Fidschi hat eine vielfältige religiöse Landschaft. Dazu gehören die Methodist Church in Fiji and Rotuma, katholische und anglikanische Kirchen, Gemeinschaften der Siebenten-Tags-Adventisten und der Assembly of God, hinduistische Organisationen wie die Sanatan Dharam Pratinidhi Sabha und die Arya Pratinidhi Sabha, die Fiji Muslim League, Sikh-Gemeinschaften und weitere Glaubensgruppen. Der lokale Begriff lotu wird häufig für Religion oder Glauben verwendet; iTaukei- und indo-fijianische Gemeinschaften haben unterschiedliche historische und institutionelle Verbindungen zum religiösen Leben. Die Volkszählung 2017 erfasste 884.887 Einwohner. Die zugängliche offizielle Religionstabelle enthält Daten von 2007 und verzeichnete 539.536 Christen, 233.393 Hindus, 52.520 Muslime, 2.577 Sikhs, 7.073 Personen ohne Religion und 2.172 Personen mit einer anderen Religion. Das verfügbare offizielle Material enthält keine belegte aktualisierte religiöse Aufschlüsselung für 2017. Die Abschnitte 4 und 22 der Verfassung schützen Religionsfreiheit. Der Staat darf keine Religion bevorzugen oder auferlegen; religiöser Glaube setzt weder die Verfassung noch andere Gesetze außer Kraft. Menschen dürfen individuell und in Gemeinschaften Gottesdienste feiern, religiöse Gebote beachten, ihren Glauben praktizieren und lehren. Einschränkungen können zum Schutz der Rechte und Freiheiten anderer, der öffentlichen Sicherheit, Ordnung, Moral und Gesundheit sowie zur Abwehr von Belästigungen gelten. Niemand darf zu einer Handlung gegen den eigenen Glauben oder zu einem Eid gezwungen werden, der diesem Glauben widerspricht. Lokale Glaubensgemeinschaften legen viele praktische Details fest, darunter Zugang zur Gemeinde, Gottesdienstzeiten, Spenden, Unterricht und religiöse Riten. Im verfügbaren institutionellen Rahmen ist keine einzelne nationale Religionsbehörde für Fidschi benannt. Religiöse Gemeinschaften und Konfessionen dürfen Schulen gründen und verwalten, sofern sie die gesetzlichen Standards erfüllen. Religionsunterricht ist erlaubt; Lehrkräfte dürfen jedoch nicht gegen ihr Gewissen zum Handeln gezwungen werden. Eltern oder Vormunde können eine vollständige oder teilweise Befreiung vom Religionsunterricht beantragen. Schülerinnen und Schüler dürfen nicht zur Teilnahme an einer Zeremonie einer anderen Religion oder einer Zeremonie ohne Glaubensbezug gezwungen werden. Das Ministry of Education genehmigt, anerkennt oder registriert neue und geänderte Schulen und Programme. Zu den Schulnetzwerken in Trägerschaft von Glaubensgemeinschaften gehören Einrichtungen der Fiji Muslim League, Sanatan Dharam, TISI Sangam, Arya Samaj und Sikh Association. Gebühren und besondere Regelungen für Religionsunterricht unterscheiden sich vor Ort; die verfügbaren Angaben belegen keinen landesweit einheitlichen Tarif. Der nationale Feiertagskalender 2026 führt Karfreitag am 3. April, Ostersamstag am 4. April, Ostermontag am 6. April, den Geburtstag des Propheten Mohammed am 24. August, Diwali am 9. November und den ersten Weihnachtstag am 25. Dezember auf. Ein religiöser Anlass, der nicht im nationalen Kalender steht, etwa Eid, kann für eine Gemeinschaft dennoch bedeutsam sein, erhält aber nicht denselben Status als nationaler Feiertag. Gottesdienstzeiten und lokale Feiern organisiert weiterhin die jeweilige Glaubensgemeinschaft. Religiöse Riten für Geburten, Eheschließungen und Todesfälle richten sich hauptsächlich nach der jeweiligen Gemeinde; der staatliche Rechtsrahmen ist davon getrennt. Für eine rechtlich anerkannte Ehe müssen die Beteiligten grundsätzlich mindestens 18 Jahre alt sein, eine Eheschließungsabsicht anmelden, erklären, die einschlägige Wohnsitzvoraussetzung von mindestens sieben Tagen vor der Anmeldung erfüllt zu haben, und eine Zeremonie vor dem Registrar-General, einem District Registrar oder einem registrierten Marriage Officer abhalten. Eine Sondergenehmigung kann möglich sein. Bei einer Zeremonie durch einen Registrar sind mindestens zwei Trauzeugen erforderlich; die Registrierung im staatlichen Geburten-, Todesfall- und Eheschließungssystem schafft den rechtlichen Nachweis. Eine beglaubigte Heiratsurkunde kostet 15 VEP, eine Geburts- oder Sterbeurkunde 10 VEP, eine verspätete Geburtsregistrierung 20 VEP und eine verzierte Urkunde 50 VEP. Gebühren und Zeitpunkt religiöser Zeremonien sind zentral nicht einheitlich geregelt. Der interreligiöse Dialog in Fidschi wird durch gemeinsame Initiativen und nicht durch eine gesetzliche zentrale interreligiöse Behörde organisiert. Den National Faith Leaders’ Dialogue 2025 organisierten die Pacific Conference of Churches und der Fiji Council of Churches; christliche, hinduistische und muslimische Organisationen nahmen teil. Konsultationen der Regierung und Polizei mit Glaubensgemeinschaften befassten sich 2025 außerdem mit Sakrileg und dem Schutz von Gotteshäusern. Diese Foren fördern Zusammenarbeit, ersetzen aber weder die rechtlichen Befugnisse des Staates noch die Regeln einzelner Glaubensgemeinschaften.
Religion in Fidschi
Religion in Fidschi umfasst christliche, hinduistische, muslimische, sikhistische und andere Gemeinschaften. Gottesdienste, Unterricht und Praktiken zu wichtigen Lebensereignissen werden hauptsächlich von lokalen Kirchen, Mandirs, Masjids, Gurdwaras und anderen Glaubensgemeinschaften organisiert. Fidschi ist ein säkularer Staat, der Glauben, Gottesdienst, religiöse Beachtung, Praxis und Lehre schützt und zugleich Religion vom Staat trennt. Öffentliche Feiertage, Schulen in Trägerschaft von Glaubensgemeinschaften und rechtlich anerkannte Eheschließungen verbinden nationale Regeln mit lokalen Vereinbarungen.
Tipp
Behandle religiöse Angelegenheiten in Fidschi als zwei getrennte Zuständigkeiten. Frage die örtliche Glaubensgemeinschaft nach Gottesdiensten, Zeremonien, Zeiten, Zugang und lokalen Gebühren. Frage die staatliche Stelle oder Institution nach Rechtsnachweisen, Schulregeln und nationalen Feiertagen. Kläre vor der Buchung einer Veranstaltung, der Schulwahl oder dem Vertrauen auf eine Zeremonie als rechtlichen Nachweis, welche Regeln gelten.

