24-Jährige betrug 23,7 Prozent. Die Quoten lagen im östlichen Landesteil bei 42,8 Prozent, im nördlichen bei 26,1 Prozent, im westlichen bei 24,2 Prozent und im zentralen bei 21,0 Prozent. Bei iTaukei lag die Erwerbsbeteiligungsquote bei 51,4 Prozent und die Arbeitslosigkeit bei 6,5 Prozent; bei Indo-Fidschianern waren es 51,4 Prozent und 4,5 Prozent, bei anderen Gruppen 45,9 Prozent und 5,6 Prozent. Arbeitnehmer machten 57,0 Prozent der Erwerbstätigen aus, Arbeitgeber 3,1 Prozent, Selbstständige ohne Beschäftigte 23,7 Prozent und mithelfende Familienangehörige 1,1 Prozent. Von den Arbeitnehmern hatten 68,5 Prozent ein unbefristetes, 15,7 Prozent ein befristetes und 12,3 Prozent ein kurzfristiges oder gelegentliches Beschäftigungsverhältnis. Die EUS unterscheidet zwischen dem informellen Sektor und informeller Beschäftigung: Informell beschäftigt waren 41,9 Prozent der Erwerbstätigen; zum informellen Sektor gehörten 97.654 Menschen beziehungsweise 33 Prozent der Beschäftigten. Informelle Arbeit ist besonders häufig in Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei sowie im östlichen und nördlichen Landesteil und in ländlichen Gebieten. Sie kann Einkommen sichern, wenn es nur wenige formelle Stellen gibt, bietet aber üblicherweise weniger verlässliche Einkünfte und einen schwächeren Zugang zu formellem Schutz. Innerhalb der Erwerbsbevölkerung hatten 69,8 Prozent einen Sekundarschulabschluss, 25,6 Prozent einen tertiären Bildungsabschluss und 4,2 Prozent einen Grundschulabschluss. Der Anteil mit tertiärer Bildung war bei Frauen mit 32,4 Prozent höher als bei Männern mit 22,0 Prozent. Die Fiji National University und das National Training and Productivity Centre unterstützen die technische und berufliche Ausbildung (Technical and Vocational Education and Training, TVET), darunter kurze Kurse, Lehrstellen und praktische Prüfungen in einem Handwerk. Der Nationale Qualifikationsrahmen (National Qualifications Framework) verbindet Zertifikate, Diplome und Studienabschlüsse; das Nationale System für berufliche Prüfungen (National Trade Testing Scheme) umfasst 29 Berufe. Es verlangt keinen bestimmten Mindestschulabschluss, aber Bewerber benötigen die einschlägigen praktischen und technischen Kenntnisse. Zugang und Gebühren hängen vom Kurs und der verfügbaren Finanzierung ab; einen allgemeinen Anspruch auf kostenlose Ausbildung gibt es auf Fidschi nicht. Das Nationale Beschäftigungszentrum (National Employment Centre, NEC) unter dem Ministerium für Beschäftigung, Produktivität und Arbeitsbeziehungen (Ministry of Employment, Productivity and Workplace Relations, MEPWR) bietet landesweit eine zentrale Anlaufstelle für die Förderung von Beschäftigung. Es bietet Registrierung, Beratung, Lebens- und Beschäftigungskompetenzen, Unterstützung bei der Unternehmensgründung, Vermittlung, berufliche Arbeitserfahrung, Freiwilligenmöglichkeiten und Wege in eine Beschäftigung im In- oder Ausland. Das lokale Registrierungssystem für Beschäftigung des NEC (NEC Local Employment Registration System) ging am 1. Februar 2026 in Betrieb und unterstützt Vermittlung, Arbeitsmarktdaten und die Erfassung von Qualifikationslücken. Bei der Registrierung werden Profil, Qualifikation und Erfahrung erfasst; eine Vermittlung ist nicht garantiert. In den verfügbaren Recherchen war keine offizielle Zugangsgebühr angegeben. Illegale Arbeitsvermittler sollten gemieden werden. Seit dem 1. April 2025 beträgt der nationale Mindestlohn 5,00 FJD pro Stunde; zuvor lag er seit dem 1. August 2024 bei 4,50 FJD. Für zehn Branchen gelten außerdem eigene Branchenmindestlöhne, die in zwei Stufen jeweils um 0,50 FJD angehoben werden. Beispiele ab dem 1. April 2025 sind 5,44 FJD pro Stunde für Kassierer im Einzelhandel und 7,54 FJD für Vorarbeiter im Baugewerbe. Laut EUS lag das durchschnittliche Monatseinkommen von Arbeitnehmern bei 1.392 FJD, bei Männern bei 1.403 FJD und bei Frauen bei 1.375 FJD. Im formellen Sektor betrug das durchschnittliche Einkommen bei Männern etwa 1.444 FJD und bei Frauen 1.431 FJD, in der Landwirtschaft etwa 846 FJD, in der Bildung 1.641 FJD und in der öffentlichen Verwaltung und Verteidigung 1.662 FJD. Die Einkommen in informellen Beschäftigungsverhältnissen und im Haushaltssektor sind deutlich niedriger. Außerdem unterscheiden sich die Löhne nach Region und Geschlecht. Die Verfassung Fidschis erkennt ein fortschreitend zu verwirklichendes Recht auf Arbeit und einen gerechten Mindestlohn an. Das MEPWR verwaltet das Beschäftigungsbeziehungsgesetz von 2007 (Employment Relations Act 2007), das Gesetz über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit von 1996 (Health and Safety at Work Act 1996), das Gesetz über das Nationale Beschäftigungszentrum von 2009 (National Employment Centre Act 2009) und das Gesetz über Arbeitnehmerentschädigung (Workers Compensation Act). Arbeitsnormen, Dienste für Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz, Mediation, das Arbeitsbeziehungstribunal und der dreigliedrige Dialog gehören zum Rahmen des Arbeitsmarkts. Die Änderung des Beschäftigungsbeziehungsgesetzes von 2023 erweiterte die Vereinigungsfreiheit in Finanzdienstleistungen, Telekommunikation, ziviler Luftfahrt, öffentlichen Versorgungsbetrieben und im öffentlichen Dienst. Vorgeschlagene Reformen, darunter ein Beschäftigungsbeziehungsgesetz und ein Gesetz zur Arbeitsfürsorge sowie eine Nationale Produktivitätskommission, waren Teil der Agenda für 2025 und sind nicht als bereits umgesetzte Änderungen zu behandeln. Fidschis Arbeitsmarkt ist von Fachkräfteabwanderung, Bevölkerungsbewegungen und einem Mangel an Buchhaltern, Ingenieuren und qualifizierten Handwerkern betroffen. Mögliche Wachstumsbereiche sind Geschäftsprozess-Outsourcing, die Weiterverarbeitung landwirtschaftlicher Produkte, erneuerbare Energien und die digitale Wirtschaft. Fidschianer können sich über das australische Programm für Arbeitsmobilität im Pazifik (Pacific Australia Labour Mobility, PALM) und das neuseeländische Programm für anerkannte Saisonarbeitgeber (Recognised Seasonal Employer, RSE) für genehmigte Saisonarbeit im Ausland bewerben. Das NEC ist Fidschis autorisierte Stelle für Vorbereitung und Vermittlung im Rahmen dieser staatlichen Programme. Im Mai 2025 waren etwa 1.000 Fidschianer im neuseeländischen RSE-Programm. Die Programme können Einkommen, Kenntnisse und Rücküberweisungen ermöglichen, bergen aber auch Risiken wie Trennung von der Familie, Abwanderung qualifizierter Arbeitskräfte und Betrug durch Vermittler. Wer keine fidschianische Staatsangehörigkeit hat und auf Fidschi arbeiten möchte, benötigt im Allgemeinen eine vom Arbeitgeber unterstützte Arbeitserlaubnis über das Einwanderungsministerium nach dem Einwanderungsgesetz von 2003 (Immigration Act 2003). Zum Antrag gehören normalerweise ein Arbeitsvertrag sowie medizinische und polizeiliche Nachweise und, falls relevant, eine Regelung für die Einarbeitung oder Ausbildung einer lokalen Nachwuchskraft. Mit einer Besuchserlaubnis kann innerhalb des Landes kein Antrag auf eine Arbeitserlaubnis gestellt werden. Die angegebenen Gebühren betragen 650,05 FJD für den Antrag und 185 FJD für die Erteilung der Erlaubnis. Die Bearbeitungszeit hängt vom Einzelfall ab; unvollständige Unterlagen können zur Ablehnung führen. Der Arbeitgeber ist laut Vertrag für die Rückführung verantwortlich. Ein Arbeitgeberwechsel erfordert die Genehmigung der Einwanderungsbehörde. Kurzzeiterlaubnisse gelten bis zu einem Jahr, Langzeiterlaubnisse üblicherweise drei Jahre. Diese Regelung soll nachgewiesenen lokalen Qualifikationsbedarf decken und ersetzt nicht die übliche Arbeitsvermittlung vor Ort.
Arbeitsmarkt auf Fidschi
Fidschis Arbeitsmarkt umfasst formelle Beschäftigung, Selbstständigkeit, Subsistenzwirtschaft und informelle Arbeit in den Bereichen Dienstleistungen, Landwirtschaft, Industrie und öffentliche Einrichtungen. Die Beschäftigungs- und Arbeitslosigkeitserhebung 2023–24 zählte 296.825 Erwerbstätige; die Arbeitslosenquote lag bei 5,7 Prozent unter einer Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter von 614.832 Menschen. Zugang, Bezahlung und Berufsaussichten unterscheiden sich deutlich nach Geschlecht, Alter, Region, Qualifikation und Branche.
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