Die Zahlen für 2025 umfassen 582 Straftaten mit digitalen oder technologischen Tatmitteln, 534 Eigentums- und Vermögensdelikte, 331 Gewaltdelikte und 296 Wirtschaftsdelikte. Zu den registrierten Fällen gehörten 214 Betrugs- oder Veruntreuungsdelikte, 248 Diebstähle, 132 Sachbeschädigungen, 123 Einbrüche, 133 Körperverletzungen oder Raufereien, 84 Drohungen und 56 Nötigungen. Die Zahl der Einbrüche sank von 144 im Jahr 2024 auf 123 im Jahr 2025, während Gewaltdelikte von 230 auf 331 stiegen. Es handelt sich um Straftatenstatistiken und nicht um eine Zählung einzelner Vorfälle; ausgewertete Bereiche können dieselbe Straftat oder dieselbe verdächtige Person mehr als einmal enthalten. Die Aufklärungsquote 2025 betrug 68 %, einschliesslich der relevanten BMG-Kategorie, gegenüber 64 % 2024. Eine Aufklärungsquote beschreibt nicht das Risiko jeder einzelnen Situation; zudem zeigen Statistiken keine nicht gemeldeten Straftaten. Die Landespolizei übernimmt Sicherheits- und Verkehrspolizei, nimmt Anzeigen entgegen, sichert Tatorte und übergibt Fälle zur Ermittlung an die Kriminalpolizei. Wählen Sie bei einem Notfall in Liechtenstein 117 oder 112 als europäische Notrufnummer. Die Haupttelefonnummer lautet +423 236 71 11; der öffentliche Schalter ist grundsätzlich Montag bis Freitag von 08:00 bis 12:00 Uhr und von 14:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Die Staatsanwaltschaft leitet die Strafverfolgung; das Fürstliche Landgericht ist für Gerichtsverfahren zuständig. Das Amt für Justiz, die Opferhilfestelle und das Amt für Soziale Dienste haben getrennte Zuständigkeiten für Justizverwaltung, Opferhilfe und sozialen beziehungsweise Kindesschutz. Eine Straftat kann persönlich bei der Landespolizei angezeigt werden, die die Aussage aufnimmt und ein Protokoll erstellt. Eine Rechtsanwältin oder ein Rechtsanwalt kann schriftlich Anzeige erstatten; auch eine schriftliche Sachverhaltsdarstellung mit Belegen kann per Post an die Staatsanwaltschaft geschickt werden. Eine persönliche Polizeianzeige oder rechtliche Unterstützung hilft meist, Vollständigkeit und Bearbeitungsgeschwindigkeit zu verbessern. Bei manchen Privatanklagedelikten, darunter bestimmte Beleidigungen oder Vermögensdelikte unter Ehepartnern, Verwandten in gerader Linie, Geschwistern oder Mitgliedern desselben Haushalts, muss die betroffene Person möglicherweise innert sechs Wochen ab Kenntnis von Tat und verdächtiger Person beim Fürstlichen Landgericht einen Strafantrag stellen. Für dieses Verfahren ist dann nicht die Staatsanwaltschaft zuständig. Bei unmittelbarer Gefahr rufen Sie 117 an, statt einen Online-Meldekanal zu verwenden. Die anonyme EQS Integrity Line ist auf Geldwäscherei, Terrorismusfinanzierung, Wirtschafts- oder Korruptionsdelikte sowie Menschenhandel beschränkt. Sie ist rund um die Uhr in Betrieb und ermöglicht anonyme Rückfragen, ist aber kein Notdienst und ersetzt bei anderen Straftaten keine Polizeianzeige. Bei Onlinebetrug oder finanziellem Verlust wenden Sie sich sofort an die Bank, um die Transaktion zu sperren oder prüfen zu lassen, und informieren Sie danach die Landespolizei. Bewahren Sie Nachrichten, Zahlungsbelege, Kontodaten, Geräteinformationen und weitere Belege auf, ohne den Tatort zu verändern oder relevante Daten zu löschen. Die Landespolizei bietet Präventionsberatung zu Einbruch, Diebstahl, Betrug und Cyberkriminalität. Praktische Massnahmen sind das Abschliessen von Fahrzeugen, das Verstauen von Wertsachen ausser Sichtweite und die Wahl gut beleuchteter Parkplätze. Geben Sie Bankdaten nicht über unbekannte Links oder QR-Codes ein; öffnen Sie die offizielle Website oder App der Bank direkt. Die weit gefasste liechtensteinische Cyberkriminalitätsstatistik umfasst traditionelle Delikte mit digitalem Tatmittel und nicht nur Angriffe auf Computersysteme. 2025 bearbeiteten die Behörden 191 Fälle in der breiten Kategorie, darunter 64 % Cyberbetrug und 23 % Cybersexualdelikte, und erhielten 391 Meldungen zu Mustern des Massenbetrugs. CSIRT.LI unterstützt definierte essenzielle und wichtige Organisationen durch Beratung und Koordination; es ersetzt keine allgemeine Strafanzeige und ist kein universeller technischer Notdienst. Die Fachstelle Gewaltschutz bietet Früherkennung, Risikoeinschätzung, Verhaltensberatung und Koordination bei Gewaltfällen. Bei häuslicher Gewalt kann die Landespolizei die gefährdende Person aus der Wohnung wegweisen und ihr das Betreten untersagen. Die reguläre Dauer beträgt zehn Tage; innerhalb von 72 Stunden erfolgt eine Überprüfung. Ein sofortiges Gesuch um einstweilige Anordnung kann die Schutzdauer auf 20 Tage verlängern. Ein Verstoss gegen die Anordnung kann mit einer Verwaltungsbusse von bis zu CHF 1.000 und bei Wiederholung mit Freiheitsstrafe geahndet werden. Bei unmittelbarer Gefahr rufen Sie 117 an. Das Frauenhaus Liechtenstein ist unter +423 380 02 03 erreichbar. Die Opferhilfestelle, die vom Amt für Justiz verwaltet wird, ihre Aufgaben aber unabhängig wahrnimmt, unterstützt unmittelbar körperlich, sexuell oder psychisch betroffene Personen, deren enge Angehörige sowie Opfer von Strassenverkehrsunfällen. Sie bietet kostenlose Beratung, psychologische, soziale und medizinische Unterstützung, Informationen über Rechte und Verfahren, Hilfe bei Schutzmassnahmen, Versicherungs- und Entschädigungsfragen sowie mögliche finanzielle Hilfe. Die Leistungen sind grundsätzlich subsidiär; finanzielle Beiträge oder Entschädigungen hängen teilweise vom Einkommen ab. Ein Entschädigungsanspruch verjährt grundsätzlich nach fünf Jahren. Bei minderjährigen Opfern von Sexualdelikten beginnt die Frist mit dem 18. Geburtstag. Landespolizei, Fürstliches Landgericht und Staatsanwaltschaft müssen über die Opferhilfestelle, verfügbare Leistungen und die jeweilige Frist informieren. 2025 registrierten die Behörden 53 minderjährige Tatverdächtige und 49 Gewaltdelikte mit Minderjährigen, gegenüber 35 im vorherigen Vergleichszeitraum. Die Fälle betrafen vorwiegend Körperverletzungen, danach schwere Drohungen und Sachbeschädigungen. Das Amt für Soziale Dienste und der Kinder- und Jugendschutz bieten Prävention, Beratung und Schutz zu Gewalt, digitalen Risiken, illegalen Suchtmitteln, Rassismus, Radikalisierung, Verschuldung und Ausbeutung. Fälle mit Minderjährigen können erzieherische Massnahmen nach sich ziehen; das Verhalten Erwachsener kann Schutz- oder Rechtsmassnahmen auslösen. Grenzüberschreitende Ermittlungen nutzen gegebenenfalls Zusammenarbeit über INTERPOL, Schengen und EUROPOL. Fragen des Strafrechts gehören primär zum separaten Thema Strafrecht; Verbraucherschutz und Katastrophen fallen in ihre jeweiligen Themenbereiche.
Kriminalität in Liechtenstein
Kriminalität in Liechtenstein umfasst Eigentumsdelikte, Betrug, Gewalt, häusliche Gewalt, Sexualdelikte und Straftaten mit digitalen Systemen. Die Behörden registrierten 2025 insgesamt 1.424 Straftaten nach dem Strafgesetzbuch, gegenüber 1.373 im Jahr 2024. Die Zahlen spiegeln bekannte Straftaten wider und enthalten nicht das gesamte Dunkelfeld. Die Landespolizei ist die wichtigste erste Anlaufstelle für Notfälle, Anzeigen, Prävention und Ermittlungen.
Tipp
Behandeln Sie unmittelbare Gefahr, finanziellen Verlust, Beweissicherung und Opferhilfe als getrennte Prioritäten. Rufen Sie 117, wenn jemand gefährdet ist; kontaktieren Sie nach Onlinebetrug zuerst die Bank und nutzen Sie für gewöhnliche Strafanzeigen und Sicherheitsberatung die Landespolizei. Leiten Sie aus allgemeinen Kriminalitätszahlen kein Risiko für einen einzelnen Vorfall ab und zögern Sie nicht, weil Sie noch nicht wissen, welche Behörde zuständig ist.

