Ein Arbeitgeber registriert den Arbeitsplatz beim Department of Labour und übermittelt Unternehmensname, Lizenz- oder Registrierungsnummer, Standort, Kontaktdaten, Eigentumsverhältnisse, Beschäftigtendaten, Löhne, Beginntermine und Personalprognose. Ein neues Unternehmen registriert sich innerhalb von 90 Tagen nach Betriebsaufnahme; ein bestehendes Unternehmen innerhalb von 60 Tagen nach Inkrafttreten der Registrierungspflicht. Aktualisierungen können online, über eine Erhebung oder persönlich eingereicht werden. Die Arbeitsplatzregistrierung unterstützt den Zugang zu Internal Service Rules, Verfahren für ausländische Arbeitskräfte und weiteren Diensten des Department of Labour. Bei Schließung des Arbeitsplatzes benachrichtigt der Arbeitgeber den Chief Labour Administrator schriftlich. Arbeitsinspektoren dürfen den Arbeitsplatz betreten, Unterlagen prüfen, Personen befragen und eine Verbesserungsanordnung oder Untersagungsanordnung erlassen. Das Labour Administration System erfasst Registrierung, Internal Service Rules, Unfälle und Krankheiten, Beschwerden, Arbeitsunfallentschädigung, Berufungen, Arbeitsschutzmaßnahmen und -ausschüsse sowie zweimal jährlich durchgeführte Selbstprüfungen. Internal Service Rules sind schriftliche Regeln für den Arbeitsplatz. Sie sind für ein registriertes Unternehmen, einen Industriebetrieb kleiner, mittlerer oder großer Größe oder einen Arbeitsplatz mit mindestens fünf regulär Beschäftigten vorgeschrieben. Der Arbeitgeber konsultiert die Beschäftigtenvertretung oder die Beschäftigten; die Regeln werden vom Arbeitgeber und mindestens drei Beschäftigtenvertretungen unterzeichnet. Der Chief Labour Administrator prüft sie und entscheidet innerhalb von 21 Arbeitstagen. Wird die Genehmigung verweigert, korrigiert und reicht der Arbeitgeber sie innerhalb von 14 Arbeitstagen erneut ein. Regeln und Erläuterungen müssen in einer Sprache verfasst sein, die Beschäftigte verstehen. Sie behandeln Nichtdiskriminierung, sexuelle Belästigung, Einstellung, Verträge, Löhne, Vorsorgefonds, Abfindung, Entschädigung, Personalabbau, Arbeitszeit, Urlaub, Disziplin, Arbeitsschutz, Unfälle, Schulungen und Beschwerden. Einstellungsregeln verlangen im Allgemeinen ein Mindestalter von 18 Jahren und eine öffentliche Bekanntmachung jeder Stelle über herkömmliche oder soziale Medien. Das angegebene Einstellungsverfahren gilt nicht für Einzelunternehmen. Ein typischer Ablauf dauert etwa neun Wochen: zwei Wochen Ausschreibung, eine Woche Vorauswahl, eine Woche Einladung zum Gespräch, eine Woche Auswahl; die übrige Zeit entfällt auf Ergebnisse, Dankesschreiben, Referenzen, Beschwerdebearbeitung, Angebot, Annahme, Vertrag und Ernennung. Ein Auswahlkomitee führt das Verfahren durch. Bewerbende mit Behinderungen haben Anspruch auf gleiche Chancen und ein unterstützendes Arbeitsumfeld. Der Arbeitgeber händigt jeder beschäftigten Person einen schriftlichen Vertrag und eine Kopie aus. Der Vertrag nennt Dauer, Aufgaben, Kündigungsfrist, Lohn, Arbeitszeit, Probezeit, Urlaub und weitere geltende Bedingungen. Der Zahlungszeitraum darf einen Monat nicht überschreiten. Der Arbeitgeber zahlt den Lohn direkt an die beschäftigte Person in bar oder auf ein Bankkonto in Bhutan und stellt bei Beschäftigungsbeginn sowie mit jeder Zahlung eine schriftliche Lohnabrechnung aus. Das Lohnregister wird fünf Jahre aufbewahrt. Abzüge sind auf rechtmäßige oder zulässige Abzüge beschränkt; mindestens die Hälfte des Gesamtlohns muss der beschäftigten Person ausgezahlt werden. Bhutan legt einen nationalen Mindestlohn durch Ministerialverordnung mit Tages-, Monats- und Stundensätzen fest. Die zuletzt gefundene offizielle Mitteilung nennt ab 2014 Nu 125 pro Tag und Nu 3.750 pro Monat; der aktuelle Satz ist vor der Lohnfestsetzung beim Ministry of Industry, Commerce and Employment oder Department of Labour zu bestätigen. Die reguläre Arbeitszeit beträgt höchstens acht Stunden täglich und 48 Stunden wöchentlich. Überstunden sind auf 12 Stunden pro Woche beschränkt, erfordern die Zustimmung beider Seiten und werden mindestens zum Normalsatz bezahlt. Arbeit zwischen 22:00 und 08:00 Uhr erhält einen Zuschlag von 50 Prozent; Arbeit an einem Feiertag ebenfalls. Beschäftigte erhalten mindestens zwölf Stunden tägliche Ruhezeit und 24 Stunden wöchentliche Ruhezeit. Nach Vertragsende zahlt der Arbeitgeber geschuldete Löhne innerhalb von sieben Tagen. Nach der Probezeit beträgt der Jahresurlaub mindestens 18 Arbeitstage und der Krankenurlaub mindestens fünf Arbeitstage pro Jahr. Nach 12 Monaten ununterbrochener Beschäftigung beträgt bezahlter Mutterschaftsurlaub mindestens zwei Monate und Vaterschaftsurlaub mindestens zehn Arbeitstage. Ein Vertrag mit mindestens einjähriger Laufzeit sieht für beide Seiten grundsätzlich eine Kündigungsfrist von mindestens 30 Tagen vor. Die Probezeit dauert höchstens 180 Tage; währenddessen erfordert eine Kündigung sieben Tage Frist. Personalabbau ist nur zulässig, wenn Arbeit oder benötigte Fähigkeiten wegfallen. Der Arbeitgeber konsultiert die Beschäftigtenvertretung oder die Beschäftigten, teilt Zahl der Betroffenen und Zeitraum mit und gewährt die normale Kündigungsfrist plus sieben Tage für jedes abgeschlossene Beschäftigungsjahr, höchstens 42 zusätzliche Tage. Eine Zahlung anstelle der Kündigungsfrist ist zulässig. Bei ungerechtfertigter Entlassung muss der Arbeitgeber einen gültigen Grund nachweisen; ein Gericht kann Wiedereinstellung oder eine Entschädigung von einem Monatslohn pro Beschäftigungsjahr, höchstens sechs Monate, anordnen. Ein Tarifvertrag bleibt bei Wechsel von Geschäftsführung, Eigentum oder Unternehmen in Kraft. Arbeitsschutzvorschriften gelten für alle Beschäftigung außer Landwirtschaft. Der Arbeitgeber stellt eine sichere Umgebung bereit, identifiziert Gefahren, bewertet Risiken, beseitigt oder mindert Gefahren, informiert und schult, beaufsichtigt die Arbeit und führt Aufzeichnungen. Eine schriftliche Arbeitsschutzpolitik ist für registrierte Unternehmen, Industrieunternehmen jeder Größe oder Arbeitsplätze mit mindestens 12 Beschäftigten vorgeschrieben. Ein Arbeitsplatz mit mindestens 20 Beschäftigten richtet innerhalb von 90 Tagen (bei neuen Betrieben) oder 60 Tagen (bei bestehenden Betrieben) einen Gesundheits- und Sicherheitsausschuss ein, der mindestens vierteljährlich tagt, bestellt eine hauptamtliche Sicherheitsbeauftragte oder einen hauptamtlichen Sicherheitsbeauftragten und erstellt einen Notfallplan. Persönliche Schutzausrüstung wird kostenlos bereitgestellt und instand gehalten. Bei gefährlichen Verfahren sind vor Beschäftigungsbeginn und regelmäßig medizinische Untersuchungen nötig; der Arbeitgeber zahlt nicht staatlich gedeckte Kosten und gewährt bezahlte Freistellung. Unfälle und Vorfälle sind dem Chief Labour Administrator sofort zu melden, Todesfälle zusätzlich der Polizei. Innerhalb von fünf Tagen folgt ein schriftlicher Bericht. Die Arbeitsunfallentschädigung deckt Tod, vollständige dauerhafte Erwerbsunfähigkeit und vorübergehende teilweise Erwerbsunfähigkeit infolge eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit. Arbeitsschutzkosten dürfen nicht auf Beschäftigte abgewälzt werden. Bau und Fertigung werden in Bhutans Nationaler Arbeitsschutzstrategie 2025–2035 besonders berücksichtigt. Eine Workers’ Association ist Bhutans lokale Vertretung der Beschäftigten. Für ihre Registrierung benötigt ein Unternehmen im Allgemeinen mindestens 12 Beschäftigte mit Verträgen von mindestens einem Jahr, fünf Jahre Geschäftstätigkeit und mindestens sieben Mitglieder über 18 Jahren. Der Beitritt ist freiwillig; Beschäftigte in Management- und Aufsichtsfunktionen sind ausgeschlossen. Die Registrierung wird innerhalb von 30 Tagen beim Chief Labour Administrator eingereicht; die Entscheidung ergeht innerhalb von 15 Kalendertagen und gilt drei Jahre. Der Arbeitgeber darf die Vereinigung nicht beeinflussen oder behindern und stellt angemessene Einrichtungen sowie bezahlte Freistellung bereit. Die Vereinigung kann Beschäftigte vertreten, Ansprüche vorbringen, Tarifverträge aushandeln und an Beschwerden, Fällen sexueller Belästigung und Arbeitsschutzfragen mitwirken. Die Parteien verhandeln nach Treu und Glauben; ein Tarifvertrag wird innerhalb von sieben Tagen dem Chief Labour Administrator übermittelt und wird nach Bestätigung verbindlich. Der Arbeitgeber macht ein Beschwerdeverfahren bekannt und zugänglich. Beschäftigte nutzen zunächst das Verfahren am Arbeitsplatz und das vorgesehene Gespräch. Bleibt der Fall ungelöst, wird er dem Chief Labour Administrator gemeldet. Eine Labour Relations Officer unterstützt und berichtet innerhalb von sieben Arbeitstagen. Die Parteien wählen innerhalb von vier Tagen eine Schlichtungsperson; einigen sie sich nicht, bestellt der Chief Labour Administrator diese. Rechtsstreitigkeiten gehen vor Gericht, Interessenkonflikte in ein Schiedsverfahren. Die Einstellung ausländischer Arbeitskräfte richtet sich derzeit nach den Rules and Regulations on Foreign Workers Management 2024, die die Vorschriften von 2022 ersetzt haben. Vor der Einstellung holt der Arbeitgeber die Genehmigung des Chief Labour Administrator ein. Mögliche Wege umfassen die Critical Skills Shortage List, sektorbezogene Quoten, bedarfsbezogene Genehmigung, Einzelfallgenehmigung und eine Obergrenze nach Abhängigkeitsquote. Ein bhutanischer Beschäftigter darf nicht entlassen werden, um ihn durch eine ausländische Arbeitskraft zu ersetzen. Ausländische Arbeitskräfte dürfen nur beim genehmigten Arbeitgeber, am genehmigten Arbeitsplatz und in der genehmigten Tätigkeit arbeiten; ein Arbeitgeberwechsel benötigt Genehmigung. R-Genehmigungen gelten bis zu einem Jahr, S-Genehmigungen bis zu 30 Tagen und sind nicht verlängerbar, B-Genehmigungen bis zu einem Jahr für Arbeit in Grenzstädten mit täglicher Ausreise und H-Genehmigungen bis zu sechs Stunden für dringende technische Dienstleistungen. Verlängerungen für R und B werden mindestens 14 Tage vor Ablauf eingereicht. Der Arbeitgeber trägt Vermittlungsgebühren, medizinische, Transport-, Verwaltungs- und Rückführungskosten und stellt, sofern vorgeschrieben, angemessene Unterkunft, ein Bankkonto, monatliche Löhne, gesetzliche Abzüge, Versicherung, Entschädigung, Unterstützung bei Krankheit oder Tod und Rückführung sicher. Im geprüften nationalen Rechtsrahmen gibt es keine regionalen Sonderregeln. Das Department of Labour arbeitet über vier Regionalbüros. Die wichtigsten Arbeitgeberkosten sind Löhne, Überstunden- und Schichtzuschläge, Arbeitsschutzausrüstung und Schulung, medizinische Untersuchungen, Entschädigung sowie Einstellung, Transport und Rückführung ausländischer Arbeitskräfte. Die maßgeblichen Kernquellen nennen keine festen Gebühren des Department of Labour; aktuelle Gebühren sollten daher vor Antrag oder Registrierung bestätigt werden.
Arbeitgebende in Bhutan
In Bhutan ist ein Arbeitgeber eine Person oder Organisation, die mindestens eine Person im Rahmen eines Arbeitsvertrags beschäftigt. Der Labour and Employment Act 2007 gilt landesweit und legt Pflichten zu Arbeitsplatzregistrierung, Einstellung, Lohn, Arbeitszeit, Arbeitsschutz, Beschwerden und Beschäftigungsunterlagen fest. Das Department of Labour im Ministry of Industry, Commerce and Employment beaufsichtigt Arbeitsplatzverwaltung, Kontrollen und Genehmigungen. Zu den Arbeitgeberkosten zählen Löhne und gesetzliche Zahlungen sowie gegebenenfalls Sicherheits-, medizinische, ausländische Arbeitskräfte betreffende, Entschädigungs- und Rückführungskosten.
Tipp
Behandeln Sie die Einhaltung der Arbeitgeberpflichten in Bhutan vom ersten Beschäftigten an als Betriebsvoraussetzung. Priorisieren Sie Arbeitsplatzregistrierung, schriftliche Verträge, verlässliche Lohnaufzeichnungen und Arbeitsschutzmaßnahmen vor Einstellung oder Expansion. Ausländische Arbeitskräfte, Personalabbau, Beschäftigtenvertretung und Beschwerden erfordern dokumentierte Verfahren; Abkürzungen können Lohn-, Entschädigungs-, Wiedereinstellungs- oder Betriebsrisiken verursachen.

