Das formelle Katastrophenrisikosystem Mosambiks heißt Gestão e Redução do Risco de Desastres (GRD oder RRD), Katastrophenrisikomanagement und -minderung. INGD leitet Prävention, Risikominderung, Vorsorge, Notfallmaßnahmen, Einsätze von UNAPROC und den Wiederaufbau nach Katastrophen. CENOE koordiniert sektorübergreifende Informationen und Entscheidungen. Provinzielle COE-Strukturen, örtliche Behörden und CLGRD unterstützen Maßnahmen näher an betroffenen Gemeinschaften. CTGD bietet technische Beratung und Koordination. INGD arbeitet außerdem mit humanitären Partnern zusammen, darunter dem Humanitarian Country Team, wenn die nationalen Reaktionskapazitäten Unterstützung benötigen. Die im Lei 10/2020 anerkannten Katastrophenkategorien umfassen Flusshochwasser, weitere Überschwemmungen, Dürren, Schädlingsbefall, Wirbelstürme, Brände, unkontrolliertes Abbrennen, Erosion, Erdrutsche, Kohlenwasserstoffaustritte, Erdbeben, Vulkanausbrüche, Tsunamis, radioaktive Strahlung und durch menschliche Aktivitäten verursachte Katastrophen. Epidemien und Pandemien können in Katastrophengesetzen als Kategorien erscheinen. Ihr Hauptthema bleibt jedoch die Gesundheit und nicht das Katastrophenmanagement. Mosambiks Küsten, Tiefländer und Flussgebiete sind wiederkehrend durch Wirbelstürme, Sturmfluten und Überschwemmungen gefährdet. Dürren treten im ganzen Land wiederholt auf, während Erdbeben und Erdrutsche stärker örtlich begrenzt sind. Katastrophen können Straßen, Brücken, Schulen, Gesundheitseinrichtungen, Wasserversorgung, Telekommunikation, Wohnraum, Landwirtschaft und Lieferketten beschädigen. Ein Risikoprofil der Weltbank, das ein Modell von 2010 nutzte, schätzte, dass jährlich etwa 2 Millionen Menschen Wirbelstürmen und Sturmfluten, etwa 200.000 Überschwemmungen und etwa 600.000 Dürren ausgesetzt waren. Das sind historische Modellergebnisse, keine aktuellen jährlichen Zahlen. Das Sistema de Aviso Prévio (SAP), das Frühwarnsystem, verbindet meteorologische, hydrologische und kommunale Warnfunktionen. INAM gibt Wetterwarnungen zu Regen, Wind, Gewittern, Wirbelstürmen und Hitzewellen heraus. DNGRH liefert hydrologische Informationen und Pegelstände. INGD koordiniert das umfassendere Warnsystem. Warnungen können über Radio, Fernsehen, Sirenen, Glocken, Lautsprecher und lokale Strukturen verbreitet werden. Lokale SAP-Vorkehrungen können Risiken dokumentieren, Niederschlag und Pegelstände beobachten, Anwohnerinnen und Anwohner warnen und erste örtliche Maßnahmen unterstützen. Die gesetzlich festgelegten Warnstufen sind amarelo, Gelb, wenn ein schädigendes Ereignis vorhergesagt wird; laranja, Orange, wenn es unmittelbar bevorsteht, aber seine Folgen noch umkehrbar sein können; und vermelho, Rot, wenn die Auswirkungen unumkehrbar sind und eine schwere Katastrophe drohen kann. Die Regierung aktiviert die jeweilige Stufe und legt das erforderliche Verhalten fest. In Mosambik gibt es keine landesweit einheitliche feste Vorwarnzeit, weil sie von Gefahr, Vorhersage, Ort und verfügbaren Informationen abhängt. CLGRD sind freiwillige örtliche Ausschüsse. Sie können Risiko- und Ressourcenkarten, Aktionspläne, Notfallausrüstung und Funkzugang vorbereiten, die Verbreitung von Warnungen organisieren, Evakuierungen, Suche und Rettung, Unterbringung und die Bedarfsermittlung nach Katastrophen unterstützen. Offizielle Beispiele gibt es in der Provinz Maputo, Zambézia, Sofala, Gaza und Inhambane. Abdeckung und Kapazitäten sind nicht überall gleich. Wo lokale Strukturen bestehen, finden häufig vor der Regenzeit jährliche Übungen statt. Im Notfall führt UNAPROC Such-, Rettungs- und humanitäre Hilfsmaßnahmen durch. CENOE arbeitet über die Bereiche Planung und Information, Infrastruktur, Soziales und Gesundheit sowie Kommunikation. CLGRD leisten häufig die erste örtliche Hilfe. Evakuierungsanordnungen, Unterkünfte und Routen hängen vom Ereignis und Ort ab. Deshalb sollten örtliche Behörden und aktuelle Warnungen geprüft werden, statt sich auf eine dauerhaft geltende landesweite Liste von Unterkünften zu verlassen. Mosambiks Katastrophengesetz gilt für öffentliche Behörden, Bürgerinnen und Bürger sowie juristische Personen des öffentlichen und privaten Rechts. Es legt allgemeingültige, gleichberechtigte und diskriminierungsfreie Grundsätze fest. Betroffene können abhängig von der Lage und den verfügbaren Kapazitäten Rettung, Unterkunft, humanitäre Hilfe und Wiederherstellungsmaßnahmen erhalten. Wenn örtliche Ressourcen nicht ausreichen, kann der Fall an die nächste Verwaltungsebene weitergegeben werden. Das System begründet keinen automatischen individuellen Anspruch auf eine bestimmte Geldleistung. Von Behörden und Organisationen wird erwartet, dass sie Prävention, Risikoinformationen, Ausrüstung, geschultes Personal, Übungen, Reserven, Umsiedlungsalternativen und Einsatzbereitschaft vorhalten. Bürgerinnen und Bürger sowie Organisationen sollen kooperieren, relevante Verstöße melden und rechtmäßige Pläne und Anweisungen befolgen. Medienorganisationen haben Pflichten bei Warnungen und Risikoinformationen. Daraus folgt weder eine allgemeine private Pflicht, sich selbst in Gefahr zu bringen, noch eine pauschale Zusage, private Reise-, Unterkunfts- oder Wiederaufbaukosten zu übernehmen. Die Finanzierung von Katastrophenmaßnahmen kann den Fundo de Gestão de Calamidades, Unterstützung von Partnern und Versicherungen umfassen. Diese Mechanismen unterstützen die öffentliche oder institutionelle Risikofinanzierung und führen nicht automatisch zu einer Entschädigung jeder betroffenen Person. Die in der aktuellen Recherche aufgeführten Notfallkontakte von INGD sind +258 85 952 74 16 und 21 477211/13; Linha Verde ist 823441. Vor einer Kontaktaufnahme sollten die Angaben und örtlichen Zugangswege überprüft werden. INGD koordiniert den Wiederaufbau nach Katastrophen über den Plano Director und die jährliche Notfallplanung. Bei der Erholung soll das künftige Risiko durch Gefahrenkarten, Beschränkungen in gefährdeten Gebieten, robustere Infrastruktur und sicherere Raumplanung gesenkt werden. Vertriebene Menschen können nach einer Katastrophe zurückkehren, sich vor Ort integrieren oder umgesiedelt werden, je nach Ort und Programm. Vertreibung durch Konflikte oder Terrorismus gehört in erster Linie zum Thema Sicherheit und Kriminalität. Das Thema Katastrophen umfasst nur den gegebenenfalls nötigen Übergang.
Katastrophen in Mosambik
Zu den Katastrophen in Mosambik zählen Wirbelstürme, Überschwemmungen, Dürren, Brände, Erdrutsche, Erosion, Erdbeben, Industrieunfälle und andere Ereignisse, die Menschen, Infrastruktur oder wichtige Dienstleistungen schwer beeinträchtigen. Das nationale Katastrophenrisikosystem verbindet Prävention, Frühwarnung, Notfallmaßnahmen, humanitäre Hilfe und Wiederaufbau über Einrichtungen wie INGD, CENOE und UNAPROC. Risiken und Reaktionskapazitäten unterscheiden sich nach Provinz, Distrikt, Landschaft und Ereignis.
Tipp
Katastrophenvorsorge in Mosambik ist eine Aufgabe der örtlichen Planung: Ermittle die Gefahren in deiner Umgebung, beachte amtliche Warnungen und kläre, wo du Hilfe erhältst, wenn die örtlichen Kapazitäten nicht ausreichen. Bereite dich auf Unterbrechungen bei Verkehr, Wohnraum, Wasser, Kommunikation und anderen wichtigen Diensten vor. Gehe nicht davon aus, dass der Staat private Kosten automatisch erstattet oder eine bestimmte Geldleistung gewährt.

