Die bengalische Sprache (Bangla) wird in ihrer Standardform und in bengalischer Schrift in Schulen, Behörden, Gerichten, nationalen Medien und der kulturellen Produktion verwendet. Nach den verfügbaren BBS-Erhebungen sprechen 99,17 Prozent der Bevölkerung Bangla als Erstsprache; 6,10 Prozent geben Englisch als Zweitsprache an. Die Erhebungen zeigen die Sprachverteilung und den Sprachgebrauch, ersetzen jedoch keine vollständige Bewertung der Sprachvitalität oder eine vollständige Sprachzählung. Regionale Bangla-Varietäten wie Sylheti, Chittagonian, Noakhali und Rangpuri werden hauptsächlich in Familien, im lokalen Alltag und in der Kultur verwendet. Sylheti verfügt außerdem über eine historische Schreib- und Literaturtradition. Diese Varietäten sind nicht als separate Staatssprachen dokumentiert. Die Verfassung Bangladeschs schützt die Nationalsprache sowie lokale Kulturen und Traditionen. Gleichheit und das Verbot der Diskriminierung gelten auch für den sprachlichen Zugang. Ein landesweites System gleichberechtigt anerkannter ko-offizieller Minderheitensprachen ist jedoch nicht dokumentiert. Gemeinschaften, die Sprachen wie Chakma, Marma, Kokborok oder Tripura, Garo, Khasi, Manipuri, Santali, Kurukh, Mundari, Rakhine und andere lokale Sprachen sprechen, leben besonders in den Chittagong Hill Tracts sowie in Regionen wie Mymensingh, Sylhet, Rajshahi und den Küstengebieten. Das Bangla-Sprachgesetz (Bangla Language Act) von 1987 sieht vor, dass Regierungsstellen, halbstaatliche Einrichtungen, Gerichte und autonome Körperschaften ihre Aufzeichnungen, Korrespondenz, gerichtlichen Ausführungen und sonstigen Rechtshandlungen grundsätzlich auf Bangla führen müssen. Der Schriftverkehr mit ausländischen Staaten ist davon ausgenommen. Nach dem Gesetz können Anträge oder Einsprüche in einer anderen Sprache ungültig sein. Englische Übersetzungen können das Verständnis erleichtern; bei einem Widerspruch zur Verfassung ist jedoch der authentische bengalische Verfassungstext maßgeblich. Im Bildungsbereich arbeiten das Bildungsministerium, das Nationale Gremium für Lehrplan und Lehrbücher und die Direktion für Grundbildung mit Bangla als regulärer Unterrichtssprache; englische Fassungen bestehen parallel. Mehrsprachige Unterrichtsmaterialien sind unter anderem für Chakma, Marma, Garo, Tripura und Sadri verfügbar. Solche Angebote wurden für die Grund- und Vorschulbildung ausgebaut; 2022 verteilte die Grundbildungsverwaltung 219.364 Bücher für Kinder ethnischer Gruppen in fünf Sprachen. Der Zugang hängt von der Schule, der Region, den Lehrkräften und den verfügbaren Materialien ab und deckt nicht alle Sprachen und Schulstufen ab. BTV sendet täglich neun Nachrichtenbulletins auf Bangla und Englisch. Das Bangladesch-Radio (Bangladesh Betar) verwendet für seinen Auslandsdienst außerdem Hindi, Urdu, Nepali und Arabisch. Eine landesweit gleichwertige Versorgung der Minderheitensprachen in den nationalen Medien ist nicht dokumentiert; lokale und gemeinschaftsbasierte Angebote können diese Lücke teilweise schließen. Das Institut für Internationale Muttersprachen (International Mother Language Institute) erforscht ethnolinguistische Sprachen und unterstützt deren Erhaltung und Entwicklung. Das staatliche digitale Archiv (Multiling Cloud) dient als Archiv für ethnische Sprachen, Transkription und gemeinschaftliche Dokumentation. Das Kulturministerium fördert gemeinsam mit den Kultureinrichtungen für kleine ethnische Gruppen und dem Ministerium für die Angelegenheiten der Chittagong Hill Tracts Kultur und Identität, verleiht einer Sprache dadurch jedoch nicht automatisch den Status einer Staatssprache. Für die formelle Verwendung von Bangla wird keine besondere Sprachgebühr erhoben; private Übersetzungs- und Dolmetschleistungen können je nach Anbieter und Situation Kosten verursachen.
Sprache in Bangladesch
Bangla ist die Staatssprache Bangladeschs und prägt Bildung, Verwaltung, Recht, nationale Medien und Kultur. Die große Mehrheit der Bevölkerung spricht Bangla als Erstsprache; Englisch ist insbesondere in der Hochschulbildung, in Städten, im Berufsleben und in internationalen Zusammenhängen praktisch wichtig. Regionale Bangla-Varietäten und Minderheitensprachen ergänzen das Sprachsystem, besitzen landesweit jedoch keinen gleichwertig anerkannten Status als Staatssprache.
Tipp
Verwenden Sie für den formellen Kontakt mit Behörden und Gerichten in Bangladesch Bangla und klären Sie vor jeder Einreichung, welche Sprachfassung akzeptiert wird. Gehen Sie nicht automatisch davon aus, dass landesweit Formulare oder Dolmetschleistungen für Minderheitensprachen oder Englisch verfügbar sind. Für Schule, Alltag und kulturelle Teilhabe kann eine regionale oder Gemeinschaftssprache angemessen sein, während Bangla häufig den Zugang zu Institutionen erleichtert, die über die lokale Ebene hinaus tätig sind.

