Ein Dienstvertrag kann auch mündlich wirksam geschlossen werden. Der Arbeitgeber muss die schriftlichen Kerninformationen zu den Beschäftigungsbedingungen spätestens sieben Kalendertage nach Arbeitsbeginn und die übrigen vorgeschriebenen Angaben spätestens innerhalb eines Monats bereitstellen. Bei einer Beschäftigung von mehr als einem Monat und mehr als acht Stunden pro Woche erhält die beschäftigte Person im Allgemeinen einen schriftlichen Vertrag oder eine schriftliche Aufstellung der wesentlichen Bedingungen. Der Vertrag kann befristet oder unbefristet sein. Ein befristeter Vertrag dauert im Allgemeinen höchstens vier Jahre und normalerweise mindestens sechs Monate, es sei denn, sachliche Gründe rechtfertigen eine kürzere Dauer. Bei einem unbefristeten Vertrag beträgt die Probezeit normalerweise sechs Monate. Bei befristeten Verträgen richtet sich die Probezeit gewöhnlich anteilig nach der Vertragsdauer. Für technische, administrative, leitende oder Managementfunktionen mit einem Lohn von mindestens dem Doppelten des nationalen Mindestlohns kann die Probezeit bis zu ein Jahr dauern. Das EIRA wird durch sektorale Regeln ergänzt. DIER führt 31 Wage Regulation Orders auf; die jeweils geltende Verordnung kann bessere Beschäftigungsbedingungen als die nationalen Mindestbedingungen vorsehen. Im öffentlichen Dienst sowie in der Seefahrt und Fischerei können zusätzliche oder andere Regelungen gelten. Branche und Vertrag sollten deshalb gesondert geprüft werden. DIER ist die wichtigste öffentliche Behörde für Informationen, Kontrollen, Beschwerden und Schlichtung zu Beschäftigungsbedingungen. Die übliche Arbeitszeit beträgt 40 Stunden pro Woche. Die durchschnittliche Arbeitszeit einschließlich Überstunden darf im Allgemeinen 48 Stunden pro Woche nicht überschreiten. Der übliche Bezugszeitraum beträgt 17 Wochen; für das verarbeitende Gewerbe und den Tourismus kann er unter bestimmten Umständen bis zu einem Jahr betragen. Arbeit von mehr als 48 Stunden setzt die schriftliche Zustimmung der beschäftigten Person voraus. Diese kann die Zustimmung mit einer Frist von mindestens sieben Tagen oder einer vereinbarten Frist von höchstens drei Monaten widerrufen. Wer mehr als sechs Stunden arbeitet, hat im Allgemeinen Anspruch auf mindestens 15 Minuten Pause, die üblicherweise unbezahlt ist. Die tägliche Ruhezeit beträgt mindestens 11 zusammenhängende Stunden. Die wöchentliche Ruhezeit umfasst normalerweise 24 Stunden zuzüglich der täglichen Ruhezeit innerhalb von sieben Tagen oder 48 Stunden zuzüglich der täglichen Ruhezeit innerhalb von 14 Tagen. Eine Ausnahme setzt unmittelbare Ausgleichsruhe voraus; Ruhezeiten dürfen nicht durch Geld ersetzt werden. Bei einer 40-Stunden-Woche beträgt der gesetzliche Jahresurlaub mindestens 192 Stunden, bestehend aus vier Wochen plus weiteren 32 Stunden. Fällt ein Feiertag auf einen dienstplanmäßigen freien Tag, wird zusätzlicher Urlaub gewährt. Bis zu 50% des Jahresurlaubs können im Allgemeinen mit Vereinbarung übertragen werden. Mindestens 160 Stunden dürfen nicht ausgezahlt werden, statt genommen zu werden, außer bei Ende des Arbeitsverhältnisses. Eine Betriebsschließung durch den Arbeitgeber darf unter Berücksichtigung der geltenden sektoralen Verordnung normalerweise nicht mehr als zwölf Arbeitstage betragen. Wenn keine abweichende Regelung durch einen Wage Regulation Order gilt, beträgt der Krankheitsurlaub im Allgemeinen zwei Arbeitswochen pro Jahr, umgerechnet in Stunden. 2026 beträgt der nationale Mindestlohn für Vollzeitbeschäftigte €229.44 pro Woche, etwa €5.74 pro Stunde. Bei Teilzeit wird der Lohn anteilig berechnet; maßgeblich können der Wage Regulation Order oder ein Wochenmindestlohn sein. Gesetzliche Boni, Wochenzulage und Teuerungsausgleich sind ebenfalls zu zahlen. Wenn kein besonderer Wage Regulation Order gilt, werden Überstunden über 40 Stunden normalerweise mit dem 1.5-fachen Normalsatz vergütet; die Berechnung erfolgt über vier Wochen oder den jeweiligen Schichtzyklus. Beschäftigte, die dieselbe Arbeit verrichten, sollten gleich entlohnt werden. Ein Wechsel von Teilzeit zu Vollzeit oder umgekehrt in derselben Funktion sollte keine Lohnsenkung nach sich ziehen. Der Arbeitgeber muss spätestens am Fälligkeitstag eine aufgeschlüsselte Gehaltsabrechnung ausstellen. Abzüge benötigen eine gesetzliche Grundlage, eine gerichtliche Anordnung oder eine gültige Zustimmung. Vorschriften zur Entgelttransparenz sehen eine vorausschauende Gehaltsstruktur vor und erlauben Beschäftigten, ihr eigenes Entgeltniveau zu erfragen; der Arbeitgeber muss innerhalb von höchstens zwei Monaten antworten. Maltas Gleichbehandlungsregeln verbieten unmittelbare und mittelbare Diskriminierung, Belästigung und Benachteiligung als Vergeltung aufgrund von Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, Geschlecht einschließlich Schwangerschaft und Mutterschaft, sexueller Orientierung sowie rassischer oder ethnischer Herkunft. Act XI of 2026 erweitert den Schutz vor Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz. Die National Commission for the Promotion of Equality (NCPE) kann Diskriminierungsbeschwerden untersuchen und vermitteln. Je nach Anspruch und Verfahren können Beschwerden außerdem beim Industrial Tribunal oder einem Zivilgericht eingereicht werden. Arbeitgeber müssen für ein sicheres Arbeitsumfeld sorgen, über Gefahren informieren, geeignete Schulungen und Ausrüstung bereitstellen, die Arbeit beaufsichtigen und Risiken für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz vorbeugen. Beschäftigte müssen bei Sicherheitsmaßnahmen mitwirken und ihre eigene Sicherheit und die anderer schützen. Beschäftigte haben ein Recht auf Vertretung in Fragen von Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, darunter gegebenenfalls eine Workers' Health and Safety Representative. Gefahren können der OHSA gemeldet werden; bei ernsthafter Gefahr kann eine Person die Arbeit ablehnen. Der Schutz bei Schwangerschaft umfasst 18 Wochen Mutterschaftsurlaub, davon zahlt der Arbeitgeber 14 Wochen; für den verbleibenden Zeitraum kann die Sozialversicherung Leistungen übernehmen. Sechs Wochen nach der Entbindung sind im Allgemeinen verpflichtend. Vier Wochen vor dem voraussichtlichen Entbindungstermin werden normalerweise genommen, sofern keine andere Vereinbarung gilt. Wenn es praktikabel ist, sollte die beschäftigte Person mindestens vier Wochen im Voraus schriftlich Bescheid geben. Sie darf an ihre frühere oder eine ähnliche Stelle zurückkehren und ohne Verlust von Entgelt oder Leistungen an Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen. Besondere schwangerschaftsbedingte Freistellung wegen einer Gefährdung der Arbeitsbedingungen kann nach Risikobeurteilung gewährt werden. Jeder Elternteil kann grundsätzlich vier Monate Elternurlaub nehmen, bis das Kind acht Jahre alt wird. Zwei Monate werden zum Satz des Krankengeldes bezahlt. Normalerweise sind zwölf Monate ununterbrochener Beschäftigung Voraussetzung, sofern kein kürzerer Zeitraum vereinbart wurde. Arbeitgeber müssen die maßgeblichen Unterlagen aufbewahren und eine Anfrage nach diesen Unterlagen innerhalb von höchstens zwei Wochen beantworten. Beschäftigte können sich gewerkschaftlich organisieren. Für die Registrierung einer Gewerkschaft sind sieben Mitglieder erforderlich. Eine Gewerkschaft, die Anerkennung anstrebt, richtet den Antrag an den Arbeitgeber und den DIER-Direktor. Die Prüfung kann bis zu 28 Tage dauern; angeforderte Mitgliederlisten müssen im Allgemeinen innerhalb von 48 Stunden bereitgestellt werden. Kollektivverträge können bessere Bedingungen als gesetzliche Mindestbedingungen festlegen. Regeln zu Massenentlassungen gelten innerhalb eines Zeitraums von 30 Tagen bei mindestens 10 Kündigungen in einer Belegschaft von 20 bis 99 Beschäftigten, bei mindestens 10% in einer Belegschaft von 100 bis 299 und bei mindestens 30 Kündigungen in einer Belegschaft ab 300 Personen. Der Arbeitgeber muss Arbeitnehmervertretungen schriftlich informieren und konsultieren. Die Konsultation beginnt normalerweise innerhalb von sieben Arbeitstagen; Kündigungen können im Allgemeinen nicht vor Ablauf von 30 Tagen nach der Mitteilung wirksam werden. Bei nicht gezahltem Lohn oder Streitigkeiten über Beschäftigungsbedingungen sollte eine Beschwerde an DIER den Vertrag, Gehaltsabrechnungen, Zahlungsnachweise, Arbeitszeit- und Urlaubsunterlagen sowie einschlägige Korrespondenz enthalten. Ein Arbeitskonflikt kann über den DIER-Direktor oder eine schlichtende Person weitergeführt werden; anschließend können ein Minister oder ein Untersuchungsausschuss beteiligt werden. Für eine Verweisung an das Industrial Tribunal im Rahmen dieses Verfahrens müssen beide Seiten einen Antrag stellen. Das Industrial Tribunal kann Fälle ungerechtfertigter Kündigung und bestimmte individuelle Beschäftigungsstreitigkeiten behandeln. Eine schriftliche Verweisung mit Sachverhaltsbeschreibung muss normalerweise innerhalb von vier Monaten nach dem Verstoß oder der Kündigung beim Register der maltesischen Gerichte eingehen. Dafür fällt keine Antrags- oder Gerichtsgebühr an; Kosten für Protokolle oder Vertretung können jedoch entstehen. Als Abhilfen bei ungerechtfertigter Kündigung kommen Wiedereinstellung oder Entschädigung infrage. Während der Probezeit kann grundsätzlich jede Seite das Arbeitsverhältnis ohne Angabe eines Grundes beenden; nach mehr als einem Monat Beschäftigung gilt eine Kündigungsfrist von einer Woche. Nach der Probezeit richtet sich die Kündigungsfrist bei einem unbefristeten Vertrag im Allgemeinen nach der Beschäftigungsdauer: eine Woche bei mehr als einem Monat bis zu sechs Monaten, zwei Wochen bei mehr als sechs Monaten bis zu zwei Jahren, vier Wochen bei mehr als zwei Jahren bis zu vier Jahren, acht Wochen bei mehr als vier Jahren bis zu sieben Jahren und anschließend eine zusätzliche Woche pro Jahr bis höchstens zwölf Wochen. Für bestimmte technische, administrative, leitende oder Managementfunktionen können längere Fristen gelten. Ein befristeter Vertrag endet normalerweise nach der Probezeit ohne Kündigungsfrist; bei unbegründeter vorzeitiger Beendigung können die Hälfte der bis zum vereinbarten Enddatum verbleibenden Löhne fällig werden. Bei betriebsbedingten Kündigungen gilt bei der Auswahl innerhalb der maßgeblichen Kategorie im Allgemeinen das Prinzip „zuletzt eingestellt, zuerst entlassen“. Wird innerhalb eines Jahres eine geeignete Stelle frei, kann eine Wiedereinstellungspflicht bestehen. Eine Kündigungsabrechnung sollte ausstehendes Entgelt, Überstunden, Urlaub und Boni berücksichtigen. Bei einem Vertrag von mehr als einem Monat kann die beschäftigte Person ein Zeugnis verlangen. Bei Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers kann der Guarantee Fund berechtigte Ansprüche auf nicht gezahltes Entgelt, Überstunden, Urlaub und Kündigungsfrist abdecken. Der Antrag muss im Allgemeinen innerhalb von zwei Monaten nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit gestellt werden; die Deckung ist auf 13 Wochen des nationalen Mindestlohns begrenzt. Leistungen des Department of Social Security sind von Ansprüchen aus dem Arbeitsrecht getrennt. Welches Verfahren und welche Behörde zuständig sind, hängt von Vertrag, Wage Regulation Order, Branche, Beschäftigungsstatus und dem geltend gemachten Verstoß ab.
Arbeitsrecht in Malta
Das Arbeitsrecht in Malta regelt Arbeitsverträge, Arbeitszeit, Entgelt, Sicherheit, Gleichbehandlung, Arbeitnehmervertretung, Streitigkeiten und Kündigung. Der Employment and Industrial Relations Act, bekannt als EIRA oder Cap. 452, gilt zusammen mit Durchführungsrecht und sektoralen Wage Regulation Orders (WROs). Das Department for Industrial and Employment Relations (DIER), das Industrial Tribunal und die Occupational Health and Safety Authority (OHSA) sind für unterschiedliche Aufsichts- und Streitverfahren zuständig.
Tipp
Führen Sie Vertrag, einschlägigen Wage Regulation Order, Gehaltsabrechnungen und Arbeitszeitnachweise in einer gemeinsamen Belegmappe. Die wichtigsten praktischen Risiken sind fehlende schriftliche Bedingungen, unbezahlte Arbeitszeit oder Urlaub, unsichere Arbeit, diskriminierende Behandlung und versäumte Fristen, besonders die viermonatige Frist für eine Verweisung an das Industrial Tribunal und die zweimonatige Frist für einen Antrag beim Guarantee Fund.

