Die registrierten Straftaten in Bhutan sanken von 3.062 im Jahr 2020 und 2.819 im Jahr 2021 auf 3.502 im Jahr 2022, 2.614 im Jahr 2023 und 2.476 im Jahr 2024. Diese Zahlen zeigen den Verlauf gemeldeter und amtlich erfasster Fälle, nicht die gesamte tatsächliche Kriminalität. Im Jahr 2024 wurden 1.706 Fälle nach dem Strafgesetzbuch (Penal Code), 426 nach dem Gesetz zur Verhütung häuslicher Gewalt (Domestic Violence Prevention Act), 325 nach dem Gesetz über Betäubungsmittel, psychotrope Substanzen und Substanzmissbrauch (Narcotic Drugs, Psychotropic Substances and Substance Abuse Act), 14 nach dem Gesetz über Kinderfürsorge und Kinderschutz (Child Care and Protection Act) und 3 nach dem Gesetz über Information, Kommunikation und Medien (Information, Communication and Media Act) eingestuft. Andere erfasste Gesetze machten jeweils einen Fall aus. Gewalt in Partnerschaften kann in dieser Klassifizierung teilweise unter dem Penal Code erfasst sein und deshalb unterschätzt werden. Die RBP ist landesweit mit Polizeistationen, Außenstellen, Kontrollpunkten und Gemeinde-Polizeizentren in den Distrikten (Dzongkhags) vertreten. In Thimphu gibt es außerdem die Women and Child Protection Unit und die Narcotic Drugs Law Enforcement Unit. Streifen in Gebieten mit erhöhtem Risiko, gemeindenahe Polizeiarbeit, Arbeit an Schulen und in Gemeinden sowie anonyme Hinweise gehören zu den Präventionswegen. Hotels, Reiseanbieter oder andere Einrichtungen können bei der Kontaktaufnahme zur Polizei helfen, ersetzen aber nicht die zuständige Behörde. Bei unmittelbarer Gefahr, Diebstahl, Raub oder Körperverletzung ist 113 die gebührenfreie Notrufnummer der RBP. Nicht dringende Vorfälle sollten bei der nächstgelegenen Polizeistation gemeldet werden. Angaben zu Ort, Zeitpunkt, Ablauf und Beschreibung der verdächtigen Person sind hilfreich. Die Erstmeldung wird nach RBP-Verfahren als Polizeibericht über eine Straftat (Police Crime Report, PCR) aufgenommen; die meldende Person erhält eine Kopie. Anonyme Hinweise sind möglich, eine anonyme formelle Strafanzeige ist jedoch nicht allgemein garantiert. Zeugen und Hinweisgeber können vertrauliche Behandlung und Schutz beantragen. Nach häuslicher oder sexualisierter Gewalt nehmen die Women and Child Protection Division der RBP und Bhutans nationale Frauen- und Kinderkommission (National Commission for Women and Children, NCWC) Beschwerden entgegen. Die NCWC organisiert Schutz, Rechtsberatung und Rechtshilfe und koordiniert bei Bedarf mit Polizei, Gerichten, lokaler Verwaltung und zivilgesellschaftlichen Organisationen. Die Hotline für Frauen und Kinder (Woman and Child Helpline 1098) und der psychosoziale Unterstützungs- und Schutzdienst (The PEMA) bieten psychosoziale Hilfe und Schutz. The PEMA nennt die Nummer als vertraulich und rund um die Uhr verfügbar, während Informationen der NCWC Wochentags-Bürozeiten und außerhalb dieser Zeiten Sprachnachrichten angeben. Schutzunterkünfte, Beratung und Rechtshilfe hängen von Fall, Ort und verfügbaren Partnern ab. Außerhalb größerer Zentren können Entfernung und Erreichbarkeit die Unterstützung verzögern. Für Kinder gibt es bei Missbrauch, Vernachlässigung, Aussetzung oder Konflikten mit dem Gesetz besondere Verfahren über die Child Protection Unit der RBP, die NCWC und The PEMA. Die Fallbearbeitung kann kindgerechte Ermittlungen, Beratung, Betreuung, Bildung, berufliche Unterstützung und Mentoring verbinden. Ein eigenständiger allgemeiner Jugendpolizeidienst ist für Bhutan nicht belegt. Bei Online-Betrug, Phishing, Hacking, digitalen Bedrohungen oder Identitätsdiebstahl ist die Cybercrime Investigation Unit der RBP für den strafrechtlichen Teil zuständig. Das bhutanische Computer-Notfallteam (Bhutan Computer Incident Response Team, BtCIRT) bei der staatlichen Technologiebehörde (GovTech) unterstützt Cybersicherheitsvorfälle, technische Reaktionen, Sensibilisierungsarbeit und Koordination. Eine zentrale öffentliche Meldestelle für sämtliche privaten Cybervorfälle ist nicht belegt. Antworte nicht auf verdächtige Nachrichten und gib Passwörter, Einmalcodes, PINs oder Bankdaten nicht in Nachrichten oder Formulare anderer Personen ein. Drogenbezogene Straftaten machten 2024 nach der gesetzlichen Klassifizierung 325 registrierte Fälle aus. Die RBP und ihre Narcotic Drugs Law Enforcement Units arbeiten in den Bereichen Prävention, Meldungen, Ermittlungen und Behandlungseinrichtung The PEMA. In einzelnen RBP-Systemen gelten unterschiedliche Erfassungsmethoden; diese Zahlen dürfen daher nicht zu einer Gesamtstatistik addiert werden. Bei Problemen mit Substanzen sind neben einer Meldung an die Polizei auch Beratung und Rehabilitation mögliche Wege.
Kriminalität in Bhutan
Bhutan hat ein niedriges Kriminalitätsniveau. Diebstahl, Betrug, Gewalt, Drogendelikte und Online-Betrug bleiben dennoch relevant. Die Royal Bhutan Police (RBP) nimmt Meldungen entgegen; bei unmittelbarer Gefahr gilt 113 als Notrufnummer. Im Jahr 2024 verzeichnete Bhutan 2.476 Straftaten.
Tipp
Für den Alltag in Bhutan genügen grundlegende Vorsichtsmaßnahmen; ein niedriges allgemeines Kriminalitätsniveau ist jedoch kein Grund, mit der Meldung eines konkreten Vorfalls zu warten. Bei unmittelbarer Gefahr rufe 113 an; bei nicht dringenden Fällen wende dich an die nächstgelegene Polizeistation und prüfe, ob der Vorfall als Police Crime Report aufgenommen wurde und du eine Kopie erhältst. Bei Gewalt gegen Frauen oder Kinder und bei digitalen Angriffen entscheidet die Wahl der passenden zusätzlichen Stelle darüber, ob Schutz, psychosoziale Hilfe oder technische Unterstützung schnell erreichbar ist.

