Mauretanien umfasst mehrere zusammenhängende Landschaften: Wüstendünen und Salzflächen, Sahelsavanne und Waldland, atlantische Küstendünen und flache Meeresgebiete, Seegraswiesen, Inseln und Auftriebszonen sowie die Flussmündung, Überschwemmungsflächen und Mangroven des unteren Senegalflusses. Im Delta des Senegalflusses richtet sich die saisonale Wasserwirtschaft nach Schleusen. Die feuchtere Periode dauert im Allgemeinen von Juli bis März, die trockenere von April bis Juli. In Mauretanien sind vier Ramsar-Gebiete aufgeführt. Ramsar-Gebiete sind Feuchtgebiete, die nach dem Ramsar-Übereinkommen anerkannt sind; ihre Aufnahme ersetzt jedoch keine nationalen Bewirtschaftungs- oder Zugangsregeln. Dazu gehören Chat Tboul mit 15.500 Hektar, Lac Gabou und das hydrologische Netz des Plateau du Tagant mit 9.500 Hektar, der Parc National du Banc d’Arguin mit 1.200.000 Hektar und der Parc National du Diawling mit 15.600 Hektar. Der Parc National du Banc d’Arguin, kurz PNBA, umfasst etwa 1.200.000 Hektar, darunter rund 180 Kilometer Küste, Inseln, Landflächen und Meeresökosysteme. Der 1976 gegründete Park gehört auch zum UNESCO-Welterbe und ist ein Ramsar-Gebiet. Zu seinen Zielen gehören der Schutz von Lebensräumen und Arten, Forschung, Umweltbildung und nachhaltige Entwicklung für die ansässigen Gemeinschaften. Die Imraguen-Bevölkerung in ungefähr neun Küstendörfern verfügt im Park über besondere traditionelle Fischereirechte. Gefischt wird zu Fuß oder mit Segelbooten, den Lanches; Motorboote sind verboten, und die Flotte ist auf 114 Lanches begrenzt. Der Fang von Rochen und Haien wurde durch eine Vereinbarung eingestellt. Diese Rechte bestehen neben den Einschränkungen und Kontrollen des Parks. Der Parc National du Diawling (PND) liegt in Trarza, in der Moughataa Keur Macène und der Gemeinde N’Diago. Er umfasst ein Kerngebiet von mehr als 16.000 Hektar und eine Pufferzone von mehr als 56.000 Hektar. Der Park verwaltet saisonale Wasserströme, ökologische Wiederherstellung, Naturschutz und traditionelle Lebensgrundlagen. Er ist Teil des 2005 eingerichteten grenzüberschreitenden Biosphärenreservats des unteren Senegal-Deltas. Fischerei, Viehhaltung, Handwerk, Gemüseanbau und Nichtholzprodukte werden durch gemeinsame Bewirtschaftung, Überwachung, Beobachtung und Umweltbildung geregelt. Die aktive Fischereisaison wird mit November bis März angegeben. Eine lokale Genehmigung für Ökosystemleistungen ist der Bevölkerung von N’Diago vorbehalten. Erforderlich sind ein Antrag, eine Kopie des nationalen Personalausweises und ein Foto; die Bearbeitung dauert laut Angabe sieben Tage und ist kostenlos. Andere Schutzgebiete haben unterschiedliche Aufgaben. Das Trarza-Naturwildreservat wurde 2025 eingerichtet, um seltene oder bedrohte Wildtiere wieder anzusiedeln sowie Arten, Ökosysteme und Lebensräume zu regenerieren. Zugangsregeln, Gebühren, Zonierung und Bewirtschaftungsverfahren ließen sich in den eingesehenen amtlichen Unterlagen nicht feststellen. Der Parc National d’Awleigat ist eine 400 Hektar große Einrichtung für Ex-situ-Naturschutz und Bildung unter dem Umwelt- und Nachhaltigkeitsministerium. Er unterstützt Naturschutz, wissenschaftliche Forschung, Zucht in Gefangenschaft, Wiederansiedlung, Öffentlichkeitsarbeit und Ökotourismus. Aktuelle Besuchstarife und Zugangsregeln wurden nicht gefunden. Die Schutzgebiete beherbergen eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. Im PNBA überwintern mehr als zwei Millionen Zugvögel; außerdem gibt es Meeresschildkröten, Delfine, über 200 Pflanzenarten und Seegraslebensräume mit Aufzuchtfunktion. Der PND führt mehr als 369 Vogelarten, 65 Fischarten, 39 Säugetierarten, 17 Echsenarten, 15 Schlangenarten, fünf Amphibienarten, drei Schildkrötenarten und ein Krokodil auf. Außerdem meldet er 18 bedrohte oder geschützte Vogelarten und mehr als 561 Hektar Mangroven, darunter Rhizophora racemosa und Avicennia germinans. Zu den örtlichen Produkten zählen Matten aus Sporobolus robustus, Acacia nilotica zur Gerbung und Nymphaea lotus als Nahrungsmittel. Auch außerhalb von Schutzgebieten werden Ressourcen traditionell genutzt. Die verfügbare Recherche nennt Transhumanz entlang überlieferter Routen, traditionellen Anbau, das Sammeln von Totholz sowie nichtkommerzielles Sammeln wilder Früchte, Nahrungsmittel und Heilpflanzen. Diese Praktiken heben Einschränkungen in Parks oder nach dem Wildtiergesetz nicht auf. Arten der Kategorie 1 sind vollständig geschützt, außer bei einer Ausnahme für wissenschaftliche Probenahmen. Arten der Kategorie 2 sind teilweise geschützt und unterliegen kontrollierter Jagd. Artenlisten können durch ministerielle Anordnung geändert werden. CITES-geschützte Wildtiere und Trophäen unterliegen strengen Verboten für Einfuhr, Ausfuhr, Vermarktung und Durchfuhr. Für Besuche sind je nach Gebiet und Aktivität unterschiedliche Genehmigungen und Gebühren erforderlich. Der PNBA ist ganzjährig geöffnet. Der Zugang kostet 200 MRU pro Person und Nacht; jedes Fahrzeug und Boot benötigt nach Zahlung eine Genehmigung des PNBA. Für Fotografie und Tonaufnahmen ist eine vorherige Genehmigung nötig. Für den ersten Besuch wird eine Führung dringend empfohlen; ein Geländewagen mit Allradantrieb und GPS wird empfohlen. Jagd, Schusswaffen, Anlanden auf Inseln, Fahren außerhalb genehmigter Wege, Stören von Wildtieren, Sammeln von Pflanzen oder historischen Gegenständen und Zurücklassen von Abfall sind verboten. Das Angeln mit Leine ist gesondert geregelt. Der PND bietet mehrere Zugangswege. Ein touristischer Antrag und die Eintrittsgebühr werden vom PND innerhalb von ungefähr 48 Stunden bearbeitet; die veröffentlichte Gebühr beträgt 200 MRU. Der Ökotourismusweg steht Einzelpersonen offen, die einen nationalen Personalausweis, eine Aufenthaltskarte oder einen Pass vorlegen. Die Bearbeitung dauert laut Angabe drei Tage; die Gebühr beträgt 200 MRU pro Person. Eine geführte Parkbesichtigung kostet 400 MRU, eine Pirogenfahrt 4.000 MRU. Besuche bei Handwerksbetrieben oder Kooperativen und Übernachtungen in einer Khaïma werden auf Anfrage organisiert. Besucher müssen genehmigte Wege und Campingplätze nutzen, während Regen nicht auf dem Deich fahren, Abfall mitnehmen, Wasser sparen, Jagd und das Entfernen von Pflanzen, Tieren, Mineralien, Gestein oder Gegenständen vermeiden und vor dem Fotografieren von Dörfern um Zustimmung bitten. Der PND bearbeitet auch Anträge von Forschenden, Auszubildenden und Fachleuten. Erforderlich ist eine Kopie des nationalen Personalausweises; die angegebene Bearbeitungszeit beträgt sieben Tage, Gebühren sind nicht aufgeführt. Schülerinnen, Schüler und Studierende können eine Einsicht in Datenbanken oder Geoinformationssysteme beantragen; sie dauert laut Angabe acht Tage und ist kostenlos. Für einen Bildungsausflug werden 48 Stunden und keine Gebühr genannt, sofern eine Verpflichtung zur Übernahme der finanziellen Verantwortung vorliegt. Auch der Rechtsrahmen des PNBA unterstützt Forschung und Umweltbildung. Für wissenschaftliche Jagd ist eine Genehmigung erforderlich, wenn die Forschung das Fangen oder Töten von Tieren beinhaltet. Antragstellende müssen den wissenschaftlichen Zweck belegen; eine ausländische Organisation benötigt zusätzlich eine Forschungsgenehmigung der zuständigen Forschungsbehörde. Die Genehmigung ist kostenlos, gilt für den Forschungszeitraum bis zu höchstens 12 Monaten und erfordert Angaben zu Arten, Anzahl, Gebiet und Dauer, Identitätsnachweis, zwei Fotos, institutionelle Forschungsgenehmigung und ein mauretanisches Führungszeugnis, das weniger als drei Monate alt ist. Tägliche Fang- oder Tötungsprotokolle sind erforderlich. Das Protokoll muss innerhalb von sieben Tagen nach Ablauf der Genehmigung und der Forschungsbericht innerhalb von 30 Tagen eingereicht werden. Eine kommerzielle Ausfuhr ist nicht zulässig. Für Sportjagd ist eine reguläre, persönliche und nicht übertragbare Genehmigung erforderlich; sie ist auf Arten der Kategorie 2 beschränkt. Die gesetzliche Jagdgebühr beträgt 10.000 MRU, zusätzlich kostet der gestempelte Antrag 50 MRU. Zum Antrag gehören ein gültiger Jagdwaffenschein und, für ausländische Personen ohne Wohnsitz, eine befristete Genehmigung zur Einfuhr einer Schusswaffe, zwei Fotos, Identitätsnachweis oder Pass sowie ein Führungszeugnis, das weniger als drei Monate alt ist. Eine ministerielle Verordnung für die Jagdsaison legt Zeitraum, Gebiete, Arten und Quoten fest. Jäger müssen täglich Anzahl, Geschlecht, Alter und Fundort erlegter Tiere protokollieren und die Unterlagen binnen sieben Tagen nach Ablauf der Genehmigung einreichen. Verspätete oder fehlende Protokolle verhindern eine neue Genehmigung. Das aktuelle Verwaltungsportal nennt DiPREM; die Bezeichnung der zuständigen Stelle im Ministerium weicht davon ab. Das empfangende Büro sollte daher vor Einreichung überprüft werden. Einzelheiten zur Jagdsaison 2025/2026 wurden in den verfügbaren Unterlagen nicht bestätigt. Wildtierregeln verbieten die Jagd auf Jungtiere oder neugeborene Tiere, Jungtiere unter der Hälfte der Größe ausgewachsener Tiere, Weibchen mit Nachwuchs, brütende Vögel und Reptilien sowie die Jagd zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang. Schießen aus Kraftfahrzeugen, Schiffen, Booten oder Flugzeugen sowie Gift, Netze, Einfriedungen, Fallen, Gruben, Treibjagden, Schlingen und Buschfeuer sind verboten. Der Minister kann besondere Methoden gegen Tiere genehmigen, die Menschen oder Eigentum gefährden. Unerlaubte Jagd kann eine Geldstrafe von 100.000 bis 500.000 MRU, sechs Monate bis zwei Jahre Freiheitsstrafe, Einziehung und Entzug der Genehmigung nach sich ziehen. Jagderzeugnisse dürfen nicht kommerziell gehandelt werden. Aktivitäten, die Fauna oder Flora schädigen oder Lebensräume zerstören können, erfordern eine vorherige Genehmigung des Umwelt- und Nachhaltigkeitsministeriums (MEDD) oder sind verboten. Die Direction de l’Évaluation et du Contrôle Environnemental (DECE) bearbeitet Umweltverträglichkeitsstudien, vereinfachte Umweltverträglichkeitsanzeigen, strategische Prüfungen und Umweltgenehmigungen. Für eine vereinfachte Anzeige gelten festgelegte Aufgabenbeschreibungen; die Bearbeitung wird mit 15 Tagen angegeben und ist kostenlos. Eine vollständige Umweltverträglichkeitsstudie erfordert ebenfalls eine Aufgabenbeschreibung; die Bearbeitung dauert laut Angabe 60 Tage, eine Gebühr ist nicht genannt. Bei Vorhaben mit vollständiger Studie ist eine öffentliche Untersuchung erforderlich. Die Entscheidung muss spätestens drei Monate nach dieser Untersuchung ergehen. Vorhabenträger können eine beratende Fachperson beauftragen; die Prüfung des Ministeriums bleibt verpflichtend. Zu den wichtigsten zuständigen Stellen gehören MEDD und seine Direktionen für Küstenschutz, Feuchtgebiete und Schutzgebiete, Artenschutz und Bodenrenaturierung sowie Umweltprüfung. PNBA und PND sind öffentliche Verwaltungseinrichtungen unter MEDD. Die örtliche Verwaltung umfasst Wilaya, Moughataa, Gemeinde, Dorfkomitees und lokale Gemeinschaften. Den verfügbaren Recherchen zufolge gibt es keine direkte landesweite Naturleistung oder gleichwertige Subvention. Veröffentlichte Gebühren und Bearbeitungszeiten können sich ändern. Antragstellende sollten aktuelle Tarife, zuständige Büros, Zugangsbeschränkungen und Saisonverordnungen direkt bei PNBA, PND oder MEDD überprüfen.
Natur in Mauretanien
Die Natur Mauretaniens reicht von Dünen und Sebkha-Salzflächen der Sahara über Sahelvegetation bis zu atlantischen Küstenfeuchtgebieten und dem unteren Delta des Senegalflusses. Vier Ramsar-Gebiete umfassen 1.240.600 Hektar, darunter den Parc National du Banc d’Arguin und den Parc National du Diawling. Naturschutz verbindet Regeln für Schutzgebiete, geregelte traditionelle Lebensgrundlagen, wissenschaftlichen und pädagogischen Zugang, Artenschutz und Umweltprüfung von Vorhaben.
Tipp
Ordnen Sie zuerst ein, ob Ihr Vorhaben in Mauretanien einen Besuch in einem Schutzgebiet, die Nutzung natürlicher Ressourcen, Forschung, Jagd oder die Entwicklung eines Projekts betrifft. Für jeden Zweck gelten andere Stellen, Genehmigungen, Kosten und Risiken; eine allgemeine Naturgenehmigung ersetzt das jeweilige Verfahren nicht. Bestätigen Sie aktuelle Regeln und Gebühren direkt bei PNBA, PND oder MEDD, bevor Sie Geld, Reisen oder Ausrüstung fest einplanen.

