Die Nepal Police nimmt Erstmeldungen entgegen und führt Ermittlungen über District-, Area- und Ward-Polizeidienststellen, Provinzpolizei und Facheinheiten durch. Das Criminal Investigation Department ermittelt; für Online-Straftaten ist das Cyber Bureau zuständig. Die Women, Children and Senior Citizen Service Directorate, Women Help Desks, Dalit Desks und das Anti Human Trafficking Bureau bearbeiten bestimmte Gefahrenbereiche. Zuständig ist normalerweise der Ort, an dem die mutmaßliche Straftat stattgefunden hat. Das verfügbare Angebot kann je nach Ort abweichen. Im Haushaltsjahr 2080/81 registrierte die Nepal Police 20.624 Fälle in ausgewählten Kategorien geschlechtsspezifischer Gewalt. Darin enthalten waren 16.416 Fälle und Beschwerden häuslicher Gewalt, 2.507 Vergewaltigungsfälle, 460 versuchte Vergewaltigungen, 363 Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern, 166 Fälle von Menschenhandel, 653 Fälle von Polygamie, 52 Fälle von Kinderehen, 23 Fälle von Hexereivorwürfen, 29 Fälle von Diskriminierung aufgrund der Kaste und Unberührbarkeit sowie 24 Fälle illegaler Abtreibungen. Diese Zahlen geben registrierte Fälle in ausgewählten Kategorien wieder und messen weder die gesamte Kriminalität noch deren Verbreitung. In 91,9 % der registrierten Fälle sexueller Gewalt kannte die beschuldigte Person das Opfer; 64,6 % der Betroffenen waren Mädchen. Eine mutmaßliche Straftat kann schriftlich, mündlich oder elektronisch über eine Jaheri-Darkhast gemeldet werden, also eine erste Anzeige wegen einer mutmaßlichen Straftat. Eine nahegelegene Polizeidienststelle sollte die Meldung entgegennehmen und an die für den Tatort zuständige Bezirksdienststelle weiterleiten. Ein unbekannter Verdächtiger ist kein gültiger Grund, die Anzeige abzulehnen. Die meldende Person sollte eine Eingangsbestätigung erhalten. Lehnt eine Polizeidienststelle die Anzeige ab, kann die Person sich an das District Government Attorney Office oder eine übergeordnete Polizeidienststelle wenden. Notfälle sind sofort zu melden; für andere Meldungen gelten die einschlägigen gesetzlichen Fristen. Im Notfall ist Police Control unter 100 erreichbar. Die Nepal Police führt auch die gebührenfreie Nummer 16600141516 auf. Cybercrime-Beschwerden betreffen explizite Online-Inhalte, Online-Finanzbetrug, gefälschte oder gehackte Identitäten, andere Cyberstraftaten, Quellcodediebstahl und unbefugten Zugriff. Reiche das entsprechende Formular mit Angaben zu Staatsbürgerschaftsnachweis, nationalem Identitätsdokument oder Reisepass ein; bei einem Kind kann die Geburtsregistrierung verwendet werden. Füge die betreffenden URLs und klare Bildschirmfotos bei. Eine Meldung ist bei District-, Area- oder Ward-Polizeidienststellen, einem Police Complex oder Circle sowie beim Cyber Bureau in Bhotahity möglich. Ist persönliches Erscheinen nicht möglich, wende dich an cyberbureau@nepalpolice.gov.np oder 01-5319044. Zu den häufigen Onlinegefahren gehören Missbrauch in sozialen Medien, Kontoübernahmen, Online-Finanzbetrug, Geschenk-, Lotterie- und Paketbetrug, Liebesbetrug, Betrug mit Auslands- und Onlinejobs, Betrug beim Onlinehandel, Quellcodediebstahl und unbefugter Zugriff. Öffne keine unbekannten Links und vertraue keinen unerwarteten Preis- oder Geschenkversprechen. Teile keine Einmalpasswörter, Passwörter, privaten Fotos oder sensiblen Daten. Prüfe Geldforderungen über einen zweiten Kommunikationskanal, nutze Mehr-Faktor-Authentifizierung, vermeide Bankgeschäfte über kostenloses öffentliches WLAN, installiere Aktualisierungen und erstelle Sicherungskopien. Familien und Kinder profitieren von praktischer Aufklärung über diese Risiken. Bei Verdacht auf Menschenhandel oder riskante Beförderung ist das Anti Human Trafficking Bureau über die Hotline 1177, die gebührenfreie Nummer 16600141177 oder per WhatsApp, Viber oder Imo unter +977-9851292200 erreichbar. Prüfe Sprache, Gesetze und Arbeitsbedingungen des Ziellandes und nutze nur staatlich zugelassene Arbeitsvermittlungsagenturen. Die National Women Commission bietet bei Gewalt gegen Frauen unter 1145 und casemanagement@nwc.gov.np Unterstützung an. In Bezirkskrankenhäusern können One-Stop-Crisis-Management-Zentren medizinische, psychosoziale, rechtliche, sichere Unterbringungs-, Rehabilitations-, rechtsmedizinische und Sicherheitsdienste anbieten; prüfe die örtliche Verfügbarkeit. Die Women, Children and Senior Citizen Service Directorate verfügt über 261 Servicezentren, 408 Women Help Desks und 187 Dalit Desks. Die Kinder-Hotline 1098 bietet Rettung, Nothilfe, psychosoziale und rechtliche Beratung, kurzfristige Unterbringung oder Schutz, Familienzusammenführung und Wiedereingliederung. Das National Centre for Children at Risk ist für vermisste, aufgefundene oder gefährdete Kinder unter 104 erreichbar. Nepals Kinderschutzrahmen berücksichtigt das Wohl des Kindes, kindgerechte Verfahren, den Schutz der Identität und Polizeischutz. Der Crime Victim Protection Act 2075 sieht Informationen zum Ermittlungs- und Strafverfolgungsverfahren sowie unter seinen gesetzlichen Voraussetzungen soziale Wiedereingliederung und Entschädigung vor. Ein konkreter Entschädigungsanspruch hängt vom Einzelfall ab. Kriminalprävention und Anzeige sind von strafrechtlicher Beratung zu unterscheiden; Tatbestände und Sanktionen gehören in den Rahmen des Strafrechts.
Kriminalität in Nepal
Kriminalität in Nepal umfasst begangene oder angedrohte Straftaten, Prävention, Meldung, Polizeikontakt und Unterstützung für Betroffene. Die Nepal Police ist landesweit die erste Anlaufstelle für Notfälle, Anzeigen und Ermittlungen; das Angebot unterscheidet sich jedoch je nach Provinz, Bezirk und Kommune. Sicherer handelt, wer Geldforderungen überprüft, Konten schützt und mutmaßliche Straftaten zeitnah meldet.
Tipp
Wähle die Reaktion nach der unmittelbaren Gefahr: Bei akuter Bedrohung rufe Police Control, melde eine mutmaßliche Straftat zeitnah und nutze bei Online-Missbrauch, Menschenhandel, Gewalt gegen Frauen oder Gefährdung eines Kindes die zuständige Fachstelle. Halte Anzeige und Belege geordnet und lass dir den Eingang bestätigen. Wird die Anzeige abgelehnt, lege Widerspruch ein, statt sie aufzugeben. Registrierte Fallzahlen sind als Angaben zu gemeldeten Fällen zu verstehen, nicht als vollständiges Sicherheitsbild.

