Im Französischen werden dafür ami, amie oder amitié verwendet; im Hausa sind aboki, abokiya und abokai gängige Bezeichnungen. Diese Wörter benennen soziale Beziehungen und keine Rechtskategorien. Eine Freundschaft kann durch wiederholte Treffen, Gespräche, gemeinsame Arbeit oder Freizeit, gegenseitige Unterstützung unter Gleichaltrigen und soziale Netzwerke entstehen. Eine fada in der Stadt ist ein Kreis, in dem Jugendliche soziale Kontakte pflegen, etwa bei Tee, Musik oder Kartenspielen. Dort können neue Freundschaften entstehen oder bestehende Freundschaften vertieft werden. Foyandi bezeichnet Gruppen von Frauen, die Kontakte pflegen oder einander unterstützen. Die Mitgliedschaft in einer solchen Gruppe bedeutet nicht automatisch, dass jede Beziehung innerhalb der Gruppe eine Freundschaft ist. Schulen und Lehrkräfte, Eltern, traditionelle oder religiöse Führungspersonen, dörfliche Kinderschutzkomitees, das Ministerium für Jugend und Sport, UNICEF und Partnerorganisationen können Kontakte, Kompetenzen für den Alltag, Teilhabe oder Schutz fördern. Dadurch werden sie nicht zu Stellen, die für Freundschaften zuständig sind. Schulclubs, Mädchenclubs, Jugendgruppen, Schutzräume und Mentoring bieten organisierte Möglichkeiten, Menschen kennenzulernen, besonders wenn gewöhnliche soziale Kontakte eingeschränkt sind. Der Zugang kann von Alter, Geschlecht, Schulbesuch, Ort, Programmregeln und Sicherheit abhängen. Mädchen, die nicht zur Schule gehen, erreichen Angebote möglicherweise über Schutzräume, Mentoring oder Frauengruppen. Aus einer privaten Freundschaft entsteht kein einheitlicher Vertrag, kein einklagbares Zugangsrecht und keine garantierte Dauer. Üblicherweise gibt es weder eine Standardgebühr noch einen festen Zeitplan; Kosten für Transport, Telefon oder Daten, Tee und Aktivitäten können aber anfallen. Organisierte Gruppen legen ihre eigenen Treffen und Bedingungen fest. Es gibt kein einheitliches nationales System. Meinungsverschiedenheiten können durch ein direktes Gespräch, den Rückzug oder die Unterstützung von Freundeskreis, Familie oder Gemeinschaft geklärt werden. Bei Gewalt oder einem Kinderschutzrisiko ist ein dörfliches Komitee oder ein anderer Schutzmechanismus angemessener, als den Fall wie einen gewöhnlichen Freundschaftskonflikt zu behandeln. Freundschaft ist von einer lockeren Bekanntschaft, einer romantischen Beziehung und dem Zusammenleben zu unterscheiden. Solche Beziehungen können sich überschneiden oder im Laufe der Zeit ändern. Entscheidend ist jedoch, ob es hauptsächlich um wiederholten persönlichen Kontakt und gegenseitige Unterstützung geht oder um Romantik, gemeinsames Wohnen oder eine kurze Begegnung. Über Jugendliche in Städten und heranwachsende Mädchen gibt es mehr Erkenntnisse als über ländliche Gemeinschaften, ältere Erwachsene, andere Erwachsene und Menschen, die kein Hausa sprechen. Daher sollte man nicht annehmen, dass die örtlichen Verhältnisse in ganz Niger gleich sind.
Freundschaft in Niger
Freundschaft in Niger ist eine freiwillige persönliche Beziehung, die durch wiederholte Begegnungen, gemeinsame Aktivitäten, Vertrauen und gegenseitige Unterstützung entsteht. Sie ist überwiegend informell: In Niger gibt es kein nationales Freundschaftsregister, keine zuständige Behörde und kein einheitliches Verfahren für Aufnahme, Beschwerden, Konflikte oder die Beendigung einer Freundschaft. Menschen lernen sich etwa in Schulen, Nachbarschaften und bei gemeinsamen Aktivitäten kennen, in städtischen fada-Kreisen, Mädchenclubs, Jugendgruppen, Schutzräumen oder über Mentoring. Der Zugang unterscheidet sich nach Alter, Geschlecht, Schulbesuch, Ort und Sicherheitslage.
Tipp
Betrachte Freundschaft in Niger als freiwilligen persönlichen Kontakt und nicht als registriertes Angebot mit einem festen Anbieter oder Verfahren. Wähle ein informelles oder organisiertes Umfeld danach aus, welche Kontakte, Struktur und Sicherheit du brauchst. Prüfe vor einer Zusage, ob der Zugang möglich ist, wann die Treffen stattfinden und welche Kosten entstehen.

