Das portugiesische Strafrecht beruht hauptsächlich auf dem Código Penal und dem Código de Processo Penal. Der erste regelt strafbares Verhalten und Sanktionen, der zweite Ermittlungs- und Gerichtsverfahren. Die Polizei kann Anzeigen entgegennehmen, Menschen schützen, Beweise sammeln und im Rahmen ihrer gesetzlichen Befugnisse ermitteln. Die PSP und die GNR haben allgemeine Polizeiaufgaben; die Polícia Judiciária bearbeitet bestimmte schwere oder spezialisierte Ermittlungen. Das Ministério Público, die Staatsanwaltschaft, leitet oder beaufsichtigt strafrechtliche Ermittlungen innerhalb des Rechtssystems. Gerichte entscheiden über wichtige richterliche Fragen und stellen nach dem vorgeschriebenen Verfahren die Schuld fest. Ein arguido ist eine Person, der formell eine Verfahrensstellung als verdächtige oder beschuldigte Person eingeräumt wurde. Ein ofendido ist die unmittelbar geschädigte Person; ein testemunha ist eine Zeugin oder ein Zeuge, die oder der Beweise vorlegen kann. Das portugiesische Recht unterscheidet zwischen Straftaten, die von Amts wegen verfolgt werden können, und Fällen, für die eine Anzeige oder private Initiative nötig ist. Das praktische Vorgehen hängt daher von der Art der mutmaßlichen Straftat und der Verfahrensrolle der geschädigten Person ab. Ein typisches Verfahren kann eine Anzeige, Ermittlungen, Befragungen, Beweiserhebung, eine Entscheidung über Einstellung oder Anklage und einen Prozess umfassen. Auf ein Urteil können Rechtsmittel und andere Überprüfungsverfahren folgen. Zu den grundlegenden Schutzrechten gehören die Unschuldsvermutung, das Recht auf einen Rechtsbeistand, bei Bedarf das Recht auf Dolmetschung und der Schutz davor, zu selbstbelastenden Antworten gezwungen zu werden. Eine inhaftierte Person sollte sofort um rechtlichen Beistand bitten. Geschädigte können je nach Fall Rechte auf Information, Mitwirkung, Schutz und Entschädigung haben. Strafverfahren und zivilrechtliche Entschädigung hängen zusammen, sind aber nicht dasselbe Rechtsverfahren.
Strafrecht in Portugal
Das Strafrecht in Portugal regelt Straftaten, Ermittlungen, Gerichtsverfahren und mögliche Sanktionen. Zu den wichtigsten lokalen Begriffen gehören crime, arguido, ofendido, Ministério Público, PSP, GNR und tribunal. Wer einer Straftat beschuldigt wird, hat Verfahrensrechte. Ein Strafverfahren durchläuft formelle Phasen und wird nicht allein von der Polizei entschieden.
Tipp
Wenn Sie in Portugal an einer Strafsache beteiligt sind, halten Sie den Ablauf sachlich und in zeitlicher Reihenfolge fest und bewahren Sie alle amtlichen Unterlagen auf. Ignorieren Sie keine Mitteilung der Polizei, Staatsanwaltschaft oder eines Gerichts und unterschreiben Sie keine Aussage, die Sie nicht verstehen. Ein Rechtsbeistand und eine Dolmetscherin oder ein Dolmetscher können Ihre Rechte vom ersten formellen Kontakt an schützen.

