Tuvalus Arbeitsmarkt ist klein und abgelegen. Bei der Volkszählung 2022 wurden 7.288 Einwohner ab 15 Jahren, eine Erwerbsbevölkerung von 3.136 Personen, 2.937 Beschäftigte und eine Arbeitslosenquote von 6,3 % erfasst. Die Erwerbsbeteiligungsquote betrug 43,0 % und die Beschäftigungsquote 40,3 %. Diese Zahlen schließen ausländische Arbeitskräfte aus. Beschäftigung im öffentlichen Dienst besteht neben Stellen im privaten Sektor und in einzelnen Branchen, insbesondere Fischerei, Landwirtschaft, Tourismus sowie öffentlichen und privaten Dienstleistungen. Stellen im öffentlichen Dienst werden im Allgemeinen für Bewerber ab 14 Jahren ausgeschrieben. Bewerber reichen gewöhnlich Formular P2 und einen Lebenslauf ein. Eine Stellenausschreibung kann außerdem ein Anschreiben, ein unterschriebenes Formular P2, beglaubigte Abschlussnachweise oder Studienzeugnisse und mindestens zwei Referenzen verlangen. Bewerber von äußeren Inseln oder aus dem Ausland können zunächst einen Brief, ein Fax oder eine E-Mail senden und Formular P2 später nachreichen. Die Ausschreibung legt fest, ob Unterlagen in Papierform oder an psc@gov.tv zu senden sind, und nennt die Frist. Ein Arbeitsvertrag ist eine Vereinbarung, nach der ein Arbeitnehmer für einen Arbeitgeber gegen Bezahlung arbeitet. Dauert das Arbeitsverhältnis länger als drei Kalendermonate, muss der Arbeitgeber einen schriftlichen Vertrag bereitstellen. Darin sollten Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Stelle, Vertragsart und Laufzeit, Arbeitsort, Arbeitszeiten, Lohn oder Gehalt, Zulagen, Zahlungszeitraum, Urlaub, anwendbare Mindestlohnverordnung oder Tarifvereinbarung sowie das Verfahren zur Streitbeilegung angegeben sein. Der Sekretär für Arbeit bestätigt den Vertrag; beide Parteien unterschreiben ihn. Der Arbeitgeber muss die Bedingungen vor der Unterzeichnung erläutern. Arbeitnehmer sollten nicht unterschreiben, wenn sie die Bedingungen nicht verstehen oder keinen Zugang zu unabhängiger rechtlicher, gewerkschaftlicher oder ministerieller Beratung haben. Wird keine gültige schriftliche Vertragsausfertigung abgeschlossen, gilt der Vertrag als unbefristet. Eine private Arbeitsvermittlung benötigt nach den geltenden Vorschriften die Genehmigung des Sekretärs für Arbeit. Einem künftigen Arbeitnehmer darf keine Vermittlungsgebühr berechnet werden. Interessenkonflikte und Diskriminierung bei der Einstellung sind verboten. Einstellung, Ausbildung, Beförderung, Arbeitsbedingungen und Kündigung dürfen unter anderem nicht aufgrund von Herkunft, ethnischer Zugehörigkeit, sozialem oder wirtschaftlichem Status, Geschlecht, Schwangerschaft, Familienstand, sexueller Orientierung, Familienpflichten, Alter, Gesundheit, HIV oder AIDS, Behinderung, Religion, politischer Meinung oder Gewerkschaftstätigkeit diskriminieren. Arbeitgeber müssen für gleichwertige Arbeit gleiches Entgelt zahlen; sexuelle Belästigung ist rechtswidrig. Tuvalu bietet auch Wege zur Arbeitsmobilität. Die Arbeitsabteilung im Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten, Arbeit und Handel führt einen Pool arbeitsbereiter Personen. Die Registrierung für das australische Programm Pacific Australia Labour Mobility ist über das tuvaluische Büro üblicherweise dienstags von 9:00 bis 16:30 Uhr möglich. Für die Registrierung sollten keine Gebühren oder Geschenke verlangt werden. Arbeitgeber strecken Flugkosten und einige damit verbundene Kosten vor, die Arbeitnehmer schrittweise aus ihrem Lohn zurückzahlen. Tuvalu ist für das neuseeländische Programm Recognised Seasonal Employer zugelassen. Einsätze dauern häufig sieben oder neun Monate innerhalb eines Zeitraums von elf Monaten. Die Seefahrt ist ein etablierter Beschäftigungsweg: Tuvalu ratifizierte 2012 das Seearbeitsübereinkommen, und Seeleute auf tuvaluisch beflaggten Schiffen benötigen eine unterschriebene Seeleutevereinbarung und eine medizinische Untersuchung vor Arbeitsantritt. Das Mindestalter für Arbeit auf See beträgt 16 Jahre; gefährliche Arbeit ist für Personen unter 18 Jahren verboten. Arbeitnehmer mit Stunden-, Tages- oder Wochenlohn müssen mindestens alle zwei Wochen bezahlt werden. Arbeitnehmer mit Monats-, Jahres- oder Stücklohn müssen mindestens monatlich bezahlt werden. Zu jedem Zahlungszeitraum muss eine Lohnabrechnung ausgestellt werden. Zulässige Abzüge umfassen unentschuldigtes Fernbleiben, auf Wunsch bereitgestellte Mahlzeiten, Vorschüsse oder Überzahlungen, gerichtlich angeordnete oder gesetzlich vorgeschriebene Beträge sowie vom Arbeitnehmer schriftlich genehmigte Abzüge. Zahlt ein Arbeitgeber nach einer Zahlungsaufforderung nicht, setzt die Aufforderung eine Frist von sieben Tagen. Der Mindestlohnrat empfiehlt mindestens alle drei Jahre einen Mindestlohn; der Minister kann eine Verordnung erlassen. Der jeweils geltende nationale Mindestlohn ist anhand der aktuellen Verordnung zu prüfen, da hier kein aktueller Betrag genannt wird. Die normale Arbeitszeit ist auf acht Stunden täglich und 40 Stunden wöchentlich begrenzt. Zusätzliche Stunden müssen angemessen bleiben. Arbeitnehmer erhalten mindestens zwölf aufeinanderfolgende Stunden tägliche Ruhezeit und 48 aufeinanderfolgende Stunden wöchentliche Ruhezeit. Nach mehr als sechs aufeinanderfolgenden Arbeitsstunden muss der Arbeitgeber eine unbezahlte einstündige Essenspause sowie eine bezahlte Teepause von 20 Minuten oder zwei bezahlte Teepausen von je zehn Minuten gewähren. Arbeitnehmer, die ein Kind unter zwölf Monaten stillen, erhalten täglich zwei bezahlte Pausen von je einer Stunde. Überstundensätze richten sich nach den Vorschriften; für bestimmte Jahresgehälter gilt eine Ausnahme. Gesetzlicher Urlaub gilt für Arbeitnehmer außer Gelegenheitsarbeitskräften; Teilzeiturlaub wird anteilig berechnet. Nach einem vollendeten Jahr besteht Anspruch auf mindestens zwölf bezahlte Arbeitstage Jahresurlaub, nach sechs Monaten anteilig. Der Anspruch auf Krankheitsurlaub beträgt mindestens fünf bezahlte Tage pro Jahr; Sonderurlaub kann bis zu drei bezahlte Tage pro Jahr betragen. Mutterschaftsurlaub dauert zwölf Wochen bei vollem Entgelt. Adoptionsurlaub dauert zwölf Wochen bei mindestens vollem Entgelt, wenn das Kind unter drei Jahre alt ist. Vaterschaftsurlaub umfasst zehn bezahlte Tage bei mindestens vollem Entgelt und muss innerhalb von vier Monaten nach der Geburt oder Adoption genommen werden. Eine frühere Härtefallausnahme erlaubte bis zu 24 Monate, konnte aber nicht über drei Jahre nach ihrem Inkrafttreten hinausreichen. Beschäftigte im öffentlichen Dienst können nach den General Administrative Orders 2016 günstigere Urlaubsansprüche haben. Der Jahresurlaub beträgt 24 Arbeitstage für L10 bis L7, 26 Tage für L6 bis L5 und 30 Tage ab L4. Ein Vertragsbediensteter, dessen Vertrag zum Jahresurlaub keine Regelung enthält, erhält 20 Arbeitstage pro Jahr. Mit Genehmigung des Regierungssekretärs können bis zu zwei Jahresurlaubsansprüche übertragen werden; Formular P9 sollte mindestens zwei Wochen vor dem Urlaub eingereicht werden. Arbeitgeber müssen Gefahren am Arbeitsplatz ermitteln und durch sichere Verfahren, Schulungen, Schutzausrüstung und Gesundheitsüberwachung beseitigen oder verringern. Arbeitnehmer müssen angemessene Sorgfalt walten lassen und Sicherheitsmaßnahmen unterstützen. Ein Kind darf erst beschäftigt werden, wenn das Kalender-Schuljahr beendet ist, in dem es 15 Jahre alt wird. Leichte Arbeit ab 15 Jahren ist nur zulässig, wenn sie die Gesundheit nicht schädigt, die Schule nicht beeinträchtigt und die vorgeschriebenen Bedingungen erfüllt. Gefährliche Arbeit ist für Personen unter 18 Jahren verboten. Schlimmste Formen der Kinderarbeit und Zwangsarbeit sind Straftaten; Arbeitgeber müssen ein Register für beschäftigte Kinder führen. Ein unbefristeter Vertrag kann aus Gründen der Leistungsfähigkeit oder des Verhaltens, wegen schweren Fehlverhaltens, aus betriebsbedingten Gründen oder aus einem anderen rechtmäßigen Grund beendet werden. Bei Leistungs- oder Verhaltensproblemen sind normalerweise eine Verwarnung, angemessene Unterstützung zur Verbesserung und eine Kündigungsfrist erforderlich. Schweres Fehlverhalten kann eine fristlose Kündigung rechtfertigen. Die reguläre Kündigungsfrist beträgt mindestens eine Woche. Bei betriebsbedingter Kündigung darf keine vergleichbare Weiterbeschäftigung möglich sein; außerdem sind Tarifvereinbarungen einzuhalten und mindestens vier Wochen Kündigungsfrist zu gewähren. Hat der Arbeitgeber den Umzug organisiert, trägt er die Rückführungskosten. Letzte Löhne, Leistungen und angesammelter Urlaub sind innerhalb von 14 Tagen nach der Beendigung auszuzahlen. Eine Kündigung darf nicht rechtmäßig auf geschützte Merkmale, Abwesenheit wegen Krankheit oder Verletzung, Gewerkschaftsstatus oder -tätigkeit, eine Beschwerde oder ein Verfahren oder eine mutterschafts- oder vaterschaftsbedingte Abwesenheit gestützt werden. Ein Streit am Arbeitsplatz sollte normalerweise zuerst dort angesprochen und behandelt werden. Arbeitnehmer können innerhalb von drei Monaten, nachdem sie von dem Streit erfahren haben, beim Sekretär für Arbeit ein Verfahren zur Streitbeilegung beantragen. Das Verfahren kann die Einholung von Informationen und eine Schlichtung umfassen. Ein mutmaßlicher Verstoß kann einer Arbeitsinspektorin oder einem Arbeitsinspektor oder dem Generalstaatsanwalt gemeldet werden; eine Inspektorin oder ein Inspektor kann ermitteln, eine Zahlungsaufforderung ausstellen oder die Angelegenheit zur Strafverfolgung weiterleiten. Eine Überprüfung ist im Allgemeinen innerhalb von 28 Tagen möglich; auch gerichtliche Rechtsmittelverfahren bestehen. Der Tuvalu National Provident Fund (TNPF) ist eine obligatorische betriebliche Sparregelung. Nach aktuellen TNPF-Hinweisen zahlen Arbeitnehmer 13 % ihres Bruttolohns und Arbeitgeber 10 %, zusammen 23 %. Die Beiträge sind bis zum 15. des Folgemonats fällig. Leistungen betreffen Ruhestand, Erwerbsunfähigkeit, Tod, Wohnen und Auswanderung. Der TNPF nennt freiwilligen Ruhestand ab 50 Jahren und regulären Ruhestand ab 55 Jahren. Bei dauerhafter Auswanderung kann je nach Status und Unterlagen eine teilweise oder vollständige Auszahlung möglich sein. Allein die Beendigung eines Arbeitsverhältnisses begründet keinen Anspruch auf Arbeitslosenleistungen; ein allgemeiner gesetzlicher Anspruch auf Arbeitslosenleistungen ist nicht belegt.
Beschäftigung in Tuvalu
Beschäftigung in Tuvalu umfasst den Beginn, die Ausübung, den Wechsel und die Beendigung bezahlter Arbeit unter der Weisung eines Arbeitgebers. Bei der Volkszählung 2022 wurden 2.937 beschäftigte Einwohner ab 15 Jahren gezählt, darunter 2.847 bezahlte Arbeitskräfte; 2.362 hatten formelle bezahlte Arbeit und 485 arbeiteten informell. Zu den Stellen gehören Positionen im öffentlichen Dienst, Arbeit im privaten Sektor und Beschäftigung in Bereichen wie Fischerei, Landwirtschaft, Tourismus und Dienstleistungen. Die Beschäftigungsbedingungen betreffen Verträge, Bezahlung, Arbeitszeit, Urlaub, Sicherheit, Streitverfahren und obligatorische TNPF-Sparbeiträge.
Tipp
Betrachten Sie ein Beschäftigungsangebot in Tuvalu als Gesamtpaket aus Entgelt, Arbeitszeit, Urlaub, Sicherheit, Vertragsbedingungen und TNPF-Beiträgen und nicht nur als Stellenbezeichnung. Lassen Sie die Bedingungen schriftlich festhalten, prüfen Sie den geltenden Mindestlohn und Zahlungsrhythmus und bewahren Sie Unterlagen auf, damit Sie bei Problemen mit Bezahlung, Sicherheit oder Kündigung rasch handeln können. Angebote zur Arbeitsmobilität sollten Sie besonders sorgfältig prüfen, denn Vorschüsse für die Reise, Rückzahlungen, Einsatzdauer und verbotene Gebühren beeinflussen den tatsächlichen Wert des Angebots.

