Das Schulwesen beruht auf Gesetz Nr. 20-034/AU, das 2021 verkündet wurde und Gesetz Nr. 94-035/AF überarbeitet. Das Bildungsministerium (Ministère de l’Éducation Nationale, üblicherweise MEN) übernimmt die zentrale Verwaltung, die Aufsicht durch die Generalinspektion und die Abstimmung mit den Inselkommissionen für Ngazidja, Ndzuani und Mwali. Die Schulverwaltung arbeitet mit den Inselbehörden zusammen. Das Gesetz schützt den allgemeinen, inklusiven und gleichberechtigten Zugang zu hochwertiger Bildung und verbietet körperliche Bestrafung, psychische Gewalt, Belästigung und andere Formen von Gewalt an Schulen. Die Vorschule (école préélémentaire) dauert drei Jahre und ist für Kinder im Alter von etwa 3 bis 5 Jahren vorgesehen. In den ersten zwei Jahren lernen Kinder kulturelle und muslimische Werte kennen und werden an den Schulalltag herangeführt; das dritte Jahr bereitet auf die Grundschule vor. Zum Angebot gehören Unterricht in Schikomori, Koranlesen sowie die Förderung sozialer, früher kognitiver und motorischer Entwicklung. Die Strategie des MEN für 2023 umfasst öffentliche und private Vorschulangebote. Die Grundschule folgt der aktuellen CP-, CE- und CM-Struktur: ein Jahr CP, zwei Jahre CE und zwei Jahre CM. Sie vermittelt eine grundlegende Bildung und schließt mit einer Beurteilung ab. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Schülerinnen und Schüler das Abschlusszeugnis der Grundschule (certificat de fin d’études élémentaires) und können in die 6ème, das erste Jahr der unteren Sekundarstufe, wechseln. Die untere Sekundarstufe reicht von der 6ème bis zur 3ème. Zwei Jahre dienen der Beobachtung, zwei weitere der Bildungsorientierung; am Ende steht das Abschlusszeugnis des ersten Sekundarzyklus (brevet de fin de premier cycle). Die obere Sekundarstufe findet über drei Jahre am Lycée statt: seconde, première und terminale. Sie kann allgemeinbildend, technisch oder beruflich ausgerichtet sein und schließt mit dem allgemeinen, technischen oder beruflichen Abitur (baccalauréat général, technique ou professionnel) ab. Ein Studium nach dem Abitur gehört zum gesonderten Bereich der Hochschulbildung. Öffentliche und private Schulen gibt es auf allen Stufen. Eine Privatschule benötigt eine Anerkennung des MEN, die alle drei Jahre erneuert werden muss. Anerkannte Privatschulen folgen den offiziellen Lehrplänen und verwenden dieselben Prüfungen wie öffentliche Schulen. Ein Wechsel zwischen den beiden Bereichen ist möglich. Das geprüfte Rechtsmaterial enthält keine landesweite Gebührenübersicht. Ein Regierungsbericht von 2022 bezeichnete formale Bildung als kostenlos und verpflichtend. Eltern müssen jedoch möglicherweise schulbezogene Gebühren und Lernmaterialien bezahlen. Die Gebühren privater Schulen unterscheiden sich vor Ort; ein einheitlicher nationaler Betrag ist nicht belegt. Das Gesetz gewährt das Recht auf inklusive Bildung. Förderklassen (classes d’adaptation) unterstützen Schülerinnen und Schüler mit Lernschwierigkeiten oder erheblichen schulischen Verzögerungen. Das inklusive und geschlechtersensible Angebot soll auch Kinder mit Behinderungen einbeziehen. Verlässliche Informationen belegen kein landesweites Netz separater Förderschulen. Koranschulen (écoles coraniques) sind überwiegend nichtformale oder parallele Einrichtungen. Sie bieten Koranunterricht und teilweise Alphabetisierung und sollten nicht ohne Weiteres als gleichwertiger Teil des formalen Schulsystems behandelt werden. Zugang und Abschlussquoten sind weiterhin uneinheitlich. Die Abschlussquote der Grundschule wurde anhand von Verwaltungsdaten für 2022 mit 81,5 % angegeben; für 2024 wurde sie modelliert auf 85,1 % geschätzt. Die modellierten Abschlussquoten für 2024 sanken auf 62,5 % für die untere und 34,6 % für die obere Sekundarstufe. Auch Schätzungen zum Schulbesuch unterscheiden sich nach Quelle: Eine Haushaltserhebung von 2022 schätzte den Anteil der Kinder außerhalb der Schule auf 10,7 %, während Verwaltungsdaten für 2023 20,4 % auswiesen. Diese Zahlen dürfen nicht so kombiniert werden, als beträfen sie dieselbe Bevölkerung und Erhebungsmethode. 2025 berichtete die Weltbank, dass 87 % der Zehnjährigen keinen einfachen Text lesen konnten. Das zeigt, dass Schulbesuch allein keine grundlegenden Lernerfolge garantiert. Zu den aktuellen Unterstützungsangeboten gehört REACH/AIM4Learning. Das Programm umfasst mehr als 23,32 Millionen US-Dollar und alle öffentlichen Schulen. Es richtet sich an etwa 136.469 Schülerinnen und Schüler sowie 4.000 Lehrkräfte und unterstützt Lehrplanreformen für grundlegende Lernkompetenzen, widerstandsfähige Schulinfrastruktur, digitale Lernzentren, Gesundheits- und Ernährungsangebote sowie die Beteiligung der Eltern. 2025 führten MEN, ANADEN und UNICEF e-Shiyo/e-Msomo mit digitalen Schulbüchern und Funktionen einer Schulplattform ein. Da die Internetverbindung ungleich verteilt ist, ergänzen digitale Materialien den Schulbesuch, ersetzen ihn jedoch nicht.
Schule auf den Komoren
Das Schulwesen auf den Komoren ist ein formales, inklusives Bildungssystem von der Vorschule bis zur Sekundarstufe. Es wird vom Bildungsministerium (Ministère de l’Éducation Nationale) verwaltet und mit den Inselbehörden abgestimmt. Die Schulpflicht gilt vom 3. bis zum 16. Lebensjahr; Eltern sind gesetzlich für Anmeldung und regelmäßigen Schulbesuch in diesem Zeitraum verantwortlich. Öffentliche und private Schulen folgen den offiziellen Lehrplänen. Koranschulen und Alphabetisierungsprogramme bieten überwiegend ergänzenden oder nichtformalen Unterricht.
Tipp
Nutze für die schulpflichtigen Jahre eine formale Schule, wenn du anerkannte Übergänge und Zeugnisse von der Grundschule bis zur Sekundarstufe brauchst. Betrachte eine Koranschule (école coranique) oder ein Alphabetisierungsangebot als paralleles oder nichtformales Lernen. Verlasse dich nicht allein darauf, um die formelle Schulpflicht zu erfüllen. Vergleiche Anerkennung, Gesamtkosten, Anwesenheit, Lernförderung und den Übergang von der Beurteilung der Grundschule in die 6ème.

