Zu den formellen Sicherheitsakteuren Mauretaniens gehören die Direction Générale de la Sûreté Nationale (DGSN), Police nationale, Gendarmerie nationale, Garde nationale, Groupe général de sécurité routière, lokale Commissariats de police und das Innenministerium. Die DGSN ist für öffentliche Sicherheit, polizeiliche Ermittlungen, Schutz von Menschen und Eigentum, organisierte Kriminalität, Cyberkriminalität, Terrorismus sowie Wirtschafts- und Finanzkriminalität zuständig. Zu den gemeldeten Polizeiprioritäten zählen Mord, Vergewaltigung, haraba, Diebstahl, Sittlichkeitsdelikte und bewaffnete Zusammenrottungen mit Gewalt oder Plünderung. Sicherheitsbewertungen berichten über Taschendiebstahl, Diebstahl, Wohnungseinbruch, Überfälle, bewaffneten Raub, Körperverletzung, Vergewaltigung, Autoraub, Entführung oder Banditentum, Drogen- und organisierte Kriminalität, Wirtschafts- und Finanzkriminalität sowie Online-Finanz- oder Liebesbetrug. Das Risiko ist nicht landesweit gleich. In Nouakchott werden unbeleuchtete oder abgelegene Strände, Le Cinquième, Dar Naim und Citè Plage wiederholt als Orte mit höherem Risiko genannt; eine Bewertung hebt Gebiete außerhalb von Tevragh Zeina hervor. Der fünfte Bezirk, Strandgebiete, nördliche und östliche Regionen, Routen zwischen Mali und Mauretanien sowie nördliche Straßen erfordern ebenfalls erhöhte Vorsicht. Entführungen, Banditentum, extremistische Gewalt und Terrorismus konzentrieren sich besonders in östlichen und nördlichen Gebieten, Grenzregionen und Routen nahe Mali, Algerien und der Westsahara. Die Militärzone im Nordosten ist für Zivilpersonen gesperrt. Reisehinweise unterscheiden sich nach ausstellendem Staat: Australien rät von Reisen nach Tiris Zemmour, Adrar, Tagant, Hodh Ech Chargui, Hodh El Gharbi, Assaba und Guidimaka sowie innerhalb von 25 Kilometern der nördlichen Westsahara-Grenze ab; das Vereinigte Königreich rät von allen Reisen östlich der Linie Kankossa-Akhreijit-Ghallaouia-Zouerat und innerhalb von 25 Kilometern der Grenze zu Mali ab; die Vereinigten Staaten raten von Reisen nördlich des Wendekreises des Krebses und innerhalb von 60 Meilen der Grenzen zu Mali und Algerien ab; Kanada rät von allen Reisen in nördlichen und östlichen Gebieten sowie in der Militärzone ab. Verringere Risiken, indem du abgelegene oder unbewachte Strände, nächtliches Alleingehen, Alleinreisen in abgelegenen Gebieten, Demonstrationen, abgelegene Grenzrouten und unnötige Reisen in Hochrisikogebiete meidest. Reise bei Bedarf in Gruppen oder Konvois mit erfahrenem Führer. Verberge Wertsachen, verriegle Autotüren, halte Fenster geschlossen, sichere Reisepass und Ausweisdokumente und führe Kopien für Kontrollpunkte mit. Befolge Anweisungen der Sicherheitskräfte und fotografiere keine militärischen, staatlichen oder Sicherheitsanlagen. Beobachte lokale Medien und aktuelle Sicherheitshinweise, denn Lage und Zugangsbeschränkungen können sich ändern. Bei akutem Polizeibedarf rufe 117 an oder suche ein Commissariat de police auf. Informationen der Police nationale beschreiben 117 als kostenlos, rund um die Uhr und landesweit verfügbar, mit Notfallstreifen in Nouakchott. Auf eine übliche Anzeige oder Meldung können Tatortbewertung, Ermittlungen, mögliche Festnahme, Übergabe an die Staatsanwaltschaft und Dokumentation der beschuldigten Person folgen. Eine Standardgebühr oder allgemeine Meldefrist wurde nicht veröffentlicht; außerhalb Nouakchotts kann die Notfallreaktion begrenzt sein. Weitere angegebene Nummern sind 116 für die Gendarmerie nationale, 102 für die Garde nationale, 119 für den Groupe général de sécurité routière, +222 45253990 für die Gendarmerie maritime, +222 45252518 für die Brigade mixte de gendarmerie, 118 für die Feuerwehr und 101 für medizinische Notfälle von SAMU. Nummernangaben widersprechen einander: Ein australischer Eintrag nennt 119 für die Gendarmerie, während ein britischer Reisehinweis davor warnt, dass Behörden möglicherweise nicht antworten. Prüfe Nummern nach Möglichkeit vor Ort und nutze bei unmittelbarem Polizeibedarf 117. Die DGSN bietet außerdem 190 als kostenlose Stelle für Lob oder Beschwerden über die Polizei an. Diese Nummer ersetzt keine Notfallmeldung zu einer Straftat. Meldungen zu Menschenhandel oder Menschenschmuggel können über die kostenlose Nummer 1916 erfolgen. Ein allgemeiner Entschädigungsbetrag für Opfer, eine allgemeine Opferhotline, ein Schutzhausnetz oder einheitliche Anspruchsregeln für Opferdienste wurden nicht gefunden. Örtliche Behörden ermitteln und verfolgen Straftaten. Konsularische Dienste können bei medizinischer Versorgung, Anwälten, Hinweisen zur Anzeige, Kontakt zu Angehörigen, Dokumenten oder Rückführung helfen; sie ersetzen weder mauretanische Polizei noch Staatsanwaltschaft. Himayeti ist ein offizielles Portal für Beschwerden über mutmaßliche Menschenrechtsverletzungen oder Missbrauch und kein allgemeiner Ersatz für eine Strafanzeige. Eine Beschwerde kann Identität und Kontaktdaten der beschwerdeführenden oder betroffenen Person, Datum, Ort und Art des Verstoßes, Belege, Fotos oder Videos, Zeugen sowie frühere Meldungen enthalten. Das Portal stellt eine Referenznummer zur Nachverfolgung aus. Die Beschwerdestelle der Menschenrechtsdirektion im Commissariat aux Droits de l’Homme, à l’Action Humanitaire et aux Relations avec la Société Civile gibt eine Bearbeitungszeit von einer Woche, Gebührenfreiheit und einen Einspruch beim Direktor für Menschenrechte an. Digitale Straftaten können über 117 oder ein Commissariat de police gemeldet werden. Die DGSN verfügt über eine Cybercrime-Stelle, ein digitales Labor, digitale Beweissicherung und Internetüberwachung. Sichere Bildschirmfotos, URLs, Kontodaten, Nachrichten und Zahlungsbelege. Das Portal signalements.gov.mr nimmt Meldungen über illegale Inhalte an; Name und Kontaktangaben sind optional. Erfasst werden können Plattform, WhatsApp-Quelle, URL, Inhaltsart, Datum, Deliktart, Beschreibung und bis zu vier Dateien. Für das Portal ist keine Ermittlungs- oder Wiederherstellungsbefugnis angegeben. Spezielle Commissariats für mineurs en conflit avec la loi, also Minderjährige im Konflikt mit dem Gesetz, wurden in drei Wilayas von Nouakchott und in Dakhlet Nouadhibou gemeldet. Öffentliche Informationen nennen keine aktuelle Altersgrenze, Zugangsregel, Gebühr, Frist oder spezielle Opferhilfe für diese Dienste.
Kriminalität in Mauretanien
Kriminalität in Mauretanien umfasst Diebstahl, Einbruch, Körperverletzung, Raub, sexualisierte Gewalt, Autoraub, Entführung und Banditentum sowie Drogen-, organisierte, Wirtschafts- und Onlinekriminalität. Laut Sicherheitsbewertungen nehmen Gewalt- und Kleinkriminalität zu; eine aktuelle amtliche landesweite Prävalenzdatenbank wurde jedoch nicht gefunden. Die Police nationale nennt 117 als kostenlose, landesweite und rund um die Uhr erreichbare Polizeinummer; Meldungen sind auch bei einem Commissariat de police möglich.
Tipp
Behandle Kriminalitätsrisiken in Mauretanien als ortsabhängig: In manchen Gegenden können übliche Vorsichtsmaßnahmen genügen, während abgelegene Gebiete sowie Reisen im Norden, Osten oder in Grenznähe das Meiden des Gebiets oder eine erfahrene Gruppe beziehungsweise einen Konvoi erfordern können. Halte 117 und weitere Notrufnummern bereit, sichere Dokumente und Wertsachen und wähle den Meldeweg passend zum Vorfall.

