Liechtenstein hatte 2023 insgesamt 97 anerkannte Landwirtschaftsbetriebe und 3.590 Hektar landwirtschaftliche Fläche. Dazu gehörten 42 Biobetriebe, also 43,3 % der Betriebe, mit 1.583 Hektar biologisch bewirtschafteter Fläche. Die Fläche umfasste 1.301 Hektar Ackerland, 2.260 Hektar Dauergrünland und 13 Hektar Dauerkulturen; Getreide wuchs auf 237 Hektar und Kartoffeln auf 74 Hektar. Die lokale Produktion wird durch Waren aus der Schweiz und der EU ergänzt, weil Liechtenstein seit 1923 zum schweizerischen Zollgebiet gehört. Schweizerisches Lebensmittelrecht gilt, soweit der Zollvertrag den jeweiligen Bereich erfasst. EU-Produkte können grundsätzlich nach dem Cassis-de-Dijon-Prinzip eingeführt werden; bei technischen Abweichungen kann eine Bewilligung des Schweizer Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) erforderlich sein. Hofläden verkaufen saisonales Gemüse, Obst, Kartoffeln, Getreide, Milch, Eier, Käse, Fleisch, Trockenfleisch, Teigwaren, Konfitüre und Sirup. Beispiele sind der Aeulehof in Balzers, der Bangshof in Ruggell, der Hedihof in Triesenberg, der Riethof in Bendern, der Weidriethof in Schaan und der Neufeldhof in Vaduz. Regionale und saisonale Märkte bieten eine weitere Bezugsquelle für lokale Produkte. Öffnungszeiten und Preise hängen jedoch vom Anbieter und von der Saison ab. Die Küche Liechtensteins gehört zur alpinen Esskultur. Käsknöpfle oder Kässpätzle verbinden Knöpfle mit Käse und werden oft mit Röstzwiebeln und Apfelmus serviert. Ribel oder Rebl wird aus Türggamehl hergestellt und war früher ein Grundnahrungsmittel; im Unterland gibt es die lokale Variante Tüarggarebl. Weitere regionale Gerichte sind Gerstensuppe, Ribelmaissuppe, Holdrsaft, Hafalääb aus Balzers, Fasnachtsküachle, Zwätschgaknedl und Kratzate. Ribel wird traditionell mit Milchkaffee, Apfel- oder Holundersauce, Kompott oder saurem Käse gegessen. In Triesenberg wird die Walserküche gepflegt, darunter Chääs-Chnöpfli, Wildalertäller und Sulzbrata. Zwischen Balzers und dem Eschnerberg wird Wein angebaut, darunter Pinot Noir und Chardonnay; die Trauben werden von Hand gelesen. Restaurants, Cafés, traditionelle Gasthäuser, Bergrestaurants, Gourmetbetriebe und internationale Restaurants decken unterschiedliche Budgets und Vorlieben ab. Die offizielle Tourismusinformation führt fünf mit Gault-Millau-Punkten ausgezeichnete Restaurants auf. Wein- und Bierverkostungen, Picknicks, Brunchangebote und FoodTrails ergänzen das kulinarische Programm. Die Triesenberger Wochen finden üblicherweise im Herbst statt, meist von Mitte Oktober bis Mitte November, und bieten Walsermenüs. Für 2025 waren dort folgende Preise angegeben: 12,50 CHF für Gerstensuppe, 15,00 CHF für Ribel, 20,50 CHF für Chääs-Chnöpfli und 30,50 CHF für Sulzbrata. Diese Angaben beziehen sich auf die Veranstaltung und sind keine festen Preise im ganzen Land. Lebensmittelpreise hängen von Anbieter, Saison und Ernte ab. Die jährliche Inflationsrate betrug 2025 0,2 %; Preissteigerungen gab es unter anderem bei Schokolade sowie bei Mahlzeiten in Restaurants und Cafés. Das Amt für Gesundheit veröffentlicht praktische Hinweise und Rezepte für eine ausgewogene Ernährung. Medizinische Behandlungen aus gesundheitlichen Gründen gehören nicht zu diesem Essensthema. In der Gesundheitsbefragung 2022 hatten 47 % der Erwachsenen einen BMI über 25. Die Erhebung von 2019 verzeichnete Übergewicht bei 15,6 % der Kinder und Jugendlichen und Adipositas bei 3,8 %. Diese Angaben beschreiben Bevölkerungsdaten für Prävention und Ernährungsschulung und sind keine individuelle Diagnose. Das Amt für Lebensmittelkontrolle und Veterinärwesen (ALKVW) ist für Lebensmittelhygiene, Kontrollen, Meldungen, Bewilligungen und Rückrufe zuständig. Lebensmittelbetriebe benötigen Eigenkontrollen, gute Hygiene- und Herstellungspraxis, Rückverfolgbarkeit, Dokumentation und Verfahren zum Rückzug oder Rückruf unsicherer Produkte. Wer regelmässig mit Lebensmitteln umgeht, muss dies dem ALKVW vor Aufnahme der Tätigkeit melden. Für die Herstellung, Verarbeitung, Lagerung oder Abgabe von Lebensmitteln tierischen Ursprungs ist grundsätzlich eine Bewilligung des ALKVW erforderlich; es gelten Ausnahmen. Gelegentliche Verkäufe kleiner Mengen an Basaren oder Schulanlässen sind unter den genannten Voraussetzungen von der Meldepflicht ausgenommen. Lebensmittel aus einer privaten Küche für andere Personen herzustellen, ist nicht grundsätzlich verboten. Es müssen aber dieselben Hygieneanforderungen wie für einen Lebensmittelbetrieb erfüllt werden; das ALKVW kann die Küche kontrollieren. Für verpackte Lebensmittel und den Onlinehandel gelten die jeweils vorgeschriebenen Pflichtangaben. Bei offen verkauften Lebensmitteln müssen dieselben wesentlichen Informationen wie bei vorverpackten Lebensmitteln verfügbar sein. Allergeninformationen dürfen mündlich mitgeteilt werden, wenn ein gut sichtbarer Hinweis darauf aufmerksam macht und das Personal schriftliche Informationen zur Verfügung hat. Das Herkunftsland von Fleisch und Fisch muss immer schriftlich angegeben werden. Preis und Menge müssen klar und leserlich sein. Biologische und tiergerechte Landwirtschaft werden öffentlich unterstützt. 2023 beliefen sich die Öko- und Tierwohlbeiträge auf insgesamt 5.620.431 CHF; dazu gehörten Beiträge von 22,3 % für den Biolandbau, 21,7 % für den ÖLN und 21,2 % für extensive Wiesen. Organische Haushaltsabfälle werden in der Regel getrennt gesammelt und zur Kompostierung in die Schweiz gebracht.
Essen in Liechtenstein
Die Küche Liechtensteins verbindet alpine Traditionen mit starken Schweizer und österreichischen Einflüssen. Die lokale Versorgung stützt sich auf Bauernhöfe, Hofläden, Märkte, den Handel mit der Schweiz und der EU, Restaurants und private Küchen. Käsknöpfle, Ribel, regionale Milchprodukte, saisonale Erzeugnisse und Weine sind typische Beispiele.
Tipp
Wer regionale Produkte, Frische und den direkten Verkauf ab Hof sucht, kann Hofläden und saisonale Märkte wählen; Angebot und Preise sind dort nicht einheitlich. Vor dem Kauf oder einem Restaurantbesuch lohnt es sich, die Gesamtkosten zu vergleichen, da sie je nach Anbieter, Saison und Veranstaltung variieren. Wer Lebensmittel an andere Personen abgibt, sollte vorher die Vorgaben des ALKVW prüfen. Für den Alltag lassen sich lokale Gerichte und saisonale Zutaten mit den Hinweisen des Amts für Gesundheit zu ausgewogener Ernährung verbinden.

