Für Menschen ohne Arbeit gibt es im Tschad nach den verfügbaren Informationen keine allgemeine Arbeitslosenversicherung, regelmäßige Arbeitslosenleistung oder einheitliche Warte- und Meldepflicht. Der Arbeitsmarkt ist stark von Landwirtschaft und informeller Arbeit geprägt; rund 88 % der Arbeitsplätze sind informell. Daher bildet eine allgemeine Arbeitslosenquote Unterbeschäftigung und den Verlust informeller Lebensgrundlagen nicht vollständig ab. Die jüngste in der verfügbaren Recherche festgestellte ILOSTAT-Haushaltsbefragung stammt aus dem Jahr 2018. Nach Dekret 96-189 muss sich eine arbeitssuchende Person im erwerbsfähigen Alter bei ONAPE, dem nationalen Arbeitsvermittlungsdienst des Tschad, registrieren lassen und eine carte de demandeur d’emploi (Arbeitssuchendenkarte) erhalten. Die Onlineanmeldung erfolgt über ein Konto mit Aktivierung per E-Mail. Danach werden persönliche Daten, Abschlüsse und Ausbildung, Fähigkeiten, Berufs- oder Praktikumserfahrung, Arbeitswünsche und Bewerbungen für offene Stellen eingetragen. Die Registrierung ist laut Angebot kostenlos. Gibt es vor Ort kein ONAPE-Büro, kann der Préfet oder Sous-préfet das Gesuch aufnehmen und innerhalb von 72 Stunden an ONAPE weiterleiten. ONAPE bietet Beratung, Vermittlung, Umschulung und Mobilitätsunterstützung. Eine Registrierung begründet jedoch keinen Anspruch auf Einkommensersatz. Eine formelle Kündigung kann eigene Ansprüche gegenüber dem Arbeitgeber auslösen. Bei weniger als einem Jahr Betriebszugehörigkeit beträgt die Kündigungsfrist 15 Tage, ab einem Jahr einen Monat und ab drei Jahren zwei Monate; bei schwerem Fehlverhalten entfällt die Kündigungsfrist. Während der Kündigungsfrist erhält die Arbeitskraft pro Woche einen bezahlten Tag für die Stellensuche; nicht genutzte Tage sammeln sich an. Nach mindestens zwei Dienstjahren wird eine Abfindung anhand des durchschnittlichen monatlichen Bruttogehalts der vorherigen 12 Monate berechnet, ohne Familienzulage: 25 % pro Jahr für die ersten fünf Jahre, 30 % für die folgenden fünf Jahre und 35 % ab dem elften Jahr. Kündigungsentschädigung, Urlaubsabgeltung und Abfindung können zusammengerechnet werden, wenn jeweils ein Anspruch besteht. Eine entlassene Arbeitskraft kann innerhalb eines Monats eine einjährige Wiedereinstellungsvorrangfrist beantragen und muss innerhalb der vorgeschriebenen Frist antworten. Arbeitsstreitigkeiten können der Inspection du Travail oder dem zuständigen Gericht vorgelegt werden. Arbeitgeber müssen ONAPE innerhalb von 48 Stunden über Stellenangebote, Einstellungen und die endgültige Beendigung von Verträgen informieren. Für das vorgeschriebene Visumverfahren für Arbeitsverträge wird die Arbeitssuchendenkarte verwendet. Direkte Einstellungen sind möglich, wenn ONAPE den Bedarf nicht decken kann; die Meldepflichten bleiben bestehen. Gelegentliche Tätigkeiten von höchstens einem Monat sind von diesen Formalitäten ausgenommen. Wiedereinstiegsprogramme bieten Alternativen zu Einkommensleistungen. PADE bietet arbeitslosen tschadischen Staatsangehörigen mit kürzlich abgeschlossenem Studium und ONAPE-Karte eine dreimonatige bis sechsmonatige Vorbeschäftigungsbeihilfe. Auto-Emploi unterstützt arbeitslose und verfügbare tschadische Staatsangehörige im Alter von 18 bis 45 Jahren mit einem tragfähigen Einzel- oder Gemeinschaftsprojekt zur Unternehmensgründung oder Wiederaufnahme einer Tätigkeit. Der Geschäftsplan darf 5.000.000 CFA-Francs nicht überschreiten. Antragstellende müssen im Allgemeinen mindestens 20 % selbst beitragen und eine Bürgschaft oder dingliche Sicherheit stellen. Das Darlehen ist zinsfrei, muss aber innerhalb von ein bis drei Jahren zurückgezahlt werden. Crédit Agricole kann ländliche Erzeugergemeinschaften unterstützen. Diese Programme finanzieren Aktivierung oder Unternehmensgründung; sie ersetzen kein Einkommen während der Arbeitslosigkeit. CNPS führt Familienzulagen, Mutterschaftsleistungen, Leistungen bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten, Renten, Invaliditäts- und Hinterbliebenenleistungen auf, jedoch keinen Zweig für Arbeitslosigkeit. PSSNP und das RSU/USR-System richten sich an extrem arme oder schutzbedürftige Haushalte, Geflüchtete, Aufnahmegemeinden und von Schocks betroffene Haushalte. Der Zugang hängt von Identifizierung, Bedürftigkeit des Haushalts und gezielter Auswahl ab, nicht allein von der Registrierung als arbeitslos. Die Erweiterung des PSSNP für 2025–2029 umfasst neun Provinzen mit hohem Risiko und verbindet produktive Unterstützung, Geldtransfers und Resilienzmaßnahmen. Sie begründet jedoch keinen automatischen Arbeitslosenanspruch. Informell Beschäftigte, Landwirte, Viehhalter, Selbstständige, Geflüchtete und Binnenvertriebene bleiben häufig außerhalb des formellen Arbeitslosenschutzes. Humanitäre oder gemeinschaftliche Hilfe kann daher nach dem Verlust der Lebensgrundlage die einzige vorübergehende Unterstützung sein.
Arbeitslosigkeit im Tschad
Der Schutz bei Arbeitslosigkeit ist im Tschad fragmentiert; eine allgemeine Arbeitslosenversicherung oder regelmäßige Arbeitslosenleistung gibt es nach den verfügbaren Informationen nicht. Arbeitssuchende registrieren sich bei ONAPE und erhalten eine Arbeitssuchendenkarte für Vermittlung und mehrere Wiedereinstiegsprogramme. Formal Beschäftigte können außerdem Anspruch auf Kündigungsentgelt und Abfindung haben. Gezielte Sozialhilfe richtet sich nach der Bedürftigkeit des Haushalts, nicht allein nach dem Verlust der Arbeit.
Tipp
Wählen Sie im Tschad den passenden Weg danach, wie die Arbeit endete und welche Hilfe tatsächlich verfügbar ist: Vermittlung über ONAPE, Ansprüche aus einer formellen Kündigung, ein Wiedereinstiegsprogramm oder gezielte Haushaltshilfe. Planen Sie nicht mit einer regelmäßigen Arbeitslosenleistung. Nutzen Sie die Registrierung bei ONAPE und die Arbeitssuchendenkarte als zentrale Grundlage und prüfen Sie gesondert, ob PADE, Auto-Emploi oder PSSNP/RSU zu Ihrer Situation passt.

