Esskultur in Vanuatu zeigt sich unter anderem in örtlichen Begriffen wie kakae für Essen und Gudfala Kakae für gesundes Essen. Haushalte beziehen Lebensmittel aus eigenen Gärten, vom Küstenfischfang, aus Märkten, Straßen- oder Dorfständen, Geschäften, Restaurants, Cafés, Hotels, Bungalows und Nakamals. Ein NakAmal ist ein traditioneller Treffpunkt, an dem auch Kava und einfache Imbisse angeboten werden können. Die Versorgung hängt daher von Land, Fischereigebieten, Geldeinkommen, Jahreszeit, Wetter, Transport und Lagerungsmöglichkeiten ab. Zu den verbreiteten lokalen Lebensmitteln gehören Taro, Yams, Maniok oder Kassava, Kumala, grüne Bananen, Kochbananen, Brotfrucht, Kokosnuss, Inselkohl, Obst, Fisch, Meeresfrüchte, Schweine- und Hühnerfleisch, Rindfleisch und Eier. Reis, Nudeln, Mehl, Zucker und Konserven ergänzen die lokale Erzeugung und sind besonders wichtig, wenn Transport, Ernten oder Geldmittel die Auswahl eines Haushalts einschränken. Die Ernährung auf äußeren Inseln hängt stärker von Gärten und Meeresfrüchten ab, während städtische Haushalte stärker auf Märkte, Geldeinkäufe und importierte Lebensmittel angewiesen sind. Wurzelgemüse und andere Grundnahrungsmittel werden häufig mit Kokoscreme gekocht, gedämpft, gebacken oder mit Bananenblättern und heißen Steinen zubereitet. Laplap besteht aus geriebenem Taro, Yams oder Maniok mit Kokoscreme und wird langsam unter heißen Steinen gegart. Simboro besteht aus Blattrollen, die mit geriebenen Wurzeln und Kokosnuss oder Kokosmilch gefüllt sind. Tuluk verbindet Maniok mit gewürztem Fleisch und wird gedämpft oder gebacken. Für Bunia wird ein Erdofen verwendet; das Gericht ist mit größeren gemeinsamen Mahlzeiten verbunden. Weitere bekannte Speisen sind Tanna-Suppe, Nangai, frisches Obst, Kokosnuss, gegrillter Fisch, Hummer und Kokosnusskrabbe. Rezepte und Zubereitungsweisen unterscheiden sich je nach Insel, Haushalt und Anlass. Der Zentralmarkt von Port Vila sowie Luganville und Lenakel sind wichtige Märkte und Zentren für zubereitete Speisen. Essensstände auf Märkten und Mittagsanbieter können preisgünstigere lokale Mahlzeiten als auf Touristen ausgerichtete Restaurants anbieten. Verfügbarkeit und Preise verändern sich jedoch mit Jahreszeit, Wetter und Transport zwischen den Inseln. Im Zentralmarkt von Port Vila sank das Gesamtangebot laut der Erhebung vom März 2026 gegenüber dem Vorquartal um 37 %, während die Durchschnittspreise um 27 % stiegen. Das Angebot an Grundnahrungsmitteln ging um 10 % zurück und deren gewichtete Preise stiegen um 7 %. Diese Zahlen beziehen sich auf ausgewählte Erzeugnisse in Port Vila, nicht auf ganz Vanuatu. Die Erhebung verwendet zudem ältere Haushalts- und Landwirtschaftsgewichte und ist daher keine landesweite Preisliste. Daten des Vanuatu National Statistics Office für 2019–2020 zeigen, dass Lebensmittel etwa 60 % der Konsumausgaben der Haushalte und ungefähr 70 % bei der Gruppe mit den niedrigsten Ausgaben ausmachten. Der rechnerische Nahrungsmittelverbrauch lag bei ungefähr 2.760 Kilokalorien pro Person und Tag. Dies misst verfügbare Lebensmittel, nicht die individuelle Nahrungsaufnahme. Wurzel- und Knollenfrüchte sowie Kochbananen lieferten rund die Hälfte der Kalorien aus eigener Erzeugung der Haushalte; Getreide machte ungefähr 45 % der gekauften Kalorien aus. Diese Werte bilden eine landesweite Ausgangslage ab, nicht die Ernährung jeder Insel oder jedes Haushalts. Ein landesweiter Anspruch auf eine feste Lebensmittelmenge oder einen festen Preis wurde nicht festgestellt; auch ein nationales Schulverpflegungsprogramm wurde nicht ermittelt. Familien und Betreuungspersonen finanzieren gewöhnlich das Schulessen, während örtliche und internationale Initiativen gefährdete Kinder unterstützen können. Die Healthy Vanuatu School Food Guidelines des Ministry of Education und des Ministry of Health empfehlen stärkehaltige Lebensmittel, Obst und Gemüse sowie Eiweiß. Sie fördern gesunde lokale Zwischenmahlzeiten, untersagen zuckerhaltige Getränke in Vorschulen und Grundschulen und empfehlen Wasser, frisches Kokoswasser oder einfache Milch. Köche und Caterer an Schulen benötigen ein Food Safety Certificate. Farm-to-School-Aktivitäten finden seit 2019 auf Vanua Lava statt. Lebensmittelbetriebe und die öffentliche Zubereitung von Speisen werden nach dem Food (Control) Act [Cap 228] und der Food (Control) Regulation 2007 geregelt. Zum Verkauf oder Verzehr angebotene Lebensmittel dürfen nicht ungeeignet, verfälscht oder unter unhygienischen Bedingungen zubereitet sein. Der Dienst Environmental Health, Health Standards and Inspection des Ministry of Health, kurz EHHSI, kontrolliert Lebensmittelbetriebe, Geschäfte und Kava-Bars und kann Inspektionen oder Untersuchungen genehmigen. Auf eine Verbesserungsanordnung können ein Verbot und eine Schließung folgen, wenn Risiken nicht behoben werden. Lebensmittelvergiftungen müssen gemeldet werden; Beschäftigte im Lebensmittelservice benötigen ein Food Safety Certificate. Importierte Lebensmittel müssen deklariert werden und die Anforderungen der Biosicherheit erfüllen. Frisches Obst und Gemüse, rohe Nüsse, Gewürze, Kräuter, Fleisch, Eier, Meeresfrüchte, Milchprodukte sowie gekochte oder konservierte Lebensmittel können Kontrollen unterliegen. Für Fleisch, Meeresfrüchte und Milchprodukte ist im Allgemeinen eine vorläufige Einfuhrgenehmigung erforderlich. Für gewerbliche Mengen können weitere Genehmigungen nötig sein; diese sollten vor dem Versand eingeholt werden. Nicht konforme Sendungen können beschlagnahmt oder vernichtet werden. Für Importe und Handel mit Meeresfrüchten gelten zusätzlich Fischereikontrollen und Zuständigkeiten der Seafood Verification Agency. Das Ministry of Agriculture, Livestock, Forestry, Fisheries and Biosecurity, dessen Landwirtschaftsabteilung, das Vanuatu Fisheries Department, Biosecurity Vanuatu, das Ministry of Health, das Vanuatu National Statistics Office sowie Provinz- und Kommunalbehörden tragen jeweils Teile des Ernährungssystems. Lokale Wurzelgemüse können die Widerstandsfähigkeit gegenüber tropischen Schädlingen und Wirbelstürmen stärken. Zu den aktuellen politischen Schwerpunkten gehören nährstoffreiche lokale Lebensmittel, Schulverpflegung, Wertschöpfungsketten für Wurzelgemüse, bessere Schäl- und Verpackungsverfahren, verzehrfertige Produkte, Lagerung auf äußeren Inseln, Transport zwischen den Inseln, nachhaltige Bewirtschaftung von Fischbeständen, gemeinschaftliches Küstenmanagement, Aquakultur, Mischkulturen aus Kokosnuss und Kakao sowie Biosicherheit. Diese Maßnahmen unterstützen die Ernährungssicherheit, werden aber nicht auf allen Inseln gleich verfügbar umgesetzt.
Essen in Vanuatu
Die Ernährung in Vanuatu umfasst Gartenfrüchte, Meeresfrüchte, tierische Erzeugnisse, importierte Grundnahrungsmittel und zubereitete Mahlzeiten. Taro, Yams, Maniok, Kumala, grüne Bananen, Kochbananen, Brotfrucht, Kokosnuss, Inselkohl, Obst und Fisch gehören zum Alltag; Reis, Nudeln, Mehl, Zucker und Konserven werden häufig gekauft. Auf äußeren Inseln sind Gärten, Fischfang und Transport zwischen den Inseln für die Versorgung besonders wichtig. In städtischen Zentren wie Port Vila, Luganville und Lenakel spielen Märkte, Stände, Geschäfte und Restaurants eine größere Rolle.
Tipp
Richte deine Ernährung nach dem aus, was an deinem Wohnort verlässlich verfügbar ist, und gleiche lokale Grundnahrungsmittel, Meeresfrüchte, Zukäufe und Importe gegen Preis-, Lagerungs- und Transportrisiken ab. Lokale Lebensmittel können die Abhängigkeit von unterbrochenen Lieferwegen mindern; importierte und zubereitete Lebensmittel bieten möglicherweise mehr Komfort, erfordern aber mehr Aufmerksamkeit für schwankende Preise, Verfügbarkeit und Hygiene. Prüfe Schulverpflegung und Lebensmittelimporte gesondert, da hierfür unterschiedliche Anforderungen gelten.

