Die libyschen Medien werden vor Ort mit den Begriffen الإعلام, الصحافة, وسائل الإعلام, الإعلام المرئي والمسموع und الإعلام الإلكتروني bezeichnet. Informationen beziehen Menschen aus Zeitungen, elektronischen Nachrichtenportalen, LANA, privaten Portalen, Fernsehen, Satellitendiensten, mobilem Internet und sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram und WhatsApp. Fernsehen ist weiterhin weit verbreitet: Eine historische Bestandsaufnahme identifizierte zwei öffentliche und etwa 20 private Sender. Berichten zufolge hatten mehr als 95 % der Haushalte einen Fernseher und etwa 90 % nutzten ausschließlich den unverschlüsselten Satellitenempfang. Eine aktuelle offizielle Senderzählung liegt nicht vor. Streaming ist stärker zersplittert und oft informell. Eine Schätzung aus dem Jahr 2019 zählte etwa 300.000 Pay-TV- oder Video-on-Demand-Abonnements; beIN und OSN machten davon etwa 98 % aus. Infrastrukturprobleme und Piraterie beeinträchtigen den Zugang. Aktuelle Plattformlisten, Preise und Standards zum Schutz junger Menschen sind nicht durchgängig dokumentiert. Für den jüngsten Libyen-Datenpunkt der ITU für 2022 wurde eine Internetnutzung von 88 % gemeldet; eine UNESCO-Bestandsaufnahme verzeichnete im Januar 2021 46,2 %. Da unterschiedliche Messverfahren verwendet wurden, belegen diese Zahlen keinen verlässlichen Trend. Die Verfassungserklärung erkennt in Artikel 14 Meinungs-, Ausdrucks-, Kommunikations-, Presse-, Druck-, Veröffentlichungs- und Massenmedienfreiheit vorbehaltlich der Gesetze an. Artikel 13 schützt die Vertraulichkeit der Kommunikation und erlaubt eine Kontrolle nur aufgrund einer begründeten richterlichen Anordnung und für einen begrenzten Zeitraum. Artikel 6 enthält allgemeinen Schutz für Kinder und junge Menschen; Artikel 35 lässt ältere Gesetze in Kraft, sofern sie der Erklärung nicht widersprechen. Gesetz Nr. 76 von 1972 ist das wichtigste identifizierte Veröffentlichungsgesetz. Seine Regeln sind jedoch veraltet und bieten keinen modernen Rahmen für audiovisuelle Technologien. Durch Kabinettsbeschluss Nr. 752 von 2021 wurde die الهيئة العامة لرصد المحتوى الإعلامي eingerichtet, üblicherweise als General Media Content Monitoring Authority bezeichnet. Sie soll berufliches Fehlverhalten, Hassrede und falsche oder irreführende Nachrichten überwachen. Zu ihrer Struktur gehören ein Bewertungsausschuss und die Faktenprüfungsplattform Akdli. Beschluss Nr. 4 von 2022 führte einen Verhaltenskodex für professionelle Medien mit 17 Grundsätzen ein. Beschluss Nr. 811 von 2022 legte Bedingungen für Medientätigkeit und private Sender fest, darunter eine Bestätigung durch die Behörde nach Unterzeichnung des Kodex. Eine landesweite Umsetzung ist jedoch nicht belegt. Die General Press Authority, LANA, das Ministerium für Kultur und Wissensentwicklung, das Jugendministerium und die Libyan Radio and Television Corporation zählen zu den Stellen mit Medienaufgaben. Beschluss Nr. 116 von 2021 löste die Libyan Media Corporation auf und übertrug öffentliches Fernsehen, LANA und die General Press Authority dem Ministerrat; andere Sender wurden Ministerien oder einer religiösen Behörde zugeordnet. LANA-Mitarbeitende beanspruchten später eine Zuordnung zum Repräsentantenhaus nach Gesetz Nr. 8 von 2021, sodass konkurrierende Ansprüche auf Legitimität und Zuständigkeit bestehen. Journalistinnen, Journalisten und Medienunternehmen sind politischem Druck, Zensur, eingeschränktem Informationszugang, Drohungen, Entführungen, Online-Missbrauch und Selbstzensur ausgesetzt. An einem Dialog der UNSMIL 2025 nahmen 31 Journalistinnen und Journalisten aus dem Osten, Westen und Süden Libyens teil; dabei wurden Bedenken zu politischem Einfluss und Sicherheit festgehalten. Manche Medien erhalten Finanzmittel von externen Akteuren, politischen Parteien oder bewaffneten Gruppen, was ihre redaktionelle Unabhängigkeit einschränken kann. Schulungen, der Verhaltenskodex, Basirah und UNSMIL bieten nichtformale Unterstützung; eine einheitliche nationale Journalistenvereinigung war weiterhin im Aufbau. Soziale Medien unterstützen Information, öffentliche Debatte, Aufsicht und Friedensförderung, ermöglichen aber auch Desinformation, Hassrede und Rufschädigung. Journalistinnen sind zusätzlich geschlechtsspezifischen Online-Drohungen ausgesetzt. Der Youth Channel, قناة الشبابية, ist mit dem Jugendministerium verbunden und nahm 2022 nach einer elfjährigen Unterbrechung den Betrieb wieder auf. Die Kontinuität und aktuelle Live-Verfügbarkeit sind jedoch ungewiss. Eine verlässliche landesweite Praxis in Medienkompetenz, Beschwerdebearbeitung oder Kinderschutz ist nicht etabliert. Auch Werbevorschriften sind relevant: Das Gesundheitsministerium muss Arzneimittelwerbung registrieren und genehmigen. Das Gesundheitsgesetz Nr. 106 von 1973 und Ausführungsverordnung Nr. 654 von 1975, Artikel 541, verbieten Arzneimittelwerbung in Zeitungen und anderen Medien, außer in wissenschaftlichen oder medizinischen Fachzeitschriften. Eine verlässliche landesweite Gebührenordnung für Abonnements, Lizenzen, Akkreditierung oder Bearbeitungszeiten gibt es nicht. Zugang und institutionelle Zuständigkeit sollten daher für die jeweilige Region, den Anbieter und die Art der Medientätigkeit geprüft werden.
Medien in Libyen
Die Medien in Libyen umfassen Print, Fernsehen, Radio und Onlinejournalismus, Streamingdienste, soziale Netzwerke und Jugendprogramme. Der Sektor ist etabliert, aber stark zersplittert: Er umfasst öffentliche Stellen, private Anbieter und Institutionen, die mit den östlichen und westlichen Autoritäten verbunden sind. Der technische Zugang ist breit, unterscheidet sich jedoch nach Region, Infrastruktur, politischem Einfluss und Sicherheitslage.
Tipp
Behandle Mediennutzung und Veröffentlichungen in Libyen als Entscheidungen, die vom jeweiligen Anbieter und der Region abhängen; verlasse dich nicht auf ein einziges nationales System. Vergleiche Quellen, prüfe den aktuellen Zugang und die institutionelle Zuständigkeit und berücksichtige politische, rechtliche und persönliche Sicherheitsrisiken. Bei kostenpflichtigen Diensten, Veröffentlichungen oder sensibler Berichterstattung solltest du vor finanziellen Verpflichtungen oder öffentlicher Exponierung aktuelle Bedingungen oder eine schriftliche Bestätigung einholen.

