Das Bildungsgesetz erlaubt Unterricht und Ausbildung in den Amts- und Nationalsprachen. Der staatliche Bildungszugang umfasst die Altersgruppe von 6 bis 16 Jahren; sprachliche Gleichheit gehört zu den Grundsätzen des Bildungssystems. An öffentlichen Schulen dominiert Französisch. Der Bildungssektor-Entwicklungsrahmen (Education Sector Development Framework, SDEF) 2021–2035 führt Arabisch und Englisch ab dem dritten Grundschuljahr als Fremdsprachen ein und entwickelt das System schrittweise in Richtung mehrsprachiger Bildung weiter. Zweisprachige Schulen verbinden Arabisch und Französisch. Im Vorschulbereich sieht der Leitfaden von 2024 zunächst Somali oder Afar vor, gefolgt von Vorleseaktivitäten, grundlegenden Sprachkenntnissen und Französisch. Arabisch und Französisch spielen auch bei Schulprüfungen eine zentrale Rolle. Die Abschlussprüfung der unteren Sekundarstufe (Brevet d’Études Fondamentales, BEF) umfasst die Unterrichtssprache oder -sprachen, Mathematik und Naturwissenschaften; in zweisprachigen Klassen werden Französisch und Arabisch geprüft. Für die reguläre Zulassung müssen die neunte Klasse abgeschlossen und am 31. Dezember das Mindestalter von 15 Jahren erreicht sein; externe Kandidatinnen und Kandidaten müssen ein vergleichbares Niveau nachweisen. Die Prüfung findet einmal jährlich statt, und die Gebühr wird per Verordnung festgelegt. Beim Übergang in die technische Bildung werden ebenfalls Französisch, Arabisch und Mathematik geprüft. Für Erwachsene bietet die Nationale Strategie für funktionale Alphabetisierung 2024–2029 einen staatlichen Rahmen unter dem Ministerium für Frauen und Familie. Je nach Bedarf können Französisch, Somali oder Afar verwendet werden; landesweit einheitliche Kursdauern und Gebühren wurden jedoch nicht festgelegt. Somali und Afar erleichtern die Kommunikation im Alltag und mit Familien, aber formale Standardangebote in diesen Sprachen sind weiterhin begrenzt. Das Französische Institut Dschibuti (Institut français de Djibouti) bietet Französisch als Fremdsprache in Gruppen- und Einzelkursen sowie Vorbereitung auf das französische Sprachdiplom (Diplôme d’études en langue française, DELF), das fortgeschrittene französische Sprachdiplom (Diplôme approfondi de langue française, DALF) und den Französisch-Einstufungstest (Test d’évaluation de français, TEF) an. Eine mündliche Einstufung dient der Zuordnung zu einem Kurs und ist kein Zertifikat. Ein Privatkurs kostet 6.000 Dschibuti-Franc pro Stunde (FDJ), die Erstanmeldung kostet 6.000 FDJ und das Lehr- und Arbeitsbuch (Manuel plus Cahier) kostet 5.250 FDJ; für Kinder und Studierende kann die Anmeldegebühr 3.000 FDJ betragen. In der Praxis konzentriert sich der Zugang zu diesen Angeboten auf Dschibuti-Stadt (Djibouti-ville). Arabisch- und Englischunterricht gibt es vor allem an Schulen; eine einheitliche außerschulische Kursstruktur für das gesamte Land ist nicht dokumentiert. Über education.dj und einen Anbieter von Bildungsressourcen (CRIPEN) sind vernetzte und offline nutzbare digitale Bildungsangebote verfügbar, darunter interaktive Lehrbücher für unterschiedliche Stufen, die auf Tablets genutzt werden können. Diese Angebote unterstützen den Schulunterricht, ersetzen aber kein eigenständiges nationales Sprachzertifikat. Für Arbeit, Verwaltung und Mobilität zwischen Regionen ist Französisch weiterhin besonders relevant; Arabisch hat wegen seines offiziellen Status und seiner Rolle im Schulwesen ebenfalls eine starke Stellung. Englisch gewinnt durch die Lehrplanentwicklung und Angebote im Umfeld von Flüchtlingsschulen an Bedeutung, hat aber keinen offiziellen Status.
Sprachenlernen in Dschibuti
Arabisch und Französisch sind Amtssprachen in Dschibuti; Somali und Afar sind Nationalsprachen. Französisch prägt das formale Bildungswesen, die Verwaltung und die Mobilität, während Somali und Afar im Alltag, in Familien, im Vorschulbereich und für die Inklusion große praktische Bedeutung haben. Arabisch verbindet seinen offiziellen Status mit schulischen und privaten Lernwegen; Englisch gewinnt im Bildungswesen an Bedeutung, ist aber weder Amts- noch Nationalsprache. Sprachen werden in Schulen, Alphabetisierungsprogrammen, Einzelkursen und digitalen Bildungsangeboten gelernt, nicht über ein landesweit einheitliches Erwachsenenbildungsnetzwerk.
Tipp
Welche Sprache die richtige ist, hängt vom Ziel ab, nicht allein vom offiziellen Status: Französisch eignet sich meist für formale Bildung, Verwaltung und Mobilität; Arabisch für offizielle und schulische Wege; Somali oder Afar für Alltag, Familie und Vorschulkontexte. Englisch ist als wachsende, aber institutionell abhängige Möglichkeit zu betrachten. Erwachsene sollten Anbieter, Ort, Gebühren und konkretes Ergebnis jeweils einzeln prüfen, da es kein landesweit einheitliches Kursnetzwerk gibt.

