Die Seychellen verfügen nach dem Disaster Risk Management Act 2014 über ein Katastrophenrisikomanagement für alle Gefahrenarten. Die Disaster Risk Management Division (DRMD) koordiniert nationale Vorsorge und Maßnahmen; District Authorities, Dienstleister und Notfallorganisationen führen lokale Aufgaben aus. Der National Integrated Emergency Management Plan bietet den Hauptrahmen, ergänzt durch den National Disaster Risk Reduction Strategic Plan 2021–2030 sowie Notfallpläne der Bezirke und Sektoren. Zu den häufigen Gefahren gehören Starkregen und Sturzfluten, Erdrutsche und Steinschläge auf den gebirgigen Granitinseln, Küstenüberschwemmungen, hoher Seegang, Küstenerosion, Sturmfluten, starke Winde, Auswirkungen tropischer Stürme oder Wirbelstürme sowie Tsunamis. Haus- und Buschbrände, Öl- oder andere Gefahrstoffaustritte und Ausfälle von Strom-, Wasser-, Abwasser-, Telekommunikations-, Treibstoff-, Transport- oder Abfallversorgung können außerdem inselübergreifende Folgekrisen auslösen. Küstenstraßen, Häfen, Flughafen, Schulen, Krankenhäuser und Unternehmen sind besonders gefährdet. Die Seychelles Meteorological Authority (SMA) veröffentlicht amtliche Wetterwarnungen und Vorhersagen, Warnungen vor Starkregen und starkem Wind, Wirbelsturmberichte und Tsunamiwarnungen. Informationen gibt es über meteo.sc, die Meteo-SEZ-App, offizielle Medien, Radio und Fernsehen sowie SMS- oder WhatsApp-Kanäle, soweit sie in offiziellen Hinweisen genannt werden. Die SMA veröffentlicht Informationen auf Englisch, Seychellenkreol und Französisch. Tsunamiinformationen können Angaben internationaler oder regionaler Tsunami-Warnzentren mit nationaler Bewertung und öffentlichen Anweisungen verbinden. Ein Tsunami in der Nähe der Inseln kann nur wenige Minuten Vorwarnzeit lassen. Wer ein starkes oder lang anhaltendes Erdbeben spürt oder eine offizielle Warnung erhält, sollte den Strand verlassen und sich auf höher gelegenes Gelände begeben, ohne auf die Wellen zu warten. Rufe bei unmittelbarem Notfall 999 für Polizei, Feuerwehr oder Krankenwagen, 151 für einen Krankenwagen oder 160 für die Katastrophenhilfe der DRMD an. Als weitere Kontakttelefonnummer führt die DRMD +248 4389898. Das National Emergency Operations Centre (NEOC) wird aktiviert, wenn ein Ereignis nationale Koordination erfordert. Je nach Lage arbeitet die Regierung mit der Seychelles Police Force, der Seychelles Fire and Rescue Services Agency, der Seychelles Defence Force, der Seychelles Coast Guard, der Seychelles Meteorological Authority, Gesundheits- und Verkehrsdiensten, der Public Utilities Corporation, lokalen Behörden und der Red Cross Society of Seychelles zusammen. Evakuierungen richten sich nach dem jeweiligen Ort. DRMD und die zuständige District Authority können mit Unterstützung der Polizei die Räumung eines Gebäudes, die Verlegung an einen sicheren Ort, Schutz am Aufenthaltsort oder eine alternative Unterbringung koordinieren. Eine öffentlich bestätigte landesweite Liste von Standardschutzräumen oder zentralen Evakuierungswegen gibt es auf den Seychellen nicht. In einem von Steinschlag betroffenen Gebiet wie Beoliere und Port Glaud können Behörden eine vorübergehende Evakuierung anordnen, Häuser schützen, betroffene Haushalte zu ihren Lebensgrundlagen anhören und die Dauer nach einer technischen Bewertung anpassen. Auf See sind die Anweisungen der Coast Guard oder anderer maritimer Einsatzkräfte zu befolgen; die sicherste Maßnahme für ein Boot hängt von seiner Entfernung zur Küste und vom Ereignis ab. Befolge offizielle Warnungen, meide Gefahrenbereiche und verzichte auf unnötige Reisen. Das Disaster Risk Management Act enthält Pflichten für Freiwillige, im Notfall eingesetzte Beschäftigte, Risikobeauftragte und Personen, die Informationen bereitstellen oder Schäden melden müssen. Befugte Beamte können während einer Katastrophe Zugangs- und Kontrollbefugnisse erhalten; das Gesetz enthält Schutz- und Entschädigungsregeln im Zusammenhang mit öffentlichen Maßnahmen oder der Kontrolle von Eigentum. Daraus entsteht kein allgemeiner Anspruch auf Unterkunft, Geldleistungen oder Evakuierungstransport. Hilfs- und Wiederaufbauunterstützung wird nach Ereignis und Bedarf bewertet. Die Red Cross Society of Seychelles unterstützt Behörden bei Hilfe, Wiederaufbau, Erster Hilfe, Gemeindebildung, Freiwilligenarbeit und psychosozialer Unterstützung. Der Wiederaufbau beginnt üblicherweise mit einer Bewertung von Schäden und Verlusten. Darauf folgen Prioritäten für Reparaturen, Wiederaufbau und Wiederherstellung der Versorgung. Nach der Flut und Explosion vom 7. Dezember 2023 bewerteten die Regierung und die Weltbank Infrastruktur, Vermögenswerte, Produktion, Versorgungsunterbrechungen sowie soziale und wirtschaftliche Auswirkungen. Wiederaufbauprojekte können verbesserte Entwässerung, Straßen, Versorgungsnetze und Küstenschutz umfassen und harte Bauwerke mit weicheren Küstenschutzmaßnahmen verbinden. Die Finanzierung kann aus nationalen, Rotkreuz- oder internationalen Mitteln kommen; die Verfügbarkeit hängt jedoch von der Bewertung ab. Eine einheitliche Frist, ein fester Preis oder eine allgemein geltende Entschädigungssumme gibt es nicht.
Katastrophen auf den Seychellen
Zu den Katastrophenrisiken auf den Seychellen gehören Sturzfluten, Erdrutsche, Steinschläge, Küstenüberschwemmungen, Sturmfluten, Tsunamis, starke Winde, Brände, Gefahrstoffaustritte und Ausfälle wichtiger Dienste. Das Risiko ist an Küsten und auf Mahé oft am größten; auf Praslin, La Digue und den Inner Islands können zusätzlich Transport und Versorgung erschwert sein. Nationale Behörden koordinieren Warnungen, Notfallmaßnahmen, Evakuierungen und Wiederaufbau je nach Art, Ort und Schwere des Ereignisses.
Tipp
Plane Katastrophenvorsorge auf den Seychellen passend zu deinem Aufenthaltsort, besonders wenn du in Küstennähe, an steilen Hängen oder auf einer abgelegenen Insel wohnst, arbeitest oder reist. Sorge für zuverlässigen Zugang zu amtlichen Warnungen, lege für die wahrscheinlichsten Gefahren in deiner Gegend fest, wohin du dich begibst, und halte Notfallkontakte auch bei Versorgungsstörungen bereit. Verlasse dich nicht auf einen angenommenen Schutzraum, eine Entschädigung oder Evakuierungstransport, solange die Behörden diese nicht für das Ereignis bestätigt haben.

