Wahlen geben den Wahlberechtigten in Deutschland die Möglichkeit, politische Vertretungen zu bestimmen. Gewählt wird unter anderem für den Bundestag, die Landesparlamente, kommunale Vertretungen und das Europäische Parlament. Jede dieser Wahlen betrifft eine andere politische Ebene. Demokratische Wahlen folgen grundlegenden Wahlprinzipien. Sie sollen allgemein, unmittelbar, frei, gleich und geheim sein. Niemand darf dazu gezwungen werden, eine bestimmte Person oder Partei zu wählen oder die eigene Entscheidung offenzulegen. Bei Bundestagswahlen verbindet das deutsche System die Wahl von Personen mit der Wahl von Parteien. Auf dem Stimmzettel gibt es dafür eine Erststimme und eine Zweitstimme. Die Erststimme gilt einer Person im Wahlkreis, während die Zweitstimme vor allem für die Zusammensetzung des Bundestages nach Parteien maßgeblich ist. Bei Landtagswahlen bestimmen die Wahlberechtigten das Parlament ihres Bundeslandes. Die genaue Gestaltung des Wahlrechts kann sich zwischen den Ländern unterscheiden. Deshalb sollte die amtliche Anleitung auf dem jeweiligen Stimmzettel beachtet werden. Kommunalwahlen betreffen politische Vertretungen vor Ort, etwa in Gemeinden, Städten oder Landkreisen. Je nach Bundesland können Wählende mehrere Stimmen haben und diese auf unterschiedliche Personen verteilen. Örtliche Ämter wie das der Bürgermeisterin oder des Bürgermeisters können ebenfalls direkt gewählt werden. Bei der Europawahl werden die deutschen Mitglieder des Europäischen Parlaments gewählt. Diese Wahl betrifft politische Entscheidungen der Europäischen Union. Sie ist von Bundestags-, Landtags- und Kommunalwahlen zu unterscheiden. Vor einer Wahl erhalten eingetragene Wahlberechtigte gewöhnlich eine Wahlbenachrichtigung. Darin stehen das Wahllokal und organisatorische Hinweise. Gewählt werden kann im Wahllokal oder nach den geltenden Regeln per Briefwahl. Im Wahllokal wird die Wahlentscheidung unbeobachtet getroffen. Der ausgefüllte Stimmzettel kommt in die Wahlurne und wird später zusammen mit den anderen Stimmen ausgezählt. Wahlhelfende sorgen dafür, dass das Verfahren geordnet und nachvollziehbar abläuft. Wahlen ermöglichen friedliche Machtwechsel und geben politischen Entscheidungen demokratische Legitimation. Sie garantieren aber nicht, dass jede einzelne Meinung umgesetzt wird. Mehrheiten, Minderheitenrechte, Koalitionen und parlamentarische Beratung gehören deshalb ebenfalls zum demokratischen System. Wer nicht wählen darf oder möchte, kann politische Diskussionen trotzdem verfolgen und sich auf anderen friedlichen Wegen einbringen. Kinder und Jugendliche können beispielsweise Jugendvertretungen, Schülervertretungen oder Beteiligungsangebote vor Ort nutzen. Eine informierte Entscheidung beginnt damit, Aufgaben der jeweiligen Ebene und unterschiedliche politische Vorschläge auseinanderzuhalten.
Wahlen in Deutschland
In Deutschland wählen Bürgerinnen und Bürger politische Vertretungen auf mehreren Ebenen. Wahlen sind allgemein, unmittelbar, frei, gleich und geheim. Je nach Wahl gelten unterschiedliche Stimmzettel und Regeln, doch immer entscheiden Stimmen darüber, wer politische Verantwortung übernehmen darf.
Tipp
Kläre vor jeder Wahl in Deutschland, welche politische Ebene gewählt wird und welche Aufgaben sie hat. Lies die amtlichen Hinweise, prüfe deinen Wahlraum oder beantrage bei Bedarf rechtzeitig die Briefwahl. Vergleiche politische Angebote anhand weniger Themen, die für deine Entscheidung wirklich wichtig sind.

