Freundschaften entstehen in Eritrea häufig durch persönliche Einladungen, Hausbesuche, gemeinsame Mahlzeiten, Feste, Kontakte in der Nachbarschaft oder im Dorf, religiöse Anlässe und Schulvereine. Ein Kaffeeritual, oft Jebena genannt, ist ein Brauch der Gastfreundschaft und Begegnung. Dabei wird der Kaffee traditionell in drei Runden ausgeschenkt, die Awol, Kalayieti und Bereka heißen. Die Zusammenkunft kann mehrere Stunden dauern; eine Einladung kann Freundschaft oder Respekt ausdrücken. Bei gesellschaftlichen Anlässen wird mitunter auch Himbasha geteilt, ein traditionelles Brot. Ein Mahber ist eine informelle Gemeinschafts- oder Selbsthilfegruppe, die sich auf eine Nachbarschaft, einen Ort, eine Familie, ethnische Gruppe oder Religion beziehen kann. Mitglieder leisten üblicherweise regelmäßige Beiträge und helfen einander etwa bei Krankheit, einem Unfall, Arbeitsplatzverlust oder einem Todesfall. Ein Oqub oder Iqub ist eine informelle Spar- und Unterstützungsgemeinschaft mit rotierender Auszahlung: Die Mitglieder zahlen einen festen Betrag ein, treffen sich nach dem eigenen Zeitplan der Gruppe und erhalten das angesammelte Geld reihum. Beide Gruppenformen können soziale Nähe und Hilfe in Krisen schaffen. Sie sind jedoch weder staatliche Leistungen noch Banken oder ein automatischer Nachweis für Freundschaft. Freundschaften werden durch regelmäßige Besuche, Treffen und Telefonate sowie durch gemeinsames Essen, Kaffee, Geschenke, Beiträge und praktische Hilfe gepflegt. Besuche bei Krankheit, in der Trauerzeit oder während einer anderen Krise machen gegenseitige Unterstützung sichtbar. Umfang und Häufigkeit von Besuchen, Gastfreundschaft und finanzieller Hilfe unterscheiden sich je nach Haushalt, Gemeinschaft, Region, ethnischem und religiösem Umfeld sowie städtischen oder ländlichen Verhältnissen. Für Freundschaften gibt es weder eine formelle Registrierung noch einen staatlich anerkannten Status oder eine gesondert zuständige Behörde. Sie begründen keinen automatischen Anspruch auf Geld, Unterkunft, Pflege oder Vermittlung. Beiträge und fortlaufende Verpflichtungen in einem Mahber oder Oqub richten sich nach den internen Regeln der jeweiligen Gruppe. Eine Freundschaft ist normalerweise nicht mit einer formellen Gebühr verbunden. Kosten können jedoch für Kaffee, Essen, Geschenke, Reisen, Telefongespräche und Internetzugang anfallen. Die Beiträge in Mahber- und Oqub-Gruppen unterscheiden sich je nach Gruppe; einen landesweit einheitlichen Betrag oder Zeitplan gibt es nicht. Wegen der begrenzten offiziellen Daten und allgemein wenigen verfügbaren Informationen zum zivilgesellschaftlichen Leben sind landesweite Statistiken über Freundschaften unzuverlässig. Auch bei Treffen und Kommunikation ist das weitere zivilgesellschaftliche Umfeld zu berücksichtigen. Ein UN-Bericht von 2025 beschreibt den zivilgesellschaftlichen Raum in Eritrea als geschlossen, berichtet über Beschränkungen für unabhängige zivilgesellschaftliche Gruppen und besagt, dass private Treffen mit mehr als sieben Personen möglicherweise genehmigungspflichtig sind. Nicht genehmigte Zusammenkünfte können das Risiko einer Festnahme oder Inhaftierung mit sich bringen; soziale Treffen können überwacht werden. Politische oder regierungskritische Gespräche können weitere Risiken bergen. Der Internetzugang ist stark eingeschränkt und wird überwacht. Laut dem Bericht ist auch die Telefon- und Onlinekommunikation nicht uneingeschränkt frei, was Fernfreundschaften erschweren kann. Es gibt kein dokumentiertes staatliches Verfahren zur Beendigung einer Freundschaft, zu ihrem formellen Ende oder zu einer offiziellen Vermittlung. Üblicherweise ziehen Menschen sich sozial zurück oder verringern den Kontakt. Wenn die Beziehung auch ein Mahber oder Oqub umfasst, können offene Beiträge oder andere Verpflichtungen nach den internen Gruppenregeln bestehen bleiben. Religiöse Zusammenkünfte, eine Ehe, ein gemeinsamer Haushalt oder eine politische Organisation können mit einer Freundschaft zusammenfallen, dienen aber jeweils einem anderen Zweck und sollten nicht automatisch als Freundschaft eingeordnet werden.
Freundschaft in Eritrea
Freundschaft in Eritrea ist meist eine informelle, freiwillige und nicht romantische Beziehung, die durch Besuche, gemeinsame Aktivitäten, Telefonate, Mahlzeiten und gegenseitige Unterstützung gepflegt wird. Kaffeerituale, Familie und Nachbarschaft, Schulen, Arbeitsplätze sowie religiöse und gemeinschaftliche Anlässe bieten häufig Gelegenheiten für Kontakte. Ein Mahber oder Oqub kann die soziale Unterstützung stärken, bedeutet aber nicht automatisch, dass alle Mitglieder Freunde sind.
Tipp
Betrachten Sie Freundschaft in Eritrea als Beziehung, die durch Vertrauen und wiederholte Begegnungen entsteht, nicht als formelle Dienstleistung mit garantierter Unterstützung. Wählen Sie einen passenden Rahmen für den Kontakt und trennen Sie eine Freundschaft von den Verpflichtungen eines Mahber oder Oqub, bevor Sie regelmäßige Beiträge oder andere Pflichten übernehmen. Beachten Sie die Sicherheit größerer Treffen und vertraulicher Gespräche, da Begegnungen und Kommunikation eingeschränkt oder überwacht sein können.

