Haushalte beziehen Lebensmittel aus Landwirtschaft, handwerklicher Fischerei, Einfuhren über Häfen, Verteilung zwischen den Inseln, Märkten, Geschäften, informellem Handel und Restaurants. Zu den lokalen Erzeugnissen gehören Bananen, Maniok, Kokosnüsse, Mais, Fisch, Meeresfrüchte und Viehprodukte. Die Landwirtschaft ist durch geringe Erträge, manuelle Verfahren, wenig Land, eine alternde Erwerbsbevölkerung und Gefahren wie Dürre und Wirbelstürme belastet. Vanille, Nelken und Ylang-Ylang sind wichtige Marktfrüchte, ersetzen aber keine importierten Grundnahrungsmittel. Der lokale Ausdruck riz ordinaire bezeichnet gewöhnlichen Reis; riz de luxe und Basmati stehen für teurere Sorten. Fast der gesamte Reis wird importiert. ONICOR, der staatliche Reisimporteur, bleibt zentral; seit Juni 2023 sind auch private Importeure von gewöhnlichem Reis tätig. Die Reform entwickelt sich weiter: Das Ziel des Internationalen Währungsfonds für 2026 sieht vor, dass private Importeure bis Ende 2026 mindestens 50 % der Einfuhren von gewöhnlichem Reis übernehmen. Vorläufige Angaben für 2025 deuteten darauf hin, dass nur etwa 7 % der Importaufträge von ONICOR an private Importeure gingen. Dies belegt jedoch nicht deren endgültigen Anteil am nationalen Markt. In der komorischen Küche werden häufig Reis, Maniok, grüne Bananen, Fisch oder Meeresfrüchte, Kokosmilch oder Soßen auf Kokosbasis und Gewürze kombiniert. Sie ist von afrikanischen und Swahili-, arabischen, madagassischen und weiteren Einflüssen des Indischen Ozeans geprägt. Mhogo mwitsi wa nazi na gnama ist ein lokales Maniokgericht mit Kokosmilch und Rindfleisch; m'tsololola ist die lokale Bezeichnung für einen Eintopf. Hausmannskost, gemeinsame Mahlzeiten und Gastfreundschaft sind im islamischen Kulturkontext verbreitet. Ein einheitliches nationales Rezeptregelwerk ist nicht belegt. Lebensmittelkosten reagieren stark auf Importpreise, Fracht, Devisenlage und Treibstoff. Ein Treibstoffpreisschock 2022 ging mit einem historischen Anstieg der Reispreise um 33 % einher. Eine bestätigte landesweite Übersicht aktueller Einzelhandels- oder Restaurantpreise gibt es nicht. Die Preise können zwischen Inseln und Märkten variieren; das Ausmaß dieser Unterschiede wurde jedoch nicht beziffert. Städtische Restaurants, Hotels und touristische Angebote entwickeln sich, sind aber stark auf importierte Zutaten angewiesen und können mit unregelmäßiger lokaler Versorgung konfrontiert sein. Märkte und Straßenverkauf von Speisen sind überwiegend informell. Die Ernährungserhebung SMART 2024 meldete bei Kindern unter fünf Jahren 24,1 % Wachstumsverzögerung, 7,8 % Auszehrung und 13,5 % Untergewicht. Der Anteil mit Wachstumsverzögerung betrug 25,4 % in Ndzuwani, 20,5 % in Mwali und 23,3 % in Ngazidja. In den untersuchten Bezirken waren 58,6 % der Frauen zwischen 15 und 49 Jahren von Anämie betroffen: 28,4 % leicht, 28,6 % mittelschwer und 1,6 % schwer. Die Ernährungsvielfalt ist weiterhin begrenzt; Stillen sowie die Versorgung mit Vitamin A und Entwurmung sind uneinheitlich. Gesundheits- und Gemeindedienste richten Ernährungsunterstützung auf Gruppen wie Schwangere, Frauen im gebärfähigen Alter, Kinder unter fünf Jahren und Jugendliche aus. Die Lebensmittelsicherheit beruht auf Gesetz Nr. 17-005/AU von 2017 und Artikel 92 des Gesetzbuchs für öffentliche Gesundheit (Code de la santé publique). Das Gesundheitsministerium, das Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Handwerk, das Handelsministerium, Zoll, Hafenbehörden und die Handelskammer teilen sich verwandte Aufgaben. INRAPE übernimmt Gesundheitskontrollen und Laborarbeiten. Eine von der FAO unterstützte Reform führt 2026 risikobasierte Importkontrollen ein, da mehr als 80 % der Lebensmittel aus dem Ausland kommen; die Prüfverfahren und Checklisten sind zwischen den Inseln jedoch noch nicht einheitlich. Importeure müssen Gesundheits- und Umweltvorschriften, Rückverfolgbarkeit und Risikokontrolle beachten. Ein eindeutig belegter landesweiter Beschwerde- und Rückrufkanal für Verbraucher ist bislang nicht verfügbar. Die Widerstandsfähigkeit der Lebensmittelversorgung hängt von lokalem Saatgut, besserer Landwirtschaft, Fischereimanagement, Lagerung und Transport ab. SEPAREF-Aktivitäten von 2022 bis 2025 umfassten zertifiziertes lokales Saatgut, digitale Frühwarnsysteme, 15.000 kg Maissaatgut der Sorte CIRAD 412, 600.000 desinfizierte Maniokstecklinge, 467 beteiligte Landwirte und Schulungen für mehr als 150 Beschäftigte. CNCSP und ANAM unterstützen Überwachung, Kontrolle und Beobachtung der Fischerei, darunter Maßnahmen gegen illegale, nicht gemeldete und unregulierte Fischerei sowie die Angleichung an das Übereinkommen über Hafenstaatmaßnahmen. Kühlketten und Nacherntekapazitäten bleiben entscheidend, um Verluste zu mindern und die Zuverlässigkeit der lokalen Versorgung zu erhöhen. Dieser Länderüberblick betrifft die von der Union verwalteten Inseln Ngazidja, Ndzuwani und Mwali. Maore, auch Mayotte genannt, steht unter französischer Verwaltung und ist nicht eingeschlossen. Die Bedingungen der Inseln sollten daher insbesondere bei Ernährung, Preisen, Hafenversorgung und Zugang zu lokalen Erzeugnissen nicht gleichgesetzt werden.
Essen auf den Komoren
Die Ernährung auf den Komoren verbindet eingeführte Grundnahrungsmittel mit lokal angebauten Feldfrüchten, Fischerei, Viehzucht und Hausmannskost auf Ngazidja, Ndzuwani und Mwali. Mehr als 80 % der verzehrten Lebensmittel werden importiert, und Reis ist das zentrale Grundnahrungsmittel. Frachtkosten, Devisenlage und Reformen der Versorgung wirken sich daher auf die Haushaltspreise aus. Die SMART-Erhebung von 2024 verzeichnete in den untersuchten Bezirken bei Kindern unter fünf Jahren 24,1 % Wachstumsverzögerung und bei Frauen zwischen 15 und 49 Jahren 58,6 % Anämie.
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