Das offizielle Bild des Arbeitsmarkts hängt von der verwendeten Definition ab. Die INS-Erhebung Enquête 1-2-3 ermittelte für die Demokratische Republik Kongo eine BIT-Arbeitslosenquote von 4,5 Prozent; weiter gefasste Messungen ergaben 8 Prozent und eine doppelt erweiterte Messung 17,7 Prozent. In Kinshasa lag die BIT-Quote bei 18,8 Prozent, bei Personen zwischen 15 und 24 Jahren bei 49,9 Prozent. Die gemeldete Quote betrug in städtischen Gebieten 11,1 Prozent und in ländlichen Gebieten 1,4 Prozent. Gezählt werden dabei Personen ohne Arbeit, die arbeitsbereit sind und eine Stelle suchen. Nicht jede Form von Unterbeschäftigung oder Einkommensunsicherheit wird damit erfasst. Etwa 86 Prozent der Arbeitsplätze sind informell, während ungefähr 5 Prozent der Bevölkerung von Sozialschutzsystemen abgedeckt sind, vorwiegend durch formelle Beschäftigung. Wer eine formelle Stelle verliert, sollte daher Ansprüche aus der Beendigung des Arbeitsverhältnisses von Arbeitsvermittlungsdiensten und Sozialversicherung unterscheiden. Das Arbeitsgesetzbuch, der Arbeitsvertrag und die Umstände der Beendigung bestimmen Fragen wie Kündigungsfrist, Beendigungszahlungen oder möglichen Schadensersatz. Die CNSS deckt derzeit unter anderem Renten, Arbeitsrisiken und Familienleistungen ab. Verlässliche Belege für ein landesweites beitragsfinanziertes Arbeitslosengeld, eine allgemeine Bezugsdauer oder eine übliche Ersatzrate liegen nicht vor. ONEM, das Office national de l'emploi, ist der öffentliche Arbeitsvermittlungsdienst. Zu seinen Aufgaben gehören Empfang, Information, Registrierung als demandeur d'emploi, Berufsberatung, Profiling und psychotechnische Gespräche, Stellenvermittlung, qualifizierende Kurse, Praktika sowie Unterstützung bei Selbstständigkeit oder TPME-Aktivitäten. Eine Registrierung kann Zugang zu Vermittlung und Arbeitsmarktstatistiken schaffen, begründet aber für sich genommen keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Eine allgemeine Pflicht zur Registrierung oder zu verpflichtenden Beratungsterminen ist nicht dokumentiert. Der Zugang hängt von der verfügbaren Provinzstelle, dem Internetzugang, den Dokumenten und dem jeweiligen Programm ab. ONEM bietet seit 2026 den Web- oder App-Dienst MIKUBA an, doch der regionale Zugang ist ungleich. Vor Ort können Ausweisdokumente, ein Profil, Bildungs- oder Ausbildungsnachweise und Beschäftigungsunterlagen verlangt werden. Konflikte oder Vertreibung, Geschlecht, Alter, Behinderung, Sprache und informelle Arbeit können Registrierung und Vermittlung erschweren. ONEM-Seiten veröffentlichen keine allgemeinen Gebühren oder eine einheitliche landesweite Bearbeitungsfrist; Kosten und Zeitplan müssen bei der zuständigen lokalen Stelle oder dem Programm erfragt werden. Historische ONEM-Berichte für 2019 bis 2023 erfassten 254.216 registrierte Stellensuchende; 51,9 Prozent gaben an, mehr als drei Jahre ohne Arbeit zu sein. Der Bericht erfasste Provinzdirektionen in 23 von 26 Provinzen und beschrieb begrenzte Vermittlungskapazitäten sowie fehlende öffentliche Mittel für bestimmte Unterstützungsangebote. Die aktuelle Lage kann sich geändert haben. Ein Wiedereinstieg kann über ONEM-Vermittlung, Berufsberatung, Praktika, PED, PTRE, PEJ, Berufsausbildung oder Selbstständigkeit erfolgen. Informelle Landwirtschaft, Kleinsthandel, Tagelohnarbeit sowie familiäre und gemeinschaftliche Netzwerke können Einkommensalternativen bieten, stellen aber keine Arbeitslosenversicherung dar.
Arbeitslosigkeit in der Demokratischen Republik Kongo
Arbeitslosigkeit in der Demokratischen Republik Kongo wird getrennt vom Zugang zu Einkommenshilfen gemessen. ONEM kann Stellensuchende registrieren, beraten und mit offenen Stellen verbinden. Ein landesweites beitragsfinanziertes Arbeitslosengeld mit bestätigter Höhe oder Bezugsdauer ist jedoch nicht dokumentiert. Informelle Arbeit, familiäre Unterstützung, Selbstständigkeit und kurzfristige Programme spielen daher in Zeiten ohne bezahlte Arbeit eine wichtige Rolle.
Tipp
Wenden Sie sich zuerst an ONEM für Arbeitsvermittlung und Beratung, planen Sie Ihr Einkommen jedoch separat, da eine Registrierung nachweislich keine Arbeitslosenzahlung begründet. Wenn eine formelle Stelle endete, sichern Sie Beendigungs- und CNSS-Unterlagen, bevor Sie auf Unterstützung setzen; bei informeller Arbeit kombinieren Sie verfügbare Vermittlung, Ausbildung, Selbstständigkeit oder befristete Einkommensmöglichkeiten. Klären Sie Anforderungen, Kosten und Zeitplan direkt vor Ort, da der Zugang je nach Provinz und Programm unterschiedlich ist.

