Altersbezogene Unterstützung in Somalia wird über getrennte öffentliche, gemeinschaftliche, familiäre, entwicklungspolitische und humanitäre Systeme organisiert, nicht über einen einheitlichen Dienst für alle Lebensphasen. Die Bundesregierung Somalias und die Behörden der Bundesmitgliedstaaten teilen Zuständigkeiten. Bezirksämter, Gesundheitseinrichtungen, Schulen, NGOs und internationale Partner erbringen Dienstleistungen oft vor Ort. Zugang, Anspruch, Kosten und Dauer können sich daher zwischen Bundesmitgliedstaaten, Bezirken und Projekten unterscheiden. Ein landesweites System, das automatisch jeden Übergang ins Erwachsenenalter, in Bildung, Arbeit, Pflege oder höheres Alter erfasst, ist für Somalia nicht belegt. Kinder gelten in verfügbaren Materialien zum Arbeitsrecht allgemein als Personen unter 18 Jahren. Geburtenregistrierungen werden von der Zivilstandsbehörde und dem Innenministerium, örtlichen Registrierungsstellen, Gesundheitseinrichtungen und anerkannten Auskunftspersonen wie einer Hebamme oder einem Elternteil bearbeitet. UNICEF-Daten beschreiben eine Registrierung innerhalb von 15 bis 30 Tagen. Die Registrierung im ersten Lebensjahr ist kostenlos; eine spätere Registrierung kann eine geringe Gebühr kosten. Für Kinder bis 15 Jahre gibt es örtliche Verfahren zur nachträglichen Registrierung; bei älteren Antragstellenden kann eine Altersfeststellung erfolgen. Eine Geburtsurkunde kann den Zugang zu Identitätsnachweisen, Staatsangehörigkeitsnachweisen, Schule, Gesundheitsdiensten und Schutz vor Kinderarbeit, Frühverheiratung und Rekrutierung unterstützen. Die Somalia Health and Demographic Survey 2020 erfasste die Registrierung von weniger als 3 % der Kinder unter fünf Jahren und Geburtsurkunden für etwa 0,3 %. Die digitale Personenstandsregistrierung wurde zwischen 2023 und 2025 von 19 auf 48 Bezirke ausgeweitet; viele ältere Fälle sind jedoch ungelöst, und der Zugang ist nicht einheitlich. Bildung kann über reguläre Schulen, Alternative Basic Education, vorübergehende Lernzentren oder Programme mit dem Ansatz Teaching at the Right Level erfolgen. Alternative Basic Education nutzt einen beschleunigten Lehrplan und kann manchen Lernenden den Übergang in eine reguläre Schule erleichtern. Nach den verfügbaren Belegen gibt es weder einen landesweit garantierten Schulplatz noch eine einheitliche Gebührenordnung. Material, Mahlzeiten und Stipendien hängen von Bezirk, Programm und Finanzierungspartner ab. Berichten zufolge besuchen etwa 45 % der Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahren nie eine Schule; aktuellen Indikatoren zufolge gehen rund 65 % der Kinder im Grundschulalter und 75 % der Kinder im Sekundarschulalter nicht zur Schule. Vertriebene Kinder, ländliche Gemeinschaften und Kinder mit Behinderungen stehen vor besonders hohen Hürden. Die National Youth Policy 2023–2030 Somalias definiert junge Menschen als Personen im Alter von 15 bis 35 Jahren. Das Bundesministerium für Jugend und Sport sowie die Ministerien der Bundesmitgliedstaaten unterstützen Politikbereiche wie Beschäftigung, Innovation, Unternehmertum, Bildung, Kompetenzen, Ausbildung, Führung, Teilhabe, Frieden, Schutz, Gesundheit, Klima, Migration, Einbindung der Diaspora und sozialen Zusammenhalt. In der Praxis können junge Menschen formelle oder informelle Bildung, technische und berufliche Ausbildung, Lehrstellen, Unternehmensprogramme, Jugendorganisationen, Räte oder Friedensinitiativen nutzen. Anspruch, Gebühren und Dauer hängen vom jeweiligen Programm, Bundesmitgliedstaat und Partner ab. Eine allgemeine Jugendzahlung oder ein einheitliches nationales Übergangsverfahren gibt es nicht. Übergänge im Erwachsenenalter führen häufig von Schule oder Kompetenzprogrammen zu Lehrstellen, informeller Arbeit, Unternehmen oder formeller Beschäftigung. Das Arbeitsgesetz Nr. 36 ist offiziell aufgeführt; zugleich ist eine überarbeitete Fassung als Entwurf dokumentiert, der im Parlament beraten wurde. Ihre Bestimmungen betreffen Arbeitsverträge, Lehrstellen, Löhne, Arbeitnehmerschutz, Diskriminierung aufgrund von Behinderung und Kinderarbeit. Vor einer konkreten Beschäftigungsentscheidung sollte der Status der jeweiligen Regelung geprüft werden. Die verfügbaren Belege weisen weder eine allgemeine Arbeitslosenversicherung noch eine beitragsfinanzierte Sozialversicherung für die gesamte Bevölkerung nach. Heirat und Elternschaft gehören hauptsächlich zu familienbezogenen Diensten; im Rahmen der Unterstützung über Lebensphasen hinweg sind sie als Veränderungen von Pflege, Einkommen und Haushaltsverantwortung relevant. Unterstützung für ältere Menschen kommt überwiegend von Familien und Gemeinschaften, mit zusätzlicher Hilfe durch NGOs und humanitäre Programme. Das Ministry of Labour and Social Affairs entwickelt und leitet die National Strategy for Ageing und das Older Persons’ Act 2024. Die Strategie behandelt soziale Absicherung und finanzielle Sicherheit, Gesundheit, Pflege, Misshandlung und Vernachlässigung, Daten und Koordination. Sie sieht häusliche Pflege, Unterstützung für pflegende Angehörige, Tageszentren, Pflegeheime und Dienste für vertriebene ältere Menschen vor. Ein landesweites Langzeitpflegesystem oder eine allgemeine Altersleistung besteht jedoch nicht. Eine Schätzung der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2020 zählte etwa 724,000 ältere Menschen, entsprechend 4,5 % der Bevölkerung, und prognostizierte bis 2070 etwa vier Millionen beziehungsweise 7,75 %. Das Civil Service Pension and Retirement Law 2024 betrifft Beschäftigte im öffentlichen Dienst und begründet keine Rente für die gesamte Bevölkerung. Menschen, die täglich Pflege benötigen, sind möglicherweise auf pflegende Angehörige, Verwandte, Unterstützung in der Gemeinschaft, Gesundheitsdienste, NGOs, inklusive Bildungs- und Existenzsicherungsprogramme oder Kinderschutz-Fallmanagement angewiesen. Somalia hat kein direkt vergleichbares nationales System mit standardisierten Pflegegraden oder einem allgemeinen Pflegegeld. Armut, Behinderung, Vertreibung und schwache lokale Dienste können den Zugang zu Pflege erschweren. Die vorgeschlagenen Angebote für häusliche Pflege, Tageszentren und Pflegeheime in der Altersstrategie sind Entwicklungsziele und keine überall verfügbare nationale Leistung. Bewaffnete Konflikte, Dürren, Überschwemmungen, Krankheitsausbrüche und Vertreibung können Bildung, Arbeit, familiäre Pflege und Schutz unterbrechen. Als Binnenvertriebene oder Binnenvertriebener (internally displaced person, IDP) gilt, wer die eigene Wohnung verlassen muss, aber innerhalb Somalias bleibt. Ende 2022 waren etwa 3,8 Millionen Menschen binnenvertrieben; UNICEF erfasste 342,221 neu Vertriebene im Jahr 2024. Unbegleitete und von ihren Familien getrennte Kinder, oft mit UASC abgekürzt, können Hilfe über Überweisungen durch Gemeinschaften oder Partner, Kinderschutz-Fallmanagement, Familiensuche, Familienzusammenführung, Verwandtenpflege oder andere Betreuungsformen, psychosoziale Unterstützung, kinderfreundliche Räume, Maßnahmen gegen geschlechtsspezifische Gewalt und Reintegration erhalten. Humanitäre Berichte verzeichneten im ersten Halbjahr 2025 Unterstützung für 1,825 Kinder ohne Begleitung oder von ihren Familien getrennte Kinder. Baxnaano ist ein nationales Sicherheitsnetzprogramm unter Leitung des Ministry of Labour and Social Affairs und mit Unterstützung der Weltbank. Über das Unified Social Registry richtet es sich an arme und gefährdete Haushalte. Regelmäßige Zahlungen betragen etwa 20 US-Dollar je Haushalt und Monat; krisenabhängige Zahlungen können bis zu etwa 60 US-Dollar betragen. Das Programm ist kein allgemeiner Anspruch; Registrierung, Zielgruppenauswahl und Zugang unterscheiden sich vor Ort. UNICEF berichtete 2024, dass nur etwa 11 % der Kinder durch ein Sozialschutzprogramm abgedeckt waren. Haushalte müssen deshalb häufig staatliche Registrierung, örtliche Dienste, Familienhilfe und humanitäre Überweisungen kombinieren, statt sich auf einen durchgehenden nationalen Weg zu verlassen.
Lebensphasen in Somalia
In Somalia gibt es kein einheitliches landesweites System, das Unterstützung über alle Lebensphasen hinweg organisiert. Zuständigkeiten sind auf Bundes- und Gliedstaatministerien, Bezirksdienste, Familien, Gemeinschaften, NGOs und humanitäre Partner verteilt; der Zugang hängt von Ort und Krisenlage ab. Geburtenregistrierung, Bildung, Angebote für junge Menschen, Arbeit, Unterstützung im Alter, Pflege und Krisenschutz folgen unterschiedlichen Wegen. Armut, Vertreibung, Behinderung und ein ländlicher Wohnort können den Zugang zu mehreren davon einschränken.
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