Das Ministry of Health (MOH) ist für Gesundheitspolitik, Steuerung, Regulierung, Finanzierung und Überwachung zuständig. Fünf Regional Health Authorities (RHAs) erbringen öffentliche Leistungen: die North West Regional Health Authority, North Central Regional Health Authority, South-West Regional Health Authority, Eastern Regional Health Authority und Tobago Regional Health Authority. Vier RHAs versorgen Trinidad, eine Tobago; die Regelung auf Tobago ist auch mit dem Tobago House of Assembly Act verbunden. Ein nahe gelegenes Health Centre ist meist die erste öffentliche Anlaufstelle für Prävention, häufige Erkrankungen und Verletzungen, grundlegende Notfallversorgung, Überweisungen und Koordination. Health Centres bieten außerdem grundlegende Unterstützung bei psychischen Erkrankungen, Gesundheitsförderung, Kinder- und Jugendgesundheit, vor- und nachgeburtliche Versorgung, Familienplanung, Gebärmutterhalsuntersuchungen, HIV-Tests und Beratung, Versorgung chronischer Erkrankungen und Diabetes, Elektrokardiogramme, Wundverbände, Allgemeinmedizin, manche Zahnextraktionen, psychiatrische Versorgung, Haus- und Schulbesuche, Haut- und Wellnessleistungen, Beratung zu Substanzmissbrauch und Prävention sowie Palliativ- und Sterbebegleitung. Die Öffnungszeiten liegen meist zwischen 08:00 und 16:00 Uhr; manche Zentren haben bis 18:00 Uhr geöffnet. Örtliche Sprechstunden und Leistungen sind bei der zuständigen RHA zu erfragen. District Health Facilities (DHFs) bieten rund um die Uhr Notfallversorgung (Accident and Emergency, A&E) sowie Allgemeinmedizin, Apotheken-, Röntgen- und Ultraschallleistungen. Manche bieten außerdem Zahn- oder Spezialsprechstunden an. DHFs gibt es in Arima, Mayaro, Chaguanas, Couva, Princes Town und Siparia. Krankenhäuser und ihre Notaufnahmen übernehmen weitergehende Untersuchungen und Behandlungen. Beispiele sind das Port-of-Spain General Hospital, San Fernando General Hospital, Sangre Grande Hospital, Scarborough General Hospital, Point Fortin Hospital und der Eric Williams Medical Sciences Complex einschließlich seiner Kinderabteilung. Das St. Ann’s Hospital bietet spezialisierte psychiatrische Versorgung. Bei lebensbedrohlichen Notfällen ist die A&E aufzusuchen. Der Rettungsdienst ist unter 811 erreichbar. Ein psychiatrischer Notfall gehört in die Notaufnahme des nächstgelegenen allgemeinen Krankenhauses. Für öffentliche psychiatrische Angebote ist im Allgemeinen kein Überweisungsschreiben erforderlich; meist ist ein Besuch ohne Termin möglich, wobei Untersuchung, Termine und Wartezeiten variieren. Krankenhäuser, DHFs und Health Centres der RHAs bieten Bürgerinnen und Bürgern kostenlose psychiatrische Versorgung. Angebote für Kinder gibt es in allen RHAs. Hausbesuche können in bestimmten Situationen möglich sein. Das Expanded Programme on Immunization (EPI) wird über alle Health Centres angeboten; seine Impfungen sind für Einwohner kostenlos. Dazu gehören Impfungen wie Pentavalent-, Polio-, Masern-Mumps-Röteln-, Gelbfieber-, Tetanus-Diphtherie-, Pneumokokken-, Hepatitis-B-, Haemophilus-influenzae-Typ-b-, Influenza-, Varizellen-, Tollwut- und Humane-Papillomavirus-Impfungen. Ein Kind erhält üblicherweise bis zur sechsten Woche eine Untersuchung und nachgeburtliche Überweisung, beginnt mit zwei Monaten die Impfungen und hat Termine mit zwei, vier und sechs Monaten, zwölf und 18 Monaten, zwei Jahren sowie vier bis fünf Jahren. Die Nachsorge im Health Centre läuft bis zum fünften Lebensjahr; anschließend folgt das School Immunization Programme. Gesundheitsrecht schreibt vollständigen Impfschutz für den Schuleintritt vor. Erwachsene erhalten Impfungen in einem Health Centre oder bei einer privaten Ärztin beziehungsweise einem privaten Arzt; Tetanus-Diphtherie-Auffrischungen erfolgen häufig etwa alle zehn Jahre. Öffentliche Gesundheitsdienste umfassen auch Umwelt- und Gemeinschaftsschutz. Public Health Inspectors und die Environmental Health Division befassen sich mit Lebensmittelbetrieben und Beschäftigten im Lebensmittelbereich, Wasser, Abfall, Umweltgesundheit und Hafengesundheit. Die Insect Vector Control Division führt Mückensprühungen, Öffentlichkeitsarbeit und Vektordiagnostik durch. Das Trinidad Public Health Laboratory unterstützt Virologie-, Tuberkulose-, HIV/AIDS- und Tests sowie die Überwachung übertragbarer Krankheiten für Gemeinschaftsdienste, Krankenhäuser und teilweise private Anbieter. Das Chronic Disease Assistance Programme (CDAP) stellt Bürgerinnen und Bürgern mit aufgeführten Erkrankungen verschreibungspflichtige Arzneimittel und pharmazeutische Produkte kostenlos und ohne Altersgrenze bereit. Erfasst sind unter anderem Diabetes, Asthma, Herzerkrankungen, Arthritis, Glaukom, Depression, Bluthochdruck, gutartige Prostatavergrößerung, Epilepsie, hoher Cholesterinspiegel, Parkinson und Schilddrüsenerkrankungen. Das Programm umfasst 47 Medikamente und wird über mehr als 250 teilnehmende Apotheken angeboten. Für den Zugang sind üblicherweise ein Staatsangehörigkeitsnachweis, eine ärztliche Untersuchung, ein Rezept auf dem speziellen CDAP-Rezeptformular und ein Ausweis erforderlich. Das Programm ist unter 800-CDAP erreichbar. Verschreibungspflichtige und kontrollierte Medikamente erfordern ein gültiges Rezept. Die Pharmacy, Drug Inspectorate und Chemistry, Food and Drugs Division regulieren Arzneimittelzulassung, Arzneimittelliste, Überwachung unerwünschter Wirkungen, Qualität und Verfügbarkeit. Das External Patient Programme (EPP) verbindet MOH und RHAs mit privaten Anbietern für ausgewählte Leistungen für Bürgerinnen und Bürger, darunter Angiografien, Operationen am offenen Herzen, perkutane Koronarinterventionen, Dialyse, Kataraktbehandlungen, CT- und MRT-Aufnahmen, vitreoretinale Operationen, Hornhauttransplantationen und Gelenkersatz. Der Zugang zum EPP ist kein automatischer individueller Anspruch; Anspruchsberechtigung und Verfügbarkeit richten sich nach den öffentlichen Überweisungs- und Programmregelungen. Private Konsultationen, Behandlungen und Medikamente außerhalb öffentlicher Programme können Eigenkosten verursachen. Die öffentliche Gesundheitsversorgung wird in MOH-Richtliniendokumenten als kostenlos beschrieben; daraus folgt nicht, dass jede private oder spezialisierte Leistung kostenfrei ist. Nach einer Behandlung koordinieren Health Centres, DHFs, Krankenhäuser und Fachärzte Überweisungen und Nachsorge. Health Visitors, District Nurses und Hebammen können bei Bedarf Hausbesuche durchführen. District Nurses unterstützen Menschen, die ans Haus gebunden sind, kürzlich entlassen wurden, mit chronischen oder komplexen Erkrankungen leben oder Sterbebegleitung erhalten. Dazu können Überwachung, Anleitung zur Selbstversorgung, Probenentnahme, Medikamente oder Injektionen sowie Wundversorgung gehören. Überweisungen von Kindern und nach der Geburt sollten üblicherweise innerhalb von sechs Wochen erfolgen. Die Patient Charter unterstützt diskriminierungsfreien Zugang nach Bedarf, Respekt, Privatsphäre, Vertraulichkeit, Sicherheit, Schutz vor Missbrauch, Kenntnis der behandelnden Fachkräfte, Informationen zu Diagnose, Alternativen, Risiken, Prognose und Testergebnissen, Dolmetschhilfe bei Sprachbarrieren, informierte Einwilligung, Beteiligung an Entscheidungen, eine Zweitmeinung auf eigene Kosten, Behandlungsablehnung innerhalb rechtlicher und klinischer Grenzen, Achtung von Kultur und Religion, Aktenzugang, Kontinuität der Versorgung, registrierte Fachkräfte und korrekt gekennzeichnete Medikamente. Sie umfasst auch Screening und Überweisung zu registrierten Zahn- und Augenfachkräften. Eine Beschwerde soll untersucht und das Ergebnis innerhalb von zehn Tagen mitgeteilt werden. Nutzerinnen und Nutzer sollen vollständige Gesundheits- und Medikamentenangaben machen, Veränderungen melden, vereinbarte Anweisungen befolgen, Termine wahrnehmen oder absagen, Einrichtungsregeln und andere Patienten respektieren und von ihnen persönlich akzeptierte Zahlungsverpflichtungen erfüllen.
Gesundheit in Trinidad und Tobago
Das Gesundheitswesen in Trinidad und Tobago umfasst öffentliche Primärversorgung, Krankenhäuser, Gemeinschaftsprogramme und private Anbieter. Das Ministry of Health legt die Politik fest; fünf Regional Health Authorities erbringen den Großteil der öffentlichen Versorgung über Health Centres, District Health Facilities und Krankenhäuser. Health Centres bieten Prävention, Behandlung häufiger Erkrankungen, chronische Versorgung, Unterstützung bei psychischen Erkrankungen und Überweisungen. Rund um die Uhr geöffnete District Health Facilities und die Notaufnahmen der Krankenhäuser bieten höherstufige und Notfallversorgung. Nach der erklärten Politik des Ministry of Health ist die öffentliche Gesundheitsversorgung kostenfrei; private Behandlungen, Medikamente und manche Spezialleistungen können jedoch eigene Zahlungen erfordern.
Tipp
Nutze ein nahe gelegenes Health Centre für Routineversorgung, Prävention, chronische Erkrankungen, Angebote für Mutter und Kind, Impfungen und nicht dringende Unterstützung bei psychischen Erkrankungen. Wähle eine District Health Facility oder ein Krankenhaus, wenn du rund um die Uhr Untersuchungen oder eine Notfallbehandlung brauchst; bei lebensbedrohlicher Lage erreichst du den Rettungsdienst unter 811. Kläre vor der Anfahrt Öffnungszeiten, Überweisungswege und mögliche private Kosten.

