Zum 11. September 2026 war in den geprüften Präsidial- und Regierungsportalen kein offizieller Termin für Präsidentschafts-, Parlaments-, Regional-, Kommunal- oder Referendumswahlen zu finden. Abdourahamane Tiani trägt den Titel Président de la République aufgrund einer Ernennung und nicht einer Wahl. Der Übergangsrahmen sieht ab dem 26. März 2025 eine Dauer von 60 Monaten vor, mit möglichen Änderungen im Zusammenhang mit der Sicherheitslage, dem Refondationsprozess und der Agenda der Allianz der Sahelstaaten. Der Übergang veränderte auch die institutionelle Grundlage für Wahlen. Die Verfassung von 2010 wurde am 28. Juli 2023 ausgesetzt und die früheren Institutionen wurden aufgelöst. Ordonnance n° 2025-06 vom 26. März 2025 löste sämtliche politischen Parteien auf. Ein neuer Rahmen für Parteien und Wahlen ist in den verfügbaren Belegen nicht festgelegt. Der Conseil consultatif de la Refondation (CCR) hat 194 ernannte Mitglieder, darunter 156 Männer und 38 Frauen. Er berät und hat kein Gesetzgebungsmandat; er ist daher kein Wahlersatz für ein Parlament. Nach dem früheren Rahmen organisierte, leitete und überwachte die Commission électorale nationale indépendante (CENI) Wahlen und verkündete vorläufige Ergebnisse. Die Cour constitutionnelle, Nigers Verfassungsgericht, bestätigte endgültige Ergebnisse und entschied über Wahlstreitigkeiten. Der Conseil supérieur de la communication (CSC) beaufsichtigte die Wahlberichterstattung der Medien. Im aktuellen Regierungsportal sind acht Übergangsorgane aufgeführt, die frühere CENI und die Cour constitutionnelle jedoch nicht. Ein aktueller Ersatz für Wahlverwaltung oder Wahlstreitverfahren ist in den verfügbaren Belegen nicht festgelegt. Der letzte abgeschlossene Wahlzyklus begann mit Kommunalwahlen am 13. Dezember 2020. Präsidentschafts- und Parlamentswahlen folgten am 27. Dezember 2020; die Stichwahl zur Präsidentschaft fand am 21. Februar 2021 statt. Das biometrische Wählerregister umfasste 2020 7.446.556 Wahlberechtigte. An diesem Wahlzyklus nahmen 30 Präsidentschaftskandidaten und 84 Parlamentslisten teil. Die fünf Diasporasitze im Parlament mit 171 Sitzen blieben unbesetzt; dadurch waren 166 Sitze besetzt. Das frühere Präsidentschaftssystem sah eine direkte Stichwahl mit absoluter Mehrheit vor. Die Amtszeit betrug nach der Verfassung von 2010 fünf Jahre und war auf zwei Amtszeiten begrenzt. Das frühere Parlament hatte 158 nach Verhältniswahl in acht Regionen einschließlich Niamey gewählte Sitze, acht Einerwahlkreissitze für nationale Minderheiten und fünf Diasporasitze. Regional-, Kommunal- und Bezirksräte wurden normalerweise für fünf Jahre direkt über offene Verhältniswahllisten nach dem Höchstzahlverfahren gewählt. Nach dem früheren Wahlgesetz konnten nigrische Bürgerinnen und Bürger beider Geschlechter am Wahltag ab 18 Jahren wählen; auch für mündig erklärte Minderjährige waren einbezogen. Eingebürgerte und verheiratete Bürgerinnen und Bürger waren eingeschlossen. Für bestimmte Ausschlüsse von öffentlichen Ämtern oder gewählten Mandaten galten Sperrfristen von fünf oder zehn Jahren. Wahlberechtigte ließen sich in dem mit ihrem Wohn- oder Aufenthaltsort verbundenen Wahlbezirk registrieren, durften nicht mehrfach registriert sein und mussten im Wählerverzeichnis stehen. Im Ausland lebende Bürgerinnen und Bürger nutzten die Registrierung über Konsulate oder Botschaften und ein entsprechendes Auslandsverzeichnis. Der frühere Registrierungszeitraum begann jährlich am 1. September und endete am 31. Dezember. Das Verzeichnis musste mindestens einen Monat öffentlich ausgehängt werden und mindestens zwei Monate vor einer allgemeinen Wahl geschlossen werden. Das Wahlgesetz setzte Mindestvorlaufzeiten von 90 Tagen für Präsidentschaftswahlen, 100 Tagen für Parlamentswahlen, 90 Tagen für Regional- oder Kommunalwahlen und 60 Tagen für ein Referendum fest. Diese historischen Fristen begründen keinen aktuellen Zeitplan, solange keine Wahl offiziell angesetzt ist. Die Wahl war frei, gleich und geheim; je nach Wahl wurde direkt oder indirekt abgestimmt. 2020 legten Wählende im Allgemeinen eine biometrische Wahlkarte vor und wurden mit dem Wählerverzeichnis abgeglichen. Wahlbeamte markierten gewöhnlich den linken Daumen mit unauslöschlicher Tinte. Unterstützung konnte beantragt werden; Menschen mit Behinderungen, ältere Menschen, Schwangere und stillende Frauen erhielten häufig Vorrang. In einer Beobachtungsstichprobe nutzten 90 % der Wahllokale das Verfahren mit biometrischer Karte und Verzeichnis; 72 % waren zugänglich, 28 % schwer zugänglich. Wahlurnen waren sichtbar und versiegelt. Wer bei Schließung noch wartete, durfte abstimmen. Die Auszählung begann früher unmittelbar im Wahllokal und war öffentlich. Ein Wahlteam mit weniger als fünf Mitgliedern zählte die Stimmen aus; anschließend sammelte die CENI die Ergebnisse auf Gemeinde-, Bezirks- und Regionalebene und verkündete vorläufige Ergebnisse. Ergebnisse wurden innerhalb von fünf Tagen an die Cour constitutionnelle übermittelt. Die Fristen des früheren Gerichts betrugen 28 Tage für Präsidentschaftsergebnisse, 30 Tage für Parlaments- und 15 Tage für Referendumsergebnisse. Formelle Beschwerden und Wahlstreitigkeiten wurden diesem Gericht vorgelegt. In der Beobachtungsstichprobe von 2020 erhielten Parteidelegierte in 90 % der Wahllokale Ergebnisprotokolle, während sie nur in 30 % öffentlich ausgehängt wurden. Wahlgebühren wurden nicht dokumentiert; Kosten und Fristen einer künftigen Wahl lassen sich derzeit nicht bestimmen.
Wahlen in Niger
In Niger gibt es derzeit weder einen aktiven Wahlprozess noch einen offiziell veröffentlichten Wahlkalender. Die Verfassungsordnung von 2010 wurde nach der Machtübernahme des Militärs im Juli 2023 ausgesetzt; die Charte de la Refondation erhielt am 26. März 2025 Verfassungsrang. Das frühere System sah direkte Präsidentschaftswahlen, Parlamentswahlen sowie gewählte Regional- und Gemeinderäte vor.
Tipp
Betrachten Sie Wahlen in Niger als ausgesetzt, bis ein offizieller Kalender und ein geltender Handlungsrahmen veröffentlicht werden. Planen Sie Registrierung, Kandidatur, Wahlkampf oder Beschwerden nicht nach den früheren Verfahren der CENI, politischen Parteien oder Gerichte, ohne zu prüfen, welche Institutionen und Regeln derzeit befugt sind.

