Im Tschad gibt es weder eine zentrale nationale Stelle für Lebenshaltungskosten noch einen verlässlichen aktuellen Warenkorb für Haushalte. Praktische Schätzungen verbinden Haushaltserhebungen wie ECOSIT5 mit Markt-, Branchen- und humanitären Daten unter anderem von Weltbank, WHO, ITU, UNICEF und WFP. Diese Quellen zeigen große Unterschiede zwischen N’Djamena und den Provinzen, Stadt und Land, Jahreszeiten sowie Gemeinschaften, die von Konflikten, Überschwemmungen, Vertreibung oder Flüchtlings- und Rückkehrbewegungen betroffen sind. Die Inflation erreichte 2024 5,7 Prozent; die Lebensmittelpreise stiegen um 8,5 Prozent und die Transportkosten um 15 Prozent. Der Anteil der Menschen in extremer Armut wurde für 2024 auf 39,4 Prozent geschätzt; für 2025 wurden 40,4 Prozent und für 2026 40,6 Prozent prognostiziert. Wohnkosten entstehen hauptsächlich durch private, familiäre, gemeinschaftliche und traditionelle Vereinbarungen und weniger durch einen starken landesweiten Mietmarkt. Richtwerte für N’Djamena aus dem Jahr 2022 lagen bei etwa 30.000 bis 150.000 CFAF monatlich für ein Zimmer in einem Außenbezirk, bei etwa 150.000 bis 250.000 CFAF für eine Wohnung mit Wohn- und Schlafzimmer sowie Wasser und Strom und bei rund 300.000 CFAF für ein Studio oder eine moderne Stadtwohnung. Für Orte außerhalb der Hauptstadt wurden etwa 25.000 bis 100.000 CFAF angegeben; in gefragten Vierteln N’Djamenas waren es 2024 bis zu etwa 400.000 CFAF. Diese Zahlen sind veraltet und unverbindliche Richtwerte, keine landesweite Mietpreisliste. Kaution, Maklergebühren, Sicherheit, Wasserversorgung und Stromanschluss können die tatsächlichen Wohnkosten erheblich verändern. Flüchtlinge, Rückkehrer und Binnenvertriebene können über CNARR und humanitäre Partner Zugang zu Unterkünften erhalten; dieser richtet sich nach Status und Bedürftigkeit. Versorgungsleistungen müssen gesondert geprüft werden. SNE stellt Strom bereit, STE Wasser. PIE bezeichnet unabhängige Stromerzeuger und CGE gemeinschaftliche Wasserkomitees. Nur etwa 12 Prozent der Bevölkerung hatten 2023 Zugang zu Strom. Grundlegender Zugang zu Trinkwasser wurde mit 43 Prozent und Zugang zu Sanitärversorgung mit 10 Prozent angegeben; diese Zahlen stammen jedoch aus älteren UNICEF- und JMP-Daten von 2017. Generatoren, Solaranlagen, Brunnen, Wasserverkäufer und bornes fontaines, also öffentliche Wasserstellen, können deshalb zum Budget gehören. Ein Regierungserlass von 2024 machte Haushaltswasser von STE, CGE und bornes fontaines kostenlos und deckte Stromkosten bis zu 300 kWh pro Haushalt und Monat ab; bestimmte Altschulden wurden gesondert behandelt. Die Maßnahme galt ausdrücklich nur bis zum 31. Dezember 2024 und sollte nicht als dauerhafter Anspruch für 2026 behandelt werden. Die Ausgaben für Lebensmittel hängen von Marktzugang, eigener Produktion, Jahreszeit, Sicherheit und Überschwemmungen ab. Zu den üblichen Grundnahrungsmitteln und Produkten gehören Sorghum, Hirse, Mais, Reis, Nudeln, Öl, Fisch und Viehprodukte. Die Real-Time-Food-Prices-Daten der Weltbank erfassen 73 Märkte, ergeben aber kein einheitliches nationales Haushaltsbudget für Lebensmittel. Von Juni bis August 2025 litten etwa 3,3 Millionen Menschen unter schwerer Ernährungsunsicherheit. WFP nutzt in betroffenen Gebieten, auch im Osten des Tschad, marktbasierte Bargeld- oder Lebensmittelkörbe. 2025 erhielten im Rahmen gezielter Programme mehr als 125.000 Kinder Schulmahlzeiten. Dies sind gezielte oder krisenbezogene Maßnahmen, keine allgemeine Lebensmittelpreissubvention oder universelle Beihilfe. Transportkosten umfassen Busse, Kleinbusse, Taxis und Motorradtaxis im Stadt- und Überlandverkehr. Ländliche Haushalte nutzen möglicherweise auch Karren, Esel oder Fußwege. Eine aktuelle landesweite Tarifübersicht oder ein verlässlicher nationaler Fahrplan liegt nicht vor. Entfernungen können die Kosten stark bestimmen: Für 18,7 Prozent der Grundschulkinder wurde angegeben, dass sie mindestens 2 Kilometer bis zur Schule zurücklegen; die durchschnittliche Entfernung zum nächsten Krankenhaus lag bei etwa 188 Kilometern. Eine Steuer- und Gebührensenkung für Verkehrsunternehmen 2024 garantierte keinen niedrigeren Fahrpreis für Haushalte und war befristet. Kraftstoff, Entfernung, Fahrzeugverfügbarkeit und Jahreszeit müssen daher im Budget gesondert berücksichtigt werden. Gesundheitskosten verteilen sich auf öffentliche und private Gesundheitszentren, Bezirks- und Provinzkrankenhäuser, Apotheken und humanitäre Angebote der primären Gesundheitsversorgung. Haushalte müssen möglicherweise Beratung, Medikamente, Transport und Überweisungen selbst bezahlen, selbst wenn Impfungen, Ernährung oder Krisenangebote durch Partner unterstützt werden. Laut WHO lagen die gesamten Gesundheitsausgaben bei etwa 29,73 US-Dollar pro Person; 39,15 Prozent entfielen auf direkte Eigenzahlungen. Ein Branchenprofil der Weltbank ergab, dass Haushalte mehr als 61 Prozent der laufenden Gesundheitsausgaben finanzierten und Gesundheitszahlungen von über 10 Prozent des Verbrauchs 9,3 Prozent der Menschen in Armut drängten. Diese Kennzahlen beruhen auf unterschiedlichen Jahren und Methoden. Eine ältere Studie schätzte Medikamente auf etwa 75 Prozent der Behandlungskosten, in ländlichen Gebieten sogar auf 85 Prozent. Für eine einheitliche Schätzung medizinischer Kosten gibt es keinen aktuellen landesweiten Gebührentarif. Bildungskosten bleiben relevant, obwohl die Grundschulbildung seit 2006 formell kostenlos ist. Neben öffentlichen Schulen gibt es Gemeinschafts- und Privatschulen sowie Eltern- und Gemeindestrukturen wie APE und AME. Berichten zufolge finanzieren Haushalte etwa 28 Prozent der Ausgaben für Grundschulen und 42 Prozent der Ausgaben für die untere Sekundarstufe. Einschreibegebühren oder Beiträge, Hefte, Uniformen, Schuhe, Lehrbücher und Fahrtkosten verursachen häufig zu Schuljahresbeginn Kosten. Das PRET-Programm für 2025 bis 2028 unterstützt 25.000 Mädchen in prekären Situationen an 318 Schulen mit etwa 40.000 CFAF pro Mädchen und Schuljahr; Zahlungen sind unter anderem für Dezember 2025 und Juli 2026 vorgesehen. Das Programm gilt nicht universell. Auch die Schulverpflegung von WFP hängt von Zielgruppen und Regionen ab. Eine landesweit allgemeine Kinder- oder Familienbeihilfe ist nicht belegt. Familien unterstützen sich häufig über Großfamilien, Nachbarn, Sachleistungen, APE- oder AME-Strukturen und Gemeinschaftsgruppen wie GASPA. Gezielte Programme können die Lage verändern: PARCA und HCT unterstützen anspruchsberechtigte Haushalte. Nach den genannten Regelungen für 2025 bis 2027 umfassen die Leistungen im Bahr El Gazal regelmäßige Zahlungen von 45.000 CFAF pro Quartal sowie eine zusätzliche Zahlung von 99.000 CFAF von Juni bis August. HCT hat in entsprechenden Programmen auch 144.000 CFAF für drei Monate eingesetzt. Die Geburtsregistrierung TASDJIL ist an unterstützten Orten kostenlos. Anspruch, Zahlungstermine und Abdeckung hängen von Programm und Haushaltssituation ab. Kommunikation erfolgt hauptsächlich mobil und im Vorauszahlungsverfahren. ARCEP reguliert den Sektor; Airtel und Moov Africa sind die wichtigsten genannten Mobilfunkanbieter. 2024 gab es im Tschad etwa 14,8 Millionen Mobilfunkanschlüsse und 3,5 Millionen mobile Breitbandanschlüsse. 12,6 Prozent nutzten das Internet; in den herangezogenen Daten war kein 5G-Zugang verzeichnet. Zu den Abdeckungswerten gehörten 86,9 Prozent bei 2G, 84,5 Prozent bei 3G und 60 Prozent bei LTE oder WiMAX. Verlässliche nationale Preise lassen sich aus den verfügbaren aktuellen Tarifdaten nicht bestimmen. Ein realistisches Kommunikationsbudget umfasst Sprach- oder Datenpakete, ein Mobiltelefon, das Aufladen und gelegentlich Generator- oder Solarkosten. Mobiles Geld kann Zugang zu Zahlungsdiensten bieten, macht dieses Thema aber nicht zu einem Thema über Bankgeschäfte. Für Freizeit gibt es keine verlässlichen landesweiten Preisstandards. Aktivitäten finden häufig informell, gemeinschaftlich, religiös, sportlich oder mobil statt; formelle Angebote und Mitgliedschaften konzentrieren sich vor allem auf einzelne Orte, insbesondere N’Djamena. Eintritts- und Mitgliedsbeiträge variieren. Freizeit sollte deshalb meist als flexibler Betrag eingeplant werden, nachdem notwendige Ausgaben für Lebensmittel, Wohnen, Transport, Gesundheit, Bildung, Versorgung und Kommunikation berücksichtigt sind. Ein nützliches Haushaltsszenario erfasst Personenzahl, Wohnort, Wohnstandard, Jahreszeit, Strom- und Wasserzugang, Schul- und Gesundheitsbedarf, Vertreibung oder Flüchtlingsstatus sowie eine Rücklage für Krisen. Bankgeschäfte, Schulden und Steuerfragen erfordern eine gesonderte Betrachtung; eine Steuermaßnahme für Verkehrsunternehmen begründet keine Kostenregel für Haushalte.
Lebenshaltungskosten im Tschad
Die Lebenshaltungskosten im Tschad unterscheiden sich stark nach Haushaltsgröße, Ort, Jahreszeit, Zugang zu Dienstleistungen und Betroffenheit durch Konflikte, Überschwemmungen oder Vertreibung. Lebensmittel sind meist der größte notwendige Ausgabenposten, gefolgt von Wohnen, Transport, Gesundheit, Bildung, Versorgung und Kommunikation. Ein verlässliches aktuelles nationales Haushaltsbudget gibt es jedoch nicht. Für die lokale Planung wird der zentralafrikanische CFA-Franc verwendet, geschrieben als XAF oder CFAF. Die nationale Armutsgrenze lag 2022 bei 284.109 CFAF pro Person und Jahr, also etwa 23.676 CFAF pro Monat. Sie ist ein Armutsmaßstab, kein vollständiges Haushaltsbudget.
Tipp
Erstelle für den Tschad ein Budget, das zu Ort und Haushalt passt, statt dich auf einen einzigen monatlichen Landeswert zu verlassen. Sichere zuerst die Ausgaben für Lebensmittel, Wohnen, Gesundheit und Transport ab und ergänze Bildung, Versorgung, Kommunikation und Freizeit passend zu tatsächlichem Zugang und Jahreszeit. Behandle die Armutsgrenze von 2022, Mietrichtwerte und gezielte Unterstützungszahlungen als Planungswerte, nicht als garantierte Mittel.

