Im Sudan gibt es etablierte Medieninstitutionen und -unternehmen, aber kein stabiles landesweites Zugangssystem. Seit April 2023 haben Berichten zufolge wegen des Konflikts fast 90 % der im Sudan tätigen Medienunternehmen ihre Arbeit eingestellt. Infrastruktur wurde geplündert oder zerstört, und mehr als 1.000 Journalistinnen und Journalisten verloren Arbeit oder Einkommen. Unabhängige Berichterstattung wird daher oft aus dem Exil oder über digitale Kanäle fortgeführt. Die Sudan News Agency, bekannt als SUNA, ist die nationale Nachrichtenagentur und veröffentlicht Material auf Arabisch, Englisch und Französisch. Radio und Fernsehen werden über öffentliche oder staatsnahe Strukturen betrieben, darunter die Sudanese Radio and Television Broadcasting Corporation. Die Telecommunications and Post Regulatory Authority (TPRA) reguliert Telekommunikation, Frequenzen und mehrere rundfunkbezogene Lizenzen. Eine FM-Radiolizenz umfasst in der Regel einen Antrag, technische und administrative Formulare, die Genehmigung des Private Radio Committee und der Sudanese Radio and Television Broadcasting Corporation sowie Gebühren nach dem geltenden Gebührenverzeichnis. Die TPRA bearbeitet auch Lizenzen für Satelliten-Nachrichtenübertragung, Satellitendienste, Studio-Sender-Verbindungen und Internetanwendungen. Das Ministerium für Kultur und Information koordiniert Medien- und Rundfunkfragen; der Press and Publications Council gehört zum Rechtsrahmen für Veröffentlichungen. Seine derzeitige Reichweite ist im Land jedoch nicht stabil. Für den Sudan gibt es keine verlässlich dokumentierte landesweite Streamingbranche oder gesonderte lokale Streaming-Zugangsstruktur. In der Praxis nutzen Menschen Websites, YouTube, Facebook und andere soziale Plattformen für Audio- und Videoberichte sowie Livestreams. Soziale Medien sind mit dem Niedergang der Presse zu einem wichtigen Kanal für Nachrichten, öffentliche Informationen und Beteiligung geworden. Der Zugang setzt jedoch ein funktionierendes Gerät, Strom, Mobilfunkabdeckung oder einen anderen Internetanschluss voraus. Schätzungen für Januar 2025 zählten etwa 14,6 Millionen Internetnutzer, 21,6 Millionen Mobilfunkanschlüsse und 3,68 Millionen Identitäten in sozialen Medien; dies sind Schätzungen, und Nutzeridentitäten entsprechen nicht der Zahl einzelner Personen. Schätzungsweise waren etwa 71,3 % der Bevölkerung offline. Der Zugang kann sich schnell ändern. Ein landesweiter Telekommunikations- und Internetausfall dauerte vom 2. Februar bis zum 13. Mai 2024. Vom 7. bis zum 10. Juli 2025 kam es während Prüfungen wiederholt zu Abschaltungen von jeweils etwa drei Stunden. Weitere Einschränkungen, lokale Ausfälle, Strommangel, beschädigte Übertragungsleitungen und fehlende funktionsfähige Geräte beeinträchtigten den Zugang auch 2025 und 2026. Radio, Fernsehen, Satellitenempfang, mobile Daten, Websites und soziale Plattformen ermöglichen daher je nach Zeit und Region unterschiedlich guten Zugang. Preise für Anbieter, Daten und Satellitendienste variieren nach Dienst, Marktbedingungen und Wechselkursen; ein verlässlicher einheitlicher Endkundenpreis gilt im Sudan nicht. Lizenzgebühren richten sich nach TPRA-Gebührenverzeichnissen und hängen von Dienst und Lizenzkategorie ab. Meinungs- und Pressefreiheit sind in Verfassungs- und Rechtsrahmen verankert, werden praktisch jedoch uneinheitlich geschützt. Das Gesetz über Presse und Druckerzeugnisse von 2009, die Änderung des Cyberkriminalitätsgesetzes von 2020, Notstandsmaßnahmen und Sicherheitspraktiken können rechtliche oder administrative Risiken schaffen. Veröffentlichungen über Streitkräfte oder staatliche Stellen sowie Inhalte, die als Bedrohung der öffentlichen Sicherheit gelten, können erhebliche Risiken bergen. Journalistinnen, Journalisten und Medienschaffende waren Tötung, Entführung, willkürlicher Inhaftierung, Folter, Verschwindenlassen, Drohungen, Diebstahl von Ausrüstung und Redaktionsräumen, Kontrollpunkten, erzwungener Zensur und Selbstzensur ausgesetzt. Bis 2025 erfasste das OHCHR 11 getötete, 16 willkürlich inhaftierte und 6 verschwundene Journalistinnen, Journalisten oder Medienmitarbeitende. Im Weltpressefreiheitsindex 2026 belegte der Sudan mit 29,02 Punkten Rang 161 von 180 Ländern. Hassrede, ethnische Aufstachelung und Gewaltaufrufe sind beruflich und rechtlich verboten, aber weiterhin weit verbreitet. Ein gesondertes, verlässlich dokumentiertes Schutzsystem für Jugendmedien oder eine landesweite Medienkompetenzregelung ist anhand der verfügbaren Belege nicht etabliert. Junge Menschen nutzen daher im Allgemeinen dieselben Mobilfunk-, Internet-, Radio- und Fernsehkanäle wie andere. Dabei können sie Desinformation, Hassrede, Überwachung, sexuellen Inhalten, gewalttätigem Material sowie unbefugtem Zugriff auf Daten oder Geräte ausgesetzt sein. Allgemeine Altersgrenzen, Gebühren oder Ansprüche junger Menschen sollten ohne Prüfung des konkreten Dienstes oder der Einrichtung nicht vorausgesetzt werden. Beteiligung ist über Veröffentlichungen in sozialen Medien, Video, Audio, Gemeinschaftsberichterstattung und kooperativen Journalismus möglich, bringt aber Sicherheits- und Verbindungsrisiken mit sich. Das 2024 gegründete Sudan Media Forum verbindet mehr als 20 Medienunternehmen über eine gemeinsame Redaktionsstelle zur gemeinsamen Produktion, Überprüfung und mehrsprachigen Verbreitung. Das Sudanese Journalists Syndicate, das Female Journalists’ Network, Radio Dabanga, Beam Reports und das Khartoum Media Centre sind als aktive Akteure dokumentiert. UNESCO und Partnerprogramme haben Umsiedlung, Schulungen, psychosoziale Hilfe, Sicherheitsarbeit sowie Schulungen zu Hassrede und Desinformation unterstützt. Dabei handelt es sich um projekt- oder geberfinanzierte Angebote und nicht um einen allgemeinen Anspruch. Journalistinnen, Journalisten und Medienorganisationen sollten aktuelle Anspruchsberechtigung und Verfügbarkeit direkt prüfen, da Zugang, Genehmigungen und Bearbeitungszeiten von Behörde, Region und Sicherheitslage abhängen.
Medien im Sudan
Medien im Sudan umfassen Zeitungen, Radio, Fernsehen, Onlinejournalismus, Streaming und soziale Medien. Der Zugang ist zersplittert, da Konflikte viele Medienunternehmen und Kommunikationseinrichtungen geschlossen oder beschädigt haben und Strom, Netzabdeckung, Datenkosten, Sicherheit und Gebietskontrolle regional variieren. Radio, Satellitenfernsehen, Websites und soziale Plattformen bleiben praktische Wege, Informationen zu erhalten oder zu verbreiten. Ausfälle, Überwachung, Zensur und Falschinformationen bergen jedoch erhebliche Risiken.
Tipp
Behandeln Sie Medienzugang im Sudan als Frage von Ausfallsicherheit und Sicherheit und nicht als einzelne Abonnemententscheidung. Nutzen Sie bei wichtigen Informationen mehr als einen Kanal, überprüfen Sie folgenreiche Behauptungen und halten Sie eine praktikable Alternative für Ausfälle, Stromunterbrechungen oder örtliche Beschränkungen bereit. Wenn Sie veröffentlichen oder einen Mediendienst betreiben, bewerten Sie rechtliche, sicherheitsbezogene, lizenzrechtliche und finanzielle Risiken, bevor Sie Personal, Ausrüstung oder Geld einsetzen.

