Im Sudan bestehen mehrere unterschiedliche Schuldensysteme. Das Finanz- und Wirtschaftsplanungsministerium und die Zentralbank des Sudan verwalten öffentliche und finanzsektorbezogene Aspekte. Lizenzierte Banken, Mikrofinanzinstitute und Leasinggesellschaften bieten formelle Finanzierung. Kredite von Familie, Freunden und Händlern sind in der Praxis ebenfalls wichtig, doch verlässliche landesweite Daten zu Haushalts- und Kleingewerbeschulden sind begrenzt. Ein dokumentiertes landesweites Schuldnerberatungsangebot oder einheitliches Verbraucherinsolvenzverfahren, vergleichbar mit einem standardisierten Schuldenbereinigungssystem, gibt es nicht. Öffentliche und externe Schulden sind von einem Haushaltskredit zu unterscheiden. Der Bestand der sudanesischen Auslandsschulden betrug 2024 etwa 22,0 Milliarden US-Dollar, darunter rund 4,7 Milliarden US-Dollar kurzfristige Auslandsschulden. Ein großer Teil besteht aus langjährigen Zahlungsrückständen. Der Sudan erreichte am 29. Juni 2021 den Entscheidungspunkt der Initiative für hoch verschuldete arme Länder (HIPC), aber noch nicht deren Abschlusspunkt. Ein HIPC-Erlass würde bestehende Schulden und künftigen Zahlungsdruck reduzieren; er wäre keine frische Barauszahlung. Fortschritte hängen von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, einer vom IWF unterstützten Erfolgsbilanz, einer Armutsbekämpfungsstrategie, Reformbedingungen und der Behandlung durch Gläubiger ab. Die vorläufige Unterstützung des IWF belief sich Berichten zufolge 2025 auf 0,5 Millionen Sonderziehungsrechte; ein IWF-Schuldendiensttermin ist für den 29. Dezember 2026 angegeben. Die Weltbank erklärte 2026, dass eine Wiederaufnahme des HIPC-Prozesses nötig sei, um finanziellen Spielraum zu schaffen. Der Zugang des Staates zu neuen Krediten ist daher stark eingeschränkt. Wer eine formelle Finanzierung für sich oder ein Unternehmen sucht, muss vor einer Kreditvergabe, Erhöhung, Verlängerung oder Änderung eines Kreditrahmens mit Bonitätsprüfungen rechnen. Die Credit Information and Scoring Agency (CIASA) verfügt über Kreditinformationen und Bonitätsbewertungen. Kreditnehmende können ihre eigene CIASA-Auskunft beantragen und sich über falsche Daten beschweren. Die Prüfung durch die Behörde kann bis zu 15 Tage dauern. Innerhalb von zwei Wochen kann eine Beschwerde an den Gouverneur weitergeleitet werden; die Antwortfrist beträgt bis zu einem Monat, und der Datenanbieter hat bis zu 10 Tage Zeit, bestätigte Fehler zu berichtigen. 2025 wurde berichtet, dass CIASA-Auskunft für Mikrofinanz- und Leasingkunden kostenlos war; in diesen Fällen fiel keine Kundengebühr an. Finanzinstitute unterliegen außerdem Vertraulichkeitspflichten. Formelle Finanzierung kann konventionelle Kredite oder islamische Finanzierungsformen umfassen. Murabaha ist ein Verkauf mit Aufschlag, Ijara ein Leasing und Musharaka eine Partnerschaftsvereinbarung. Der Vertrag legt Zahlungsplan, Gesamtkosten, Sicherheiten, Folgen eines Zahlungsausfalls und mögliche Umschuldungsoptionen fest. Die Mikrofinanzeinheit und die Microfinance Guarantee Agency sind für Regulierung und Entwicklung der Mikrofinanzierung zuständig; Programme richten sich auch an arme, gefährdete und unterversorgte Gruppen. Die Bewilligung hängt weiterhin von der Prüfung des Kreditgebers, der Rückzahlungsfähigkeit, Bürgschaften oder Sicherheiten und dem konkreten Produkt ab. Bei Rückzahlungsschwierigkeiten ist ein früher Kontakt mit dem Kreditgeber in der Regel nützlicher als das Warten auf Inkasso oder ein Gerichtsverfahren. Mögliche Maßnahmen sind Überwachung, ein geänderter Zahlungstermin, eine Neuplanung oder Umschuldung. Ein Inkassounternehmen kann eingeschaltet werden; Kreditgeber können Sicherheiten verwerten oder rechtliche Beitreibung betreiben. Vertragsbedingungen, Kosten und Dauer unterscheiden sich je nach Fall. Im islamischen Bankwesen gilt eine Verzugsstrafe nicht als gewöhnliches Einkommen der Bank und wird nach den einschlägigen Scharia-Regeln gemeinnützig verwendet. Ein notleidender Kredit darf nur mit Zustimmung der Zentralbank des Sudan und nach Ablauf der maßgeblichen Frist abgeschrieben werden. Bei einem gewöhnlichen überfälligen Kredit beträgt die angegebene Mindestfrist drei Jahre. Bei einem Unternehmen oder Geschäft sind für Liquidation oder Insolvenz in der Regel mindestens ein Jahr erforderlich. Für den Tod ohne verwertbaren Nachlass und für flüchtige oder nicht erreichbare Kreditnehmende gelten ebenfalls angegebene Einjahresfristen. Eine Abschreibung bedeutet nicht, dass die Schuld erlassen ist: Beitreibungsversuche können weitergehen. Danach kann die Bank betroffene Kreditnehmende, darunter Unternehmenseigentümer und Geschäftsnamen, sperren. Im Sudan besteht eine formelle Insolvenz- und Liquidationstradition im Zusammenhang mit dem Insolvenzgesetz von 1929, dem Unternehmensgesetz von 2003 und dem Insolvenzgesetz von 2011. Vorliegende Rechtsanalysen beschreiben Privatinsolvenz als selten und sozial stigmatisiert; moderne Umschuldungsmöglichkeiten seien schwach oder begrenzt. Die Anwendung während des aktuellen Kriegs und die Kapazität der Gerichte sind unklar. Ein automatischer Erlass persönlicher Schulden ist durch die verfügbaren Belege nicht bestätigt. Der Konflikt von 2023–2025 unterbrach Beschäftigung, Einkommen und Zugang zu Banken. Eine städtische UN-Erhebung von 2024 berichtete, dass 31 % der Haushalte vertrieben waren, 18 % kein Einkommen oder keine Arbeit hatten und mehr als 40 % der Kontoinhaber Zahlungs- oder Abhebungsprobleme erlebten. Einige Banken schlossen. Dadurch gewann Unterstützung durch Familie und Gemeinschaft an Bedeutung, während zugleich das Risiko informeller Schulden, versäumter Zahlungen und des Verlusts verpfändeter Vermögenswerte stieg. Kreditnehmende sollten Verträge, Zahlungsnachweise, Kreditauskünfte und Korrespondenz aufbewahren, formelle und informelle Forderungen unterscheiden und bei Inkasso, Sicherheiten oder Gerichtsverfahren fallspezifische rechtliche oder finanzielle Hilfe einholen. Schulden im Sudan sind nicht mit den gesonderten Systemen für Bankwesen, Anlagen oder allgemeine Haushaltskosten gleichzusetzen; die hier genannten Belege betreffen nicht den Südsudan.
Schulden im Sudan
Schulden im Sudan umfassen Verbindlichkeiten gegenüber Banken, Mikrofinanzinstituten, Leasinggesellschaften, Unternehmen, Verwandten oder Freunden sowie öffentliche und externe Schulden. Formelle Kredite nutzen Kreditauskünfte, Rückzahlungsbedingungen und häufig Bürgschaften oder Sicherheiten. Haushalts- und Kleingewerbeschulden werden auch oft informell vereinbart. Konfliktbedingte Einkommensverluste und Störungen im Bankwesen haben das Risiko verpasster Zahlungen und neuer Notkredite erhöht.
Tipp
Behandeln Sie jede neue Kreditaufnahme im Sudan als Entscheidung über Zahlungsfähigkeit und Sicherheit und nicht nur als Zugang zu Geld. Trennen Sie formelle Forderungen von Krediten durch Familie, Freunde oder Händler und halten Sie Betrag, Zahlungstermine, Gesamtkosten, Bürgschaften und Sicherheiten fest. Wenn Zahlungen gefährdet sind, sichern Sie Belege und kontaktieren Sie den Kreditgeber frühzeitig, statt Inkasso, Verwertung von Sicherheiten oder Gerichtsverfahren abzuwarten.

