São Tomé und Príncipe hat eine vielfältige religiöse Landschaft, obwohl das Christentum vorherrscht. Der Zensus von 2024 erfasste bei der Datenerhebung im November und Dezember 209.607 Einwohnerinnen und Einwohner. Er verzeichnete: katholisch 36,9 Prozent; evangelikal oder Assembleia de Deus 6,4 Prozent; adventistisch 5,7 Prozent; Nova Apostólica 2,4 Prozent; Reino Universal de Deus 1,8 Prozent; Igreja de Mana 1,6 Prozent; A vontade de Jeová 1,0 Prozent; Deus é Amor 0,7 Prozent; Copa do Mundo Messiânica 0,3 Prozent; muslimisch oder Islâmico 0,2 Prozent; andere Religion 2,6 Prozent; keine Religion 9,6 Prozent; atheistisch 0,7 Prozent; unentschieden 2,4 Prozent; keine Antwort 0,9 Prozent und eine nicht näher bezeichnete Kategorie 26,9 Prozent. Wegen der hohen Zahl fehlender Antworten beschreiben diese Werte angegebene Religionsausübung oder Zugehörigkeit und sollten nicht automatisch als formelle Mitgliederzahlen verstanden werden. Religiöse Zugehörigkeit unterscheidet sich nach Ort. Auf Príncipe bezeichneten sich 38,8 Prozent als katholisch und 11,2 Prozent als adventistisch. In Cantagalo waren es 43,4 Prozent katholisch, in Água-Grande 39,8 Prozent und in Mé-Zochi etwa 36,9 Prozent. Daraus ergeben sich keine eigenständigen kommunalen Religionsbehörden; Gottesdienste und Rechtsfragen hängen von der zuständigen nationalen Stelle, Konfession oder örtlichen Gemeinde ab. Die katholische Kirche ist landesweit über die Diözese São Tomé und Príncipe, ihre Pfarr- und Kirchengemeinden, Caritas Diocesana und Rádio Jubilar organisiert. João de Ceita Nazaré ist seit 2024 Bischof. Die Adventistenmission meldete zum 30. Juni 2025 insgesamt 32 Kirchen und 8.806 Mitglieder; diese Mitgliederzahl lässt sich nicht direkt mit dem Zensusanteil vergleichen. Zu anderen protestantischen Gemeinschaften zählen Methodisten, die Evangelische Versammlung Christi, die Universalkirche Christi, die Universalkirche des Königreichs Gottes und die Thokoistische Kirche. Es gibt eine kleine muslimische Gemeinschaft mit dokumentierter Moschee und Imam. Berichte bringen ihr Wachstum teilweise mit Migration aus Nigeria, Kamerun, Libanon und anderen afrikanischen Ländern in Verbindung. Einige Christinnen und Christen sowie Musliminnen und Muslime verbinden ihren Glauben auch mit Elementen indigener Glaubensvorstellungen; eine separate staatliche Anerkennung einer indigenen Religion ist jedoch nicht dokumentiert. Der Staat ist säkular und muss von Religionsgemeinschaften getrennt bleiben. Artikel 9 der Verfassung legt diese Trennung fest; Artikel 27 schützt Gewissen, Religion und Gottesdienst. Niemand darf allein wegen religiöser Überzeugung oder Praxis verfolgt, seiner Rechte beraubt oder von einer zivilen Befreiung ausgeschlossen werden. Behörden dürfen Religionsangaben nur für nicht personenbezogene Statistiken erfassen; wer eine Frage zur Religion nicht beantwortet, darf dadurch keinen Nachteil erleiden. Die Freiheit, Religion zu lernen, zu lehren, Gemeinschaften zu organisieren und Gottesdienste abzuhalten, ist geschützt; der Staat darf keinen religiösen ideologischen Unterricht vorschreiben. Religionsgemeinschaften werden nach dem allgemeinen Rechtsrahmen gleichbehandelt, wobei für die katholische Kirche zusätzlich ein bilateraler Rechtsrahmen gilt. Eine Religionsgemeinschaft, die rechtliche Anerkennung anstrebt, beantragt diese beim Justiz-, Verwaltungs- und Menschenrechtsministerium. Das Verfahren umfasst anschließend eine notarielle Einreichung mit ministerieller Genehmigung, Satzung, Protokoll oder Bericht einer Versammlung mit mindestens 500 Teilnehmenden, Ausweisdokumenten, einer Liste der Vorstandsmitglieder und einer Bescheinigung, dass der vorgeschlagene Name einmalig ist. Die dokumentierte Notargebühr beträgt 1.000 Dobras. Vor der vollständigen Aufnahme der Tätigkeit muss die Veröffentlichung im Amtsblatt erfolgen. Ein Bericht von 2023 nannte 33 registrierte Gemeinschaften. Die aktuelle Zahl und Gebühr sollten vor Antragstellung überprüft werden. Eine fehlende Registrierung kann zu Geldbußen führen; ausländische Gemeinschaften können ausgewiesen werden. Registrierte Gemeinschaften erhalten dieselben Vorteile wie registrierte gemeinnützige Organisationen, einschließlich Steuerbefreiungen. Gottesdienste sind gesetzlich im Allgemeinen kostenlos; eine landesweite Subvention, Standardgebühr für Zeremonien oder einheitliche Gebühr für Seelsorge ist jedoch nicht dokumentiert. Das Abkommen mit dem Heiligen Stuhl wurde 2022 unterzeichnet, 2023 genehmigt und ratifiziert und trat nach Austausch der Ratifikationsurkunden am 29. Januar 2024 in Kraft. Bestimmte katholische Einrichtungen, darunter die Bischofskonferenz, die Diözese, Pfarreien, Missionen, Wallfahrtsorte, Ordensgemeinschaften, Schulen, Krankenhäuser und Bildungseinrichtungen, erhalten nach Mitteilung Rechtspersönlichkeit. Das Abkommen schützt öffentlichen und freien Gottesdienst, Religionsunterricht, Seelsorge und karitative Arbeit. Katholische Schulen können auf allen Bildungsstufen tätig sein; Abschlüsse und Diplome werden unter den Bedingungen des Abkommens anerkannt. Auch katholische Sozialzentren, Kindergärten, Unterkünfte, Krankenhäuser und Kliniken fallen unter den Rahmen, der bestimmte Steuerbefreiungen vorsieht. Diese Bestimmungen heben weder den säkularen Staat noch die Gleichbehandlung anderer Religionsgemeinschaften auf. Religionsunterricht gehörte laut Ausgangslage von 2023 nicht zum offiziellen Lehrplan öffentlicher Schulen. Dokumentiert waren eine katholische und eine adventistische Religionsschule mit allgemeinem Unterricht und verpflichtendem Religionsunterricht für eingeschriebene Schülerinnen und Schüler unter Aufsicht des Bildungsministeriums. Seit Inkrafttreten des Abkommens mit dem Heiligen Stuhl kann katholischer Religionsunterricht an öffentlichen Grund- und Sekundarschulen auf Antrag interessierter Personen oder Erziehungsberechtigter angeboten werden. Die Bischöfin oder der Bischof genehmigt Inhalt und Lehrkräfte; der Staat regelt die Anstellung. Für Religionsunterricht anderer Konfessionen ist kein ebenso detaillierter nationaler Weg dokumentiert. Zum christlichen Gottesdienst gehören Kirchenfeiern, Heiligentage und Prozessionen. Siebenten-Tags-Adventistinnen und -Adventisten begehen den Samstag als Ruhetag und Gottesdiensttag. Ein Bericht von 2023 schilderte mögliche Zugangsschwierigkeiten, wenn staatliche Auswahlprüfungen auf einen Samstag gelegt wurden; eine aktuelle allgemeine Regelung für Anpassungen ist nicht dokumentiert. Muslimische Praxis besteht vor Ort, aber eine verlässliche landesweite Infrastruktur für Ramadan oder Eid und eine Regelung als öffentlicher Feiertag sind nicht belegt. Das Tourismusportal der Regierung listete 2025 insgesamt 16 nationale Feiertage. Zu den religiös geprägten Feiertagen zählen Weihnachten am 25. Dezember, Allerseelen oder Finados am 2. November, Aschermittwoch oder Quarta-feira de Cinzas, örtlich Dia do Bocado genannt, sowie der São-Tomé-Tag am 21. Dezember, der auch auf das Fest des heiligen Thomas fällt. Auf Príncipe ist der 15. August das Fest des heiligen Laurentius oder Santo António. Einige dieser Termine verbinden auch kulturelle und traditionelle Elemente. Prüfen Sie die jährlichen amtlichen Bekanntmachungen, da sich Termine und Arbeitsregeln ändern können. Feiertagsarbeit wird nach geltender Regelung durch bezahlten Urlaub, einen Ersatzruhetag oder höhere Vergütung ausgeglichen. Religiöse Lebensereignisse werden gewöhnlich von der jeweiligen Konfession organisiert. Taufe, Firmung, Kommunion und Bestattung begründen für sich allein keine staatliche Registrierung. Eine katholische kanonische Eheschließung kann zivilrechtliche Wirkung entfalten, wenn sie die rechtlichen Anforderungen São Tomés und Príncipes erfüllt und auf Grundlage einer kirchlichen Bescheinigung im Zivilregister eingetragen wird. Die übliche standesamtliche Eheschließung wird über die DGRN oder das Standesamt abgewickelt. Onlineinformationen nennen ein dringendes Verfahren für 1.105 Dobras mit einer Dauer von drei Tagen; Gebühr und Bearbeitungszeit sollten bestätigt werden. Für religiöse Eheschließungen außerhalb der katholischen Kirche ist kein landesweit gleichwertiger Weg dokumentiert. Für rechtliche Wirkung ist daher eine standesamtliche Registrierung das am besten belegte Verfahren. Gebühren und Termine für Zeremonien hängen von Gemeinde oder religiöser Leitung ab. Der Dialog zwischen Religionsgemeinschaften ist überwiegend institutionell oder fallbezogen. 2023 fanden Gespräche zwischen dem Ministerium, der katholischen Diözese, adventistischen Führungspersonen und einem örtlichen Imam statt. Die Universalkirche des Königreichs Gottes eröffnete im August 2023 unter Beteiligung der Nationalversammlung einen kircheneigenen Radiosender. Mehr als 650 junge Menschen meldeten sich 2023 für eine katholische Teilnahme am Weltjugendtag an. Ein dauerhaftes offizielles nationales Gremium für interreligiösen Dialog ist nicht dokumentiert. Fragen zur Zusammenarbeit oder zu Anpassungen sollten daher an das zuständige Ministerium, die registrierte Religionsgemeinschaft, die Schule oder Einrichtung gerichtet werden.
Religion in São Tomé und Príncipe
Religion in São Tomé und Príncipe wird vor allem von christlichen Gemeinschaften geprägt; daneben gibt es kleinere muslimische Gemeinschaften und Menschen ohne Religionszugehörigkeit. Der Zensus von 2024 verzeichnete 36,9 Prozent Katholikinnen und Katholiken, 6,4 Prozent Evangelikale oder Assembleia de Deus, 5,7 Prozent Adventistinnen und Adventisten sowie 9,6 Prozent ohne Religion. 26,9 Prozent machten keine Religionsangabe. Die Verfassung schützt Gewissens-, Religions- und Gottesdienstfreiheit und trennt den Staat von Religionsgemeinschaften.
Tipp
Wenden Sie sich je nach religiösem Anliegen an die zuständige Stelle: für Gottesdienste und Zeremonien an eine Gemeinde oder Konfession, für Registrierung an das Justizministerium, für Religionsunterricht an das Bildungsministerium und für standesamtliche Einträge an DGRN oder das Standesamt. Behandeln Sie katholische Regelungen gesondert von denen anderer Konfessionen, insbesondere bei Eheschließungen und Religionsunterricht an öffentlichen Schulen. Prüfen Sie aktuelle Gebühren, Termine und Verfahren direkt, bevor Sie sich auf ältere veröffentlichte Angaben verlassen.

