In Eritrea gibt es kein staatliches Registrierungs- oder Genehmigungsverfahren für Dating oder romantische Beziehungen. Eine Verlobung ist ein vertragliches Versprechen zu heiraten, das nach örtlicher Praxis normalerweise mit zwei Zeugen geschlossen wird. Dafür ist kein Eintrag beim Standesamt erforderlich. Ein einfaches Eheversprechen gilt nicht automatisch als Verlobung. Wurde kein Hochzeitstermin vereinbart, sollte die Ehe im Allgemeinen innerhalb von sechs Monaten geschlossen werden, nachdem eine Partei sie verlangt hat. Bei einem Verstoß können Geschenke zurückgefordert, Ausgaben ersetzt und möglicherweise bis zu 10.000 Nakfa als Entschädigung für immaterielle Schäden verlangt werden. Für eine Klage gilt eine Frist von einem Jahr. Eine Ehe kann standesamtlich, religiös oder gewohnheitsrechtlich geschlossen werden. Die standesamtliche Registrierung erfolgt dezentral über Personenstandsbeamte des Ministeriums für Kommunalverwaltung. Für andere Eheformen sind religiöse und gewohnheitsrechtliche Autoritäten zuständig. Landesweit dokumentierte Gebühren, Anforderungen an Bescheinigungen, Bearbeitungsfristen und Folgen verspäteter Registrierung sind nicht bekannt. Zeremoniekosten unterscheiden sich je nach Gemeinschaft und Religion. Bigamie verhindert eine gültige neue Ehe. Beide Partner müssen persönlich zustimmen; eine unter Drohungen geschlossene Ehe ist ungültig. Das reguläre Mindestheiratsalter beträgt für beide Partner 18 Jahre. Eine gesetzliche Ausnahme gilt, wenn beide mindestens 16 Jahre alt sind und eine Schwangerschaft oder Geburt vorliegt. Eine zusätzliche Ausnahmegenehmigung kann der Justizminister oder eine befugte Amtsperson erteilen. Mit der Ehe entstehen Pflichten zu Achtung, Treue, Schutz, Unterstützung und Beistand sowie gleiche Rechte und Verantwortlichkeiten. Beide Partner tragen gemeinsam Verantwortung für die Gestaltung des Familienlebens, die Erziehung der Kinder und den Wohnsitz. Vermögens- und Unterhaltsfolgen richten sich nach den jeweils anwendbaren Rechtsvorschriften. Ein Zusammenleben ohne Ehe kann nach mindestens fünf Jahren rechtliche Folgen haben: Nach dem Ende der Beziehung kann ein Gericht Unterhalt und bis zu ein Viertel des Vermögens zusprechen. Im Todesfall kann sich die Erbfolge an der Stellung eines überlebenden Ehepartners orientieren. Gesundheitsangebote nach Eritreas Richtlinie zu jugendfreundlicher sexueller und reproduktiver Gesundheit richten sich an verheiratete und unverheiratete Jugendliche, Mädchen wie Jungen. Dazu gehören Verhütung, Überweisungen zu HIV- und sexuell übertragbaren Infektionen sowie Beratung. Gesellschaftliche Stigmatisierung und weitere Kosten im Zusammenhang mit sexueller Aktivität außerhalb der Ehe gibt es, ihr landesweites Ausmaß ist jedoch nicht zuverlässig gemessen. Häusliche Gewalt ist kein eigener Straftatbestand, Körperverletzung jedoch schon. Behörden greifen Berichten zufolge selten ein. Ein Länderbericht aus dem Jahr 2023 hält fest, dass Vergewaltigung in der Ehe nur dann strafbar ist, wenn die Ehepartner dauerhaft getrennt leben. In einer Erhebung von 2010 hielten 51 % der Frauen im Alter von 15 bis 49 Jahren mindestens einen Grund für das Schlagen der Ehefrau für gerechtfertigt. Einvernehmliche gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen sind in Eritrea mit einer angegebenen Freiheitsstrafe von fünf bis sieben Jahren strafbar. Berichten aus dem Jahr 2023 zufolge wurde das Gesetz angewandt. Ein allgemeiner Schutz vor Diskriminierung, eine rechtliche Anerkennung des Geschlechts oder ein Beziehungsrechtsschutz für gleichgeschlechtliche Paare ist nicht dokumentiert. Es wird von starker gesellschaftlicher und religiöser Diskriminierung berichtet. Eine landesweit dokumentierte LGBTQ-Organisation, die Unterstützung bei Beziehungen bietet, ist nicht bekannt. Risiken durch frühe und erzwungene Heirat beeinflussen ebenfalls die Partnerwahl. Von den Frauen im Alter von 20 bis 24 Jahren hatten 2010 insgesamt 41 % vor dem 18. Geburtstag zum ersten Mal geheiratet oder eine Verbindung eingegangen, 13 % vor dem 15. Geburtstag. UNICEF schätzte die Zahl der Kindbräute auf etwa 466.000. Armut, ländlicher Wohnort, begrenzte Bildung, patriarchale Erwartungen sowie familiärer oder gemeinschaftlicher Druck stehen mit diesen Risiken in Zusammenhang. Programme von UNFPA, UNICEF, der National Union of Eritrean Women, dem Gesundheitsministerium und dem Ministerium für Arbeit und Soziales behandeln Aufklärung, Mobilisierung von Gemeinschaften, Bildung und berufliche Unterstützung. Ein landesweiter Dienst für Dating oder Beziehungsberatung ist jedoch nicht bestätigt. Nach einer Trennung kann eine Scheidung mit dem unwiederbringlichen Zerbrechen der Beziehung begründet werden. Ein Jahr Trennung begründet unwiderlegbar die Vermutung, dass die Beziehung zerbrochen ist. Familienmediatoren können eine Versöhnung versuchen und Bedingungen zu Unterhalt, Sorgerecht und Vermögen festlegen. Kommt keine Einigung zustande, sollen sie innerhalb von sechs Monaten nach Antragstellung entscheiden. Auch ein Gerichtsverfahren ist möglich; eine einseitige Verstoßung hat keine rechtliche Wirkung. Scharia-Gerichte behandeln islamische Familienangelegenheiten wie Scheidung, Unterhalt, Abstammung, Sorgerecht und Erbschaft; dabei kann die Wahl des nationalen Rechts möglich sein. Unterschiede in der regionalen Praxis, die tatsächliche Durchsetzung und die Kosten für Registrierung, Zeremonien, Gerichtsverfahren und Beratung sind nicht ausreichend dokumentiert.
Romantische Beziehungen in Eritrea
Romantische Beziehungen in Eritrea sind meist informell und kein separat staatlich registrierter Status. Eine Beziehung kann später in eine Verlobung oder eine standesamtliche, religiöse oder gewohnheitsrechtliche Ehe münden; jede dieser Formen hat andere rechtliche und praktische Folgen. Für eine Ehe müssen beide Partner persönlich zustimmen. Familiärer oder gemeinschaftlicher Druck sowie Risiken durch frühe und erzwungene Heirat sind jedoch dokumentiert. Intimität, Sicherheit, Trennung und gleichgeschlechtliche Beziehungen unterliegen unterschiedlichen gesundheitlichen, gesellschaftlichen und rechtlichen Bedingungen.
Tipp
Gehe davon aus, dass die Beziehung informell ist, bis beide Partner sich bewusst für eine Verlobung oder Ehe entscheiden; Dating selbst begründet weder eine Registrierung noch formellen Schutz. Stelle freie Zustimmung, passende Altersvoraussetzungen, persönliche Sicherheit und die Planung sexueller Gesundheit vor Zeremonien oder Erwartungen der Familie. Wenn ihr eure Beziehung formalisiert, prüft die zuständige Stelle, die benötigten Dokumente, Kosten und späteren Folgen, statt euch auf gewohnheitsrechtliche Annahmen zu verlassen.

